Jean-Paul Didierlaurent Die Sehnsucht des Vorlesers

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Inhaltsangabe zu „Die Sehnsucht des Vorlesers“ von Jean-Paul Didierlaurent

Die hinreißende Geschichte zweier liebenswerter Außenseiter ... und vielleicht der Beginn einer großen Liebe. Guylain Vignolles liebt Bücher und hasst seinen Job in einer Papierverwertungsfabrik. Darum liest er jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit im Regionalzug um 6 Uhr 27 laut ein paar Seiten vor, die er am Tag zuvor der Schreddermaschine entrissen hat: sein ganz persönlicher Akt der Rebellion gegen die Vernichtung von Literatur. Eines Tages entdeckt er im Zug einen USB-Stick, auf dem das Tagebuch einer jungen Frau gespeichert ist. Tief bewegt liest er nun ihre Geschichten vor - und der Zauber springt auch auf die Mitreisenden über. Viel wichtiger aber noch: Die Geschichten verändern Guylains Leben von Grund auf. Er muss diese Frau finden!

Ein einfach schöner Roman, lesen!

— Campe

Ein schöner Roman für Buchliebhaber, der sich aber streckenweise etwas zieht und anders ist als erwartet

— Azalee

Ich hätte mir gewünscht, dass das Ende nicht so plötzlich abbricht. Sonst ein schönes, kurzweiliges Buch.

— Katikay

bezaubernde Geschichte. Für mich typisch französisch <3

— schlaura

eine süße Hommage an die Schönheiten des Lebens, für die es sich zu leben lohnt

— Valabe

Ein traumhaft schönes Buch!

— steffi5437

Ein sehr schönes und ganz bezauberndes Buch!

— buecher_heldin

Ein charmanter und herzerwärmender Roman mit viel französischem Flair, allerdings wurde das Potenzial nicht ganz ausgeschöpft.

— Sarlis

Eine wunderschöne Idee, toll geschrieben und für Buchliebhaber einfach bezaubernd.

— PriJudice

Eine wunderbare Geschichte

— Marie1971

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  • Nicht ganz das, was der Klappentext verspricht, aber trotzdem ein schöner Roman

    Die Sehnsucht des Vorlesers

    Azalee

    16. October 2017 um 15:10

    Jean Paul Didierlaurent hat mit Die Sehnsucht des Vorlesers einen Roman über die Liebe zu Büchern geschaffen. Aber er zeigt uns auch die Schattenseiten auf, denn nicht jedes Buch verkauft sich gleich gut und so werden Tonnen an Büchern Jahr für Jahr in Fabriken vernichtet. In einer dieser Fabriken arbeitet Guylain. Guylain passt eigentlich nicht in diese Welt, denn statt Bücher zu hassen, liebt er sie. Als kleinen Akt des Protestes liest er daher jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit seinen Mitfahrern in der Bahn vor. Das ist Teil eins der Handlung. Neben dem Vorlesen steht da vor allem Guylains Leben im Mittelpunkt. Der Autor beschreibt in der Er-Perspektive Guylains Tagesablauf und seine Gedanken und Gefühle. Dieser Teil der Geschichte zieht sich etwas und lange passiert nicht wirklich viel. Beziehungsweise es passiert nicht das, was ich erwartet hatte. Denn auf dem Klappentext wird ja eine Liebesgeschichte angekündigt, die beginnt, weil Guylain einen geheimnissvollen USB-Stick findet. Er findet ihn auch tatsächlich, aber erst nach ungefähr der Hälfte des Buches. Die Liebesgeschichte, die sich dann entwickelt, dauert dann auch etwas und führt in ein eher offenes Ende. Schlimm fand ich das nicht, weil der Rest der Geschichte wirklich schön beschrieben ist und sich dank des Schreibstils flüssig lesen lässt. Auch wenn der Schreibstil eher nüchtern ist, konnte man sich trotzdem gut in die Geschichte hineinversetzen und sich alles bildlich vorstellen. Schön waren auch die Abschnitte aus den Teilen, die Guylain vorliest. Der Schreibstil unterscheidet sich von Abschnitt zu Abschnitt, sodass etwas Leben in die Geschichte hineinkommt. Das braucht es auch, denn ansonsten ist Guylains Leben nicht sonderlich spektakulär. Guylain war ein sehr gut ausgearbeiteter und eigenwilliger Charakter, den ich grundsätzlich gerne mochte. Gestört hat mich aber, dass es sich oft relativ passiv verhält. Als er den USB-Stick findet, macht er sich zunächst nicht selbst auf die Suche nach der Besitzerin, sondern lässt das seinen Freund Guiseppe erledigen. Der war, wie die anderen Figuren, eher oberflächlich ausgearbeitet und auf nur eine Charaktereigenschaft beschränkt. Eine Ausnahme dabei bildet die Besitzerin des geheimnissvollen USB-Sticks, die darauf aus ihrem Leben erzählt. Dadurch wurde die Liebesgeschichte noch einmal nachvollziehbarer für mich. FAZIT: Das Buch konnte mich vor allem wegen des untypischen Charakters von Guylain und des guten Schreibstils überzeugen. Die Handlung dagegen hat sich streckenweise etwas gezogen und es war nicht ganz die Liebesgeschichte war nicht ganz das, was ich erwartet hatte. SCHREIBSTIL: 4,5/5 Sterne HANDLUNG: 3/5 Sterne FIGUREN: 4/5 Sterne

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  • Die Sehnsucht des Vorlesers

