Jean-Michel Guenassia Der Club der unverbesserlichen Optimisten

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Inhaltsangabe zu „Der Club der unverbesserlichen Optimisten“ von Jean-Michel Guenassia

Paris in den 1960er Jahren. Michel, gerade erst zwölf Jahre alt geworden, taucht ein in ein ganz neues Leben: Er entdeckt die Welt der Jugend und des Rock’n’Roll, atmet die Luft der Intellektuellen und Literaten, die mit Gitanes-Zigaretten und Sartre-Bändchen in den Cafés und auf den Boulevards eine neue Zeit diskutieren. Er wandert durch die Stadt, fängt durch die Linse seiner Kamera alle Winkel und Gassen ein und erlebt seinen ersten Kinofilm wie eine Erweckung … Eines Tages stößt er im Hinterzimmer eines Bistros zufällig auf den »Club der unverbesserlichen Optimisten«. Hier trifft er auf Menschen, die zu Freunden werden, zu Vertrauten und Begleitern. Als er schließlich seine erste große Liebe erlebt, verändert sich alles …

Ein leicht melancholischer, in die Zeitgeschichte und das Leben in Paris eingebetteter Entwicklungsroman.

— Barbara62
Barbara62

amüsant aber zu lang

— Borkins
Borkins

Spannend, traurig, anspruchsvoll - ein Buch was, wie so selten, zum Mehrfachlesen auffordert.

— Rosa_Pantoffeltierchen
Rosa_Pantoffeltierchen

Wundervolles Buch mit ganz liebenswerten Charakteren, die man so schnell nicht wieder vergisst :)

— HarIequin
HarIequin

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  • Ein grandioses Buch!

    Der Club der unverbesserlichen Optimisten
    Stoneheaven

    Stoneheaven

    12. February 2016 um 19:54

    Diese Geschichte erzählt von Jungen und Alten, von Vergebung und Schuld, von Können und Versagen ,von tiefer Freundschaft und kaltem Hass. Sie ist leicht und doch voller Schwermut.  Was bedeutet ein Leben im Exil ? Zwar die nackte Haut gerettet und doch immer diese Sehnsucht nach der Heimat.  Über allem schwebt Michel ,der sympathische Erzähler  und lässt sich nicht unterkriegen. Was soll ich sagen ? Das erste Buch in diesem Jahr und gleich so ein schönes!

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  • Zusatzaufgabe und Buchverlosung zum Lesesommer 2015 - Woche 6

    Das Mädchen, das nach den Sternen greift
    Marina_Nordbreze

    Marina_Nordbreze

    Der LovelyBooks Lesesommer geht in die sechste Runde und auch diese Woche heißt es wieder: Buchtipps bekommen, Aufgabe lösen, Zusatzpunkte sammeln und Buchpakete gewinnen! In der 6. Woche hat der Insel Verlag auf unserer Übersichtsseite fünf brandaktuelle Buchtipps für euch - lasst euch diese Chance auf Zusatzpunkte und phänomenalen Lesestoff nicht entgehen!  Zusammen mit dem Insel Verlag verlosen wir diese Woche 3 Buchpakete bestehend aus: "Das Mädchen, das nach den Sternen greift" von Pep Bras "Ein englischer Sommer" von Gabriele Diechler (hier läuft gerade eine Leserunde) "Dieser eine Sommer" von CJ Hauser (auch hier gibt es eine Leserunde) "In jenen hellen Nächten" von Roy Jacobsen (zur Leserunde) "Cottage mit Kater" von Hermien Stellmacher (Facebook-Seite zum Buch) Mehr Infos zu den Büchern findet ihr hier!  Wenn ihr euer Glück versuchen möchtet, beantwortet uns einfach folgende Frage:  Bei so vielen neuen Insel Büchern, die es diese Woche zu entdecken gibt, interessiert uns natürlich, welches Buch aus dem Insel Verlag euch in letzter Zeit so richtig begeistert hat. Nennt uns doch Titel und Autor und warum ihr das Buch so toll findet. Wer möchte, postet ein Foto von diesem Buch bei Instagram, Twitter oder bei Facebook mit dem Hashtag #LBLesesommer und verlinkt den Insel Verlag. Für diese Aufgabe gibt es beim LovelyBooks Lesesommer 100 Punkte, wer zusätzlich ein Foto bei Instagram/Twitter/Facebook postet und hier im Thema den Post verlinkt, erhält insgesamt 300 Punkte!  Wenn ihr nicht am Lesesommer teilnehmt, könnt ihr natürlich trotzdem gerne hier bei der Verlosung mitmachen!  Bitte gebt in eurer Antwort an, ob ihr auch Punkte für den LovelyBooks Lesesommer sammeln oder nur an der Verlosung der Buchpakete teilnehmen möchtet. Und wenn ihr nur die Punkte für den Lesesommer sammeln, aber nicht an der Verlosung teilnehmen möchtet, schreibt das ebenfalls dazu.

