Jean-Luc Bannalec Bretonische Brandung

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Inhaltsangabe zu „Bretonische Brandung“ von Jean-Luc Bannalec

Zehn Seemeilen vor Concarneau: Die sagenumwobenen Glénan-Inseln wirken mit ihrem weißen Sand und kristallklaren Wasser wie ein karibisches Paradies – bis eines schönen Maitages drei Leichen angespült werden. Das hat Kommissar Dupin gerade noch gefehlt: eine wackelige Bootsfahrt am frühen Morgen, ein nervtötender Präfekt, zu wenig Kaffee und keinerlei Anhaltspunkte. Wer sind die Toten? Wurden sie Opfer des heftigen nächtlichen Unwetters? Zuerst deutet alles darauf hin. Doch dann führen die Ermittlungen den Kommissar tief in die Geschichte der Inseln und ihrer eigensinnigen Bewohner und bringen eine dramatische Gewissheit ans Licht.

Der Autor hat einen sympathischen Ermittler erschaffen und einen Fall, der es in sich hat; eingebettet in ein Urlaubsparadies par excellance

— gst
gst

Kurzweiliger Krimi mit dem Kommissar aus Paris in der Bretagne.

— stzemp
stzemp

Ein Krimi der sich dahinschleppt, es geht pausenlos ums Essen und der Kommissar scheint ins Koma gefallen, nicht zu vergleichen mit dem 1...

— Alanda_Vera
Alanda_Vera

Toller Krimi vor toller Kulisse und viel Regionalinformationen zur Bretagne!

— daneegold
daneegold

Sehr unterhaltsam mit wunderschönen Beschreibungen der Bretange

— Antika18
Antika18

Eine der besten Kriminalgeschichten um Kommisar Dupin - spannend, mystisch, bretonisch mit faszinierenden landschaftlichen Beschreibungen

— Blueroan
Blueroan

Schöner Sommerurlaubskrimi mit tollem Kommisar à la Sherlock Holmes ;-) Der zweite Teil der Bretagne-Reihe und immer noch lesenswert ;-)

— JessSoul
JessSoul

Ein verzwickter Mordfall und eine Liebeserklärung an die südliche Bretagne - eine gelungene Mischung

— Dataha
Dataha

Sehr unhaltsam, für meinen Geschmack ein wenig zuviel Handlung am Telefon

— mareikealbracht
mareikealbracht

Drei Tote, viele Verdächtige und eine doch überraschende Auflösung.

— Bellis-Perennis
Bellis-Perennis

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  • Ermittlungen im magischen Archipel

    Bretonische Brandung
    gst

    gst

    29. July 2017 um 18:28

    Dies war mein erster Krimi mit Kommissar Dupin, dem aus Paris in die Bretagne versetzten Feinschmecker und nach café Süchtigen. Ein Buch, das Urlaubsflair entstehen lässt, da die Ermittlungen auf einer winzigen Inselgruppe im Atlantik stattfinden.„Sie fuhren an der lang gezogenen Sandbank von Guiriden vorbei. Für Dupin war sie vielleicht das Erstaunlichste an den ganzen Glénan. Bei Flut ein paar Felsen, ein bisschen Land und Grün drum herum, vielleicht zwanzig mal zwanzig Meter und dann – bei Ebbe – plötzlich zweihundert, dreihundert Meter einer grell blendenen Sandbank. Unglaublich weißer Sand sanft abfallend, auch hier karibische Lagunen bildend. Es war phantastisch.“ (Seite 210)Doch nicht jeder Tag ist so phantastisch. Wenn Sturm aufkommt, sind alle auf dem Wasser bedroht. Nicht nur in dieser Geschichte werden Tote an Land gespült, sind Schiffe im Wasser verschollen. Was nach einem Unglück aussieht, entpuppt sich als Mordfall ... Der Kommissar, der sich auf Booten alles andere nur nicht wohl fühlt, muss sich immer wieder mit diesem Verkehrsmittel begnügen. Einmal wird er sogar von einem Sturm überrascht und muss auf den Inseln bleiben. „Das alles hier entwickelte sich zu einer regelrechten Szene aus einem Roman. Dupin hätte sich amüsiert, wenn es nicht so ernst gewesen wäre. Eine von der Außenwelt abgeschnitte, bedenklich kleine Insel inmitten eines tosenden Sturms in einem alten knarzenden Haus, das zum Gefängnis geworden war und in dem sie alle zusammen am Kaminfeuerschein die Sturmnacht durchwachten.“ (Seite 290)Was mir an diesem Buch besonders zusagte, war der lockere Humor, der an vielen Stellen durchschimmerte. Der Autor hat einen sympathischen Ermittler erschaffen und einen Fall, der es in sich hat. Außerdem ist es ihm gelungen, mich auf die Eigenheiten der Bretagne aufmerksam zu machen. Grund genug, mir auch die anderen Dupin-Fälle näher anzusehen. 

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  • Leserunde zu "Bücherwürmer und Leseratten" von Bettina Mähler

    Bücherwürmer und Leseratten
    ChattysBuecherblog

    ChattysBuecherblog

    Wie Ihr aus dem Titel entnehmen könnt, treffen sich hier die Bücherwürmer und Leseratten. Und zwar zum gemeinsamen SUB-Abbau. Oft stehen wir vor dem Regal und fragen uns, welches Buch wir als nächstes lesen sollen.  Hier kommt die Lösung. Wir lesen einfach nach einem Monatsmotto. Das Ganze funktioniert so: Ich gebe jeweils zum Monatsanfang ein neues Motto bekannt (siehe Unterthema) und dann heißt es: ran an die Bücher...ran an den SUB. Viel Spaß!