    Die Sehnsucht des Vorlesers

    PhiechensWunderwelt

    20. July 2017 um 19:05

    Inhalt: Guylain Vignolles ist ein einfacher Arbeiter in einer Büchervernichtungsfabrik. Doch er liebt Bücher! Seinem trostlosen Leben gibt er mit seinen Findelkindern einen kleinen Lichtpunkt. Seine Findelkinder sind Buchseiten, die er beim täglichen Reinigen der Maschine retten kann. Jeden Abend legt er sie sorgfältig in eine Mappe, um sie am nächsten morgen im Zug vorlesen zu können. Jeden Morgen im 6 Uhr 27 Zug gibt er diesen Seite die letzte Ehre. Pendler und Menschen im Zug lieben dieses kleine morgendliche Ritual.  Als er eines Tages einen roten USB- Stick unter seinem Platz findet, ändert sich schlagartig sein Leben. Auf diesem Stick sind die Gedanken einer jungen Frau, die in einem Einkaufszentrum arbeitet. Diese Seiten druckt er sich aus und es wird sein neuer Lebensinhalt, diese Geschichte seinen Mitmenschen zu erzählen. Sein trostloses Leben hat nun wieder einen Sinn! Fazit: Dieses Buch beinhaltet auf einer Seite eine sehr traurige Geschichte für Buchliebhaber. Auf der anderen Seite ist es doch ein bezaubernder Roman über das Leben und seine Höhen und Tiefen.  Das Cover des Buches ist wunderschön gestaltet. Mit dem sandfarbenen Hintergrund gibt es dem Buch eine ruhige Ausstrahlung. Auch der Titel passt sehr gut zum Buch, denn viele Leser haben Sehnsüchte, wollen ihre Buchcharaktere kennen lernen und vieles mehr.  Der Anfang des Buches ist sehr schlicht. Man wird nicht sofort hinein geworfen, sondern lernt den Protagonisten erst einmal kennen. Er erzählt von seinem Leben und seinen Gedanken. Das Buch ist aus der Sicht eines Dritten erzählt. Dadurch kann man sich nicht ganz so gut in die Charaktere hinein versetzen, sieht jedoch ein wunderschönes Bild vor seinem inneren Auge.  Das Buch ist sehr bildlich geschrieben, dass man sich die einzelnen Handlungen sehr gut vorstellen kann.  Im Laufe der Geschichte lernt man viele Freunde von Guylain kennen und durchlebt seinen Alltag. Ich finde es schön, dass dieser Guylain ein sehr einfacher Mann ist, mit vielen Wünschen und sehr tiefgründigen Gedanken. Das wurde vom Autor auch wundervoll dargestellt. Zum Ende hin ist das Buch richtig schön geworden und auch sehr romantisch. Ich kann mit dem Ende sehr gut leben, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass es noch weiter ausgemalt wird.  Im Ganzen ist das Buch sehr gut geworden und eine wunderschöne Lektüre für jeden Buchliebhaber. Ich gebe dem Buch vier von fünf Sternen, da es wirklich sehr schön war, mich jedoch nicht vom Hocker gerissen hat.

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  • Geschichten erzählen einmal anders

    Die Sehnsucht des Vorlesers

    Valabe

    18. July 2017 um 08:58

    „Anders als man denkt, ist nämlich nichts auf der Welt unveränderlich.“ Guylain Guylain Vignolles arbeitet in einer Druckerei. Das erzählt er zumindest immer seiner Mutter. In Wahrheit jedoch arbeitet er nicht am Aufbau neuer Bücher, sondern an deren Zerstörung. Fünf Tage die Woche betätigt er die Hebel der bücherfressenden Maschine, so dass die Überreste der Bücher nur noch einen grauen Brei bilden. Doch ein paar Seiten überleben dieses Gemetzel und erhalten von Guylain am Folgetag ihren großen Auftritt auf der Bühne des 6:27 Zuges nach Paris. Als Guylain eines Morgens einen USB Stick findet, öffnet er ihn mit dem Willen ihn seinem rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben. Doch das, was er auf dem Stick findet, verändert sein Leben und seine große Suche beginnt… „Die Sehnsucht des Vorlesers“ ist das Romandebüt von Jean-Paul Didierlaurent, der hauptberuflich im Kundencenter eines Telekommunikationsunternehmens arbeitet. Schon seine Kurzgeschichten verzauberten seine Leser und der Roman schaffte es sogar bis ins Kino. Die Geschichte um Guylain und dessen alltäglicher Kampf mit seiner ungeliebten Arbeit lässt einen an die eigenen zur Gewohnheit gewordenen Gänge und den täglichen Einheitsbrei erinnern, um den man meist nicht herumkommt. Die Erzählweise ist einfach gehalten, aber keineswegs platt. Vielmehr ist es eine nachdenkliche Stimme, die sich mit dem Alltagsgeplänkel abmüht und es dennoch schafft den Leser zu faszinieren. Das Buch enthält keine großen Spannungskurven, es zieht leicht dahin, und vieles wiederholt sich. Aber ist so nicht der Alltag? Gerade dadurch erhält der Leser den Einblick in die vielen kleinen Dinge, die vielleicht alltäglich wirken, aber für andere Menschen eine große Bedeutung haben. So auch Guylains allmorgendliche Erzählungen im Zug. Die Seiten, die Er im Zug vorliest, sind im Buch farblich verändert und weisen hier und da Falten und Flecken auf. Dies verleiht ihnen Authentizität, als wären sie tatsächlich einmal verdaut und gewaschen worden. Auch die Seiten vom USB Stick wurden in der Optik einer Word Datei abgedruckt, was den beim Lesen den Eindruck erweckt, man würde sich selbst in den Händen halten. Die Stimme, die der Autor Guylain gibt, mag keine große und Imposante sein, aber sie ist magisch und lässt einen die gewöhnlichen Dinge des Alltags schöner erscheinen.