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  • Das geheimnisvolle Hinterzimmer im Bistro Balto

    Der Club der unverbesserlichen Optimisten
    Barbara62

    Barbara62

    01. April 2015 um 09:14

    Zwischen 1959 und 1964 spielt dieser 2009 mit dem „Prix Goncourt des lycéens“ ausgezeichnete Roman.  Der Ich-Erzähler Michel, zu Beginn zwölf Jahre alt, leidet unter seiner fehlenden Begeisterung für die Mathematik sowie unter dem zerrütteten Verhältnis zwischen seiner aus der Bourgeoisie stammenden Mutter und dem Vater aus dem Arbeitermilieu. Er flüchtet sich in die Literatur, den Rock ’n’ Roll und das Tischfußballspielen im Bistro Balto an der Place Denfert-Rochereau. Dort entdeckt er eines Tages im Hinterzimmer den „Club der unverbesserlichen Optimisten“, Emigranten vorwiegend aus Osteuropa, Kommunisten und Ex-Kommunisten, Juden, Intellektuelle, Querköpfe und einsame Flüchtlinge, die sich zum Philosophieren, Erinnern und Schachspielen treffen. Ab und zu kommen Sartre und Joseph Kessel vorbei, um sich von der Atmosphäre beim Schreiben inspirieren zu lassen. Michel wird ihr jüngstes Mitglied und bekommt in der Folge Lebensgeschichten voller Tragik, aber auch oft humorvoll erzählt, zu hören.  Als Michel 1964 ein mittelmäßiges Abitur ablegt, kennt er all ihre Schicksale, hat seinen ersten Kinofilm gesehen, das Fotografieren erlernt und seine erste Liebe erlebt und wieder verloren. Die Welt steht ihm offen, er ist erwachsen geworden.  Dieser leicht melancholische, in die Zeitgeschichte und das Leben in Paris eingebettete Entwicklungsroman hat mich über Tage nicht mehr losgelassen und ich empfehle ihn als das „etwas andere“ Buch. Für mich ein absolutes Lieblingsbuch!

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  • Zeitgeschichte in charmanter Handlung verpackt

