Jean-Patrick Manchette

 3.9 Sterne bei 19 Bewertungen
Autor von Nada, Herz aus Blei und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Jean-Patrick Manchette

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Jean-Patrick ManchetteNada
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Nada
Nada
 (11)
Erschienen am 17.06.2006
Jean-Patrick ManchetteFatal
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Fatal
Fatal
 (1)
Erschienen am 01.01.2001
Jean-Patrick ManchetteThe Gunman (Position: Anschlag liegend)
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The Gunman (Position: Anschlag liegend)
The Gunman (Position: Anschlag liegend)
 (0)
Erschienen am 18.05.2015
Jean-Patrick ManchettePortrait in Noir
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Portrait in Noir
Portrait in Noir
 (0)
Erschienen am 01.10.2014
Jean-Patrick ManchetteDie Position des schlafenden Killers
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Die Position des schlafenden Killers
Die Position des schlafenden Killers
 (2)
Erschienen am 01.04.1994
Jean-Patrick ManchetteHerz aus Blei
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Herz aus Blei
Herz aus Blei
 (2)
Erschienen am 01.03.1995
Jean-Patrick ManchetteGunman
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Gunman
Gunman
 (1)
Erschienen am 20.02.2015
Jean-Patrick ManchetteThe Gunman
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The Gunman
The Gunman
 (1)
Erschienen am 17.03.2015

Neue Rezensionen zu Jean-Patrick Manchette

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Elwes avatar

Rezension zu "The Gunman" von Jean-Patrick Manchette

Französische Crime Noir - dunkel, unerfreulich, aber trotzdem fesselnd
Elwevor 2 Jahren

The Gunman (ursprünglich 'The prone gunman') ist ein französischer Noir-Thriller von 1981 und erzählt die Geschichte von Martin Terrier, einem Berufskiller, der aus dem Geschäft aussteigen will, was aber seine Auftraggeber nicht wollen - und ihm deshalb das Leben schwer machen. Dabei führt eins zum anderen, so dass die ganze Situation schließlich komplett eskaliert.
Der Roman wurde - mit entsprechendem Coverbild - neu aufgelegt, weil er im letzten Jahr mit Sean Penn in der Hauptrolle verfilmt wurde (wobei die Handlung von Film und Buch nur wenig miteiander zu tun haben; aber dazu später).
Der Roman ist immerhin fast vierzig Jahre alt und entspricht deshalb nicht den Erzählstrukturen und Stilmitteln, die man aus modernen Thrillern gewöhnt ist - was dazu führt, dass er etwas sperrig zu lesen ist. Das liegt insbesondere daran, dass das Geschehen konsequent aus einer Außenperspektive geschildert wird, d.h. man weiß als Leser zu keinem Zeitpunkt, was Terrier oder irgendeine andere Figur im Buch wirklich denken. Über die Motivation für so manche Wendung kann man also nur mutmaßen - was zwar auch seinen Reiz hat, aber auch viel Distanz zum Geschehen schafft. Mehr als eine Beschreibung der Gesichtsmimik gibt es nicht als Anhaltspunkt.
Ohne Details zu verraten, kann man wohl sagen, dass 'The Gunman' zwar spannend ist, aber zugleich unendlich deprimierend - was natürlich typisch für das Noir-Genre ist. Es gibt viel Schatten und kein Licht. Die Charaktere sind fast durchgängig psychische Wracks oder Psychopathen oder beides, und zwar ohne das romantisch-verklärte Moment, das den modernen 'Tortured Hero' auszeichnet - der am Ende dann doch noch Rettung erfährt. Hier wird keiner gerettet. Oder wenn doch, dann nur auf eine Weise, die sich wie Pest zu Cholera als Alternative verhält. Der Protagonist ist ein brutaler, aufbrausender Klotz, der seine Frauen wie Dreck behandelt, die Protagonistin hängt an der Flasche (was aber nichts Besonderes zu sein scheint) und hat außer Cognac und Bettakrobatik keine Interessen (aber dafür üppige Kurven), als Beleidigungen dienen rassistische Klischees etc. Gewalt wird häßlich und schonungslos beschrieben, und wenn geschossen wird, dann spritzen auch Hirn und Eingeweide.
Ansonsten ist das Buch rückblickend eine recht interessante Gesellschaftsstudie über die gesellschaftlichen und moralischen Werte der 80er Jahre. Beim Lesen wird einem recht drastisch bewusst, wie extrem sich Dinge geändert haben - Stichwort Geschlechterverhältnis, Moralkodizes, Rassismus, ganz allgemein die Regeln guten Tons.

Noch ein Wort zum Verhältnis zwischen Buch und Verfilmung, weil das Filmcover vorn auf dem Buch prangt:
Wie schon oben erwähnt, haben Buch und Film bis auf einige Namen der Hauptfiguren kaum etwas miteiander zu tun. Wem also der Film gefallen hat, dem muss das Buch nicht unbedingt zusagen. Der Film folgt natürlich Hollywood-Codizes und reflektiert moderne Moralvorstellungen; das Buch tut das wie gesagt nicht. (wie auch - es ist wie gesagt 1981 erschienen).