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  • Ein Buch, was die Seele berührt!

    Die Sehnsucht des Vorlesers

    steffi5437

    07. July 2017 um 08:09

    Das Buch handelt von einem Mann namens Guylain Vignolles, der Bücher über alles liebt! Ausgerechnet er arbeitet in einer Fabrik, wo Bücher zerschreddert und zerstört werden! Es zerreisst ihm jedesmal das Herz,wenn er diese Vernichtungsmaschine bedienen muss! Als Buchliebhaber kann man sich sehr gut vorstellen, wie sehr er unter seiner Arbeit leidet!Eines Tages gelingt es ihm, einzelne Seiten der Bücher zu retten und liest sie jeden Morgen in der Bahn, die ihn zur Arbeit fährt, den anderen Fahrgästen vor!Dieses Buch ist wunderschön und der Schreibstil des Autors ist sehr poetisch!

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  • Die Sehnsucht des Vorlesers v. Jean-Paul Diderlaurent

    Die Sehnsucht des Vorlesers

    Sarlis

    16. June 2017 um 14:55

    Inhalt/Klappentext: Die hinreißende Geschichte zweier liebenswerter Außenseiter ... und vielleicht der Beginn einer großen Liebe. Guylain Vignolles liebt Bücher und hasst seinen Job in einer Papierverwertungsfabrik. Darum liest er jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit im Regionalzug um 6 Uhr 27 laut ein paar Seiten vor, die er am Tag zuvor der Schreddermaschine entrissen hat: sein ganz persönlicher Akt der Rebellion gegen die Vernichtung von Literatur. Eines Tages entdeckt er im Zug einen USB-Stick, auf dem das Tagebuch einer jungen Frau gespeichert ist. Tief bewegt liest er nun ihre Geschichten vor - und der Zauber springt auch auf die Mitreisenden über. Viel wichtiger aber noch: Die Geschichten verändern Guylains Leben von Grund auf. Er muss diese Frau finden! Meine Meinung/Fazit: Eine kurzweilige aber dennoch liebenswerte Geschichte. Ein Buch zum Entdecken, mitlachen und mitweinen. Sehr interesante Charaktere, tolle Gedichte und die Aufmachung des Buches ist sehr schön. Dennoch steckte in diesem Buch etwas anderes als ich erwartete. Denn ich war ein enttäuscht davon, dass die ganze Sache mit dem Vorlesen im Grunde nur am Rande eine Rolle spielt. Dass Guylain seinen Mitfahrern jeden Morgen „gerettete“ Buchseiten vorliest, sagt natürlich eine Menge über den Charakter des Protagonisten und seine Liebe zur Literatur aus, doch letztendlich ist es mehr der Aufhänger der Geschichte und nicht so wichtig für die eigentliche Handlung. Im Zentrum des Romans steht Guylains Suche nach einer Frau, in die er sich verliebt, nachdem er zufällig ihre auf einem USB-Stick gespeicherten Memoiren findet. Dieser Handlungsstrang setzt jedoch leider erst ab circa der Hälfte ein und bricht am Ende zu abrupt ab. Mir wäre es lieber gewesen, wenn der erste Teil, der tatsächlich nur eine sehr lange Exposition ist, etwas kürzer gewesen wäre und man dafür erfahren hätte, wie es mit Guylain und Julie weitergeht. Ein charmanter und herzerwärmender Roman mit viel französischem Flair, allerdings wurde das Potenzial der Geschichte leider nicht wirklich ausgeschöpft, - meiner Meinung nach. Schade.

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  • Sehr sensibel erzählt

    Die Sehnsucht des Vorlesers

    Marie1971

    24. May 2017 um 19:00

    Guylain Vignolles zerreisst es jeden Tag das Herz, wenn er den Knopf des grossen Monsters bedienen muss. Sein Job in einer Papierwiederverwertungsanlage widerspricht seiner überaus grossen Liebe zu Büchern, die er tagtäglich zu Tausenden vernichten muss. Um ihnen ihre letzte Ehre zu erweisen, rettet er immer wieder heimlich einige Seiten, die er einem kleinen Publikum vorliest. Didierlaurent erzählt gefühlvoll aus dem Leben eines einfachen Fabrikarbeiters, der versucht, dem Leben immer wieder etwas schönes abzugewinnen. Auf den ersten Blick eher unscheinbar, offenbart sich dem Leser ein Mensch, der andern mit sehr viel Respekt und Güte begegnet. Und aus seinem tristen Alltag doch immer wieder zu flüchten vermag. Die Protagonisten sind wunderbar gewählt und spiegeln eine Mischung aus netten und weniger netten Mitmenschen wieder. Der Schreibstil ist einfach und gefühlvoll, und kommt ohne literarisches Vokabular aus. Ein überaus gelungenes Buch, das seinen Platz vor einem grossen Publikum mehr als verdient.

