Jean-David Morvan

 3,8 Sterne bei 31 Bewertungen
Autor*in von Univerne, Sillage, Band 1: Feuer und Asche und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Jean-David Morvan, geboren 1969, lebt und arbeitet in Reims als Szenarist und Autor, etwa
der Comic-Serie Spirou und Fantasio.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jean-David Morvan

Cover des Buches Univerne (ISBN: 9783868695205)

Univerne

(5)
Erschienen am 01.01.2014
Cover des Buches Sillage, Band 1: Feuer und Asche (ISBN: 9783551741912)

Sillage, Band 1: Feuer und Asche

(3)
Erschienen am 01.03.2000
Cover des Buches Adieu Birkenau (ISBN: 9783987213946)

Adieu Birkenau

(2)
Erschienen am 21.11.2024
Cover des Buches Papa Merlin (ISBN: 9783551744173)

Papa Merlin

(2)
Erschienen am 01.07.2005
Cover des Buches Herkules - Das Blut von Nemea (ISBN: 9783958391109)

Herkules - Das Blut von Nemea

(2)
Erschienen am 01.06.2015
Cover des Buches Androiden. Band 7 (ISBN: 9783962194468)

Androiden. Band 7

(2)
Erschienen am 31.07.2020
Cover des Buches Die Legende der Dämonenprinzen. Band 1 (ISBN: 9783967921373)

Die Legende der Dämonenprinzen. Band 1

(2)
Erschienen am 23.03.2022
Cover des Buches Schnittchen & Isolde (ISBN: 9783551744159)

Schnittchen & Isolde

(2)
Erschienen am 01.09.2003

Neue Rezensionen zu Jean-David Morvan

Cover des Buches Ludwig XIV. (ISBN: 9783987214899)
Flaventuss avatar

Rezension zu "Ludwig XIV." von Jean-David Morvan

Flaventus
Über das Wirken des wohl berühmtesten Königs Frankreichs

Diese Graphic Novel über das Leben und Wirken des „Sonnenkönigs“ ist in Frankreich in zwei Teilen erschienen. In der deutschen Übersetzung wurden die beiden Teile zu einem Band zusammengefasst. Die Vorlagen sind zwar 10 Jahre alt, aber angesichts des biografischen Inhalts dürfte das keinerlei Rolle spielen, denn neue Erkenntnisse dürfte es zum Leben von Ludwig XIV (Ludwig dem Vierzehnten) seither nicht gegeben haben.


Ich bin in der Geschichte Europas nicht derart fest gesattlet, als dass ich von mir behaupten könnte, dass ich alle Daten und Zahlen und einen Hut zu bringen vermöge. Deshalb musste ich ein wenig recherchieren, um in Erfahrung zu bringen, dass sich die Graphic Novel relativ dicht an die historischen Begebenheiten gehalten hat.


Der erste Teil beginnt mit dem Tod von Kardinal Mazarins, der sein Vermögen und vor allem seine Macht an den jungen Ludwig vermacht. Dieser ergreift die Gelegenheit und macht den Absolutismus erstmalig in Europa salonfähig. Er war nicht nur der König, sondern er verstand den Staat mit seinen Organen Gesetzgebung, Verwaltung, Rechtsprechung und Militär als Verlängerung seiner selbst, weshalb ihm gerne der Satz “Der Staat bin ich“ in den Mund gelegt wird.


In der Graphic Novel wird er nicht als hirnloser und impulsiver Autokrat dargestellt, sondern als disziplinierten und kontrollierten Herrscher. Er hat eben nicht nur sich selbst in den Vordergrund gestellt, sondern hat immer auch an das Wohl seines Volkes im Blick gehabt. Die Vermutung dürfte nahe liegen, dass er vielleicht nicht immer alles alleine entschied, sondern auch seiner Berater gehabt haben dürfte, was in dieser Form nicht dargestellt wurde.


Der Leser muss auf jeden Fall politisch und geschichtlich interessiert sein, wenn er an dieser Graphic Novel Freude haben möchte. Es gibt viel zu lesen, und insgesamt ist die Graphic Novel sehr textlastig. Das setzt sich am Ende der jeweiligen Teile fort, wo nochmals als Fließtext zusammengefasst wurde, was zuvor in der Graphic Novel zu sehen war. Zuzüglich zahlreicher zusätzlicher Informationen und Hintergründe zum König, zur Gesellschaft und zu Europa.


Fazit

Dies ist eine Graphic Novel, die meines Erachtens würdig ist, das Wirken des wohl berühmtesten Königs Frankreichs zu zeigen. Immerhin hat Ludwig XIV 72 Jahre über Frankreich geherrscht, was ihm zuvor und danach kaum einer nachgemacht hat. Es ist eine sehr textlastige und geschichtlich schwere Graphic Novel, die quasi voraussetzt, dass der Leser Interesse an Geschichte und Politik mitbringt.

Cover des Buches Adieu Birkenau (ISBN: 9783987213946)
Ramgardias avatar

Rezension zu "Adieu Birkenau" von Ginette Kolinka

Ramgardia
Rückschau und Gegenwart gut vermischt

In dieser Graphic Novel lernen wird die französische Jüdin Ginette Kolinka kenne, die auf dem Cover auf den Schienen, die sie selbst mit verlegt hat als alte Frau zu sehen ist, neben ihr als Schatten sehen wir sie als jungen Frau, im Hintergrund das Tor nach Birkenau.

Ginette Kolinka ist mit einer französischen Schulklasse unterwegs ins das Lager, in dem sie einige Jahre gefangen wurde. Sie will ihnen vom Holocaust erzählen, damit es weiterhin Menschen gibt, die sich erinnern und die verhindern werden, dass so ein Unrecht noch einmal geschieht. 