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    • 1032
  • Dupins zweiter Fall - drei angespülte Tote

    Bretonische Brandung
    Bellis-Perennis

    Bellis-Perennis

    22. July 2016 um 17:06

    Commissaire George Dupin lebt sich langsam aber stetig in der Bretagne ein. Die Lebensart der Bretonen, die von Wind und Wetter gegerbt, archaischen Gedankengut angehören, ist ihm nach wie vor fremd. Allerdings die Vorliebe für gutes Essen, vornehmlich Fisch und anderes Meeresgetier, hat er schon übernommen. Staunend betrachtet er das Farbenspiels des Atlantiks und kämpft andererseits mit der Phobie auf Boote zu steigen. In diesem, seinem zweiten Fall muss er gleich mehrmals auf größere und kleinere Schiffe steigen, gibt es doch drei Tote auf den Glenans, den zauberhaften Inseln. Was ursprünglich wie ein Schiffsunglück während eines Sturmes aussieht, entwickelt sich zu einem veritablen Mordfall, bei dem es mehr Verdächtige gibt, als Dupin lieb ist.Die Ermittlungen sind langwierig und stellenweise langatmig (vermutlich „normaler“ Polizeialltag). Die Auflösung des Falles kommt dann ein wenig abrupt, da die Figur des Täters bis zu seinem Geständnis nur eine marginale Nebenrolle spielt. Bannalec hat seinen Dupin zwiespältig angelegt. Einerseits lässt er ihn sich sehr gewählt ausdrücken, verwendet Wörter, die manchmal gestelzt daherkommen, andererseits ist sein Lieblingssatz „So ein Scheiß“.Die Vorliebe des Commissaires für starken Kaffee ist ebenso ein Markenzeichen, wie die etwas rüde Art Telefongespräche zu beenden. Der Kampf mit den schlechten Mobiltelefonverbindungen und das häufige wortlose Auflegen, sind in dieser Geschichte ein wenig inflationär. Inzwischen haben es alle Leser mitbekommen, dass die Dichte der Sendestationen in der Bretagne zu wünschen übrig lässt.Man merkt, dass er mit sich nicht im Reinen ist. Er, der „echte“ Pariser, strafversetzt in die Bretagne, deren Bewohner sich wie Asterix und Obelix gegen die Römer, gerne gegen die Franzosen und da vor allem gegen Paris, stellen. Man lässt ihn häufig auflaufen, doch trägt er durch sein schroffes Wesen auch dazu bei. Seine Mitarbeiterin Nolwenn gibt sich alle Mühe ihm nicht nur dienstliche Informationen zu geben. Die Meinung, dass die „Bretonischen Krimis“ denen von Donna Leons Brunetti stark ähneln, teile ich nicht. Ja, es gibt hier wie dort einen Präfekten/Vice-Questore der sich mehr oder weniger geschickt in die operativen Geschehnisse einmischt. Sowohl Nolwenn und Signorina Elettra versorgen ihren Ermittler mit Informationen, aber damit hat es sich schon auch. Da gibt es eine Reihe von Krimis, die ähnlich aufgebaut sind. Bin schon auf den nächsten Fall gespannt.

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    • 4
  • Krimi voll Sehnsucht

    Bretonische Brandung
    histeriker

    histeriker

    21. July 2016 um 17:14

    Inhalt:Kommissar Dupin soll einen Fall auf einem Archipel 10 Seemeilen vor der Küste aufklären. Dort wurde 3 Männer tot angespült. Bewertung:Der zweite Teil der Reihe um Kommissar Dupin in der Bretagne. Das Buch hatte für mich einige Schwächen, vor allem bin ich nicht so ein Taucher und Seglertyp. Andererseits kann das Buch andere Qualitäten zeigen, was dann sehr viel Spaß macht.Ich fand es sehr gut, dass man ohne Probleme in das Buch reingekommen ist und auf einige Ereignisse aus dem ersten Buch Bezug genommen wurde. So könnte man sich gut zeitlich orientieren und war gleich wieder im Geschehen. Gefallen hat mir auch, dass das Buch nicht gleich nach dem ersten Buch spielt, der Zeitabstand ist realistisch.Diesmal hat mich das Buch vor allem auf der humorvollen Seite überzeugt. Schon im ersten Teil gab es Situationen zum Schmunzeln, aber hier war das für mich noch mehr. Wie Dupin mit den Inseln, Insulanern und dem Meer umgeht, ist einfach herrlich!Die Beschreibung der Gegend machte immer noch viel Spaß und es ist eine der Stärken des Buches. Die Sehnsucht wird geweckt und man würde in der Bretagne gleich Urlaub machen.

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  • Viele Verdächtige ...