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  • Von Sehnsucht leider keine Spur

    Die Sehnsucht des Vorlesers

    Traumfeder

    23. May 2017 um 22:18

    InhaltGuylain Vignolles liebt Bücher und das Lesen, hasst aber auch seinen Job in einer Papierverwertungsfabrik. Heimlich stiehlt er einzelne Seiten aus der Schreddermaschine und liest diese jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit im Zug vor. Seine Mitfahrer genießen die Zeit mit ihm und lauschen jedem einzelnen Ton. Eines Morgens findet er einen USB-Stick bei seinem Stammplatz und nimmt ihn mit. Darauf findet sich 72 Dateien, in denen eine gewisse Julie über ihr Leben und ihren Job schreibt. Guylain ist total fasziniert von der Autorin und möchte sie unheimlich gerne kennen lernen.Meine Meinung - Achtung, mit SpoilerJa, das Cover hat mich wirklich angesprochen. Es hat so eine gewisse ruhige und sehnsüchtige Stimmung. Dazu wusste ich, dass ziemlich viele Leser von dem Buch begeistert waren, weshalb ich spontan dazu griff.Guylain Vignolles ist 36, lebt allein mit einem Fisch und ist eigentlich ganz schüchtern. Er liebt Bücher und hat einen Job, bei dem er Bücher vernichtet. Jeden Morgen im Zug zur Arbeit liest er aus seiner Seitensammlung. Diese sind die Überlebenden der Schreddermaschine, die er jeden Tag bedient. Heimlich fischt er sie heraus und bringt sie in Sicherheit. Dann findet er einen USB-Stick, den scheinbar eine Julie verloren hat, denn darauf finden sich Texte von ihr, die ihn irgendwie berühren.Guylain hat zwei gute Freunde, die auf ihre Weise äußerst skurril sind. Zum einen Yvon, der ebenfalls in der Fabrik arbeitet. Der große Mann ist Wachmann, mit einer Schwäche für das Theater. Er spricht nur noch in Versen, weshalb so mancher von ihm irritiert ist. Zum anderen ist da Guiseppe. Er hat ebenfalls in der Fabrik gearbeitet und Guylain mit ausgebildet, doch dann hatte er einen Unfall, bei dem er seine Beine verlor. Nun ist er davon besessen ein bestimmtes Buch in einer bestimmten Auflage zu finden, denn diese Bücher haben etwas mit seinem Unfall zu tun.Wo das Cover noch eine gewisse Stimmung aufzeigte, war auf den Seiten eher Tristheit zu finden. Guylain wurde für mich so gut wie nicht sympathisch. Ja, es hat ein romantisches Bild, dass ein Mann jeden Morgen seinen Zuhörern etwas vorliest, doch das war es auch. Er wirkte irgendwie stumpfsinnig. Dauernd jammert er, dass er seine Arbeit nicht ausstehen kann, dass es ihm das Herz bricht Bücher zu zerstören, doch er versucht nicht da raus zu kommen. Er denkt nicht einmal daran, dass er sich auch einen anderen Job suchen könnte. Er lügt sogar seine Eltern wegen des Jobs an, weil es ihm peinlich ist. Diese Einstellung konnte ich einfach nicht verstehen.So folgt man also Guylains tristem Alltag, den er einfach nicht durchbrechen will. Es gibt nur wenige Ausbrüche aus diesem Grau. Dann findet er einen USB-Stick und ist besessen von den Texten darauf. Er schleppt sie überall hin mit, liest nur noch daraus und verliebt sich in die Vorstellung von der Frau, die sie geschrieben hat.Hier könnte man sagen, dass er eine Sehnsucht nach dieser Frau entwickelt, die ihn sogar seinen Job weniger schlimm erscheinen lässt. Wobei man natürlich ihre Texte mit ihm liest. Nach dieser Lektüre wurde mir aber absolut nicht klar, wie er sich da so verlieben konnte. Mal ehrlich, sie schreibt über ihren Job und dieser scheint nicht sonderlich angenehm zu sein.Am meisten hat mich aber eine Szene zum Ende hin gestört. Guylain findet heraus, wo Julie arbeitet und will sie treffen. Die Frau, die er aber dort trifft, entspricht nicht seinen Erwartungen, weshalb er sich traurig zurückzieht. Es hat mich wirklich irritiert. In den Texten gab es keine Beschreibung von ihr und nur weil sie seiner Vorstellung nicht entspricht, ist es schmerzlich für ihn. Natürlich gibt es später noch ein richtiges Happy End, doch es konnte mich nicht mehr wirklich überzeugen.FazitSo schön dieses Buch auch scheint, so enttäuschend war schließlich der Inhalt. Der Autor schreibt zwar überaus flüssig und irgendwie auch fesselnd, aber das Geschriebene selbst ist eher trist und drückend. Ich konnte Guylains Sehnsucht nicht nachvollziehen und ihn als Protagonist einfach nicht ins Herz schließen.

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  • Wunderschön!

