Als die Schamanin Isha nach Hause kommt, findet sie ihr ganzes Dorf ermordet vor. Durch einen Zauber erfährt sie, wer die Täter sind, und setzt sich auf deren Spur. Sie will Rache! Derweil erhält Marshal Douglas Reeves den Auftrag einen kriminellen Troll zu stellen. Auf dem Weg schließt sich ihm der Totengräber Schiinkel Ac‘Nite an.
Schiinkel ist der einzige Protagonist, den man aus dem Vorgängerband schon kennt. Auch hier findet er einen Begleiter, der zu ihm passt. Dass der Marshal ein Geheimnis mit sich trägt, kann man schnell ahnen, auf die Auflösung wäre ich zunächst nicht gekommen, sie passt aber gut zu ihm. In diesem Band ist er der Ich-Erzähler.
Dass die indigene Bevölkerung in dieser Parallelwelt der USA Elfen sind, finde ich auch sehr passend. Isha ist eine starke Protagonistin, die weiß, was sie will, und stolz auf sich und ihre Herkunft ist. Dass sie dennoch versucht, sich dort anzupassen, wo es nötig ist, und ihr entgegen kommt, spricht für sie.
Die Antagonist:innen können ebenfalls überzeugen, ihre Hintergrundgeschichte, die man im späteren Verlauf erfährt, zeigt, dass es auch in ihnen Grautöne gibt, was aber ihre Taten nicht wirklich relativieren kann.
Wie schon im ersten Band sollte man das Making-of auf keinen Fall überblättern.
Auch in diesem zweiten Band sind sowohl Text als auch Illustrationen sehr ausdrucksstark, passen gut ins Setting und machen die Geschichte rund.
Jean-Luc Istin
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Neue Rezensionen zu Jean-Luc Istin
Der Totengräber Schiinkel Ac‘Nite ist mit einer Revolverheldin unterwegs, denn sie bringt ihm gute Geschäfte ein, bis sie eines Tages nicht schnell genug ist, als sie auf den Kopfgeldjäger Kendal Jones trifft. Derweil findet der Zwerg Okaar Albericht in seiner Mine ein seltsames Totem, mit dessen Berührung er etwas Böses weckt.
Fantasy im Wilden Westen, passt das überhaupt? Oh ja, das passt wunderbar, das zeigt auch dieser erste Band einer neuen Comicreihe. Von den drei Protagonisten ist tatsächlich nur einer ein Mensch, die beiden anderen wirken aber kein bisschen fremd im Setting. Schiinkel ist jemand, der schon optisch an die Totengräber der Lucky-Luke-Romane erinnert, nur ein bisschen grünlicher, und sein Intention seinen Beruf zu ergreifen ist nicht nur das Geld. Er ist der einzige der drei, der keine familiäre Hintergrundgeschichte erhält. Kendal erhält im Laufe der Geschichte eine Nachricht, die ihn nach Hause treibt, und Okaar ist eng eingebunden in eine Gemeinschaft, aber dennoch ganz einzigartig. Alle drei sind mir auf ihre Art sympathisch. Da nicht alle auch im nächsten Band dabei sein werden, bin ich sehr gespannt auf die neuen Charaktere.
Sehr gut gefallen haben mir auch die ausdrucksstarken Zeichnungen in vorwiegend erdigen Farben, die sehr gut ins Setting passen, und die interessante und spannende Geschichte zusätzlich bereichern. Das Making of im Anhang sollte man auf keinen Fall überblättern, und auch die Karte lohnt einen näheren Blick.
Der Mix aus Fantasy und Wildem Westen ist absolut gelungen, sowohl storytechnisch als auch zeichnerisch. Ich bin begeistert und freue mich auf die weiteren Bände.
Liv ist Privatdetektivin und lebt in einem Zeitalter in dem die Menschheit das Altern längst hinter sich gelassen hat. In der Zukunft nimmt man eine blaue Pille täglich, von der Regierung gesponsort und hält sich damit gesund fit und braucht sich über Falten keine Sorgen mehr machen.
Trotzdem gibt es noch Morde: Und ausgerechnet Roboter, die ja zum Dienen der Menschen erschaffen wurden, verüben diese! Eigentlich unmöglich. Deshalb fängt Liv auch an zu ermitteln.
In "Androiden" Band 1 geht es um mehr als um einen Mordfall, das merkt man schnell als Leserin, da die Perspektive nicht nur um Liv fokussiert ist sondern es einige Seiten später auch um eine Frau geht die auf wundersame Weise schwanger wird (obwohl es eigentlich keine Kinder mehr gibt, warum wird allerdings nie genau erzählt) und um andere Persönlichkeiten. Leider verpasst "Androiden" es mir seine Protagonisten schmackhaft zu machen, was leider durch den sehr düsteren und etwas schmierig wirkenden Zeichenstil verstärkt wird: Fast alle Menschen sahen hier für mich gleich aus, alle waren sie taff und cool und irgendwie cyberpunkig ohne wirklich eine persönliche Note zu besitzen.
Auch im Worldbuilding scheiterte der Comic für mich, da ich mich fragte wie es wohl mit Armut in dieser Gesellschaft aussah - wie konnten sich alle Menschen diese Technik wohl leisten? Was war mit Kriminalität? Gab es nicht auch mal irgendwen der einfach so diese blaue Pille absetzte, einfach um zu rebellieren?
Der Fokus ist stets in der höheren Mittelschicht, wirklich dirty und lebensnah geht es in Androiden irgendwie nicht zu. Ich bekomme außerdem keine Bindung zu Liv aufgebaut weil die Szenen ständig wechseln und ihre Motivation Polizistin zu werden erst in der Mitte des Bandes auf einer halben Seite zusammen gefasst wird. Allgemein wirkt sie distanziert und kalt auf mcih - die anderen Personen des Bandes jedoch auch.
Insgesamt liefert der Comic eine spannende Geschichte die für mich jedoch nicht originel und persönlich genug abgeliefert wird. Ohne Bindung zu den Charakteren oder auch der Welt werde ich wohl nicht zum 2. Teil greifen.
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