Jean-Marie Gustave Le Clézio Goldsucher

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Inhaltsangabe zu „Goldsucher“ von Jean-Marie Gustave Le Clézio

Die Suche nach dem Schatz ist eine Reise in die Träume seiner Kindheit, was er sucht, entdeckt er schließlich in sich selbst.Auf der Insel Mauritius im Indischen Ozean verbringt Alexis, der Ich-Erzähler von J.M.G. Le Clézios Roman, seine Kindheit in einer zauberhaften tropischen Landschaft nicht weit vom Meer. Die Mutter, der Vater, der Träumer, erklärt ihnen den Sternenhimmel. Doch was so paradiesisch schien, bricht jäh zusammen, als der Vater 1892 mit seinen dilletantischen Geschäften Konkurs macht und ein Zyklon das Land verwüstet. Verarmt lebt die Familie in der Stadt Forest Side, wo der Vater stirbt. Um Unglück und Armut zu überwinden, bricht Alexis 1920 mit einem Segelschoner zu einer phantastischen Reise übers Meer auf. Er will nach alten Plänen und Karten seines Vaters einen sagenhaften Schatz heben, das Gold des Korsaren, dessen Versteck ihm sein Vater, bevor er starb, noch verraten hat - in einer Bucht auf Rodrigues, einer kleinen Insel im Indischen Ozean. Doch das Gold, nach dem Alexis immer verzweifelter sucht, bleibt unauffindbar. Ouma, eine junge Schwarze, rettet ihn, und er glaubt für einige Zeit bei ihr das Glück gefunden zu haben. Der erste Weltkrieg bricht aus, und Alexis meldet sich freiwillig, er kämpft in der englischen Armee in Frankreich, an der Somme. Es sind für ihn 'tote Jahre', und als er nach Mauritius zurück kehrt, ist er erwachsen geworden. Seiner Familie hat er sich entfremdet, Ouma ist nur noch ein Traum, die Kindheit eine Erinnerung und den Goldschatz von Rodrigues gibt es nicht. Was er auf seiner abenteuerlichen Fahrt gesucht hat, findet er insich selbst.

Ich bin ganz verzaubert von diesem herrlichem Buch....

— Angie*

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  • So geht Exotik ohne Kitsch.

    Goldsucher

    Gulan

    Im Jahr 1892 lebt der achtjährige Alexis mit seinen Eltern und seiner Schwester Laure in einem kleinen Haus in paradiesischer Umgebung in der Boucan-Senke auf Mauritius. Er erlebt eine behütete und glückliche Kindheit. Doch nachdem ein Orkan ihr Haus zerstört hat und aufgrund der Geldnöte ist die Familie gezwungen, die Boucan-Senke zu verlassen. Kurz darauf stirbt Alexis' Vater. Schon früh ist Alexis gezwungen, Geld für die Familie zu verdienen. Insgeheim träumt er jedoch einen Traum seines Vaters weiter, der Dokumente über einen geheimen Goldschatz gesammelt hat. Eines Tages macht Alexis sich auf und betritt ein Schiff, um den Schatz des Korsaren zu suchen. Der französisch-mauritische Schriftsteller Le Clézio hat mit diesem Buch einen wirklich außergewöhnlichen Abenteuerroman geschrieben. Sein Ich-Erzähler Alexis begibt sich auf eine Reise in die Träume seiner Kindheit. Der Schatz des Korsaren wird für ihn zu einer Art Obsession. Er verlässt seine Schwester und Mutter und sucht auf der Insel Rodriguez in einem einsamen, tropischen Tal akribisch nach dem Goldschatz. Dort begegnet er Uma, einer jungen Einheimischen, Nachfahrin entflohener Sklaven. Seine Reise führt ihn auch auf die belgischen Schlachtfelder des ersten Weltkriegs und schließlich zurück in seine Heimat Mauritius. Herausragend an diesem Roman ist die wortgewaltige Poesie Le Clézios. Die Beschreibung der exotischen Natur und Landschaft, insbesondere des Meeres, und auch seiner Romanfiguren ist ganz große Kunst. Ich muss allerdings zugeben, dass mich diese Art anfangs erschlagen hat und ich mich nach und nach auf diesen Stil (erfolgreich) einlassen musste. Der Roman ist auch kein klassischer Abenteuerroman mit hohem Spannungsbogen, sondern vielmehr eine exotische, träumerische Reise auf der Suche nach dem Sinn, gleichzeitig auch ein Plädoyer an die Natur, die Liebe und die Menschlichkeit. Ich bin wirklich beeindruckt von der sprachlichen Eleganz und wortgewandten Prosa dieses Romans. Er hat zugegeben ein paar Längen, vorwiegend zu Beginn. Aber zunehmend war ich wirklich eingenommen von diesem Werk. Wer gerne exotische Abenteuer ohne Kitsch und mit echter Poesie liest, dem sei dieser Roman ans Herz gelegt.