    Die Sehnsucht des Vorlesers

    Daniel_Allertseder

    26. April 2017 um 17:26

    Meine Meinung ​ »Die Sehnsucht des Vorlesers« klingt romantisch, spannend und literarisch. Man fühlt sich an Bernhard Schlink’s »Der Vorleser« erinnert, und spätestens nach dem aussagekräftigen Klappentext muss man das Buch mit nach Hause in die heimelige Stube nehmen. Keiner wird es bereuen, ich verspreche es…!   Jean-Paul Didierlaurent ist ein Autor, der mich mit seinem neuen Buch »Die Sehnsucht des Vorlesers« mehr als überzeugt hat! Schon beim Cover erkennt man, dass dieses Buch für alle jene ist, die die Literatur mehr als nur lieben. Umso fürchterlicher ist es, welchen Job der Hauptcharakter Guylain ausübt: Er arbeitet bei STAR, einem Entsorgungsunternehmen, und ausgerechnet er bedient die »Bestie«, ein monströses Gerät, welches Bücher zerkleinert, verschlingt, zermalmt und als ekligen Brei wieder ausspuckt, damit daraus wieder neue Bücher gemacht werden können. Der Autor hat hierbei mit unserem Hauptcharakter Guylain einen sehr guten Kontrast geschaffen, denn es ist nicht wirklich alle Tage, dass jemand, der der Literatur nicht abgeneigt ist, solch einen makabren Beruf ausübt. Besonders schockierend für uns Literaturliebhaber sind daher die fürchterlichen Beschreibungen der Maschine – mit jedem neuen »Futter«, welches die »Bestie« erhält, schmerzte es mich immer wieder aufs Neue.   Guylain rettet daher bei jeder Reinigung der Maschine Seiten, die dem Monstrum entgehen konnten, bettet diese zwischen Löschpapier und trägt diese Seiten jeden Morgen im Zug, der um 6:07 Uhr abfährt, laut vor. Eine Zuhörerschaft hat er sich bereits aufgebaut, und es folgt noch mehr…   Besonders begeisternd bei diesem Buch ist nicht nur der hinreisende und herzzerreißende Plot, sondern auch die liebevolle Gestaltung des Buches: Jede Seite, die Guylain vorliest, ist für uns eine Seite aus einem anderen Buch, und auch die Tagebucheinträge von Julie sind toll aufgebaut! Auch die Schriftfarbe im Buch hat mir sehr gefallen, und dieses wunderschöne Innenleben hat enorm Spaß gemacht! Der Schreibstil des Autors ist neutral, erweckt Neugier und ist einfach. Er spielt mit sehr wenigen Synonymen, fokussiert sich nur auf das Wichtigste und beschreibt dadurch die Welt um Guylain als simpel, aber schön. Guylain führt auch ein einfaches Leben, doch durch diesen USB-Stick, den er findet, verändert sich sein Leben, und wir freuen uns so für ihn, denn Guylain ist eine liebevolle und interessante Person, die es auf jeden Fall verdient hat, mehr als nur ein trauriger »Büchervernichter« zu sein. Aus diesem Grund finde ich den Titel »Die Sehnsucht des Vorlesers« mehr als passend, und die Geschichte war wunderschön – so schön, dass ich das Buch nach zwei Stunden am Stück ausgelesen habe! ​Fazit   Absolut empfehlenswert! Ein Buch zum Entdecken, mitlachen und mitweinen! Sehr interessante Charaktere, ein wunderschöner Plot, tolle Gedichte, und die Aufmachung des Buches sehr lobenswert! Auf jeden Fall ein Highlight dieses Jahres!

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  • Kleine Helden des grauen Alltags - ein modernes Märchen...

    Die Sehnsucht des Vorlesers

    parden

    26. March 2017 um 23:12

    KLEINE HELDEN DES GRAUEN ALLTAGS - EIN MODERNES MÄRCHEN...Diese Geschichte spielt in Paris - wenn auch nicht mittendrin. Ob vor zehn Monaten, heute oder in zweieinhalb Jahren, ist auch nicht entscheidend. Viel wichtiger ist: Guylain Vignolles liebt Bücher. Unseligerweise muss er sich seinen Lebensunterhalt jedoch in einer Papierverwertungsfabrik verdienen. Aus diesem Grund hat er wohl auch diese Macke entwickelt, die ihn Tag für Tag aus der grauen Masse der Pendler herausstechen lässt: Jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit liest er im 6-Uhr-27-Regionalzug laut ein paar Seiten vor, die er tags zuvor der gewaltigen Schreddermaschine entrissen hat - sein heimlicher Akt der Rebellion gegen die Vernichtung von Literatur. Sonst ist der schüchterne Maschinenführer gefangen in einem monotonen Leben. Eines Tages aber geschieht etwas, das die Dinge von Grund auf verändern wird: Direkt vor seinem orangeroten Klappsitz im Zug findet Guylain einen USB-Stick, auf dem das Tagebuch einer ganz besonderen jungen Frau namens Julie abgespeichert ist..."Für die Passagiere im Waggon war Guylain der komische Kauz, der jeden Morgen ein paar Buchseiten aus seiner Aktentasche zog, um sie mit lauter, klarer Stimme vorzulesen. Es waren nicht die Seiten eines bestimmten Buches. Nein, die Texte hatten rein gar nichts miteinander zu tun (...) Guylain war das egal. Für ihn war der Inhalt bedeutungslos. Was zählte, war der Akt des Vorlesens. Er schenkte jedem einzelnen Blatt seine ungeteilte Aufmerksamkeit, damit das Vorlesen seine magische Wirkung entfalten konnte: Jedes Wort, das ihm über die Lippen kam, befreite ihn ein bisschen von dem Ekel, der ihn beim Gedanken an seine Arbeit überkam." (S. 14)Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive des 36jährigen Guylain, der einen Beruf ausübt, der ihn unglücklich macht. Er, der Bücher liebt, trägt täglich dazu bei, dass die Bestie - die große Schreddermaschine in der Firma - tonnenweise Bücher verschlingt und zu Papierbrei zermalmt, aus dem dann neue Bücher entstehen.  Guylains Ekel vor dieser Tätigkeit ist so greifbar, dass es  einem  selbst beim Lesen vorkommt, als ob die Bestie ein von Grausamkeit geprägtes Eigenleben führt, und die einzige Möglichkeit der Rebellion besteht für Guylain darin, der Maschine einzelne Buchseiten wieder zu entreißen."Gespannt schaltete Guylain seine Stirnlampe an. Tief im noch warmen Bauch der Bestie würde er gleich auf seine Diebesbeute stoßen. Sie erwartete ihn immer an derselben Stelle, der einzigen, die der Wasserstrahl aus den Düsen nicht erreichte: Ein paar Buchseiten (...) entgingen so ihrem Schicksal. Giuseppe hatte sie immer 'meine Findelkinder' genannt. 'Das sind die einzigen Überlebenden des Massakers, mein Junge', hatte er Guylain mit bewegter Stimme erklärt, als er ihm vor Jahren die Stelle gezeigt hatte." (S. 47)Guylain fristet sein ereignisloses Dasein aus Arbeit, einsamen Abenden mit seinem Goldfisch namens Rouget de Lisle und gelegentlichen Treffen mit seinem väterlichen Freund Giuseppe. Er verlangt nicht viel vom Leben, doch eines Tages erhält das gewohnheitsmäßige Alltagsgrau einen kleinen Riss. Guylain findet in der Bahn einen USB-Stick, auf dem ihn die Begegnung mit einem ganz anderen Leben erwartet. Das Tagebuch einer Frau namens Julie gewährt Guylain Einblicke in ein fremdes Leben, und er fühlt sich bald schon hingezogen zu der Fremden, deren Welt auch nicht wesentlich ereignisreicher ist als das seine. Julie arbeitet als Toilettenfrau in einem Einkaufszentrum, doch sie schreibt über ihre Begegnungen und Beobachtungen dort, und Guylain ist fasziniert von ihren Gedanken. "Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht schreibe - denn das wäre so, als hätte ich an dem Tag nicht wirklich gelebt und mich stattdesen nur auf die Rolle beschränkt, die die Leute mir übergestülpt haben: die Rolle eines bemitleidenswerten Geschöpfs, dessen einziger Daseinszweck es ist, ihre Hinterlassenschaften zu beseitigen." (S. 152)Guylain ist, als sähe die fremde Schreiberin die Welt mit ähnlichen Augen wie er! Er muss diese Frau finden - doch ohne einen wirklichen Anhaltspunkt kein leichtes Unterfangen. Aber allein durch seine Suche kriecht unaufhaltsam Farbe in sein graues Dasein. Und ganz allmählich verändert sich der zurückhaltende, schüchterne, fast schon menschenscheu anmutende Guylain und entdeckt zunehmend auch schöne Seiten am Leben. Wer außergewöhniche Geschichten und schräge Bücher mag, der ist hier richtig. Jean-Paul Didierlaurent ist es gelungen, die Figuren in diesem Roman zu kleinen Helden ihres monotonen und grauen Lebens zu machen. Trotz oft einfach anmutender Sprache gibt es nahezu poetische Passagen, und durch die Melancholie des Alltags zieht sich auch stets ein breiter Streifen Humor, der mich immer wieder lächeln ließ. Ein Buch für Bücherliebhaber und ein modernes Märchen - ein Wohlfühlroman, der ein wenig Farbe ins Alltagsgrau zaubert.© Parden 

