Jean-Claude Mourlevat

 3.9 Sterne bei 28 Bewertungen

Alle Bücher von Jean-Claude Mourlevat

Winterspiele

Winterspiele

 (11)
Erschienen am 04.11.2010
Tomek - Der Fluss, der rückwärts fließt

Tomek - Der Fluss, der rückwärts fließt

 (6)
Erschienen am 01.02.2007
Hannah - Der Fluss, der rückwärts fließt

Hannah - Der Fluss, der rückwärts fließt

 (5)
Erschienen am 01.02.2007
Sophie Scholl - Nein zur Feigheit

Sophie Scholl - Nein zur Feigheit

 (1)
Erschienen am 31.03.2014
Le combat d'hiver

Le combat d'hiver

 (3)
Erschienen am 21.09.2006
Winter Song

Winter Song

 (1)
Erschienen am 05.09.2013
L'enfant Océan

L'enfant Océan

 (1)
Erschienen am 01.04.2004

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Rezension zu "Winterspiele" von Jean-Claude Mourlevat

Rezension zu "Winterspiele" von Jean-Claude Mourlevat
Ninijivor 7 Jahren

Kaltes Buch welches sich erst zum Schluss erwärmt

"Ein Land in Eisstarre, alle leiden unter der Herrschaft der gnadenlosen Phalanx." So beginnt der Covertext. Erst dachte ich, ich hätte es hier mit einer Dystopie UND einem Endzeitroman zu tun, aber letztlich war es 'nur' eine Dystopie, deren Geschehen zufällig im Winter spielt.
Der Inhalt ist schnell beschrieben: vier 17jährige (jeweils zwei Mädchen und zwei Jungen) brechen gemeinsam aus ihren grausamen Internaten aus und versuchen ihr Glück in Freiheit, obwohl diese durch ein totalitäres Regime erheblich eingeschränkt ist. Die so genannte Phalanx wollen sie stürzen.

Ich habe ein wenig den Tiefgang des Buches vermisst. Obwohl, es ist ja ein Jugendbuch. Vielleicht ist das der Grund dafür? Es passiert vieles recht überstürzt und zum Teil auch nicht immer ganz nachvollziehbar.
Außerdem hatte ich von Anfang an keinen wirklichen Bezug zu Milena und Bart, weil deren Gefühlsleben nur sehr rudimentär abgehandelt wird. Ja, ich kann schon fast sagen, dass ich die beiden eigentlich gar nicht leiden kann.
Andererseits macht auch gerade das den ganz speziellen Charme des Buches aus. Man fühlt sich als würde etwas fehlen und spürt irgendwie die Trostlosigkeit, genau wie die Protagonisten, die unter der Phalanx und dem fast chronischen Informationsmangel leiden.

Was einige sicher bemängeln, ich aber erfrischend anders finde: das Buch springt immer mal ein wenig in der Zeit. Und zwar dann, wenn der Autor anfängt von einer anderen Person zu erzählen. So dass sich schon mal Erzählstränge überschneiden, bzw. Teile der zuvor erzählten Geschichte nochmal, aus der Sicht eines anderen Protagonisten, wiedergegeben wird.
Obwohl das Hauptaugenmerk ganz klar bei Helen (und Milos) liegt. Bei den beiden hatte ich auch am ehesten das Gefühl, tiefer als bei den anderen, in deren Welt und Emotionen eintauchen zu können.

Die Idee der Story finde ich sehr interessant, um daraus allerdings ein sehr gutes Buch zu machen, bedarf es meiner Meinung nach mehr.
Da es mir trotz aller Kritik gut, bzw. annähernd gut gefallen hat, vergebe ich dafür auch 4 Sterne, allerdings mit einem diffusen Gefühl der Leere, die mich während des Buches, bis kurz vor Schluss begleitet hat. Was mich eigentlich eher zu 3 Sternen tendieren lässt.
Den Schluss wiederum halte ich für sehr gelungen. Alle Emotionen die vorher gefehlt haben, drohen einen auf den letzten Seiten zu überrollen.

Das Genre kann ich außer Dystopie & Jugendroman nicht wirklich weiter differenzieren. Denn die im Buch auftretenden Hunde- und Pferdemenschen verhindern ein bisschen das Einordnen. Da man nichts über ihre Herkunft herausbekommt (Gab es sie schon immer: Fantasy; Sind es genetische Experimente: Science Fiction). Das fand ich ein wenig schade, denn das hätte mich interessiert.

