Jean-Paul Didierlaurent

 4,1 Sterne bei 382 Bewertungen

Lebenslauf

Jean-Paul Didierlaurent, 1962 in La Bresse/Elsass geboren, lebt nach einigen Jahren in Paris nun wieder in seinem Heimatort und arbeitet im Kundencenter eines Telekommunikationsunternehmens. 1997 hat er zum ersten Mal zwei Erzählungen bei einem Schreibwettbewerb eingereicht - und beide haben gewonnen. Seither hat er etliche preisgekrönte Kurzgeschichten geschrieben. Die Sehnsucht des Vorlesers ist sein erster Roman.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jean-Paul Didierlaurent

Cover des Buches Die Sehnsucht des Vorlesers (ISBN: 9783423253932)

Die Sehnsucht des Vorlesers

(311)
Erschienen am 09.02.2018
Cover des Buches Macadam oder Das Mädchen von Nr. 12 (ISBN: 9783423261456)

Macadam oder Das Mädchen von Nr. 12

(30)
Erschienen am 07.07.2017
Cover des Buches Der unerhörte Wunsch des Monsieur Dinsky (ISBN: 9783423217552)

Der unerhörte Wunsch des Monsieur Dinsky

(27)
Erschienen am 30.11.2018
Cover des Buches Die Sehnsucht des Vorlesers (ISBN: 9783957130150)

Die Sehnsucht des Vorlesers

(14)
Erschienen am 25.09.2015
Cover des Buches Le liseur du 6 h 27 (ISBN: 9782070461448)

Le liseur du 6 h 27

(0)
Erschienen am 27.08.2015
Cover des Buches Le liseur du 6 h 27 (ISBN: 9782070149346)

Le liseur du 6 h 27

(0)
Erschienen am 27.08.2015

Neue Rezensionen zu Jean-Paul Didierlaurent

Cover des Buches Die Sehnsucht des Vorlesers (ISBN: 9783423253932)
Featherstones avatar

Rezension zu "Die Sehnsucht des Vorlesers" von Jean-Paul Didierlaurent

Featherstone
Über die Liebe zu Büchern und die Magie des Vorlesens

Inhalt:

Guylain arbeitet für ein Recyclingunternehmen und muss täglich sicherstellen, dass die riesige Schreddermaschine reibungslos funktioniert und Abertausende von Büchern zerkleinert. Aufgrund seiner Liebe zu Büchern verabscheut Guylain diese Arbeit jedoch zutiefst und spricht von der Maschine als „die Bestie“. Sein einziger Trost ist, dass es ihm hin und wieder gelingt einige Seiten vor der Zerstörung zu retten. Diese liest er dann bei der täglichen Zugfahrt zu seiner Arbeitsstelle seinen Mitreisenden vor. Eines Tages findet Guylain einen USB-Stick auf dem eine ihm unbekannte Frau namens Julie von ihrem Alltag erzählt. Nachdem Guylain diese Texte gelesen hat ist er überzeugt, dass Julie seine Seelenverwandte ist und er setzt alles daran sie zu finden…

Für ihn war der Inhalt bedeutungslos. Was zählte, war der Akt des Vorlesens. Er schenkte jedem einzelnen Blatt seine ungeteilte Aufmerksamkeit, damit das Vorlesen seine magische Wirkung entfalten konnte: Jedes Wort, das ihm über die Lippen kam, befreite ihn ein bisschen von dem Ekel, der ihn beim Gedanken an seine Arbeit überkam. (S. 14)

Meine Meinung:

Der Klapptext hat mich direkt angesprochen. Ich hoffte auf ein Highlight wie „Der Buchspazierer“ (von Carsten Henn) und das Thema Büchervernichtung hat mich auch ein bisschen an das Buch „Fahrenheit 451“ (von Ray Bradbury) erinnert. In „Die Sehnsucht des Vorlesers“ ist die Büchervernichtung aber nicht ganz so dramatisch, weil es nicht darum geht von sämtlichen Büchern alle vorhandenen Ausgaben zu zerstören. Es sollen „nur“ Bücher geschreddert werden, die nicht verkauft werden konnten und die daraus gewonnenen Rohstoffe sollen zudem zur Herstellung neuer Bücher verwendet werden.