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    Die Sehnsucht des Vorlesers

    Sanny

    02. January 2017 um 07:21

    Das Cover hat mir auf den ersten Blick sehr gefallen. Zum Titel doch stimmig. Der Hintergrund sieht aus wie altes Papier, was mich sehr angesprochen hat. Jetzt, nachdem ich das Buch gelesen habe, frage ich mich, warum der Vorleser auf einer Bank sitzt!? Soweit ich mich erinnern kann sitzt Guylain nicht ein einziges mal auf einer Bank. Das ist zwar nur eine Kleinigkeit die mich stört, aber ich finde, dass das Cover doch mit dem Inhalt stimmig sein sollte.Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf das Buch aufmerksam geworden bin. Beim Durchblättern meiner Wunschliste ist es mir aber ins Auge gefallen. Ich mag Bücher, in denen es um Bücher geht und der Titel hat mir dieses Vermittelt.Der Schreibstil von Jean-Paul Didierlaurent war ganz okay. Es war einfach zu lesen, aber irgendwie habe ich dann und wann gestockt. Witzig ist, wie er am Anfang die Bücherverniechtungsmaschine beschreibt, als Monster bzw. als Bestie, das richtig lebt. Das hat mir gut gefallen und ich dachte die Witzigkeit würde durchs ganze Buch gezogen, aber dem war leider nicht so.Die Protagonisten sind gut gelungen. Guylain, als der Vorleser, um den es in diesem Buch geht kam mir zu Anfang etwas langweilig und sehr unzufrieden vor. Sein Kollege Yvon hingegen empfand ich am Anfang sehr schwierig, da er immer in Versen spricht. Das habe ich aber zum Ende hin immer mehr geliebt. Dann gibt es da noch seinen Ex-Kollegen Giuseppe, der auf der Suche nach seinen Beinen ist. Ja ihr habt richtig gelesen, möchte aber an dieser Stelle nicht zu viel verraten.Die Story ist wirklich eine super Idee, nur leider irgendwie nicht ganz so gut rübergebracht. Vielleicht liegt dies an den nur 224 Seiten. Womöglich hätte man dies noch etwas ausbauen können. Oder mir hat die gewisse Leidenschaft gefehlt.Im allen aber eine nette Geschichte für Zwischendurch.

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  • Die Sehnsucht des Vorlesers