    Der Club der unverbesserlichen Optimisten
    HeikeM

    HeikeM

    22. April 2013 um 10:22

    Der Roman beginnt mit einem Ende, der Beerdigung eines der ganz Großen, Jean-Paul Sartre, im Jahr 1980. Michel Marini nimmt daran teil und begegnet dort einem Bekannten aus alten Zeiten. Das ruft Erinnerungen hervor, über die Michel als Ich-Erzähler dieses Romans berichtet. Die Handlung setzt im Jahr 1959 ein, Michel feiert seinen 12. Geburtstag. Der Leser begleitet ihn durch die Zeit des Erwachsenwerdens. Er stammt aus gut situiertem Haus, die Eltern betreiben ein sich stetig vergrößerndes Handelsunternehmen. Die Mathematikprüfungen besteht Michel nur bei Anwesenheit seines Banknachbarn, kurz gesagt, auf sich allein gestellt versagt er, dagegen sind seine Leistungen beim Kickern kaum zu übertreffen. Den heimischen Diskussionen über schulische Leistungen überdrüssig, begleitet Michel seinen älteren Bruder Franck immer häufiger zum Kickern ins Bistro 'Balto'. Durch eine von ihm bislang nicht beachtete Tür gelangt er in ein Nebenzimmer, in dem sich eine illustre Gesellschaft von Emigranten aus dem Ostblock, Igor, der ehemalige Arzt aus Leningrad, Tibor, der homosexuelle Schauspieler aus Ungarn und Leonid, der einstige sowjetische Pilot, aber auch die intellektuelle Elite wie Jean-Paul Sartre und Joseph Kessel zum Schachspielen, Diskutieren, Erinnern, Philosophieren und nicht zuletzt zum Trinken treffen und den "Club der unverbesserlichen Optimisten" bilden. An ihrer optimistischen Weltsicht können auch ihre oftmals schlechten Erfahrungen und ihre derzeitig schwierige Situation nichts ändern. In eingefügten Rückblenden erfährt der Leser von einem auktorialen Erzähler, warum die einstmals erfolgreichen Leute als fast mittellose Emigranten in Paris gestrandet sind. Nach und nach wird Michel der Club zum zweiten Zu Hause und dessen Mitglieder werden Freunde. Als Franck sich als Freiwilliger für den Algerienkrieg meldet, später desertiert und schließlich des Mordes angeklagt wird, legt sich ein Schatten über die scheinbare Familienidylle. "Der Club der unverbesserlichen Optimisten" ist ein in die Zeitgeschichte vom Ende der 1950er bis zur Mitte der 1960er Jahre eingebetteter Entwicklungsroman. Der Autor, Jahrgang 1949, verknüpft das Erwachsenwerden Michels äußerst gekonnt mit dem historischen Geschehen. Dabei ist anzunehmen, dass eine Vielzahl persönlicher Erlebnisse und Erfahrungen in diesen Roman eingeflossen sind. Die Handlung wirkt leicht erzählt, schreitet trotz der eingefügten Rückblenden stets voran und zeichnet ein brillantes Zeitportrait. Der Roman fesselt den Leser nicht durch actiongeladene Szenen. Er beeindruckt durch die ruhige Erzählweise und eine Handlung, die zum Ende hin dann auch noch dramatisch wird. Unaufdringlich bringt Jean-Michel Guenassia dem Leser auf literarische Weise den zur Zeit der Romanhandlung in voller Blüte stehenden Existentialismus nahe. Er greift die Gedanken Sartres und Camus auf, verwebt sie in seinem Roman und transportiert dadurch gekonnt den Zeitgeist und die Stimmung im Paris der 60er Jahre. Insofern ist dieses Debüt auch ein philosophischer Roman. Die Figuren scheinen aus dem Leben gegriffen, Verfolgte, Querdenker, Philosophen, Schachspieler, Einsame, Flüchtlinge, Menschen wie Du und ich, Franzosen Russen, Ungarn, Deutsche. Die Atmosphäre ist dicht und greifbar. Man meint, beim Lesen den Qualm der Gitanes erahnen zu können. Stilistisch ist dieser Roman sehr ausgereift. Es wechseln sich tiefgründige mit humorvollen Szenen ab, das trägt dazu bei, dass er sich sehr angenehm lesen lässt. Er widerspiegelt das gewisse Flair, das man, auch ohne Kenntnis des Handlungsortes, Paris zuordnen würde und das auch trotz der Übersetzung sehr präsent ist. "Der Club der unverbesserlichen Optimisten" ist ein Roman, der beste Unterhaltung mit der Vermittlung von Zeitgeschehen verbindet. Er hat mich über Tage gefesselt und mich zu weiteren Recherchen angeregt. Ich empfehle ihn sehr gern weiter, nicht nur an die Liebhaber der französischen Literatur.

