Jean-François Parot

 4.3 Sterne bei 73 Bewertungen

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Commissaire Le Floch und das Phantom der Rue Royale

 (3)
Neu erschienen am 29.10.2018 als Taschenbuch bei Blessing. Es ist der 3. Band der Reihe "Commissaire Le Floch".

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Neue Rezensionen zu Jean-François Parot

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Haverss avatar

Rezension zu "Commissaire Le Floch und das Phantom der Rue Royale" von Jean-François Parot

Spannende Unterhaltung auf höchstem Niveau
Haversvor 8 Tagen

Nicolas Le Floch ist zurück, der Pariser Commissaire und Protagonist des französischen Schriftstellers und Historikers Jean-Francois Parot. Die Reihe besteht aus dreizehn Bänden, wird aber auch nicht fortgeführt, da der Autor im Mai 2018 leider verstorben ist.

Zehn Jahre sind seit dem letzten Fall vergangen, mittlerweile schreiben wir das Jahr 1770, und das dritte Buch (der dreizehnbändigen Reihe) „Commissaire Le Floch und das Phantom der Rue Royale“ startet mit einem historisch verbürgten Ereignis: Tausende Pariser Bürger haben sich auf der Place Louis XV versammelt, um das große Feuerwerk anlässlich der Vermählung von Ludwig XVI. mit Marie-Antoinette anzuschauen, als durch fehlgeleitete Raketen eine Massenpanik ausbricht. Le Floch ist auf Befehl von Polizeichef Sartine vor Ort, kann aber die Katastrophe auch nicht verhindern. Es gibt unzählige Verletzte und 139 Tote, und unter den Toten fällt Le Floch eine junge Frau mit Strangulationsmerkmalen am Hals auf, die eine schwarze Perle in der Hand hält. Ihre Identität ist schnell geklärt, sie ist die Nichte eines Pelzhändlers, erst vor kurzem aus Neufrankreich (dem heutigen Kanada) zurückgekommen. Aber wer könnte ein Interesse an dem Tod der jungen Frau haben? Le Floch wird mit den Untersuchungen beauftragt, läuft gegen Wände, da offenbar jeder etwas zu verbergen hat und sieht sich während seinen Ermittlungen mit Ereignissen konfrontiert, die weit über seine Vorstellungskraft hinausgehen…

Was die Kriminalromane dieser Reihe auszeichnet ist die historische Authentizität, die mit Sicherheit dem Umstand geschuldet ist, dass das Interesse des Historikers Jean-Francois Parots dem Zeitalter der Aufklärung mit Schwerpunkt Paris galt. Zu dieser Thematik gibt es von ihm auch eine Examensarbeit, in der er exemplarisch die gesellschaftliche Entwicklung in drei Pariser Vierteln unter die Lupe nimmt. Man watet mit seinen Protagonisten durch den allgegenwärtigen Dreck, hat den fauligen Gestank der Gassen in der Nase, hat Mitleid mit den Ärmsten, regt sich über die Borniertheit der Bürger und die Verschwendungssucht des Adels auf. Gepaart mit einem spannenden und raffinierten Plot und einem sympathischen Protagonisten, der sich vom Landei zum Stadtmensch entwickelt hat, bietet „Commissaire Le Floch und das Phantom der Rue Royale“ historisch interessierten Lesern beste Unterhaltung auf hohem Niveau.

Dazu gibt es dann auch noch ein schönes Extra: auf den Innenseiten der Klappenbroschur findet man einen detaillierten Pariser Stadtplan der damaligen Zeit, auf dem die Handlungsorte gekennzeichnet sind, so dass der Leser die Schritte der Protagonisten verfolgen kann.

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Eoris avatar

Die Grundidee dieser Geschichte gefällt mir sehr gut. Ein junger, gescheiter Mann kommt 1761 nach Paris und wird dort mit der Aufgabe betraut, ein Verbrechen aufzuklären. Leider passiert aber so viel und ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass dem Autor immer wieder neue Ideen gekommen sind, die er alle in ein und dieselbe Geschichte packen wollte. So wurde es einfach zu viel auf einmal. Parot hätte auch verschiedene Geschichten daraus machen können. Das nächste Problem, das ich leider hatte, war die Sprache. Der Autor verwendet überwiegend lange, schachtelige Sätze, so dass ich viele Passagen mehrmals lesen musste, um sie ganz zu verstehen. Auch scheint mir die Sprache irgendwie zu modern für eine Geschichte, die im 18 Jahrhungert spielt. Natürlich möchte ich kein Buch mit dem damaligen Wortlaut, aber etwas angepasster hätte es schon sein können.

Äußerst hilfreich wiederum fand ich die Karte im Einband, mit den wichtigsten Handlungsorten der Geschichte. Zu Beginn des Buches finde sich außerdem eine Übersicht der handelnden Personen. Da das im Laufe sehr viele sind, habe ich dort mehrmals nachgesehen. Und am Ende gibt es noch eine Übersicht der historischen Personen und Orte. Dies finde ich sehr spannend, da das Buch doch tatsächlich auf vielen belegten Begebenheiten basiert.

