Commissaire Le Floch und der Brunnen der Toten

von Jean-François Parot 
4,8 Sterne bei15 Bewertungen
Commissaire Le Floch und der Brunnen der Toten
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Mit Spannung geschrieben. Tolle Recherche - man fühlt sich wirklich in das Zeitalter zurück versetzt.

martina_turbanischs avatar

Das Buch ist ein spannender historischer Krimi, der zugleich ein beeindruckendes, detailgenaues Bild der damaligen Zeit zeichnet.

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Inhaltsangabe zu "Commissaire Le Floch und der Brunnen der Toten"

Commissaire Nicolas Le Floch soll im Auftrag des Polizeipräfekten einen heiklen Fall aufklären: Der ältere der beiden Söhne des Grafen de Ruissec ist in seinem Zimmer tot aufgefunden worden. Neben ihm liegen eine Pistole und ein Abschiedsbrief. Die Leiche des Selbstmörders sieht seltsam aufgebläht und entstellt aus. Dennoch geht der Vater von einem Selbstmord aus. Die Mutter des Verstorbenen ist jedoch anderer Meinung als ihr Mann und will unbedingt den Commissaire sprechen, und zwar heimlich in einem Kloster. Unmittelbar vor dem Treffen findet sie in einem geheimnisvollen Brunnen ihr Ende.
Die gefährlichen Recherchen führen den jungen und sympathischen Nicolas Le Floch diesmal in die Welt des Theaters, der Klöster und des Hofes von Versailles.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783896675729
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:416 Seiten
Verlag:Blessing
Erscheinungsdatum:19.03.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    martina_turbanischs avatar
    martina_turbanischvor einem Monat
    Kurzmeinung: Das Buch ist ein spannender historischer Krimi, der zugleich ein beeindruckendes, detailgenaues Bild der damaligen Zeit zeichnet.
    Die guten alten Zeiten rochen wohl eher unangenehm…

    Der ältere der beiden Söhne des Grafen de Ruissec ist in seinem Zimmer tot aufgefunden worden. Alles deutet auf Selbstmord, der aber für die gesamte Familie das gesellschaftliche aus bedeuten würde. Trotzdem will der Vater es als Selbsttötung sehen, die Mutter wittert indessen eine Intrige. Commissaire Le Floch sieht die Sache aber ähnlich wie die Mutter des Verstorbenen, er verabredet sich mit ihr in einem einsamen Kloster um Informationen von ihr zu erhalten - aber dann stirbt sie ausgerechnet in einem geheimnisvollen Brunnen.

    Nicolas ekelte sich vor der Mischung der Ausdünstungen, die auf seine Nase einstürmten. Der beißende Gestank, der vom Boden aufstieg, vermengte sich mit den Gerüchen der Schminke, der minderwertigen Kerzen und den zuweilen durchdringenden Ausdünstungen von Gästen, die sich lange nicht mehr gewaschen hatten. Commissaire Le Floch & der Brunnen der Toten, S. 13

    Mein Eindruck:

    Die guten alten Zeiten rochen wohl eher unangenehm…

    Paris - wenig romantisch

    Wieder einmal darf ich Le Floch bei seinen Ermittlungen im Paris des 18. Jahrhunderts begleiten und wieder einmal bin ich beeindruckt und begeistert. Gleich vom ersten Moment an ist man wieder völlig in das Geschehen eingetaucht und dankbar dafür, dass man nicht riechen muss, was Parot wortreich beschreibt. Neugierig folge ich ihm durch die schmuddeligen Gassen auf der Suche nach der Wahrheit.

    Korruption

    Wie bereits beim ersten Buch führt diese Suche durch alle möglichen Seiten von Paris. Von der Oper zu den Elendsquartieren, genauso wie zu den Palästen der Reichen und Schönen. Immer wieder schwingt unterschwellig - oder aber auch ganz direkt - mit, dass der Polizeiapparat durch und durch korrupt ist.  Nicolas Le Floch, der nicht aus Paris stammt, soll diese Mauer der Korruption durchbrechen, wird aber natürlich immer wieder daran gehindert.