Die Lebenswelt, die Gedanken und die Gefühle von Guylain werden sehr einfühlsam und anschaulich beschrieben. Dadurch kann man sich sehr gut in Guylain hineinversetzen. Er lebt relativ zurückgezogen, sein Alltag ist etwas trostlos, seine Arbeit verabscheut er richtiggehend und sein Chef ist noch dazu ein ziemlich unangenehmer Zeitgenosse. Daher wünscht man es Guylain sehr, dass er neuen Mut schöpft und ihn ein erfüllteres und glücklicheres Leben erwartet. Es macht Guylain sympathisch wie sehr er sich um Guiseppe bemüht und was für ein guter Freund er diesem ist. Guiseppe ist ein früherer Arbeitskollege von Guylain und hat bei einem Arbeitsunfall seine Beine verloren hat. Es wird zudem richtig rührend beschrieben wie sehr Guylain an seinem kleinen orangefarbenen Freund, dem Goldfisch Rouget de Lisle, hängt:

Er brauchte den Goldfisch wirklich, er litt unter einer regelrechten Abhängigkeit und konnte nicht auf einen stummen orangefarbenen Gefährten auf seinem Nachttisch verzichten. Es war ein großer Unterschied, ob man allein lebte oder zusammen mit einem Goldfisch, das wusste er aus Erfahrung. (S. 162/163)

Das Buch hat sowohl fröhliche Momente als auch traurige, die sehr betrüblich sind. Für schöne und zu Herzen gehende Momente sorgt Guylains Freundschaft zu Guiseppe und zu seinem Goldfisch Rouget de Lisle. Außerdem ist es toll wieviel positive Gefühle er selbst aus dem Vorlesen zieht und wie viel Freude er damit besonders den älteren Herrschaften in der Seniorenresidenz bereitet. Auch die Seelenverwandtschaft, die Guylain spürt als er die Texte der ihm unbekannten Julie liest berührt einem und es ist schön zu lesen mit wieviel Hoffnung und Durchhaltevermögen er sich daran macht Julie ausfindig zu machen.  

Es hätte mir besser gefallen, wenn diese fröhlichen und hoffnungsvollen Momente mehr Raum eingenommen hätten. Stattdessen wird sehr ausführlich und eindrücklich beschrieben wie sehr Guylain unter seiner Arbeit leidet und wie sehr er sie verabscheut. Das allein wäre für mich aber noch kein Kritikpunkt. Es kommt jedoch hinzu, dass auch Julie mit ihrer Arbeit ziemlich unglücklich ist. Sie hat des Öfteren mit Kunden, die sich ihr gegenüber respektlos verhalten, die auf sie herabsehen und die ihr demütigende Erfahrungen verschaffen. Das zu lesen tat weh und machte traurig. Ich habe sowohl Julie als auch Guylain gewünscht, dass es ihnen gelingt eine Arbeit finden, die sie glücklicher macht und die ihnen nicht so zusetzt. Dazu kommt es aber nicht. Die beiden haben sich vielmehr mit ihrer jeweiligen Situation abgefunden und sie haben anscheinend diesbezüglich die Hoffnung auf Besseres aufgegeben. Da Guylain bzw. Julie aber noch keine 40 bzw. noch keine 30 Jahre alt ist liegen aber noch Jahrzehnte mit ihrer Arbeit vor ihnen: Jahrzehnte in denen ihnen ihre Arbeit weiter zusetzen wird. Am Ende der Geschichte bleibt einem einzig die Hoffnung, dass Guylan und Julie vielleicht Freunde bzw. vielleicht sogar ein Paar werden und zumindest dadurch das Leben der beiden glücklicher wird. Das hofft man, aber es wird leider bloß angedeutet und es ist ungewiss ob es wirklich so kommen wird.