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  • Rezension zu "Der Club der unverbesserlichen Optimisten" von Jean-Michel Guenassia

    Der Club der unverbesserlichen Optimisten
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    02. October 2012 um 20:07

    Toll! Coming-of-age Geschichte in den 60ern in Paris. Es ist die Geschichte von Michel, seiner schrägen Familie und seinen Freunden. Seine neuen Interessen werden gerade Tischfußball, Rock'n Roll, das Fotografieren. Auf dem Weg von 14 Jahren bis zum Abi werden Michel's Welt, viele politische Themen gestreift und immer wieder das Lebensgefühl der Zeit in Paris beschrieben. In diese Rahmengeschichte kommt der Club aus dem Titel. Es handelt sich (eigentlich) um einen Schachclub, den politische Exilanten, die ihr Domizil in Paris aufgeschlagen haben, gegründet haben. Jeder dieser Exilanten hat seine eigene, persönliche Geschichte, die im Laufe des Buches eingewoben wird. Nicht nur, dass wahrscheinlich Wenige über die 60er in Paris erzählen könnten, auch die sehr politische Färbung und die EInblicke in das Leben in osteuropäische Staaten zu dieser Zeit machen den besonderen Reiz des Buches aus. Das Ganze ist bestens, mit viel Humor, Liebe, Tragik und mit sehr viel Empathie bis zur letzten der 685 Seiten erzählt. Landet in meinen Top 5 dieses Jahres.

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  • Rezension zu "Der Club der unverbesserlichen Optimisten" von Jean-Michel Guenassia

    Der Club der unverbesserlichen Optimisten
    Stephenie

    Stephenie

    25. August 2012 um 14:39

    Die Geschichte beginnt gut - ein junger Mann sieht aus der Ferne einer großen Beerdigung eines großen Mannes zu & trifft danach einen alten Bekannten mit dem er in die Vergangenheit eintaucht. Das Paris der 60er Jahre. Damals war der Mann noch ein unerfahrener, neugieriger Jugendlicher. In dieser politisch unruhigen Zeit, in der auch der amerikanische Rock´n´Roll nach Europa kommt, trifft er die Mitglieder des Club der unverbesserlichen Opitimisten. Nach der guten Hälfte hab ich allerdings aufgegeben, die Beschreibungen sind mir immerwieder zu oft & zu weit ausgeschweift & ich hatte auch keine Lust mir zum xten mal eine Diskussion über den Kommunismus "anzuhören". Kein schlechtes Buch, aber mann braucht Geduld, mehr als ich jedenfalls.

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  • Rezension zu "Der Club der unverbesserlichen Optimisten" von Jean-Michel Guenassia

    Der Club der unverbesserlichen Optimisten
    BertieWooster

    BertieWooster

    23. November 2011 um 20:53

    Paris 1959. Michel Marini Jahre alt, ist in Mathe eine Niete, dafür beim Kicker mit seinem Freund kaum zu schlagen. Und beim Kickern in einem Bistro entdeckt er eine Tür zu einem Hinterzimmer, in der einige ältere Herren verschwinden. Überschrieben ist diese mit „Club der unverbesserlicher Optimisten. Seine Neugier ist geweckt. Deshalb schaut er einfach mal dort rein. Anfangs wird er scheinbar kaum bemerkt bzw. einfach so als neues Mitglied aufgenommen. Bei den Mitgliedern handelt es sich fast ausschließlich um Emigranten, die aus den unterschiedlichsten Gründen aus ihren Heimatländern fliehen mussten, sei es vor den Kommunisten aus Polen, Ungarn oder der Sowjetunion oder weil man Kommunist war, z.B. aus Griechenland. Dort spielen sie Schach. Aber es ist wohl einer der seltsamsten Schachclubs der Welt. So wird der Club zu einer Art zweiten Familie. Denn seine eigene Familie ist etwas seltsam, da der Vater aus einem ganz anderen Milleu stammt, als die Mutter, kommt es dort vermehrt zu Konflikten. Im Laufe des Buches wechseln sich Episoden aus der verzwickten Familiengeschichte mit den Einzelschicksalen der Clubmitglieder ab. So wendet sich Michel vertrauensvoll an die Clubmitglieder, wenn es Probleme in der Familie gibt, und die gibt es nicht zu knapp. Aber auch in Liebessachen wissen die Mitglieder Rat, auch wenn die einzelnen Clubmitglieder stets anderer Ansicht sind und sich öfter zu streiten scheinen, als Schach zu spielen. Aber auch nach dem heftigsten Krach wird gleich wieder gefeiert. Denn die Mitglieder haben schon einiges mitgemacht und wissen die Freundschaft im Club zu schätzen. Nur ein Mitglied scheint von allen geächtet zu sein. Lediglich Michel gelingt es heimlich so etwas wie eine Freundschaft zu Sascha aufzubauen. Denn dieser hilft ihn bei seinen ersten Gehversuchen als Fotograf. Erst zum Schluss wird die tragische Geschichte und seine Einsamkeit aufgelöst. Besonders gut gefallen hat mir an dem Buch, wie es dem Autor gelingt die Atmosphäre in Paris Ende der 50er bis Mitte der 60er Jahre zu beschreiben, vom Algerienkonflikt, über die Begeisterung der Jugend für den Rock n Roll bis zu den Vor-68ern. Ein besonderer Gegensatz wird von den radikalen Ansichten von Michels älterem Bruder und seinen Freunden zu den Clubmitgliedern gezeichnet, die meistens aus Diktaturen kommen und damit schon Systeme erlebt haben, von welchen manche Jugendliche noch schwärmen. Aber eigentlich ist es auch ein Buch über die Freundschaft und wie schwierig es ist, diese zu erhalten.