    Die Sehnsucht des Vorlesers

    littleowl

    26. December 2016 um 18:58

    Meine Meinung Ich habe mich sehr darauf gefreut, diesen Roman endlich zu lesen, und zwar nicht nur wegen der vielen begeisterten Rezension, sondern auch, weil mich der Klappentext auf Anhieb angesprochen hat. Die Grundidee klang für mich wirklich vielversprechend: Ein Literaturliebhaber muss in seinem Job die geliebten Bücher schreddern und liest auf dem Weg zur Arbeit seinen Mitfahrern immer ein paar Seiten vor. Ich liebe Bücher über Bücher, daher konnte ich dieser Geschichte natürlich nicht widerstehen. So ganz konnte der Roman meine Erwartungen dann leider nicht erfüllen, dafür haben mir einige andere Aspekte aber sogar besser gefallen als erwartet. Ein bisschen enttäuscht war ich davon, dass die ganze Sache mit dem Vorlesen im Grunde nur am Rande eine Rolle spielt. Dass Guylain seinen Mitfahrern jeden Morgen „gerettete“ Buchseiten vorliest, sagt natürlich eine Menge über den Charakter des Protagonisten und seine Liebe zur Literatur aus, doch letztendlich ist es mehr der Aufhänger der Geschichte und nicht so wichtig für die eigentliche Handlung. Im Zentrum des Romans steht Guylains Suche nach einer Frau, in die er sich verliebt, nachdem er zufällig ihre auf einem USB-Stick gespeicherten Memoiren findet. Dieser Handlungsstrang setzt jedoch leider erst ab circa der Hälfte ein und bricht am Ende zu abrupt ab. Mir wäre es lieber gewesen, wenn der erste Teil, der tatsächlich nur eine sehr lange Exposition ist, etwas kürzer gewesen wäre und man dafür erfahren hätte, wie es mit Guylain und Julie weitergeht. Insgesamt wirkt die Story also etwas unausgegoren, nichtsdestotrotz hatte ich meine Freude an diesem kurzen Roman. "Die Sehnsucht des Vorlesers" ist eins dieser Herzwärmer-Wohlfühlbücher, die perfekt sind für lange Winterabende. Die Geschichte hat jede Menge französisches Flair und diesen ganz besonderen, warmherzigen Humor, den ich auch an Filmen aus Frankreich liebe. Die Figuren sind außerdem alle sehr liebenswert, allen voran natürlich Protagonist Guylain. Disen schüchternen Bücherwurm, der all seine Geheimnisse seinem Goldfisch anvertraut, muss man einfach gern haben. Wunderbar anschaulich und einfühlsam beschreibt der Autor, wie es Guylain vor seiner Arbeit graust und was es ihm für eine Freude bereitet, zumindest ein paar Seiten am Tag vor der Schreddermaschine retten können. Die Nebenfiguren sind ebenfalls einzigartig und sehr charmant: Da ist zum Beispiel der Torwächter Yvon, dessen Herz für das klassische Drama schlägt und der fast nur in Reimen spricht. Und natürlich Julie, die in einem Einkaufszentrum die Toiletten putzt, und nebenbei Geschichten schreibt. Wir lernen sie zwar nur durch ihre Memoiren kennen, aber sie wirkt wirklich sympathisch und ich hätte gern erfahren, wie es mit ihr und Guylain weitergeht. Fazit Ein charmanter und herzerwärmender Roman mit viel französischem Flair, allerdings wurde das Potenzial der Geschichte leider nicht wirklich ausgeschöpft. Schade!

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  • Über die Magie der Buchstaben und 14.717 Kacheln

    Die Sehnsucht des Vorlesers

    dreamily1

    22. November 2016 um 16:09

    Guylain Vignolles seine Liebe zu Büchern lässt sich leider nicht ganz mit seinem Job, den er hasst, in der Papierverwertungsfabrik vereinbaren. Jedoch jeden Abend lässt er ein paar Seiten die gerettet werden konnten mitgehen und liest sie jeden morgen all den Menschen, die auch in dem Regionalzug um 6:27 sitzen, vor. Eines Tages entdeckt er in seiner Jackentasche einen knallroten USB-Stick, was es wohl damit auf sich hat? Voller Spannung findet er heraus das aber nur ein ganz stinknormaler Ordner sich darauf befindet. In dem Ordner aber befinden sich 72 Textdateien, 72 Dateien die sein Leben verändern werden...Es ist ein kleines besonderes Büchlein mit einer schönen zauberhaften Geschichte über Guylain Vignolles der sein Job hasst (was ich sehr gut verstehen kann ;-)), zwei Freunde hat (davon sitzt einer wegen der Bestie im Rollstuhl und der andere redet meist nur in Reimen spricht) und seinem Goldfisch den Rouget de Lisle den 6 dem er mehr als sein Leben anvertraut. Die Aufmachung des Buches ist auch etwas besonderes, nicht in einer stinknormalen Schrift geschrieben, auch die Seiten die er vorliest haben einen anderen Hintergrund. Anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig, da es schon ein wenig philosopisch geschrieben ist, aber man gewöhnt sich dran und lässt sich gerne verzaubern. Vielleicht hätte der gesamten Geschichte ein wenig mehr Tiefgang und ein paar mehr Seiten nicht geschadet, aber trotzdem durchaus lesenswert.Von mir bekommt es knappe 4 von 5 Sternen!

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  • Sehr eigensinnig, aber nicht zwingend gut

