Jean-Claude Kaufmann Privatsache Handtasche

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Inhaltsangabe zu „Privatsache Handtasche“ von Jean-Claude Kaufmann

Egal ob sie sich ein sündhaft teures Designertäschchen unter den Arm klemmen oder einen bunten Baumwollbeutel vom Flohmarkt über die Schulter hängen – Frauen lieben ihre Taschen heiß und innig und hüten sie wie einen Schatz. Einen Griff in ihre Handtasche empfinden sie als Verletzung ihrer Intimsphäre. Sie ist selbst für ihre engsten Vertrauten tabu. Für Jean-Claude Kaufmann aber öffneten einige Frauen bereitwillig ihre Taschen und gewährten ihm einen Einblick in deren Innenleben. Natürlich entdeckte der französische Soziologe mehr als Ausweise, Geld, Schlüssel, Mobiltelefone, Kugelschreiber und Lippenstifte. Dem Spezialisten in der Kunst, scheinbar banale Dinge wie Wäsche, Bikinis oder Kochtöpfe zum Sprechen zu bringen, offenbarten die vielen Zettel, Steine, Pillen, Kinderspielzeuge und Herrenbrieftaschen, dass Frauen vor allem Liebe mit sich herumtragen. Die praktische Begleiterin, die sie und ihre Lieben vor den Gefahren des Alltags schützt, ist eine Erweiterung des Körpers, ein Teil des Selbst, den die Trägerin vor allem dann bemerkt, wenn er ihr abhandengekommen ist. Gleichzeitig ist die Tasche aber auch ein Instrument der Selbsterfindung und Selbstinszenierung, mit dem ihre Besitzerin sich im Rampenlicht sonnt, sich von anderen abgrenzt, ihr Selbstwertgefühl steigert und verführt. Die Tasche macht die Frau, sie ist Attribut der Weiblichkeit, spiegelt Identitätsfacetten, markiert Wendepunkte in der Biografie, enthält ein ganzes Leben. Sie ist alles – nur kein gewöhnliches Accessoire.

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  • Rezension zu "Privatsache Handtasche" von Jean-Claude Kaufmann

    Privatsache Handtasche
    Sophia!

    Sophia!

    20. September 2012 um 02:14

    „Denn die Tasche hat wirklich sehr, sehr sehr viel zu erzählen, wenn man es schafft sie zum Sprechen zu bringen.“ _ Beim ersten Blick auf Autor und Titel fragt sich die Leserin, wie es denn sein kann, dass ausgerechnet ein Mann über das Wesen der Handtasche spricht. Doch Jean-Claude Kaufmann sieht in der Tasche keine Banalität, keinen ordinären Gebrauchsgegenstand, der eben durch Stauraum und bequeme Transportmöglichkeit überaus nützlich erscheint. Wir Frauen wissen, dass eine Tasche viel mehr ist als das! Darum verzichtete er nicht auf das Studium unterschiedlicher Meinungen zum Thema Handtasche. Aufbauend auf der präzisen Analyse der 75 Geschichten unterschiedlichster Frauen sind 22 Kapitel entstanden, die den Zauber der Handtasche nicht besser hätten einfangen können. Absolut authentisch darf man sich auf eine Entdeckungsreise begeben zum „Herz des intimen Selbst.“ _ Jean-Claude Kaufmann wollte die Tasche zum Sprechen bringen und genau dieses komplexe Vorhaben ist ihm eindrucksvoll gelungen. In Auseinandersetzung mit den verschiedenen Geschichten beschäftigt er sich sowohl mit gängigen Fragen als auch mit außergewöhnlichen Meinungen. Darf man eine Handtasche ungefragt öffnen oder handelt es dabei schon um ein Eindringen in die Privatsphäre der Besitzerin? Was denken Ehemänner und Kinder über das Modeaccessoire ihrer Frauen und Mütter? Verfügt die Tasche gar über eine eigene Seele? Auf interessante Weise beschäftigt sich der Autor mit vielseitigen Theorien. Ist die Tasche tatsächlich in der Lage, einen positiven Beitrag zum Selbstbild zu leisten? Ist sie für die Trägerin eine Trophäe? Was bedeutet es, wenn man sie in der Hand oder über der Schulter trägt? Besonders spannend ist es, anderen Ansichten zu begegnen. In den meisten Fallen kann man sich mit seinen Beschreibungen jedoch bestens identifizieren. Ein Beispiel wäre etwa die humorvolle Schilderung der Grundausstattung einer Tasche, der Möglichkeit, die Handtasche mit kleineren Täschchen zu füllen und den zeitweise notwendigen Umräumaktionen. Sehr zu empfehlen ist das Kapitel über die besondere Liebe, die eine Tasche hervorrufen kann. Eine jede Handtasche hat eine ganz besondere Bedeutung für die Trägerin und oftmals steckt mehr dahinter, als man anfangs vermuten würde. Die einzelnen Kapitel sind angenehm zu lesen und erinnern von ihrem Aufbau an Kolumnen. Gerade für Frauen wird sich die Lektüre lohnen. _ Fazit: Eine Liebeserklärung nicht nur an die Tasche, sondern auch an ihre Trägerinnen. Ein wunderbares Buch, eine wunderbare Reise. Sehr zu empfehlen.

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