    Spannende Personen

    An der Seite Le Flochs lernt man, diese Korruption auf der einen Seite zu ignorieren, auf der anderen Seite geschickt für sich und sein Ziel zu nutzen. Auf dem Weg zur Wahrheit lernt man alle möglichen Menschen in Paris kennen, Schauspieler, Politiker, Adligen, Prostituierte, Kirchenvertreter, Henker und Mediziner. Viele dieser Personen sind reine Fiktion, andere hat es tatsächlich gegeben, wenn auch vielleicht nicht immer so, wie sie hier dargestellt werden.

    Sprachmelodie

    Jean-François Parot schildert die vorrevolutionäre Atmosphäre in Paris so anschaulich, so bildhaft, das ich beinahe fühlen kann, wie die damalige Gesellschaft unwiderruflich auf die Revolution zusteuert. Soviel Ungerechtigkeit, gepaart mit einem unglaublichen Maß an Korruption, das musste unweigerlich zu einem Flächenbrand führen.Dazu passt ganz wunderbar die etwas altmodische Sprachmelodie und alles gemeinsam  unterstützt den gut durchdachten Plot der Geschichte.

    Mein Fazit:

    Commissaire Le Floch & der Brunnen der Toten ist ein spannender historischer Krimi, der zugleich ein beeindruckendes, detailgenaues Bild der damaligen Zeit zeichnet. Ich liebe spannenden Geschichtsunterricht :-)

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    Sigismunds avatar
    Sigismundvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Spannend, historisch genau, trotzdem unterhaltsam
    Spannend, historisch genau, trotzdem unterhaltsam

    Die französische, 13-bändige Krimireihe um den jungen Commissaire Nicolas Le Floch, der im Paris des Jahres 1761 zur Zeit Ludwigs XV. und der beginnenden Aufklärung geheimnisvolle Morde aufzudecken hat, sei „ein literarischer Genuss“, schrieb ich im Herbst 2017 über den mit 20-jähriger Verzögerung erstmals auf Deutsch veröffentlichten Band „Commissaire Le Floch & und das Geheimnis der Weißmäntel“ des im Mai verstorbenen französischen Schriftstellers Jean-François Parot (1946–2018). Mein Fazit damals: „Le Floch macht süchtig!“ Nach Lektüre dieses zweiten Bandes „Commissaire Le Floch & der Brunnen der Toten“, im März wieder im Blessing-Verlag erschienen, kann ich mein damaliges Urteil mit bestem Gewissen bestätigen.
    Wieder soll der junge Commissaire Nicolas Le Floch im Auftrag des Pariser Polizeipräfekten Sartine einen überaus heiklen Fall klären: Der Sohn des Grafen de Ruissec wurde in seinem Zimmer tot aufgefunden. Offensichtlich war es Selbstmord. Doch Le Floch kommen anhand einiger Indizien erste Zweifel. Während der Graf dennoch vom Selbstmord seines Sohnes ausgeht, scheint die Mutter anderer Meinung zu sein. Sie bittet den Commissaire um ein heimliches Treffen in einem Pariser Kloster. Doch dazu kommt es nicht mehr: Le Floch findet die Gräfin in der Kirche ermordet im „Brunnen der Toten“.
    Wie schon im ersten Fall „stolpert“ Le Floch geradezu während seiner Ermittlungsarbeit über weitere Leichen. Was wie einem vermeintlichen Selbstmord begonnen hatte, der sich bald tatsächlich als Mord erwies, weitet sich im Laufe der Ermittlungen zu einem komplizierten, mehrmals verwobenen politischen Komplott und Intrigenspiel aus - bis hinein ins Schloss Versailles, wo der bei einigen politischen Gruppen verhasste König Ludwig XV. residiert. Auch des Königs bislang favorisierte Mätresse, die Madame de Pompadour, mischt dabei mit, da sie ihre Position am Hof gefährdet sieht.
    Das Faszinierende an Jean-François Parots wirklich lesenswerter Krimireihe ist die fast dokumentarische Beschreibung des ausgehenden 18. Jahrhunderts in Paris: Nicht nur einige seiner handelnden Personen - vom Polizeichef Antoine de Sartine über den Henker Charles Henri Sanson bis zu Madame de Pompadour und König Ludwig XV. - lebten damals wirklich. Auch die Örtlichkeiten im historischen Paris, das Alltagsleben der verschiedenen Gesellschaftsschichten ist dokumentarisch bis in Einzelheiten genau, aber dennoch unaufdringlich, fast beiläufig geschildert. Jean-François Parots Detailkenntnis verwundert nicht, war er doch nicht nur Schriftsteller, sondern auch ein auf das 18. Jahrhundert spezialisierter Historiker.
    Nicht nur das gesellschaftliche und politische Umfeld ist auch in diesem zweiten Band wieder so überaus lebendig erzählt, dass man beim Lesen sogar Historisches lernen kann. Auch des Parots Formulierungskunst, wie man sie in modernen Romanen kaum noch findet, und die den unterschiedlichen Charakteren vom adligen Höfling bis zur Bordellchefin angepasste Ausdrucksform (ein erneutes Lob dem Übersetzer Michael von Killisch-Horn!) geben uns Lesern das richtige Empfinden für eine längst vergangene Zeit. Nichts in diesen Romanen wirkt ausgedacht, alles scheint so wirklichkeitsecht. Wem diese ersten zwei Bände gefallen haben, darf sich schon bis Ende Oktober auf den dritten Band „Commissaire Le Floch & das Phantom der Rue Royale“ freuen. Allen anderen empfehle ich, bis Oktober diese ersten zwei Bände unbedingt gelesen zu haben.