    Bretonische Brandung
    angi_stumpf

    angi_stumpf

    17. July 2016 um 22:41

    Die Geschichte: Im zweiten Teil der Reihe ermittelt Kommissar Dupin ausnahmsweise nicht auf dem Festland, sondern auf den berühmten Glénan-Inseln. Auf einer der vielen kleinen Eilande werden drei tote Männer gefunden, die anscheinend ertrunken sind. Der erste Eindruck ist eindeutig: es handelt sich um einen bedauernswerten Unfall, denn in der vorherigen Nacht tobte ein schlimmer Sturm und die Gegend ist auch für erfahrene Seeleute eine Herausforderung. Trotzdem befragt Dupin die wenigen Einwohner der Inseln und bald stellt sich heraus, dass hier nicht alles so friedlich ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Am Ende hat er mehr Verdächtige als ihm lieb ist … Meine Meinung: Dieser Krimi ist wie ein kleiner Urlaub, zumindest was die wundervollen, atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen betrifft. Einen Reiseführer kann man sich nach dieser Lektüre eigentlich sparen, denn alles Wissenswerte über die einmalig schönen Glénan-Inseln vermittelt diese Geschichte praktisch nebenbei. Kommissar Dupin ist ein recht sympathischer Charakter, der zwar seine Ecken und Kanten hat, aber trotzdem noch ganz umgänglich ist. Mit seinen Kollegen kommt er mehr oder weniger gut aus – wie im richtigen Leben. Überhaupt wirken alle Charaktere und das ganze Setting sehr glaubwürdig und realistisch. In diesem Teil der Reihe spielt das Privatleben von Dupin kaum eine Rolle und lenkt damit überhaupt nicht vom eigentlichen Fall ab. Einen Großteil der Geschichte nehmen dagegen die ausführlichen Ermittlungen ein, bei denen wir den Kommissar und sein Team begleiten dürfen. Zahllose Befragungen, viele Hintergrundrecherchen, immer wieder Bootsfahrten und dann auch noch ein schlimmer Sturm, der alles lahmlegt – es passiert sehr viel. Manchmal war mir das dann leider auch zu viel, denn durch die zahlreichen Verdächtigen und möglichen Motive erschien mir alles etwas kompliziert und ich hatte das Gefühl, die Story dreht sich im Kreis. Die Auflösung hat mir ganz gut gefallen, alles wirkte stimmig und es bleiben keine Fragen offen. Fazit: Die vielen Verdächtigen machen die Sache stellenweise etwas kompliziert, aber die wunderschönen Landschaftsbeschreibungen machen diesen Krimi trotzdem zu etwas Besonderem. Urlaub für Zuhause! 3,5 Sterne

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  • Rezension zu "Bretonische Brandung" von Jean-Luc Bannalec

    Bretonische Brandung
    tragalibros

    tragalibros

    Kommissar Dupin ermittelt wieder. In seinem zweiten Fall muss Dupin auf die Inselgruppe Glénan vor der bretonischen Küste. Auf der kleinen Insel Le Loc´h wurden drei Tote gefunden. Dupins Ermittlungen führen ihn kreuz und quer, von Insel zu Insel und von einem Verdächtigen zu nächsten. Immer neue Hinweise kommen ans Licht und Dupin und seine Kollegen tappen anfangs im Dunkeln, doch durch Zufall kommt der Kommissar der Wahrheit auf die Spur... Jean-Luc Bannalec hat seine Reihe über den mürrischen Kommissar Dupin (Lieblingssatz: "So ein Scheiß.") fortgesetzt. Wieder spielt die Geschichte in der malerischen Bretagne. Der Autor versteht es, mit wenigen Sätzen eine wunderschöne Landschaft detailgenau zu beschreiben. Die Charaktere sind zwar nur oberflächlich beschrieben, dennoch kann man Sympathien oder auch Antipathien für die eine oder andere handelnde Person entwickeln. Was einem bei längerem Lesen aber auffällt, sind die frappierenden Ähnlichkeiten zu den Donna Leon-Büchern über Commissario Brunetti. Beispielsweise ist der Präfekt im Buch als jemand dargestellt, der niemals direkt an Ermittlungen teilnimmt und der offensichtlich eher daran interessiert ist, ein gutes öffentliches Ansehen zu haben und viele Kontakte zu wichtigen und reichen Leuten pflegt. Auch die Assistentin Nolwenn, die Dupin tatkräftig unterstützt, erinnert an Brunettis Kollegin Elettra Zorzi. Sie verfügt über ein sehr umfangreiches Allgemeinwissen und kennt den Großteil der familiären Verhältnisse in der Stadt und auf den Inseln. Mein Fazit: Der Krimi von Bannalec ist sehr unterhaltsam. Mir sind aber, wie oben schon erwähnt, immer wieder Parallelen zu den Kriminalromanen von Donna Leon ins Auge gesprungen. Trotzdem gehört dieses Buch zu der guten Unterhaltungsliteratur. Ein bisschen achtgeben muss man aber bei den vielen Nebendarstellern und Handlungsorten. Wer gehört wohin und wo befindet sich was?! Auch die vielen französischen Begrifflichkeiten haben mich teilweise etwas irritiert. Ich vergebe für dieses Krimi gute drei Sterne.

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    • 3
  • Wenn der Kriminalfall baden geht...

