Jean-Marie Gustave Le Clézio Das Protokoll

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Inhaltsangabe zu „Das Protokoll“ von Jean-Marie Gustave Le Clézio

Niemand weiß, woher Adam Pollo kommt – auch er selbst nicht. Er lebt zurückgezogen und einsam in einem Haus am Meer, seine Versuche, Kontakt mit Mitmenschen aufzubauen scheitern. Für ihn gibt es nur die rein sinnliche Wahrnehmung. Tiere, Dinge und Menschen sind für ihn gleichwichtige oder unwichtige Daseinsformen. Schließlich landet er zur Beobachtung in einer Nervenklinik. Mit bewundernswerter Sprachartistik beschreibt Le Clézio einen menschlichen Daseinszustand, der in seiner strengen Konsequenz und seinem großartigen Entwurf vieles Vergleichbares hinter sich lässt. Nobelpreis für Literatur 2008.

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  • Rezension zu "Das Protokoll" von Jean-Marie Gustave Le Clézio

    Das Protokoll

    Beagle

    04. December 2009 um 07:36

    Adam Pollo lebt einsam in einer verlassenen Villa auf den Hügeln außerhalb einer Stadt. Er hat nicht viel zu tun. Außer in der Sonne zu liegen, zu rauchen und ab und an ein Bier zu trinken. Oder er schreibt an Michelle, ein junges Mädchen. Wir erfahren nicht, ob er sie liebt, oder ob Michelle nur sein einziger sozialer Kontakt, sein einziger Draht zur Außenwelt ist. Jedenfalls leiht sie ihm ab und an Geld oder schläft mit ihm, wenn er Lust dazu hat. Ansonsten gehen sie zum Strand, setzen sich an die Klippen, rauchen und betrachten das Meer, die badenden und sich sonnenden Menschen. Wenn Adam allein in die Stadt geht, benimmt er sich wunderlich, er folgt einem Hund, als würde er ihn spazieren führen und doch ist es der Hund, der Adams Schritte lenkt. Adam fragt sich, ob er vom Militär dissertiert ist, er weiß es nicht mehr. Und will es auch gar nicht mehr wissen. Sein Leben ist einfach und schön, Adam ist glücklich, wenn er Ratten mit Billardkugeln erschlagen kann, sich mit Michelle trifft oder einfach nur in der Sonne vor sich hin döst. Die einzigen Gedanken, die er sich macht, sind, dass die Besitzer der Villa zurückkommen und ihn verjagen werden. Die Geschichte des Anti-Helden Adam Pollo ist interessant erzählt und doch viel zu sehr in die Länge gestreckt. Mit Sachen, die man schon vorher erfahren hat oder mit solchen, die überhaupt nichts mit der Geschichte selbst zu tun haben. Es gibt wahrhaft bessere Geschichten von Le Clézio, auch eignet sich diese nicht als Einsteigerbuch. Und dennoch für Fans des Schriftstellers lesenswert.

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  • Rezension zu "Das Protokoll" von Jean-Marie Gustave Le Clézio

    Das Protokoll

    Wolkenatlas

    23. October 2008 um 20:26

    Jean-Marie Gustave Le Clézios Debütroman "Das Protokoll" steht stilistisch gesehen noch weit entfernt von den beiden überaus poetischen und originellen Romanen jüngeren Datums (Fisch aus Gold und Der Goldsucher), die ich bis jetzt gelesen habe. Es ist ein Text, der noch im Fahrwasser von Jean-Paul Sartre oder auch Albert Camus schwimmt, sich aber doch sehr von den Werken der beiden unterscheidet. Ganz glücklich hat mich dieser Roman jedoch nicht gemacht. Einiges (speziell in der ersten Hälfte des Buches) ist zu verkrampft, zu gewollt, versöhnt hat mich aber die zweite Hälfte des Buches. Adam Pollo ist der skurrile und nicht unsympathische Antiheld dieses Romans, der in ein leer stehendes Haus geflüchtet ist und dort wohnt, der eine eher unromantische Beziehung zu Michèle pflegt, der seinen möglichen Kindern erklären will, dass die Erde nicht rund ist, der vielleicht, vielleicht aber auch nicht Deserteur ist. Im Verlauf des Romans sucht er den Kontakt zu allen möglichen Tieren und Menschen. Um diesen herzustellen, wird er zum Abbild des Objekts der Kontaktaufnahme. So folgt er einem Hund, begleitet diesen fast einen ganzen Tag lang, den Blick so tief gerichtet, dass er die Welt aus dem Blickwinkel des Hundes verfolgen kann. Er ist Anwesender beim Herausfischen einer Wasserleiche, was ihn zu einer längeren Auseinandersetzung mit dem Wesen von Wasserleichen verführt. Eine brutale, jedoch beeindruckende existenzialistische Auseinandersetzung mit einer weißen Ratte endet für diese mit dem Tod, während sich Briefe an Michèle wie ein roter Faden durch das Buch ziehen. Höhepunkt ist eine absurde Rede vor einer zufälligen Menschenversammlung, die dazu führt, dass Adam Pollo in eine Nervenklinik verfrachtet wird. "Das Protokoll" ist (dank der zweiten Hälfte) ein starker Text, ein guter Debütroman, das Protokoll des Untergangs eines überdurchschnittlich intelligenten Menschen, der am Unverständnis der Mitmenschen an seiner Andersartigkeit scheitert und zerbricht. Trotzdem bleibt ein zwiespältiger Eindruck, ein wohl wichtiger Text (mit vielen guten Momenten), der jedoch weder die Poesie und Originalität der späteren Romane, noch deren Aussagekraft und Gewicht erreicht.

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