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    zauberblumes avatar
    zauberblumevor 2 Monaten
    Neuigkeiten aus Paris

    "Commissaire Le Floch & der Brunnen der Toten" aus der Feder des französischen Autors Jean-Francois Parot habe ich mich riesig gefreut. Seine Romanreihe um Commissaire Le Floch wurde nicht nur in Frankreich, sondern auch in vielen anderen Ländern ein großer Erfolg. Nun gibt es auch in Deutschland endlich den 2. Band. Der Autor bringt uns in seinen Romanen das wahre Leben im Paris des 18. Jahrhunderts nahe.

    Aber nun zur Geschichte: Der ältere der beiden Söhne des Grafen de Ruissec ist in seinem Zimmer tot aufgefunden worden. Sein Diener hat Schüsse gehört. Als Le Floch die Tür gewaltsam öffent, findet er die Leiche und daneben liegt eine Pistole und ein Abschiedsbrief. Doch der Leichnam sie seltsam aufgebläht und entstellt aus. Der Vater des jungen Vincomte geht von Selbstmord aus, denn Ruisssec hat in letzter Zeit des öfteren melancholische Anwandlungen durchlitten. Schlimm ist jedoch, dass Selbstmord im 18. Jahrhundert ein Verbrechen ist, das die ganze Familie entehrt. Doch es steckt mehr hinter diesem Fall. Denn als Commissair Le Floch die Ermittlungen aufnimmt, weiß er noch nicht, welche Abgründe sich auftun werden. Außerdem wird er von seinem Dienstherren, dem Polizeipräfekt Sartine, wieder nur halbherzig unterstützt. Doch Gott sei Dank steht Le Floch sein treuer Helfer Pierre Bourdeau sicher zur Seite.....