Das Buch beginnt mit der Geburt ihres Sohnes, der sich später wundert, dass nicht alle Mütter eine Nummer auf dem Arm haben. Erst als ihm ein Buch über Auschwitz in die Hände fällt, werden ihm die Zusammenhänge klar. Dann lernen wird die alte Ginette Kolinka kennen, sie macht Sport und es gibt viele Anfragen an sie, dass sie in Schulen aus ihrer Zeite in den Lagern berichtet. So reist sie mit einer Klasse nach Birkenau. Hier wechselt die Gegenwart und ihre Erinnerungen miteinander ab. Sie erzählt und dann kommen die Bilder aus der Zeit. Zunächst schafft es die Familie sich mit falschen Papieren in einen andere Stadt zu retten, doch dann wird Ginette mit ihrem Vater und ihrem Bruder in den Osten gebracht. Sie spricht davon, wie naiv sie war, dass sie glaubte, dass sie hier nur arbeiten sollten und hat er später begriffen, dass es Glücksache war, dass sie diese Zeit überlebt hat. Wenn auch ihre Mutter sie wegen der kurzen Haare und ihrem Untergewicht für ihren jüngern Bruder gehalten hat. 

Ginette Kolinka ist trotz ihrer schrecklichen Erfahrungen eine fröhliche und freundliche alte Dame, die sich auch mal gerne einen Scherz erlaubt. Ihr Enkel spielt in einer Band namens Téléphone und am Ende des Buches können wir einen Liedtext nachlesen, den sie für Ginette gesungen haben. Im Anhang des Buches sind auch noch einige Dokumente zu sehen, so ein Foto von Ginette als Kind.

Durch die Comic-Form ist die Geschichte sehr gut zu lesen, der Wechsel der Zeiten ist durch die Bilder sehr gut nachzuvollziehen.

Cover des Buches Univerne (ISBN: 9783868695199)
Kaitos avatar

Rezension zu "Univerne" von Jean-David Morvan

Kaito
Wo ist die Handlung?

Faszinierende Steampunk-Welt, aber von einer nachvollziehbaren Handlung keine Spur.

Inhalt:
1862. Jules Verne erhielt nie die Chance Schriftsteller zu werden, also beschließt er Univerne zu schaffen, einen Ort auf einer einsamen Insel, an dem er seine Ideen ausleben und eine Utopie realisieren möchte. Doch die damaligen Großmächte erobern das blühende Land und stehlen dessen brillante Technologie. Man sagt, Jules Vernes sei während der Bombardierung seines Adlerhorsts getötet worden…
Paris, 1900. Die Journalistin Juliette forscht über Jules Vernes Geliebte. Eine stürmische Affäre führt sie zum Karpatenschloss 20.000 Meilen unter dem Meer, vorbei an der Insel, dem Mittelpunkt der Erde und dem Leuchtturm am Ende der Welt, ja sogar zum Mond. Und auch wenn es Zweifel zu Vernes Tod gibt, muss Juliette feststellen, dass zumindest seine Einfälle sehr lebendig geblieben sind.

Meinung:
Der Klappentext dieses Comicbandes ließ mich auf eine spannende und abenteuerliche Steampunk-Erzählung hoffen.
Das Coverartwork und auch die Illustrationen innen konnten mich schonmal überzeugen. Aber wo verflixt nochmal ist die Handlung?

Zunächst sei einmal erklärt: Der "Klappentext" auf den Shop-Webseiten bzw. im Katalog und der Text auf der Rückseite des Bandes sind ziemlich unterschiedlich.
Auf dem Band finden wir nämlich eher eine Art Einführung in das Wo und Wann des Bandes. Das hat wenig mit dem abenteuerlichen Aufmacher oben zu tun.
Für einen besseren Überblick innerhalb der Handlung sorgt aber auch dieser Text nicht wirklich, denn die Handlung macht auf den recht schmalen 48 Seiten einige sehr verwirrende Sprünge.

Alles beginnt mit einer Rückblende, die die Entstehung der aktuellen Situation im Jahr 1900 beleuchten soll. Hier macht es für mich noch Sinn. Man erfährt auf wenigen Seiten die wichtigsten Hintergründe.
Danach werden wir  allerdings mit der Protagonistin Juliette in einen verwirrenden Tag entlassen, der ziemlich vollgestopft ist. Es tauchen haufenweise Personen, Orte und Begriffe auf, die für mich ohne jeden Zusammenhang und ohne jede Erklärung kurz Teil der Geschichte werden, um dann wieder abzutauchen.
Eine Handlung, die dem Ganzen Struktur und Sinn verleiht, gab es leider nicht.

Da Univerne als Trilogie angelegt ist, muss sind Band 2 dringend steigern. Es wäre nämlich sehr schade, wenn der Comic wegen einer schwachen Story floppt. Denn die Illustrationen sind großartig. Der Detailreichtum ist fast überwältigend. Überall, in jedem Panel, gibt es etwas zu entdecken.
Und auch die Anordnung der Bilder ist toll. Serien von kleineren Panels, mit temporeichen Szenen, werden durch großzügige Panoramen ergänzt. Das alternative Paris des Jahres 1900 ist wirklich ein Augenschmaus.

Die Qualität von Druck und Verarbeitung sind, wie immer bei Splitter, über jeden Zweifel erhaben. Hier gibt es nicht zu meckern.

Fazit:
Ich liebe Steampunk. Und ich bin sicher Univerne kann großartig werden, wenn es neben den wunderbaren Illustrationen im nächsten Band eine nachvollziehbare und packende Handlung bekommt.
Band 1 hat mich leider enttäuscht.

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