    Bretonische Brandung
    Ayleen256

    Ayleen256

    11. December 2015 um 13:41

    Zehn Seemeilen vor Concarneau, an den Glénan Inseln, werden eines Morgens drei Leichen angespült. Kommissar Dupin darf sich mit seiner ungeliebten Bootsfahrt auf den Weg in diese malerische Natur machen. Leider gibt es überhaupt keine Hinweise zu der Identität der Toten, noch wie sie in Verbindung stehen und ob sie von dem Unwetter des Vortages erwischt wurden. Zudem sitzt Dupin noch der Präfekt im Nacken, der auf die schnelle Aufklärung des Falls pocht. Und so ermittelt Dupin nebst kristallklaren Meer auf den Inseln, um dabei festzustellen, dass die Menschen dort noch viel eigensinniger sind als in der Bretagne. Den ersten Band rum um Dupin gefiel mir recht gut. Die Beschreibung der Bretagne war so außergewöhnlich, dass ich über einige Längen hinwegsehen konnte. Und auch dieser Band ist wie eine Liebeserklärung an Frankreichs Landschaft und Herr Bannalec weiß sehr wohl, wie er es schafft, bei dem Leser einen Urlaubswunsch nach dem Meer und den Inseln zu wecken. Nur dies ist leider auch schon das einzig positive, was ich über den zweiten Fall berichten kann. Die Ermittlungen sind einfach extrem schleppend, bzw. gibt es leider kaum Ermittlungen. Nachdem Dupin auf eigenwillige Weise am Ort des Geschehens auftaucht und sich ausgiebig mit Nahrung und Kaffee gestärkt hat, füllen Telefonate mit den unterschiedlichsten Personen - ob Präfekt, Kollegen, mit den er sich gerne zofft, oder seiner Assistentin - die Handlung. Diese schieben ihm in regelmäßigen Abständen neue Information zu, unterbrochen werden diese Telefonate mit vereinzelnden Befragungen, die aber mehr auf die Natur, das Tauchen, die Schifffahrt und das hiesige Essen ausgelegt sind. Man erfährt eine Menge über Land und Leute sowie regionale Mythen, aber eben kaum etwas über den Fall. So dauert es diverse Seiten bis die Toten identifiziert sind und noch mehr Seiten, um den Zusammenhang herzustellen. So sind leider 300 Seiten, was für den Leser zunehmend ermüdend wird. Dupins Angewohnheit, bei Telefonaten aufzulegen, sobald er alle nötigen Information besitzt, wirkt meist unfreundlich als kauzig oder amüsant. Die Anzahl der Telefonate ist fast wahnwitzig. Auch mit dem Schreibstil hatte ich meine Probleme. Weniger mit den französischen Begriffen, sondern mit den Wortneuschöpfungen oder unnötigen Fremdwörtern. So wirkte der Schreibstil eher affektiert als authentisch. Die Anzahl der beteiligten Personen ist auch so umfangreich, dass es schwierig wird, jeden einzuordnen. Ob ich die folgenden Fälle lesen werde, da bin ich mir noch unsicher. Auf jeden Fall würde ich mir mehr Augenmerk auf den Fall wünschen, da es sonst eher ein Reisebericht war. Leider ist dann auch die Aufklärung des Falls so kurz und unspektakulär, dass das Ende dann auch nicht einen deutlich positiveren Nachgeschmack hinterlassen konnte. "Bretonische Brandung" ist es eine Liebeserklärung an die Bretagne, in der offensichtlich der Kriminalfall baden geht. Das Buch ist ein schöner Reiseführer, aber leider nur in Zügen ein Kriminalroman. Aus diesen Gründen vergebe ich 2 Sterne.

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  • zu viele Boote und zu wenig Kaffee

    Bretonische Brandung
    Keksisbaby

    Keksisbaby

    27. August 2015 um 08:19

    Drei angespülte Leichen, können einem schon mal den Tag verhageln. Insbesondere wenn man noch unter Koffeinentzug und an Seekrankheit leidet. Das Problem: nur mit einem Schiff gelangt man an den Strand der malerischen Insel Saint Nicolas. Widerwillig besteigt Dupin ein Boot, um sich diesem neuen Fall zu widmen. Zunächst sieht alles nach einem bedauerlichen Unfall aus, die drei haben sich zu einen Segeltörn bei schlechtem Wetter entschlossen und sind dabei ertrunken. Doch so einfach ist das nicht, denn im Blut der Opfer finden sich Alkohol und Betäubungsmittel. Zudem gestaltet sich die Befragung der Inselbewohner als schwierig, nicht jeder ist gut auf die Verstorbenen zu sprechen gewesen und die Bretonen können mitunter verschlossen sein wie Austern. Dupin steht unter großem Druck, denn sein Vorgesetzter verlangt die umgehende Aufklärung dieses Falls und dann hat sich auch noch seine Mutter aus Paris zu einem Besuch in der Bretagne angekündigt. . Der zweite Fall von Dupin hat mich, wie schon der erste, auch nicht vom Hocker gerissen. Ich denke ich gehe vielleicht mit falscher Erwartung an die Bücher heran. Im Vordergrund stehen hier nicht die begangenen Morde, sondern eher die Besonderheiten der bretonischen Landschaft und Kulinarik. Es ist eher ein Reisebericht über die Bretagne durch die naiven Augen des Pariser Großstädters Dupin und wie er versucht mit dem einheimischen Völkchen warm zu werden. Häufig misslingt ihm dies jedoch, da auch er ein, zwei Macken hat, mit denen seine Kollegen zu kämpfen haben. Dennoch wenn man sich von der Idee einen actiongeladenen Thriller zu lesen, verabschiedet erhält man einen guten alten Krimi, nach Agatha Christie Manier. Das einzige was dann noch für mich zu bemängeln bleibt, ist der teilweise hölzerne Schreibstil. Er macht es dem Leser ohnehin noch schwerer Dupin Sympathie entgegenzubringen, als es sein schwieriger Charakter ohnehin schon bewirkt.   Ob ich den dritten Teil „Bretonisches Gold“ lesen werde, weiß ich noch nicht. Aber irgendwie verleiten mich die Cover doch immer zum Kauf. Vielleicht freunde ich mich ja doch noch mit Dupin spezieller Art und dem schwerfälligem Schreibstil des Autors an. Ich habe schon viel schlimmere Krimis gelesen.

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  • Gepflegte Langeweile

    Bretonische Brandung
    Felice

    Felice

    16. August 2015 um 15:57

    Nee, also ich glaube, ich werde auch nicht mehr warm mit Kommissar Dupin. Der erste Teil langweilte mich schon ziemlich, aber das hatte ich vergessen, als ich das wirklich ansprechende Cover sah und - in Urlaubslaune-  kaufen musste. Besonders stört mich die augenfällige Ähnlichkeit der Sekretärin Nolwenn mit Brunettis Signorina Elettra. Klar, man kann nicht alle Charaktere neu erfinden, aber gerade diese Konstellation kann kein Zufall sein. Des weiteren stören mich die Dialoge, wie unten schon von anderen Rezensenten beschrieben, und dass die Kulinarik so im Vordergrund steht. Da wird auf dem vermeintlichen Höhepunkt, einer Sturmnacht, alle sind von der Außenwelt abgeschieden, das Rezept des Fischtopfs incl. aller acht Fischsorten, erörtert...nun, wer das mag  und nicht so viel Wert auf "Krimi" legt, der liest bestimmt auch die weiteren bretonischen Titel und erfreut sich an letzten Sätzen wie: "Das waren sie. Die Worte, die alles gut werden ließen. An diesem Tag. Am Ende dieser Tage. All dieser Dinge. So war es. So war es wirklich." Na denn....!