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  • Rezension zu "Der Club der unverbesserlichen Optimisten" von Jean-Michel Guenassia

    Der Club der unverbesserlichen Optimisten
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    14. June 2011 um 09:56

    Der vorliegende Roman des 1950 geborenen Jean-Michel Guenassia, der nach seinem Erscheinen in Frankreich 2009 großes Aufsehen erregte und seinen Autor quasi über Nacht zu einem der angesehensten Schriftsteller Frankreichs machte, entführt seine Leser in die Zeit des Existenzialismus. Ort der Handlung ist das Paris ab Ende der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, wo der Existenzialismus, nicht nur durch Sartre geprägt, seine Hochphase hatte. Der Erzähler des Buches ist der zu Beginn des Buches zwölfjährige Michel, in dem Guenassia, wie ich vermute, viele autobiographische Erfahrungen verdichtet hat. Michel stammt aus einer wohlhabenden Familie, sein Vater ist ein erfolgreicher Geschäftsmann. Doch als sein Bruder im Zusammenhang des Algerienkriegs wegen Mordes angeklagt wird, legt sich ein Schatten über die ehedem heile Familie. Michel sucht im „Balto“, einem Bistro, Ablenkung. Dort trifft er auch im Hinterzimmer auf den „Club der unverbesserlichen Optimisten“. Männer sind das, die trotz aller ihrer privaten und politischen Katastrophen Optimisten geblieben sind. Kantige und außergewöhnliche Figuren begegnen ihm dort , beeindruckende Menschen, mit denen Michel die nächsten fünf Jahre seines Lebens viel Zeit verbringen wird, von deren Geschichten und Schicksalen er hören wird und deren intellektuellen Feingeist er nicht bewundern lernen wird, sondern von dem er auch für sein eigenes Leben lernt. Emigranten aus dem Ostblock, verfolgte und enttäuschte Kommnisten sind es hauptsächlich, die sich täglich im „Balto“ treffen, von alten Zeiten erzählen, die aktuelle Lage einschätzen, philosophieren und Schach miteinander spielen. Auch Sartre lässt sich dort ab und zu einmal blicken. Jean Michel Guenassia gelingt es hervorragend, die Geschichte des jugendlichen Michel zu verknüpfen mit vielen Einzelschicksalen und webt sie zusammen zu einem Porträt der großen politischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Gleichzeitig ist es eine wunderbare Einführung in die existenzialistischen Diskurse und das Denken einer Epoche, die damals tonangebend war und viele Kulturschaffende beeinflusst hat. Wenn er zusammen mit Michel seinen Leser die Gespräche der „unverbesserlichen Optimisten“ verfolgen lässt, kann sich nicht nur Michel der intellektuelle Dichte und der historischen Tiefe ihrer Gedankengänge nicht entziehen. Das Buch ist deshalb nicht nur ein fesselnder Roman, ein eindrucksvolles Epochenporträt, sondern auch eine Art belletristische Einführung in die Philosophie des Existentialismus.

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