Jean-Marie Gustave Le Clézio Die Sintflut

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Inhaltsangabe zu „Die Sintflut“ von Jean-Marie Gustave Le Clézio

Es regnet ununterbrochen, in der Stadt herrscht Chaos. François Besson setzt sich dieser Sintflut aus, die zur Metapher für das Leben wird. Er lernt Hunger, Durst und Einsamkeit kennen und beichtet seine Sünden als die der Menschheit schlechthin. Er vagabundiert, tötet einen Unbekannten, der sich im Dunkeln auf ihn stürzt. Vor dem Hintergrund des organisierten Chaos der Großstadt zeichnet der berühmte französische Schriftsteller Le Clézio ein gigantisches Fresko unseres modernen Lebens. Nobelpreis für Literatur 2008.

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    Die Sintflut

    Ulenflucht

    07. November 2013 um 22:19

    Es gibt Dinge, die versucht man zehnmal und zieht sie erst dann durch und ist am Ende stolz auf sich und fragt sich, warum man das nicht schon eher gemacht hat. So ähnlich ging es mir mit diesem Buch. Ich hatte es schon eine Weile besessen und einige Male zu lesen begonnen, aber nach zwanzig, dreißig Seiten jedesmal abgebrochen, bevor es endlich klappte. Es ist  auch eine hohe Hürde, die Le Clézio da auf den ersten fünfundvierzig Seiten aufbaut. Eine Sammlung von Eindrücken, ein Gedankenstrom voller Hektik in der Sprache und Handlungsärme im Inhalt. Man befürchtet fast, dass es das ganze Buch über so bleibt, sodass es eine Erlösung ist, das eigentlich erste Kapitel, in dem die totale Entschleunigung kommt. François Besson sitzt in seinem Bett und hört einen auf Tonband gesprochenen Brief von einer Anne, die einen Selbstmord plant. So wird erst klar, dass diese furchtbar lange Einleitung genau das soll, was sie im Leser auslöst, Verwirrung. Die Positionierung eines von der Moderne desillusionierten Protagonisten in seiner Umwelt, hinter der man wie so oft Le Clézios Heimatstadt Nizza erkennt. Besson streift durch die Stadt, lernt Menschen kennen und lässt sie dann am Weg zurück, wie den blinden Zeitungsverkäufer und Marthe, bei der und deren Sohn er eine Zeit lang lebt und die er dann aus nichtigen Gründen verlässt. Überhaupt passiert alles in diesem Roman aus nichtigen Gründen oder aus überhaupt keinen, als gäbe es in unserer Zeit keine Reflexion mehr. Alles passiert aus einer Laune heraus und hat keinerlei Bedeutung. Besson beobachtet eine bedeutungslose Welt, in der Gläser von Tischen fallen, räudige Hunde sterben, Frauen verlassen werden. Wo sich Wasser bewegt, Blitze den Himmel zerreißen, Zigarettenasche verglüht. Es gibt keinerlei Spannung, es passiert nichts Unerwartetes, und das soll es auch nicht, denn jedem Kapitel ist eine stichwortartige Zusammenfassung vorangestellt und man wartet nur darauf, wie es passieren wird, was angekündigt ist und warum, aber das Warum erfährt man nie, denn es gibt keines. Dafür ist das Wie der Star des Buches. Wie Le Clézio mit der Sprache, den Eindrücken, den Charakteren spielt. Das öffnet den Blick für die eigene Welt, in der man lebt. Dieses Buch lässt sie ganz neu erscheinen, alleine durch die beinahe neutrale Darstellung von kleinen Dingen des Alltags. Man merkt dem Buch nicht an, dass es bereits Ende der 1960er geschrieben wurde, es passt fast noch besser in die heutige Zeit, mit all seinen Personen, der Großstadt, der Bedeutungslosigkeit. Es ist sowas wie ein spätes Werk des Existenzialismus, ich musste oft an L'Etranger von Camus denken. Noch unglaublicher ist, dass Le Clézio es mit Ende zwanzig geschrieben hat. Ziemlich mutig und selbstbewusst, so ein Buch in dem Alter zu schreiben. Insgesamt war es ein bisschen ungewöhnlich, ein Buch zu lesen, das so gut wie keine Handlung hat, obwohl gar ein Mord passiert und sich Besson erblinden lässt, was an sich schon spektakulär ist. Alles tritt hier hinter die Darstellung zurück, die beeindruckend und sprachgewaltig ist. Aber auf 325 Seiten ist es oft ermüdend und manchmal ein bisschen zu viel der Kunst. Ich würde Le Clézio aber auch zutrauen, dass diese Phasen bewusst eingesetzt sind, denn gerade dann denkt man über den Titel nach und versucht sich an zig Interpretationen und Verknüpfungen. Diese Sintflut trennt nicht das eine Leben vom anderen und entscheidet wer lebt und wer stirbt, hier ist das Leben selber die Sintflut und jeder Einzelne entscheidet, was er zerstört. Im Zweifel alles, wenn alles ohne Bedeutung ist.

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