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  • Tolle Landschaft, schwacher Krimi

    Bretonische Brandung
    Cla

    Cla

    Zum Inhalt:  Zehn Seemeilen vor Concarneau: Die sagenumwobenen Glénan-Inseln wirken mit ihrem weißen Sand und krstallklaren Wasser wie ein karibisches Paradies - bis eines schönen Maitages drei Leichen angespült werden. Das hatte Kommissar Dupin gerade noch gefehlt: Eine wackelige Bootsfahrt am frühen Morgen, ein nervtötender Präfekt, zu wenig Kaffee und keinerlei Anhaltspunkte. Wer sind die drei Toten am Strand? Wurden sie Opfer des heftigen nächtlichen Unwetters? Alles deutet auf den Tod durch Ertrinken hin. Doch als sich herausstellt, dass einer der Toten ein windiger Unternehmer mit politischem Einfluss, der andere ein selbstherrlicher Segler mit jeder Menge Feinden war, ahnt Kommissar Dupin nichts Gutes. War der vermeintliche Unfall auf offener See in Wahrheit ein kaltblütiger Mord? Wer ist der dritte Tote, und was verbindet die drei Männer? Während bereits der nächste Sturm aufzieht, begegnet Kommissar Dupin modernen Schatzsuchern, militanten Meeresbiologen, attraktiven Taucherinnen und unheimlichen Gestalten aus der überreichen Fabelwelt der Bretonen. Die Ermittlungen führen ihn tief in ein gefährliches Labyrinth von Verstrickungen, die Ereignisse spitzen sich zu - und am Ende ist die Wahrheit, wie so oft im Leben, kompliziert.  Meine Meinung: Über den ganzen Roman verstreut meint Kommissar Dupin immer wieder, dass es sich bei dem vorliegenden um einen seltsamen Fall handeln würde - in dieser Hinsicht kann ich ihm nur zustimmen. Allerdings betrifft das nicht nur den Fall der drei Leichen, sondern das gesamte Buch. Die Sprache. Die nicht vorhandene Spannung. Die sich selbst in nur drei Tagen dahinschleppende Handlung.  Georges Dupin ist nicht gerade jemand, dem man sich blind anvertrauen würde, auch nicht in Verbindung mit einem Mordfall. Für seine Mitmenschen scheint er nur wenig übrig zu haben, was seine beiden Inspektoren Riwal und Kadeg immer wieder zu spüren bekommen. Besonders Letzteren kann er nämlich nicht leiden, wobei mir der Grund dafür noch immer nicht einleuchtet. Möglicherweise steht im ersten Band - den ich nicht gelesen habe - etwas darüber. Und darum, den Präfekten anzurufen, drückt er sich die meisten Zeit, wodurch sich die Laune seines Vorgesetzten verständlicherweise immer mehr verschlechtert. Es mag sein, dass dieser Herr auch nicht unbedingt die angenehmste Gesellschaft ist, aber dass der Kommissar den Anruf immer wieder hinauszögert, obwohl er ihm ja bloß vom neuesten Stand der Ermittlungen berichten sollte, halte ich für übertrieben. Je länger man liest, desto mehr bekommt man den Eindruck, dass Dupin seinen heißgeliebten Kaffee der Anwesenheit sämtlicher Personen und wohl auch einem möglichen Ermittlungserfolg vorzieht. Ständig kreisen seine Gedanken darum, wie er an Koffein gelangen kann. Außerdem leidet er an einer "Boots-Phobie" und mag Pinguine... Doch trotz dieser Informationen wurde er mir nicht wirklich sympathisch - im Gegenteil, die Art, wie er immer wieder einfach auflegt, wenn er genug weiß (bzw. hat), nervte mich. Ach ja, das Telefonieren: In diesem Buch auch ein Kapitel für sich. Ich glaube, es werden an die 25 Gespräche über Handy geführt, wobei Dupin auch schon einmal mitten in einer Befragung nach draußen geht, um jemanden anzurufen. Bloß, weil ihm gerade etwas eingefallen ist, das aber auch genauso gut nach seinem augenblicklichen Gespräch zu erledigen wäre. Dann ruft er wieder Leute an, ohne dass es einen wirklichen Grund dafür gibt, nur um ein, zwei Sätze mit ihnen zu wechseln... Die Dialoge fand ich dabei im Allgemeinen öfters verwirrend. Es war gelegentlich schwer zu erkennen, wer was sagt, außerdem erscheint die Kommunikationsweise unnatürlich, beispielsweise werden Fragen mit ihrer Wiederholung beantwortet, Leute erwidern auf ganz gewöhnliche einfach nichts, was dem Kommissar aber ganz normal erscheint, etc. Hölzern ist wohl der passendste Ausdruck für diese Schreibweise.  Dagegen sind die Landschaftsbeschreibungen, Informationen über die Bretagne, ihre Einwohner und Spezialitäten durchaus gelungen - wenn hier auch oft etwas fehl am Platz, da die kaum vorhandene Handlung des Krimis noch mehr hinauszögernd. Wenn der Autor mit "Bretonische Brandung" einen Reiseführer verfasst hätte, würde meine Kritik jedoch sicherlich um einiges positiver ausfallen. Man hat richtiggehend das Gefühl, er mache Werbung für die französische Region, und das sogar erfolgreich. Auf jeden Fall war er ganz bestimmt schon mehr als einmal dort und hat die die Bretagne ins Herz geschlossen, was man aus vielen Zeilen herauslesen kann. In kriminalistischer Hinsicht wage ich es allerdings, dieses Werk als Katastrophe zu bezeichnen: Noch selten zuvor war ich während der Lektüre eines Buchs so gelangweilt und kaum an der Ermittlungsarbeit interessiert. Denn da auf ca. 300 Seiten kaum etwas geschah, es keine aufregenden neuen Entwicklungen gab und auch niemals jemand in Notlage geriet, war es wohl klar, dass sich der Fall auf den verbleibenden 50 wie aus heiterem Himmel quasi von selbst lösen würde - und so war es dann auch. Dupin bewegt sich immer nur zwischen den Inseln und dem Festland hin und her, führt unzählige Telefonate, bis er keinen Empfang mehr hat, und kaum aufschlussreiche Gespräche mit etwaigen Verdächtigen, während seine Kollegen dasselbe machen oder die Büroarbeit erledigen... bis jemand, wohl ebenso unaufgeregt und ganz bestimmt nicht unter Druck gesetzt, gesteht. Wer einen spannenden Krimi lesen möchte, ist hier definitiv fehl am Platz.  Hinzu kommt die Verwendung eigenartiger und hochgestochen klingender Fremdwörter wie "kaprizieren", "Diktion", "tendenziös", "klandestin", "justiziabel" oder "opponieren", um nur einen kleinen Teil der Liste an Merkwürdigkeiten zu nennen. Besonders irritierend ist, dass diese auch in direkten Reden vorkommen - wer verwendet im Gespräch bitteschön solche Begriffe?! Und nicht selten folgt solchen Sätzen dann gleich wieder ein "So ein Scheiß", sodass das ganze vornehme Konstrukt augenblicklich in sich zusammenfällt und die Frage hinterlässt, ob sich der Autor sein Werk nach dem Schreiben überhaupt ein zweites Mal durchgelesen hat. (Beziehungsweise ob der Lektor schlecht bezahlt wurde... Tipp- und "Sie/sie"-Fehler habe ich nämlich auch gefunden.) Dann stachen mir noch einige sonderbare Ausdrücke ins Auge, bei denen es sich offensichtlich um Wortneuschöpfungen und Experimente bei der Verbindung von Begriffen handelt. "Unfasslich" erschien es mir etwa, wenn sich "veritable Wellen" auf dem Atlantik zeigten oder der Kommissar mit "klarem Schritt" über den Strand ging. Im krassen Kontrast dazu ist der Schreibstil die meiste Zeit über aber sehr einfach gehalten, mit kurzen, jedoch nicht unbedingt prägnanten Sätzen, die sich am Ende noch einmal einen dramatischen Höhepunkt erreichen: "Das waren sie. Die Worte, die alles gut werden ließen. An diesem Tag. Am Ende dieser Tag. All dieser Dinge. So war es. So war es wirklich." (S. 352) Die Fremdwörter wirken daher so, als seien sie nachträglich wahllos eingefügt worden, um dem Ganzen doch noch einen sprachlich gewandteren Eindruck zu verleihen. Was dem Autor aber oft auch bei gewöhnlichen Sätzen nicht gelang, so etwa auf S. 290: "Das alles hier entwickelte sich zu einer regelrechten Szene aus einem Roman." Literarische Fragwürdigkeiten, soweit das Auge reicht. 