Das führt mich zu meinem größten Kritikpunkt: Das Ende der Geschichte ist meiner Meinung viel zu abrupt. Es bleiben Fragen offen und es werden Sachen angedeutet statt dass man erfährt was im weiteren Verlauf tatsächlich noch passiert ist. Damit hatte ich meine Probleme – zumal ich fast zur gleichen Zeit einen Roman mit einer ähnlichen Thematik gelesen habe, der es diesbezüglich meiner Meinung nach besser gemacht hat:

Ich habe fast zur gleichen Zeit „Der Buchspazierer“ (von Carsten Henn) gelesen. Darin geht es ebenfalls um die Liebe zu Büchern und zum Lesen. Allerdings hat mir „Der Buchspazierer“ viel besser gefallen (= 5-Sterne-Buch). In beiden Geschichten geht es um einen liebeswerten und etwas zurückgezogen lebenden Buchfreund, der es nicht ganz leicht hat. Außerdem handelt es sich in beiden Fällen nicht „nur“ um eine lockere, hoffnungsvolle Geschichte. Stellenweise sind beide Geschichten durchaus auch dramatisch, traurig und nachdenklich machend. Was mir am Buch „Der Buchspazierer“ besser gefallen hat als beim Buch „Die Sehnsucht des Vorlesers“ ist insbesondere das Ende. Beim „Buchspazierer“ ist das Ende wunderschön, hoffnungsvoll und fällt zudem deutlich ausführlicher aus. Bei „Die Sehnsucht des Vorlesers“ ist mir das Ende zu abrupt: Man ahnt zwar wie es weitergehen könnte, aber es wird eben mehr angedeutet als tatsächlicher erzählt. Es ist davon auszugehen, dass die Hauptperson Guylain zwar zukünftig etwas glücklicher sein dürfte als gegenwärtig, aber die Abscheu vor seinem Beruf wird ihm wohl dennoch weiterhin sehr zusetzen und nicht einfach verschwinden.

Fazit:

Es handelt sich um eine schöne Geschichte über die Liebe zu Büchern, aber man hätte noch mehr daraus machen können und ich hätte mir ein ausführlicheres Ende gewünscht. Für mich konnte das vorliegende Buch nicht an „Der Buchspazierer“ (von Carsten Henn) heranreichen.

Cover des Buches Die Sehnsucht des Vorlesers (ISBN: 9783423253932)
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Rezension zu "Die Sehnsucht des Vorlesers" von Jean-Paul Didierlaurent

Irene123
Eine zutiefst berührende (Liebes-)Geschichte

(4.5/5 ⭐⭐⭐⭐✨)

Was für ein entzückendes, herzerwärmendes Buch! 🤩

Ich habe die Hauptfigur Guylain sofort ins Herz geschlossen. Er ist 36 Jahre alt, sehr schüchtern und lebt mit seinem Goldfisch, dem er all seine Probleme erzählt, in einer winzigen Wohnung. Seine einzigen Freunde sind sein ehemaliger Kollege Giuseppe, der nach einem Unfall in der Schreddermaschine beide Beine verloren hat und der Wachmann der Firma, der gerne aus Theaterstücken rezitiert. Guylain hasst seinen Job und kündigt nur deshalb nicht, weil er gut bezahlt wird. Er liebt Bücher über alles und leidet jeden Tag, wenn er Zeuge wird, wie tausende von nicht mehr gebrauchten Büchern geschreddert werden. Sein Leben ist generell einsam und öde, ohne jede Abwechslung. Die schönsten Momente erlebt er, wenn er in der Früh im Regionalzug auf dem Weg in die Arbeit ein paar am Vortag gerettete Buchseiten laut vorliest und so im Laufe der Zeit eine richtige kleine Fangemeinde gewinnt. Eines Tages wird er sogar in ein Seniorenheim eingeladen, um den betagten Menschen vorzulesen.

In sein Leben kommt erst so richtig Bewegung, als er Julies USB-Stick mit ihren Tagebucheintragungen im Zug findet. Julie beschreibt darin ihren Alltag als Kloputzfrau in einem großen Einkaufszentrum in Paris, und zwar auf so witzige und unterhaltsame Weise, dass Guylain sofort fasziniert von ihr ist und sie unbedingt finden möchte.