    Wieder der Wahnsinn! Der Autor begeistert mich mit seiner herausragenden Geschichte - ich verstehe, das diese Bücher total beliebt sind - von der ersten bis zur letzten Seite. Wenn ich zu lesen beginne, befinde ich mich wieder sofort im Paris des 18. Jahrhunderts. Sehe das bunte Treiben auf den Straßen vor mir, die Armut die herrscht. Dann sind da auf der anderen Seite wieder die betuchten Adeligen, die ihr Leben in vollen Zügen genießen. Und mittendrin mein Lieblingscommissair, der wieder mal mit einem besonderen Fall vertraut ist. Bei seinen Ermittlungen kommen Le Floch auch seine besondere Menschenkenntnis zu Hilfe. Ich sehe in direkt vor mir, wie er die Leute beobachtet und versucht ihre Gedanken und Vorgehensweise zu verstehen. Auch dürfen wir wieder eine aufregende Zeit am Hofe des Königs verbringen. Parot beschreibt alle Charaktere so wunderbar, ich sehe sie bildlich vor Augen und auch vom Leben am Hofe kann ich mir eine genaue Vorstellung machen. Vor meinem inneren Auge läuft die ganze Geschichte wie ein Film ab. Diese tolle Geschichte sorgt aber auch für genügend Gänsehautfeeling, denn es gab auch die eine oder andere Situation, die mir das Blut in den anderen gefrieren ließ. Einfach genial!

    Durch Parot habe ich ein neues Genre für mich entdeckt. Ich bin begeistert von diesen historischen Paris-Krimis, die man einfach nicht mehr aus der Hand legen kann. Sie sind für mich Meisterwerke erster Klasse und ich freue mich schon riesig auf Band drei. Das Cover gefällt mir auch total gut, man sieht im Hintergrund immer einen neuen Teil von Paris. Und auch die Karten auf der Innenseite des Buches finde ich spitzenmäßig. Ein wunderbares Gesamtpaket, für das ich gerne 5 Sterne vergebe.

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    Bibliomaries avatar
    Bibliomarievor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Mein erster "Le Floch" - ich bin begeistert.
    Intrigen in Versailles

    Nicholas le Floch ist Commissaire in Paris. Das Wohlwollen des Königs ruht auf ihm, er verfügte persönlich die Ernennung. Nicholas ist ehrgeizig, jung und vor allem mit einem unbestechlichen Blick ausgezeichnet. Er selbst ist der uneheliche Spross eines Adligen und wuchs bei einem Vormund auf, der ihm eine gute Erziehung ermöglichte. Der Weg zu einer Karriere im Beamtenapparat Ludwig des XV ist mit Intrigen gepflastert.

    Als er eines Abends in der Oper auf die königliche Tochter Adelaide achten soll, wird er zu einem Todesfall gerufen. Der Sohn des Comte de Ruissec liegt in seiner von innen verschlossenen Bibliothek, die Pistole scheint ihm aus der Hand gefallen, das Gesicht von der Schussverletzung entstellt. Selbsttötung ist im französischen, katholischen Königreich ein Kapitalverbrechen und würde der Familie Ruissec schaden. Aber das ist es nicht allein, was le Floch stutzig macht, er findet Anzeichen für ein Verbrechen und ist mehr als verwundert, dass der alte Graf davon nichts wissen möchte und jede Untersuchung behindert. Als die Gräfin um ein geheimes Treffen bittet, wird sie ebenfalls getötet.

    Le Floch ist auf sich gestellt, zwar halten seine Vorgesetzten eine schützende Hand über ihn, aber er weiß, wenn er sich zu weit vorwagt, steht er für sich allein. Die politischen Ränken und Intrigen in Versailles sind allgewärtig. Sogar die Maitresse Madame de Pompadour scheint mit zu mischen und umschmeichelt le Floch.

    Die Figur des jungen le Floch hat mir sehr gut gefallen. Um ihn herum stellt der Autor in seinem zweiten Roman eine Reihe historischen Figuren, die sehr gut in die Handlung eingepasst wurden. Sehr detailreich und immer unglaublich interessant ersteht ein Bild der Zeit vor meinen Augen. Versailles, die Welt der Theater und Oper in Paris, die großen Boulevards der Stadt, das alles wird farbig und lebendig beschrieben. Ich bin richtig in diesen Roman versunken, der dicht und stimmungsvoll erzählt ist. So stelle ich mir einen gelungen historischen Krimi vor und meine Erwartungen sind übererfüllt worden.

    Ein ausführliches Personenregister rundet das Buch ab. Ich habe das als richtiges Bonusmaterial empfunden und französische Geschichte aufgefrischt.
    Da ich inzwischen weiß, dass es in Frankreich schon mehrere Bände gibt, bin ich sehr gespannt auf weitere Bücher um le Floch und werde in der Zwischenzeit den ersten Band nachholen.