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    • 2
  • Verbrechen auf bretonisch, die Zweite.

    Bretonische Brandung
    BerlinerLesezeichen

    BerlinerLesezeichen

    16. March 2015 um 22:29

    Nach „Bretonische Verhältnisse“ ermittelt Kommissar Dupin in „Bretonische Brandung“ in seinem zweiten Fall. Nach einer stürmischen Nacht werden am Strand der Glénan-Inseln vor der bretonischen Küste nacheinander drei  Leichen angespült. Auch die Polizei geht zunächst von einem tragischen Seglerunfall aus, denn bei den Toten handelt es sich um Lucas Lefort, überheblicher Segler und Mitbegründer einer Segelschule auf den Glénans , Yannig Konan, einen dubiosen Geschäftsmann und Grégoire Pajot, einen Bauunternehmer. Was haben die drei miteinander zu schaffen? Inspektor Dupin schlägt sein Hauptquartier für die Dauer der Ermittlungen in der Bar „Quatre Vents“ auf den Inseln auf, in dem auch alle drei Männer am Abend vor ihrem Tod zu Gast waren. Und er taucht ein in diesen Mikrokosmos auf den Inseln mit einer vermeintlich verschworenen Gemeinschaft, in der sich aber nach und nach doch Abgründe und alte Feindschaften auftun.  Wie bereits im ersten Band präsentiert uns Jean-Luc Bannalec auch in seinem zweiten Krimi eine der schönsten Gegenden Frankreichs mit ihren verschrobenen aber sehr liebenswerten Bewohnern – und natürlich seine unnachahmliche Hauptfigur Kommissar Dupin, der auch diesen Fall mit Fingerspitzengefühl und viel Intuition löst. Und mehr soll an dieser Stelle auch über diesen spannenden Fall und seine überraschende Auflösung nicht verraten werden – lest selbst.