Deshalb fällt mir die Bewertung auch schwer.
Als Unterhaltung taugt es nur bedingt - und wäre es ein moderner Titel, würde es gegen so ziemlich jede Regel des guten Geschmacks verstoßen. Als Lektüre im zeitgeschichtlichen Kontext und als unverfälschte Genre-Studie ist es dagegen mindestens einen Stern extra wert - deshalb gebe ich abschließend 4 Sterne.
 

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Stephanuss avatar

Rezension zu "Nada" von Jean-Patrick Manchette

Spannender Krimi aus den 1970er Jahren
Stephanusvor 5 Jahren

Der Inhalt des Buches ist eigentlich sehr schnell zusammengefasst: Eine ultralinke Gruppe plant und verübt die Entführung eines US-Diplomaten im Paris der frühen 1970er Jahre.

Manchette legt einen sehr ungewöhnlichen Krimi vor. Für mich war es eigentlich gar kein richtiger Krimi, da bereits am Anfang des Buches das Ende absehbar ist. Ich dachte mir daher, dass das ganze Buch dann wohl eine sehr zähe Leseangelegenheit wird. Tatsächlich ist aber von Seite zu Seite das Gegenteil eingetreten und das Buch entwickelte eine ganz eigene Spannung und fesselte mich dann doch.

Durch die dichte Beschreibung der Charaktere und der unterschiedlichen Motive der Teilnahme an der Entführung, aber auch wie jeder der Charaktere die Entführung angeht, gewinnt das Buch seinen Reiz.

Der Autor schildert präzise und mit klarer, knapper Sprache die Handlung und schafft trotz dieses Minimalismus eine gute Darstellung der Charaktere, aber auch der Zeit in Paris mit linken und ultralinken Gruppen auf der einen Seite und der konservativen (bis hin zum rechten Radikalismus) der Polizei. Nicht umsonst war der Autor der Meister des sozialkritischen und hintergründigen Krimis.

Etwas störend und befremdlich fand ich nur die übermäßige Radikalität und die doch erhebliche Gewaltdarstellung im Buch selbst.

Trotzdem für mich immer noch lesenwert und zu empfehlen.

 

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Kajaaas avatar

Rezension zu "Nada" von Jean-Patrick Manchette

Rezension zu "Nada" von Jean-Patrick Manchette
Kajaaavor 8 Jahren

Inhalt:
Die anarchistische Gruppe Nada plant den amerikanischen Botschafter in Paris, Richard Pointdexter, zu kidnappen. Im tiefsten, tristen Winter in den 70er Jahren wird Pointdexter aus einem Bordell entführt und in einem ehemaligen Bauernhof versteckt. Problematisch ist hierbei nicht nur ihr Gegenpart Kommissar Goémond, sondern auch die unterschiedlichen politischen Motive der Entführer.

Meinung:
„Nada“ war eine meiner ältesten SuB-Leichen und wie so oft, habe ich mich etwas geärgert sie solange liegen zu lassen. Manchette ermöglicht dem Leser einen Einblick in die politischen Quereleien des Frankreichs der späten 60er und frühen 70er Jahre. Dies war auch gleich der erste Manko für mich, trotz zahlreicher Erklärungen im Glossar fehlte mir teilweise immer noch der Überblick über die diversen politischen Gruppierungen. Dementsprechend kann ich auch nicht beurteilen, inwiefern die Aktionen der Gruppe „Nada“ in die politische Landschaft Frankreichs passten.
Nichtsdestotrotz ist „Nada“ ein sehr gelungener Kriminalroman und fordert den Leser heraus. Dies liegt zu einem daran, dass Manchette einen zwischen die Fronten wirft. Man kann sich nicht wirklich entscheiden, ob man auf der Seite der Anarchisten oder doch auf der des Staates ist. Beide sind größtenteils unsympathisch, gewalttätig, radikal.
Des Weiteren ist das Ende des Romans absehbar, dies liegt unter anderem daran, dass zu Beginn des Buches ein Brief eines beteiligten Polizisten die Auflösung schon fast verrät. Trotzdem oder gerade deswegen muss man weiterlesen, um zu erfahren, wie es zu dem Ende kommen konnte.
Schließlich ist festzustellen, dass „Nada“, laut Klappentext ein typischer Vertreter des Roman Noirs, ein sehr gelungener Krimi ist. Einzig die Gewaltverherrlichung und extreme Brutalität war mir teilweise etwas zu viel. Das ein oder andere Mal musste ich echt schlucken und sonst bin ich eigentlich nicht so empfindlich.

Fazit:
„Nada“ ist mit den wenigstens aktuellen Krimis vergleichbar, wer über den Tellerrand schauen möchte und unempfindlich gegenüber extremer Gewalt ist, sollte dieses Buch lesen. 4 Sterne.

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