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  • Rezension zu "Goldsucher" von Jean-Marie Gustave Le Clézio

    Goldsucher

    Beagle

    24. June 2012 um 19:55

    Wir alle werden von unzähligen Hoffnungen und Träumen angetrieben. Sie geben uns die Kraft, das zu tun, was wir müssen. Sie lassen uns den Alltag vergessen und Neues entdecken. Anders aber ergeht es Alexis. Sein Traum, den Schatz des unbekannten Piraten zu heben, erfüllt seinen Alltag, lässt ihn alles um sich herum vergessen und nimmt ihn vollkommen ein. In seiner Kindheit war Alexis glücklich auf der kleinen Insel Mauritius im Indischen Ozean. Zusammen mit seiner Schwester Laure wuchsen sie behütet aber dennoch einsam auf dem Land auf. Die Mutter unterrichtete sie selbst, da es zur nächsten Stadt zu weit für die Kinder gewesen wäre. So erfährt Alexis früh von den Sternen, die den Seefahrern schon seit Jahrtausenden den Weg weisen, er studiert die Schiffskarten seines Vaters oder er streift mit seinem Freund Denis durch die Zuckerrohrfelder. Als jedoch ein Orkan das Haus verwüstet, muss die Familie in die Stadt umziehen. Sein Vater - schon zuvor von Geldsorgen geplagt - übernimmt eine Stelle bei seinem Bruder, doch schon bald darauf stirbt er an einem Herzinfarkt. Von nun an muss Alexis für die Familie sorgen. Er bricht die Schule ab und übernimmt die Arbeit seines Vaters - in zweierlei Hinsicht. Denn, sein Vater hat ihm seine Überlegungen und Vermutungen hinterlassen, die vielleicht zu einem geheimnisvollen Schatz führen könnten. Bald darauf verlässt Alexis Mauritius auf einem alten Segelschiff in Richtung Rodriguez, auf der der Schatz versteckt sein soll. Ein Leben voller Einsamkeit, harter Arbeit und Entberungen beginnt. Doch, es soll auch von Liebe gekrönt sein, denn schon bald erscheint die entflohene Sklavin Uma in Alexis´ Leben. Spannend wie ein Thriller, detailgenau wie ein Reiseführer und in einer sehr schönen, flüssigen Sprache geschrieben. Spätestens nach der Lektüre des Goldsuchers weiß man, warum J.M.G. le Clezio den Nobelpreis bekommen hat. Mag er damals noch so umstritten gewesen sein, dieses Buch lässt mit Sicherheit viele Zweifler aufhorchen.