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    herrzetts avatar
    herrzettvor 4 Monaten
    Ein Komplott mit Folgen

    Mit "Commissaire Le Floch & der Brunnen der Toten" von Jean-Francois Parot erschien der zweite Band der historischen Paris-Krimis. Wir treffen Commissaire Nicolas le Floch bei seinem zweiten großen Fall, der zunächst, so scheint es, mit einem Selbstmord hinter verschlossener Tür beginnt. Allerdings wirft die Leiche einige Fragen auf, dessen Antworten es herauszufinden gilt und Le Floch erneut über Lug und Trug in eine mehr als verzwickte Lage führen. Mit Le Floch gelingt ein Blick in die verschiedenen Gegenden und Ränge zur Zeit des Königs Ludwig XV. Dieses Mal führt der Fall uns ins Theater, die Klöster und den Hof von Versailles, allerdings so ganz ohne verbotene Glücksspiele und einem Besuch in dem berüchtigten Edelbordell geht es auch dieses Mal nicht. Ich könnte nun auch weiter auf den Inhalt eingehen, aber gerade das Spiel der verworrenen Tatorte und Tatmotive macht diesen Roman so spannend, dass ich an dieser Stelle darauf verzichten möchte.

    "Ja, Monsieur, es gibt mehrere Komplotte. Ein privates Komplott, das ich als Rache gegen den Comte de Ruissec bezeichnen würde. Ein geheimes Komplott, das ich als politische Verschwörung gegen das Leben des Königs bezeichnen würde, und schließlich ein Komplott von Interessen oder vielmehr der eigennützige Aktion einer Dame, die um ihre Position zu behalten und zu schützen, Sie wissen schon wen, charakterschwache Personen manipuliert."

    Für mich ist dieser Teil eine gelungene Fortsetzung des ersten Bands und wie bereits bei  "Le Floch & das Geheimnis der Weißmäntel" beschreibt Parot ein sehr detailreich, faszinierendes Bild von Paris und das Leben auf Hofe zur damaligen Zeit. Ich würde ihn nicht als einen brutalen, zum Mitfiebern anregenden Krimi nennen, dafür liegt der Fokus viel mehr auf dem Geschehen der damaligen Zeit, den Komplotten und Machenschaften zwischen Untergrund und Königshof. Ich habe mich sehr auf diese Fortsetzung gefreut und mindestens genauso vorfreudig warte ich schon jetzt auf den im Herbst erscheinenden dritten Teil. 

    "Und dann schien es ihm, dass an jenem Abend in der Oper alles in Gang gesetzt worden war wie eine ungeheure Maschinerie, die erst wieder anhielt, als das Schicksal befriedigt und mit Trümmern und Toten gesättigt war."

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    buecherwurm1310s avatar
    buecherwurm1310vor 4 Monaten
    Empfehlenswert

    Während Commissaire Le Floch in der Pariser Oper ein Auge auf Adelaide, die Tochter des Königs hat, kommt er eine Nachricht, die für Unruhe sorgt. Der älteste Sohn des Comte de Ruissec wurde tot aufgefunden. Alles sieht nach Selbstmord aus, denn die Pistole liegt neben dem Toten und ein Abschiedsbrief. Le Floch entdeckt am Tatort einige Merkwürdigkeiten. Der Vater will nicht, dass der Selbstmord bekannt wird. Aber die Mutter hat Zweifel und bittet um ein heimliches Treffen mit Le Floch in einem Kloster. Dort kommt auch sie zu Tode.

    Ich kannte Le Floch noch nicht, aber nun ist der Vorgängerband „Commissaire Le Floch und das Geheimnis der Weißmäntel“ gleich mal auf meine Wunschliste gewandert, denn dieses Buch war sehr interessant und spannend.