Meine Empfehlung:
Als erwachsener Leser sollte man sich bewusst machen, dass man einen Jugendroman vorliegen hat und sich darauf auch einlassen - wenn man das denn möchte.
Des weiteren sollte man, wie bereits erwähnt, einen etwas mangelnden Tiefgang verschmerzen können.
Wen das nicht abschreckt: lesen!

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kleinfriedelchens avatar

Rezension zu "Winterspiele" von Jean-Claude Mourlevat

Rezension zu "Winterspiele" von Jean-Claude Mourlevat
kleinfriedelchenvor 8 Jahren

Ein Junge, der als Gladiator um sein Leben kämpfen muss. Ein Mädchen, dessen Stimme das Feuer der Revolution entzünden kann. Und die verzweifelte Hoffnung, das Regime zu stürzen, bevor es zu spät ist...

Helen und Milena leben in einem strengen Mädcheninternat, welches sie nur alle paar Monate verlassen dürfen, um ihre Trösterinnen, Frauen aus dem umliegenden Dorf, zu besuchen. Um die Mädchen an einer Flucht aus dem unliebsamen Internat zu hindern, wird immer ein Mädchen bestimmt, welches in den Kerker gesperrt wird, falls jemand nicht wiederkommt.
Umso schockierter ist Helen, als Milena nach einem Ausflug zu ihrer Trösterin nicht zurückkehrt. Schon bald erfährt sie von dem Jungen Milos, der wie sie im Internat gefangengehalten wird, die grausame Wahrheit:

Sie werden absichtlich von der Phalanx in den Internaten festgehalten, weil ihre Eltern Aufständische gegen das Regime waren; und besonders Milenas Mutter und ihre verzaubernde Singstimme spielte dabei eine wichtige Rolle. Helen und Milos beschließen, gemeinsam zu fliehen und Milena zu finden. Doch mit ihrer Flucht beginnt eine blutige Jagd, bei der Milos gefangengenommen wird und von der Phalanx gezwungen wird, an den grausamen Winterspielen teilzunehmen. Um dort zu überleben bleibt Milos nur eine Wahl: selbst zu töten...

Ein brutales Regime, welches zum Vergnügen Gladiatorenkämpfe abhält, und mutige Jugendliche, die den Kampf gegen sie aufnehmen. Was will mein jugenddystopieverliebtes Herz mehr :-)
Eigentlich liefert das Buch alles, was man sich nur wünschen kann: eine sehr mitreißende Handlung, eine spannendes Universum, in der die Bürger unterdrückt werden, eine kleine zarte Liebesgeschichte und viele tolle Charaktere, die einem ans Herz wachsen.

Das enorme Potential der Geschichte hat der Autor meiner Meinung nach aber leider nicht völlig ausgereizt. Was mich beispielsweise gewurmt hat, war, dass man über die Motivation der Phalanx kaum etwas erfährt; dass es einen gewaltsamen Putsch gab, ist klar, aber weshalb die Phalanx überhaupt die Herrschaft an sich reißen konnten und was sie den Bürgern nun genau antun, bleibt unklar. Diese Idee schien mir ein wenig halbherzig ausgearbeitet.

Trotzdem ist die Handlung sehr spannend geschrieben und zu keiner Zeit langweilig. Mourlevat entwirft viele interessante Charaktere, mit denen man sich identifizieren kann, lässt sich allerdings nicht viel Zeit für deren Entwicklung. So richtig übel nehme ich ihm das aber nicht, da so viel in dem Buch passiert, dass man quasi gar nicht dazu kommt, innezuhalten. Allerdings hätte ich mir ab und zu schon etwas mehr Tiefgang gewünscht, was bei dem rasanten Tempo der Erzählung und vielleicht auch, weil es ein Jugendbuch ist, manchmal auf der Strecke blieb.

Loben muss ich aber Mourlevats Schreibstil bzw. die gelungenen Übersetzung aus dem Französischen. Durch den kapitelweisen Perspektivenwechsel zwischen Helen, Milos und den anderen Charakteren und die einfache Sprache liest sich das Buch so locker weg, dass ich mich zeitweise erschrocken habe, dass schon wieder 50 Seiten an mir vorbeigeflogen sind :-) Und auch die nicht zu vermeidenden brutalen Szenen sind doch irgendwie so geschrieben, dass man zwar mitleidet, sich aber nicht fürchterlich ekelt.

Mein Fazit: Wer ein mitreißendes Jugendbuch über den Kampf gegen die Unterdrückung durch ein brutales Regime sucht und über kleine Schwächen hinwegsehen kann, wird mit diesem Buch bestens unterhalten.

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