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  • Auf der Suche nach Meer

    Goldsucher

    Stefan83

    08. October 2011 um 09:39

    Von Jean-Marie Gustave Le Clézio, der 2008 mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet worden ist, hatte ich, wie wohl so viele andere auch, vorher nie etwas gehört, geschweige denn gelesen. Und auch nach der Wiederveröffentlichung seiner Werke durch den Verlag Kiepenheuer & Witsch, vermochte mich der Autor, trotz der Vergleiche mit Joseph Conrad und Robert Louis Stevenson, irgendwie nicht zu reizen. Bis mir per Zufall ein Leseexemplar von "Der Goldsucher" in die Hände fiel und ich begann, das Buch zu lesen. Nun habe ich vor wenigen Minuten die Lektüre beendet. Anfängliche Skepsis und Zurückhaltung sind Bewunderung und Ehrfurcht gewichen. Mehr noch: Seit Zafons "Der Schatten des Windes" habe ich wohl nicht mehr etwas so Schönes lesen dürfen. Die Geschichte nimmt ihren Anfang im Jahre 1892 auf Mauritius. Gemeinsam mit seinen Eltern und seiner Schwester lebt dort der kleine Junge Alexis in der dicht bewaldeten Boucan-Senke, einem paradiesischen Streifen direkt am Meer. Die Tage seiner Kindheit sind geprägt vom Rauschen des Meeres, dem Zug der Seevögel und den Gerüchen des Waldes. In diesem Idyll weit weg von der Zivilisation wächst er auf, lernt er spielerisch die Welt um sich herum kennen. Sein Vater lehrt ihn die Sternenbilder, seine Mutter unterrichtet beide Kinder in Religion, Mathematik und Sprachen. Obwohl finanzielle Sorgen die Familie plagen, sind sie glücklich, bis sich Alexis' Vater mit der Errichtung eines Elektrizitätswerks übernimmt. Als eines Tages ein schrecklicher Orkan über die Insel hinwegfegt und das neu errichtete Werk samt dem eigenen Haus in Trümmern legt, beginnen für Alexis und seine Familie die Zeit der Sorgen. Von Geldnöten geplagt müssen sie ihre Heimat verlassen und nach Port Louis ziehen, wo der schwer gebeutelte Vater nach kurzer Zeit stirbt. Sein Sohn übernimmt dessen Stelle als Buchhalter, träumt jedoch stets von der Seefahrt und der Weite des Meeres. Vom Abenteuer gelockt und im Besitz von Geheimpapieren, die einen Goldschatz auf der Insel Rodriguez vermuten lassen, kehrt er Mauritius schließlich den Rücken. Und segelt seiner Zukunft entgegen... Der Klappentext und auch die Vergleiche mit oben genannten Schriftstellern lassen zwar einen klassischen Abenteuerroman vermuten, doch bereits nach kurzer Zeit wird dem Leser klar: "Der Goldsucher" ist viel mehr als das. Le Clézio erweist sich hier als Meister der Prosa, beeindruckt durch sein Spiel mit den Wörtern und verführt mit einer poetischen Sprache, welche den Größten dieses Genres in nichts nachsteht. Die vordergründige Suche nach dem versteckten Gold eines Korsaren weicht schnell einer tiefer gehenden Geschichte, welche die Auswirkungen der Zivilisation und des so genannten Fortschritts auf die Natur besonders im letzten Drittel sehr eindrücklich vor Augen führt. Bestes Beispiel dafür ist Alexis' Dienst im Ersten Weltkrieg, welcher ihn in den gasverseuchten Ebenen Yperns mit dem Tod in seiner schrecklichsten Form konfrontiert. Diese Erfahrungen stehen wiederum im Gegensatz zu der offensichtlichen Liebe des Autors zu seinen Figuren und der Welt des Meeres. Seine Landschafts- und Naturbeschreibungen sind einzigartig und derart bildreich, das sich Worte in Sekunden zu Formen und Farben wandeln. Es scheint ein Zauber von diesen Zeilen auszugehen. Anders lässt sich die stumme Faszination, die ich ob dieses Buches empfand, nicht erklären. "Der Goldsucher" ist ein Fest für alle Sinne, ein Ode an Flora und Fauna und nicht zuletzt auch an die Liebe. Die letzten Zeilen habe ich mit Tränen in den Augen gelesen, aufgewühlt und zutiefst berührt von der Geschichte dieses Jungen von Mauritius, der auszog um Gold zu suchen und die Liebe zum Meer und seiner Kindheit fand. Insgesamt ist "Der Goldsucher" ein großartiger, wunderschöner Roman fernab von jeglichem Kitsch und dem heutigen literarischen Mainstream. Ein Meisterwerk und moderner Klassiker, der am Ende des Jahres ganz sicher zu meinen persönlichen Entdeckungen zählen wird. Kaum zu glauben, das solch ein künstlerisches Buch Mitte der 80er geschrieben worden und in Deutschland unbeachtet geblieben ist. Weitere Bücher Le Clézios landen sofort auf meinem Merkzettel.

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  • Rezension zu "Goldsucher" von Jean-Marie Gustave Le Clézio

    Goldsucher

    Wolkenatlas

    20. October 2008 um 09:16

    "Immer, so weit ich zurückdenken kann, hab ich das Meer gehört" Mit diesen Worten, die schon die Keimzelle dieses Romans sind, beginnt Jean-Marie Gustave Le Clézios "Der Goldsucher". Vordergründig betrachtet; ein Abenteuerroman. Sehr bald ist man als Leser in diesem poetischen Prosameer gefangen und merkt, dass es Jean-Marie Gustave Le Clézio um viel mehr geht, als man vielleicht vermutet hat. Alexis' Suche nach dem vermeintlich auf Rodriguez versteckten Gold des Korsaren wird zu einer lebensbestimmenden Suche, die Alexis zurück in die Traumwelt seiner Kindheit führt und ihn in seine Heimat Mauritius zurückkehren lässt. Besonders fasziniert hat mich an diesem Roman die allgegenwärtige Liebe des Autors zu seinen Figuren (die gleichgestellt mit seiner Liebe zum Meer scheint). Die literarische Zeichnung seiner Frauengestalten gehört mitunter zum Schönsten, das ich je gelesen habe (und ist nebenbei bemerkt auch meilenweit vom Kitsch entfernt). Ein großartiger, im besten Sinne wunderschöner Roman, von dem man sich nach wenigen Seiten schon nicht mehr trennen will. Ein exotisches literarisches Abenteuer, eine Schatzkiste der Träume und ein Hohelied der Liebe, ein Fest für alle Sinne. "Der Goldsucher" war mein zweiter Roman von Jean-Marie Gustave Le Clézio und hat mich endgültig von der Größe dieses Autors überzeugt. Das ist Weltliteratur, große Kunst, die weit entfernt vom literarischen Mainstream ist. Wenn auch Literaturpreise nicht ausschlaggebend für die künstlerische Qualität sind, so hat die diesjährige Vergabe des Nobelpreises für Literatur doch sehr viel erreicht, schon allein dadurch, dass die uns Lesern durch die Neuauflagen dieser in den Backlists der Verlage KiWi und Piper schlummernden Schätze die Chance gab, diesen Autor zu entdecken. Zusammen mit J. M. Coetzee, Imré Kertesz und José Saramago ist er (meiner Meinung nach) einer der wenigen Schriftsteller, die diesen Preis in den letzten Jahren wirklich zu Recht erhalten haben.

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