    Le Floch möchte die Sache aufklären, aber das wird ihm nicht leicht gemacht. Selbstmord ist in jener Zeit ein schreckliches Vergehen, so dass die Familie einen Selbstmord vertuschen will. Aber ist es wirklich Selbstmord? Auch wenn einiges darauf hindeutet, hat Le Floch Zweifel. Von seinem Vorgesetzten erhält er keine Unterstützung. Einmischungen und Intrigen behindern die Ermittlungen auch noch. Das hinter Le Floch aber nicht, sondern bestärkt ihn noch in seinen Bemühungen. Unterstützt wird er von Wachtmeister Bourdeau.

    Der Autor Jean-François Parot führt uns in ein Paris der Kontraste, Prunk und Reichtum auf der einen Seite, auf der anderen Seite grauenhafte Armut. Alles ist sehr atmosphärisch dargestellt, so dass man sich in die andere Zeit versetzt fühlt. Auch in der Sprache spielt sich das wieder.

    Ich lese sehr gerne historische Krimis und bin immer wieder überrascht, wie die Ermittler mit einfachen Mitteln, aber viel Verstand trotzdem Täter überführen.

    Die Geschichte verläuft ziemlich ruhig, aber der Fall ist undurchsichtig und dadurch packend. Mir hat dieser historische Krimi sehr gut gefallen und ich kann ihn nur empfehlen.

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    Literaturwerkstatt-kreativs avatar
    Literaturwerkstatt-kreativvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Spannender und interessanter zweiter Teil !!!
    Commissaire Nicolas Le Floch

    Literaturwerkstatt- kreativ“ stellt vor

    Commissaire Le Floch & der Brunnen der Toten“ von Jean-Francois Parot

    In Frankreich sind bereits 13 Bände von Commissaire Nicolas Le Floch erschienen. Der Blessing Verlag hat nun den zweiten Band dieser historischen Krimireihe in Deutschland veröffentlicht.

    1. Commissaire Le Floch & das Geheimnis der Weißmäntel

    2. Commissaire Le Floch & der Brunnen der Toten

    Nicolas Le Floch wurde vom König selbst zum Commissaire am Châtelet von Paris ernannt. Er ist nun einer von 80 verbürgten Commissaire der Metropole und schon wartet ein neuer heikler Fall auf ihn.

    Oktober 1761:

    Vicomte Lionel, der ältere der beiden Söhne des Grafen de Ruissec ist in seinem Zimmer tot aufgefunden worden. Auf den ersten Blick sieht es nach Selbstmord aus, denn neben dem Toten liegen ein Abschiedsbrief und eine Pistole. Da Selbstmord als schlimmes Verbrechen geahndet wird, versucht die Familie des Toten, es als Unfall darzustellen. Der Diener des Toten berichtet allerdings, dass sein Herr in letzter Zeit sehr melancholisch gewirkt und Suizidgedanken geäußert hätte. Für Commissaire Nicolas Le Floch passen bei diesem Fall jedoch einige Dinge nicht zusammen und er hält einen Selbstmord für ausgeschlossen und geht von Mord aus. Nachdem die Mutter des Verstorbenen auch noch ein unglückliches Ende in einem Brunnen findet – kurz bevor sie sich mit ihm treffen wollte - ist dem Commissaire klar, das es hier um mehr geht als „nur“ um Mord. Gemeinsam mit seinem treuen Begleiter Polizeiinspektor Pierre Bourdeau beginnt er mit den Ermittlungen und seine Recherchen führen ihn auch diesmal wieder bis nach Versailles zum König.


    Fazit:

    Das in Frankreich bereits 13 Fälle von Commissaire Le Floch erschienen sind, zeigt, wie beliebt die Bücher von Jean-Francois Parot dort sind. Mit der Veröffentlichung des ersten Bandes im letzten Jahr in Deutschland, hat der Autor auch schnell hier seine Fangemeinde gefunden und schafft es auch mit diesem neuen Fall, einen in seinen Bann zu ziehen.