Dieses Buch ist eine Hommage an das Vorlesen. Das Vorlesen führt Menschen zusammen, regt die Fantasie an und schafft eine Atmosphäre des Wohlfühlens. Auch die unglaublich warme Erzählstimme des Autors und der (teils etwas schräge) Humor, der zwischen den Zeilen aufblitzt, haben zu diesem Wohlgefühl beigetragen. Obwohl man die relativ kurze Geschichte locker an einem Tag lesen kann, haben die Hauptfiguren einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen und sind mir ans Herz gewachsen.

Die einzige Kritik, die ich anbringen möchte, ist die Vorhersehbarkeit des Endes. Da gibt es keine großen Überraschungen, was aber wahrscheinlich auch gar nicht der Sinn dieses Buches ist.

Ich kann dieses Buch all jenen empfehlen, die eine etwas andere Art von Liebesgeschichte lesen möchten, mit schrulligen, aber ungemein liebenswerten Charakteren, die wirklich das Herz berühren.

Cover des Buches Die Sehnsucht des Vorlesers (ISBN: 9783423253932)
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Rezension zu "Die Sehnsucht des Vorlesers" von Jean-Paul Didierlaurent

Schanin
Skurriles Buch

Ich war von dem Roman enttäuscht. Die Hauptfigur nervte mich irgendwann nur noch, da er ständig nur jammerte und seinen Job total dramatisiert. Er war generell ein komischer Kauz, so wie die anderen Charaktere im Buch. Ich konnte mich in absolut keinen Charakter hinein versetzen. 

Ein wenig lustig fand ich nur die Stelle, wo die Renter vorgelesen bekamen.

Gespräche aus der Community

Cover des Buches Die Sehnsucht des Vorlesers
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LaElla
Hallo ihr Lieben,

einen schönen zweiten Advent wünsche ich euch! Auch diesen Sonntag gibt es wieder zwei tolle Bücher auf meinem Blog zu gewinnen!

Die Sehnsucht des Vorlesers von Jean-Paul Didierlaurent und Forever in Love von Cora Carmack :-)

Einfach das Teilnahmeformular auf meinem Blog ausfüllen und schon seid ihr im Lostopf :-)

http://wolkenweiss.com/2015/12/gewinnspiel-advent-advent-ein-lichtlein-brennt-2/
1 BeiträgeVerlosung beendet
Cover des Buches Die Sehnsucht des Vorlesers
Daniliesings avatar
Daniliesing

Eine Hommage an die Magie des Vorlesens

In seinem Roman "Die Sehnsucht des Vorlesers" erzählt der französische Autor Jean-Paul Didierlaurent die wunderbare Geschichte zweier liebenswerter Außenseiter und zugleich über die Liebe zu Büchern und zum Vorlesen! Wenn ihr wahre Buchliebhaber seid, dann seid ihr herzlich zu dieser Leserunde eingeladen!

Mehr zum Buch:

Es war reiner Zufall, dass der USB-Stick an diesem Montagmorgen Guylain Vignolles vor die Füße fiel. Der schüchterne Mann, der Bücher liebt und seinen Job in einer Papierverwertungsfabrik hasst, hätte ihn genauso gut ignorieren können.

Doch das Schicksal wollte es nun mal, dass er sich danach bückte. Als der 6-Uhr-27-Regionalzug anfuhr, schob er ihn kurzerhand in seine Jackentasche. Und damit nahmen die Dinge ihren Lauf …


Reinlesen und verlieben! | Special zum Buch

Dieser bezaubernde Roman versetzt uns nach Paris und hinein ins Leben von Guylain Vignolles, dessen Bücherliebe und sein Job in der Papierverwertungsfabrik in einem starken Gegensatz zueinander stehen. Der Autor lässt uns mit seiner Hauptfigur mitfühlen, mitleiden und mitleben. Seid ihr neugierig auf diese hinreißende Geschichte geworden? Dann bewerbt euch doch gleich als Testleser*, indem ihr auf "Jetzt bewerben" klickt und folgende Frage beantwortet:

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Vorlesen gemacht? Lest ihr selbst gerne vor, wurde euch früher vorgelesen oder vielleicht sogar heute noch?



* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde innerhalb von 4 Wochen sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir die Bücher nur innerhalb Europas verschicken können.

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