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  • Bretonische Brandung - Kommissar Dupin #2 - Jean-Luc Bannalec

    Bretonische Brandung
    Lesen_ist

    Lesen_ist

    18. December 2014 um 18:29

    Inhalt Zehn Seemeilen vor Concarneau: Die sagenumwobenen Glénan-Inseln wirken wie ein karibisches Paradies – bis eines schönen Maitages drei Leichen angespült werden. Wer sind die Toten am Strand? Wurden sie Opfer des heftigen nächtlichen Unwetters? Alles deutet auf Tod durch Ertrinken hin. Doch als sich herausstellt, dass einer der Toten ein windiger Unternehmer mit politischem Einfluss, der andere ein selbstherr­licher Segler mit jeder Menge Feinden war, ahnt Kommissar Dupin nichts Gutes. War der vermeintliche Unfall auf offener See in Wahr­heit ein kaltblütiger Mord? Wer ist der dritte Tote, und was verbindet die drei Männer? Während bereits der nächste Sturm auf­zieht, begegnet Kommissar Dupin modernen Schatzsuchern, militanten Meeres­bio­logen, attraktiven Taucherinnen und unheimlichen Gestalten aus der über-reichen Fabelwelt der Bretonen. Die Er­mittlungen führen ihn tief in ein gefährliches Labyrinth von Verstric­kungen, die Ereignisse spitzen sich zu – und am Ende ist die Wahrheit, wie so oft im Leben, kompliziert. Meine Meinung Nach dem ersten Kommissar Dupin Band habe ich nun auch den Zweiten hinter mir. Einen Dritten wird es für mich nicht geben. Das Buch fängt gleich mit einer zweiseitigen Beschreibung der Glénan Inseln an, die vor der bretonischen Küste liegen. Montagmorgen wird Kommissar Dupin bei seinem dritten Café durch einen Anruf gestört; es wurden drei Leichen auf den Glénan gefunden. Nun ist er, übellaunig wie immer, auf einem Polizeiboot unterwegs zu diesem Fundort. In der Nacht gab es ein schlimmes Unwetter und es wird davon ausgegangen, dass diese drei Männer mit einem Boot Schiffbruch erlitten haben und dabei ertrunken sind. Da kann ja unser übellauniger Kommissar kurz mal auf einer anderen Insel Café trinken und Hummer essen gehen. »Monsieur le Commissaire«, wie Dupin immer sehr höflich von seinen Mitarbeitern angesprochen wird, fehlt es eindeutig an Manieren. Es sei denn, eine hübsche junge Frau taucht auf, ach wie klischeehaft. Er selbst legt bei einem Telefongespräch, mitten in einem Satz, einfach auf. Unfreundlich, abweisend und schlicht unhöflich ist Dupin zu den Menschen, die er nicht mag, und das sind einige. War ich mir im ersten Band unsicher, ob ich Dupin mag, weiß ich jetzt, dass das nicht der Fall ist. Eines seiner Standardsätze, » … wir müssen auf der Stelle … » ruft das Bild eines trotzigen, mit dem Fuß aufstampfenden Kindes hervor. Bereits im ersten Band empfand ich den »Fall« selbst als Nebensache. In diesem ist er fast nur ein Alibi, um einen Kriminalroman zu schreiben, wobei »Krimi« hier wirklich sehr großzügig ausgelegt werden kann. Der Leser erfährt viel über die Glénan-Inseln, Vergangenheit und Gegenwart, Fabelgestalten und versunkenen Schätzen. Es gibt seitenweise Beschreibungen über die Farben des Wassers, das Licht, Sonnenuntergänge, Stürme, der Sand, das Meer, Fischsuppe …. und nichts davon ist relevant für die Ermordung der drei Männer. Was interessiert es mich welche Fischsorten, Muscheln, Krustentiere und Gemüsesorten in der bretonischen Fischsuppe gehören? Ich wollte doch keinen Kochkurs ablegen! Und die Botanik darf ja auch nicht fehlen; eine Seite lang erfahren wir alles über die Glénan Narzisse. Von den 380 Seiten könnte man wahrscheinlich 200 davon für eine Lobpreisung der Bretagne und die Glénan-Inseln verwenden. Ich liebe die Bretagne wirklich, aber nun bin ich so übersättigt, mir vergeht die Lust, diese Gegend jemals wieder zu besuchen! Der Fall ist bis auf den Fund der Leichen so unspektakulär, eintönig und einschläfernd, dass es nicht wundert, wenn man, wie ich, 6 Tage braucht für das Buch. Die Lösung ist wenig überraschend und lahm. Es widerstrebt mir immer sehr, ein Buch abzubrechen, aber hier hätte ich es wirklich machen sollen. »Monsieur Bannalec« schreibt wunderbare Loblieder auf eine Gegend in Frankreich, die er ganz offensichtlich liebt. Aber Kriminalromane sind in meinen Augen nicht sein Genre. Mir ist nach dem zweiten Band die Lust auf die Bretagne gründlich vergangen. Die Geschichte empfand ich als extrem langweilig, den Kriminalfall selbst als reine Nebensache. Wer einen Reiseführer für die Bretagne sucht, ist hier richtig, wer einen spannenden Kriminalroman sucht sollte weitergehen. Überflüssig zu sagen, dass ich keine weiteren Bücher mit Kommissar Dupin lesen werde.