    Mit seinen wunderbaren, dichten und atmosphärischen Beschreibungen fühlte ich mich wieder mitten in Paris des 18. Jahrhunderts zu sein. In den übelriechenden, dreckigen Straßen oder aber im dekadenten, reichen Schloss Versailles. Dem Autor gelingt es hervorragend, diese Diskrepanz zwischen Arm und Reich sichtbar zu machen und mir als Leserin noch einmal deutlich zu machen, warum es letztendlich zur französischen Revolution kommen musste. Die historischen Beschreibungen sind wieder sehr gut recherchiert und dies geht natürlich auch darauf zurück, das Jean-François Parot an der Sorbonne in Paris - Geschichte und Ethnologie - studiert hat.

    Genauso hilfreich ist wieder das Glossar am Ende des Buches mit den historischen Persönlichkeiten die in diesem Roman mitspielen.

    Eine tolle Idee ist auch diesmal wieder, dass jedes Kapitel vorab ein passendes Zitat hat:

    1. Kapitel – Selbstmord

    „Die Gesetzte in Europa sind grimmig gegen diejenigen, die sich selbst töten:Man lässt sie sozusagen ein zweites Mal sterben; sie werden auf unwürdige Weise durch die Straßen geschleift; man überhäuft sie mit Schande; man konfisziert ihren Besitz.“

    Montesquieu

    Der Roman lebt natürlich vor allem durch seinem Protagonisten Commissaire Le Floch und den hat der Autor exzellent in Szene gesetzt. Besonders sympathisch ist mir „Le Floch“ gerade wegen seiner Ecken und Kanten und seiner doch immer mal wiederkehrenden jugendlichen Fehltritte.

    Der dritte Band „Commissaire Le Floch und das Phantom der Rue Royale“ erscheint noch in diesem Herbst und ich bin sehr gespannt wie es weiter geht und freue mich sehr darauf !!!


    https://literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2018/05/27/commissaire-nicolas-le-floch/

    Besten Dank an den Blessing Verlag für das Rezensionsexemplar.

    Kommentare: 4
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    Matzbachs avatar
    Matzbachvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Nicolas Le Floch droht sich in einem Netz von Intrigen zu verfangen
    Überzeugender zweiter Fall für Nicolas Le Floch

    Der Sohn des Grafen de Ruissec wird mit zerschossenem Gesicht in seinem verschlossenen Zimmer aufgefunden, neben sich die Pistole, auf dem Schreibtisch ein kryptischer Abschiedsbrief. Ein klarer Fall von Selbstmord, wie es scheint. Da der Graf zur Entourage der Königstochter gehört, wird Le Floch zum Tatort gerufen und entdeckt schnell einige Ungereimtheiten. Doch der Vater des jungen Mannes möchte trotz des drohenden Skandals (Selbstmördern drohte damals die öffentliche Demütigung der Leiche) nichts davon wissen. Dagegen bittet die Mutter den jungen Kommissar zu einem vertraulichen Gespräch in ein Kloster, zu dem es aber nicht kommt, weil sie dort getötet wird. Auftakt zu einem spannenden Fall, indem Le Floch sich in einem Netz von Intrigen zu verstricken droht. Von verschiedenen interessierten Kreisen wird Einfluss auf die Ermittlungen, die am besten gar nicht stattfinden sollten genommen, Le Floch selbst gerät ebenfalls in Gefahr. Doch hartnäckig wie er ist, beißt er sich durch den Fall, bei dem fast nichts so ist, wie es zu sein scheint.

    Der zweite Fall zeichnet sich, genau wie der erste, durch eine anschauliche Schilderung der Welt des untergehenden Absolutismus aus, indem zahlreiche Hofcliquen ihre Intrigen gegeneinander spinnen. In diesem Sinne darf es mit der Reihe ruhig weitergehen, der dritte Band ist ja bereits für den Herbst angekündigt.

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    Zsadistas avatar
    Zsadistavor 5 Monaten
    Rezension zu "Commissaire Le Floch und der Brunnen der Toten"

    Paris Oktober 1761. Commissaire Le Floch hat einen besonderen Auftrag. Er soll den Saal überwachen, da die Tochter des Königs Louis XV anwesend ist. Da die königliche Familie Angst vor Anschlägen hat, soll er ein Auge auf Adelaide haben.