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stachelbeermonds avatar

Rezension zu "Commissaire Le Floch und das Geheimnis der Weißmäntel" von Jean-François Parot

Paris, Paris - und ein Kriminalroman ist auch noch dabei
stachelbeermondvor 2 Monaten

Oh, ich liebe richtig gut gemachte historische Kriminalromane, und dieser hier ist wirklich richtig, richtig gut gemacht. Der 19jährige Nicolas Le Floch wird von seinem Patenonkel aus der Provinz nach Paris geschickt, um dort Karriere bei der Polizei zu machen. Er wird vom Polizeipräfekten, einem Vertrauten König Ludwigs XV, privat bei Polizeikommissar Lardin untergebracht und mit einem anscheinend leichten Fall beauftragt, um sich mit der Polizeiarbeit vertraut zu machen und getestet zu werden. Dann stirbt sein Vormund, er muss in die Bretagne zurück, um dessen Beerdigung beizuwohnen, entzweit sich bei dieser Gelegenheit mit seinem Patenonkel, weil der die Liebe zwischen seiner Tochter und Nicolas ablehnt und kehrt danach geknickt wieder nach Paris zurück. Dort nehmen die Ereignisse mächtig Fahrt auf, aus dem „leichten“ Fall wird eine Staatsaffaire und Nicolas muss zeigen, aus welchem Holz er geschnitzt ist.


Der Kriminalroman ist dieses Mal wirklich wert, so bezeichnet zu werden – Krimi reicht hier nicht aus. Das Paris des 18. Jahrhunderts wird so eindrücklich beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, dabei zu sein. Wenn Le Floch durch die Straßen eilt, Verliese und Bordelle durchsucht, kurz etwas isst und seinen Mantel enger um sich zieht, weil es eisig kalt ist, bekommt man selber eine Gänsehaut und spürt die gelaufenen Kilometer unter den Fußsohlen. Paris atmet, lebt, liebt und stinkt, und man ist dabei und sieht es mit jeder gelesenen Zeile deutlicher vor Augen. Hier ist nichts romantisch verklärt oder mit Weichzeichner versehen, alles ist höchst realistisch und am Ende ist man ein bisschen traurig, weil das Buch vorbei ist, aber doch sehr froh, dass man heute lebt und nicht vor zweihundertfünfzig Jahren, als man sehr viel Glück haben musste, in die richtige Gesellschaftsschicht hineingeboren zu werden. Wenn es nämlich die falsche war, hatte man voraussichtlich kein allzu langes Leben. Und auch kein allzu schönes. Diese Darstellung des vergangenen Lebens ist für mich der größte Reiz des Buches, neben der schön altertümlichen Sprache, in die man sich erst ein paar Seiten lang einlesen muss. Dann aber passt sie hervorragend zur Geschichte. Der Kriminalfall dominiert das Buch ebenfalls, die privaten Verwicklungen Le Flochs machen nur einen sehr kleinen Teil der Geschichte aus, aber beides geht interessanterweise völlig in der fast rauschhaften Darstellung der französischen Hauptstadt im Jahr 1761 auf. Der Kriminalfall macht es erst möglich, so tief in die Häuser, Straßen und Abgründe der Stadt einzutauchen, die oberen Gesellschaftsschichten genauso zu beleuchten wie die unteren – ein wunderbarer Vorwand quasi, um eine bildgewaltige, sinnesfreudige Abhandlung über eine vergangene Zeit zu schreiben. Und wenn es so ist – gerne! Mehr davon!

Ein klein wenig leid tat es mir aber doch um die kleine Distanz, die durch die Schreibweise zu den Figuren entstand. Ein klein wenig mehr Emotion, etwas mehr Betroffenheit bei der Entlarvung Verdächtiger, und schon wäre ich näher dran gewesen. Der Fall selber ist ein solider Plot ohne große überraschende Wendungen, er erinnert an reale Polizeiarbeit, mit schriftstellerischen Freiheiten natürlich. Es kann aber auch einfach die männliche Sicht des Autors auf die Dinge sein, und eigentlich jammere ich hier auf sehr hohem Niveau. Lieber feiere ich eine wirklich gelungene, neue Kriminalromanreihe, die in Frankreich längst Kult-Status hat und es hoffentlich in Deutschland schafft, komplett übersetzt zu werden. 4,5 von 5 Sternen.

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Gespräche aus der Community

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B
Spannender historischer Krimi aus Frankreich zu gewinnen


Die Story besticht durch rasante Plots, geheimnisvolle Charaktere und detailgenaue atmosphärische Beschreibungen, die uns das Paris des 18. Jahrhunderts sehen, schmecken, riechen und fühlen lassen.


Die französische Krimi-Reihe um Commissaire Le Floch wurde schon in vielen Ländern zu Bestsellern und der erste Band erscheint am 25. September endlich auch in Deutschland. Wir verlosen 20 Exemplare.


Und so könnt ihr mitmachen:
Schreibt uns einfach in den Kommentaren, warum ihr gern diesen Krimi lesen möchtet. Über Kommentare zum Cover und freuen wir uns ebenso.


Mitmachen könnt ihr bis einschließlich 1. Oktober 2017


Viel Glück!

Ihr wollt schon mal reinlesen? 
Hier geht´s zur Leseprobe: https://www.randomhouse.de/leseprobe/Commissaire-Le-Floch-und-das-Geheimnis-der-Weissmaentel-Roman/leseprobe_9783896675736.pdf 
Und hier findet ihr allgemeine Informationen zum Buch:https://www.randomhouse.de/Paperback/Commissaire-Le-Floch-und-das-Geheimnis-der-Weissmaentel/Jean-Francois-Parot/Blessing/e500879.rhd?edi=500879#info 

Blausterns avatar
Letzter Beitrag von  Blausternvor einem Jahr
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