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  • Glénan

    Bretonische Brandung
    walli007

    walli007

    Ganz genau ist nicht klar wie viele Inseln der Glénan-Gruppe der bretonischen Küste vorgelagert sind. Das kommt darauf an, wie man Insel definiert, aber sieben sind es gewiss, vielleicht auch zwanzig. Die meisten der Inseln sind unbewohnt und sie stehen unter Naturschutz. Doch nun werden auf einer der Inseln gleich drei Tote angeschwemmt. Kommissar Dupin wird sofort an den Ort des Geschehens beordert, zu seinem Leidwesen muss er mit dem Schnellboot anreisen. Als eben doch Pariser und Bootsunerfahrener bekommt er gleich eine ordentliche Welle ab und tritt die Ermittlungen nicht nur schlecht gelaunt, sondern auch nass an. Mysteriös ist zunächst wie die Toten auf die Insel gelangt sind und wie sie starben. War es ein Unfall, wie es in der rauen Gegend häufiger vorkommt oder hat jemand nachgeholfen.  Seit seinem ersten Fall hat Kommissar Dupin sich nicht verändert. Der Pariser, der schon ein wenig zum Bretonen wurde, allerdings nur in seiner Sicht. Aus dem Blickwinkel eines echten Bretonen wird er immer der Pariser bleiben. Dennoch hat er ein Händchen, seine Fälle zu entschlüsseln. Da widersetzt er sich dem Druck des Präfekten und folgt seinem Dickkopf, der ihn manchmal per Zufall auf die richtige Spur führt. Seine Mitarbeiter stehen ihm meist hilfreich beiseite. Besonders seine Kollegin Nolwenn hält ihm häufiger den Rücken frei. Allerdings funktioniert des Gehirn des Kommissars nur, wenn er seine gewohnte Dosis Koffein im Blut hat.  Seit der durchaus gelungenen Verfilmung des ersten Falls dieses verschrobenen und doch sympathischen Kommissars stehen einem schon bestimmte Bilder vor Augen. Das ist aber nicht so schlecht, besonders wenn man die Gegend noch nicht bereist hat, in der das Buch spielt. Auch in seinem zweiten Buch hat sich der Autor wieder einen speziellen Teil dieser großartigen Landschaft ausgesucht, die er dem Leser hervorragend nahezubringen versteht. Und wie schon bald typisch für Kommissar Dupin ermittelt er ohne Hast und gründlich und kommt dabei dank seiner Intuition recht schnell zum Ziel. Dabei zeigt er große Kenntnis von Land und Leuten. Da glaubt man gerne, dass der Autor sich in diesem Landstrich heimisch fühlen möchte. Ein Krimi, der mit Gewalt geizt und doch auf seine eigene ruhige Art fesselt.

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    • 5
  • Eine Idylle im Atlantik - oder?

    Bretonische Brandung
    Bibliomania

    Bibliomania

    26. September 2014 um 10:47

    Der zweite Fall für Kommissar Dupin, der dieses Mal ausgerechnet mit Booten auf die Glénan fahren muss, obwohl er diese doch so sehr hasst. Drei Leichen wurden angespült und keine Zeugen, Motive, Gründe wollen sich einstellen. Ein so idyllischer Ort, an dem wieder einmal (typisch bretonisch?) alle irgendwie zusammenhalten und keiner wirklich etwas preisgibt. Dann machen sich alle selbst zum Täter und am Ende ist es doch ganz anders. Eine spannende Suche beginnt, die erstaunlicherweise innerhalb von 3 Tagen geklärt ist. Der erste Fall hat mir ein klein wenig besser gefallen, aber ich werde Kommissar Dupin auch im dritten Fall gerne wieder begleiten. Für diesen Fall gibt es 3,5 Sterne.

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  • Viel Folklore, wenig Handlung

    Bretonische Brandung
    Wortklauber

    Wortklauber

    30. July 2014 um 12:54

    Auf den bretonischen Glénan-Inseln werden drei tote Männer gefunden. Als deren Identität feststeht, stellt sich schnell die Vermutung ein, dass sie nicht einfach beim Sturm der letzten Nacht mit ihrem Boot gekentert und ertrunken sind. Zumindest einer hatte sich viele Feinde auf der Insel gemacht. Motive hätten viele gehabt, z. B. wegen Bestrebungen, die Inseln zu einem touristischen Zentrum zu machen. Damit ist der Plot auch fast schon erzählt. - Oder es ist bei mir nicht mehr hängen geblieben. Seit zig Jahren Bretagne-Urlauber, habe ich mich dazu entschlossen, auch den zweiten Roman dieser Reihe zu lesen, obwohl ich bereits vom ersten nicht sonderlich angetan war. (Dass ich dabei in der Minderheit bin, weiß ich wohl; davon zeugen die hohen Verkaufszahlen.) Irgendwann kennt man die Macken des Kommissars, und wenn auf diesen dann fortwährend herumgeritten wird, dann werden auch an sich liebenswürdige Schrullen nervig. Bei allen Eigenarten wirkt die Figur auf mich allzu konstruiert, sein Verhalten überzogen. Außerdem fällt ihm hier - bei aller hektischen Pseudo-Betriebsamkeit - die Lösung auch noch quasi in den Schoß. Mein Hauptkritikpunkt: Die Geschichte verschwindet fast unter einer übertrieben dicken Schicht Lokalkolorit. Dadurch, dass der Kommissar aus Paris stammt und auch nach Jahren noch als Fremder gilt, müssen ihm alle möglichen Leute um ihn herum von der Bretagne erzählen, von den Eigenarten der Bretonen, dem Meer, der Landschaft im allgemeinen, dem Wetter, der Geschichte, den Sagen und Mythen ... Der Kommissar wird mit diesen Details gefüttert, als wäre er von lauter Fremdenführern umgeben, die ihn - und eigentlich natürlich den Leser - durch die historische wie die heutige Bretagne führen. Wahrscheinlich ist es genau das, was die Leute lesen wollen. Wer "mehr Bretagne lesen will als Krimi" ist mit der Reihe dann auch gut bedient. Ich hingegen finde unter Tonnen Bretagne-Folklore nur eine dünne Story. Von einem guten Krimi erwarte ich aber mehr als nur "Landschaft".

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