    Noch während der Aufführung wird es in der Königsloge unruhig. Es wurde wohl eine Nachricht überbracht, die für große Aufregung sorgt. Le Floch ist sofort zur Stelle.

    Augenscheinlich hat der Sohn des Comte de Ruissec Selbstmord begangen. Er scheint sich selbst erschossen zu haben. Da dies eines der schlimmsten Verbrechen dieser Zeit ist, versucht es die Familie de Ruissec als Unfall darzustellen.

    Trotz den vorliegenden Beweisen findet Le Floch ein Selbstmord ausgeschlossen. Zu viele Dinge passen einfach nicht zusammen. Doch Unterstützung aus seinen eigenen Reihen scheint aussichtslos.

    So ermittelt Le Floch auf eigene Faust.

    „Commissaire Le Floch & der Brunnen der Toten“ ist der zweite Teil aus der Le Floch Serie aus der Feder des Autors Jean-Francois Parot.

    Auch bei dem zweiten Teil finde ich das Cover auf den ersten Blick eher unspektakulär und unauffällig. Wenn man den Band aber in Händen hält, sieht man erst, wie toll das Cover gestaltet ist. Dieser Band ziert einen anderen Teil der Stadt.

    Im Umschlag innen ist dann auch eine große Karte von Paris. Darin verzeichnet sind die Punkte, die für den Krimi wichtig sind. So kann man immer nachsehen, wo man sich in Paris gerade befindet. Am Ende des Buches befindet sich ein etwa zwanzig Seiten großer Anhang. Darin sind wichtige Sachen und Personen erklärt. Ich habe das vor Beginn des Buches gelesen und musste so nicht zwischendurch hinten nachlesen.

    Auch hier fand ich Le Floch zwar wieder sehr hochgestochen und von oben herab, aber auch sehr passend für diese Zeit.

    Die Figuren im Gesamten fand ich auch hier wieder sehr gut heraus gearbeitet. Der typische hohe Adel, der immer über alles steht und das tiefe gemeine Volk, das nichts wert ist.

    Dazu die Stimmungen und Gegebenheiten aus dem 18. Jahrhundert. Der Dreck und das Elend dieser Zeit sind richtig gut beschrieben. Man meint ab und an fast, man würde selbst in dem Dreck stehen.

    Der Krimi ist nicht reißerisch, sondern eher ruhig, verflochten und verworren. Aber alles wird entwirrt und hat einen Sinn. Mir gefällt es sehr, historische Krimis zu lesen. Es ist immer wieder genial, wie die Menschen in der Zeit auch oft auf die Täter gekommen sind. Gut, in Wirklichkeit war es wohl nicht ganz so, trotzdem wurden auch in der Zeit, Täter überführt.

    Mir hat der zweite Teil sehr gut gefallen und bin schon auf den dritten gespannt. Ich kann den Krimi wirklich jedem empfehlen, der historische Krimis mag. 

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    Erdhaftigs avatar
    Erdhaftigvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Hervorragender Erzählstil, flüssige Schreibe und eine dichte Handlung
    Le Floch - Band II - herrlich!

    Der zweite Band um den jungen Commissaire Le Floch ist mindestens so gut, wie der erste Band. Hervorragender Erzählstil, flüssige Schreibe und eine dichte Handlung. Man taucht automatisch in die Erzählung ab und ein, versinkt beim Lesen in das alte Paris mit seinen Staus, Streitereien, Plätzen, Gassen und der Bastille. Auch Versailles spielt dieses Mal eine größere Rolle sowie die Straßen, die direkt aus der Pariser Innenstadt dorthin führen. Wer Paris kennt und mag, wird dieses Buch alleine wegen der besonderen Perspektiven und beschriebenen Einzelheiten lieben!

    Ein ruhig und dennoch interessant verlaufener Krimi, der besonders die höfischen Intrigen, die verschiedenen Machtgefüge und das Leben in den Gassen, Herrenhäusern und bei Hofe so wider gibt, dass man denkt, es hätte sich alles in Wirklichkeit genauso abspielen können.

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