    Die Sehnsucht des Vorlesers

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. November 2016 um 00:45

    Ich: Und, wie fandest du das Buch? Sie: Kacke. Diese Geschichte hier habe ich auf einem meiner absolut liebsten Leseblogs entdeckt. Saskia von „Who is Kafka“ (Unbedingt vorbeischauen!) kürte dieses und allein dieses Buch zu ihremJahreshighlight 2015. Das Cover! schrie typisch Mewa (Das bin ich. Überraschung), der Titel klang wie ein Gesang in meinen Ohren und das französische Flair war für mich als Frankreich-Liebhaber nur ein Extra-Bonuspunkt - es stand monatelang auf meine Wunschliste an oberste Stelle. Ich erwartete ein Lebenshighlight, alle Meinungen zu dem Werk schürten die Erwartungen höher und höher und irgendwann so hoch, dass ich es nicht aushielt und es persönlich in einem Buchladen kaufte. Das tat ich selten, denn vor meinem Umzug waren die nächsten Buchläden eine Stunde von mir entfernt. Aber ich musste das Buch einfach endlich in die Hände kriegen. Es stimmt übrigens auch, was man über die Aufmachung sagt – sie ist wunderschön. Für mich definitiv eines der grandiosesten Cover und liebvollsten Innen- wie auch Außengestaltungen. Der Inhalt ist dagegen etwas ... schlichter. Es geht um zwei Außenseiter, die durch einen USB-Stick die Liebe finden. Außenseiter 1, unser Protagonist aus dessen Sicht wir die Geschichte erleben, arbeitet in einer Fabrik, die Bücher verwertet was unheimlich detailliert beschrieben wird. Allgemein spart der Autor nicht mit genauen Beschreibung, die durch lebhafte Metaphern Bilder im Kopf projizieren. Wir sehen, wie all die Bücher in die Maschine geschaufelt, von ihren "Zähnen" zerkaut und zu einer grauen Pampe gemischt werden. Ja, mein Herz hat geblutet beim Lesen. Guylain Vignolles, so heißt unser Held, ist aber seine Arbeit genauso zuwider. Er hat eine ganz besondere Leidenschaft für das geschriebene Wort und rettet, so gut es geht, alle heilen Blätter aus dem monströsen Papierschredder. Zu Hause trocknet er die Überlebenden und steckt sie dann in eine Mappe. Diese Mappe, voll mit herausgerissenen Seiten aus den verschiedensten Büchern, nimmt Guylain jeden Morgen mit in den Regionalzug zur Arbeit, macht sie auf - und liest. Liebt er das geschriebene Wort, dann ist das Gelesene sein Gebet. Die täglich selben Mitfahrer von Guylain lauschen ohne zu hinterfragen seinen Worten, heißen der Abwechslung im grauen Alltag mehr als willkommen. Guylain ist nicht zufrieden mit seinem Leben, aber das Vorlesen und die Gespräche mit seinen Freunden, die genauso befremdlich intensiv aber leicht zum Lieben sind, halten ihn auf Trab. Bis er eines Tages ein Tagebuch in einem USB-Stick entdeckt von einer Frau (Außenseiter 2), die die Welt wie Guylain sieht ... Also erstmals ein großes Lob an der Charaktergestaltung und den Ideen. Diese wunderbaren, lieben, schrägen Figuren haben dem Buch, das ohnehin durch seine unübliche Erzähl- und Handlungsstruktur hervorsticht, eine besondere Note gegeben. Ich fand tatsächlich alle Personen toll, aber am meisten hat es mir Guylain angetan und seine ruhigen Art, Widerstand gegen das System (hier der Papierfabrik) zu leisten, indem er einfach vorliest. Genial! Unheimlich schön fand ich dann auch viele Details, aber nicht im Sinne von den Beschreibungen, sondern von der Handlung. Die Ideen, die der Autor in die Geschichte einfließen lässt, und die meistens keinen gravierenden Zweck erfüllen, wie zum Beispiel der Goldfisch und seine tragische Geschichte (die ich nicht erzählen werde, sonst Spoiler), haben es mir am meisten angetan. Aber ... ich denke, das war es? Denn, wäre das Buch nicht so kurz, dann wäre ich - bei aller Liebe für „stille“ Werke - an Langweile gestorben. Ich sagte oben "befremdlich" und das trifft nicht nur auf die Charaktere zu, sondern auch auf die Art, wie der Autor schreibt und die ist nicht immer angenehm. Ich glaub ich bin zu zimperlich - aber an Ausdrücken wie rülpsen und stöhnen oder den tausend Variationen des Klobesuchens finde ich persönlich nichts Ästhetisches, egal wie nicht-vulgär das beschrieben oder in die Handlung eingeführt wird. Dieses Werk IST verdammt speziell. Aber entgegen der Erwartung, es mit einem literarischen Meisterwerk zu tun zu haben, ist es im Endeffekt für mich viel zu wenig Tiefgang dafür. Viel zu wenig. Allein der Logikgehalt lässt mich frustriert aufseufzen, denn ich denke, das hätte man besser machen können. Ja, das denke ich wirklich. Man erfährt zum Beispiel nie, warum Guylain nicht einfach seinen Job aufgibt und was anderes macht. Warum nicht? Mir fehlt diese Begründung. Sie ist nämlich wichtig, um Guylains Unzufriedenheit zur Gänze zu verstehen, finde ich. Noch viel schlimmer finde ich aber die vermeintliche Liebesgeschichte, die erst ab der Hälfte vorausschauend-beginnt und quasi an ihrem "wirklichen" Anfang aufhört. Duh. Ich, als Romanzenliebhaberin bin bitter enttäuscht. Bitter enttäuscht, People. Der Zwei-Satz-Dialog am Anfang dieser Rezension ist übrigens ein Ausschnitt der Unterhaltung zwischen mir und meiner Freundin, der ich das Buch geschenkt habe. Ja! Ich habe das Buch einfach verschenkt nach dem Lesen. Bücher, die mich nicht umhauen und die ich nie wieder gedenke zu lesen, die mich auch nicht berühren, haben in meinem Regal leider keinen Platz und weil die Freundin Interesse an der Story hatte, habe ich es weitergegeben. Aber ja gut, ihr hat es wohl gar nicht gefallen. (Sie ist aber zugegeben auch kritischer als ich) Ich hab dieser Geschichte anfangs vier Sterne gegeben, mir sind aber nicht genug Gründe für das Warum eingefallen. Deswegen sind es jetzt 3 Sterne, sagen wir 3,5; denn es ist besser als solide, aber für mich auf keine Fall gut genug für das Gut.

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  • Was für ein Buch!

    Die Sehnsucht des Vorlesers

    hannaela-books

    29. October 2016 um 13:11

    Didierlaurents Schreibstil ist exzellent, so dass ich es geschafft habe, das innerhalb von viereinhalb Stunden durch zu lesen, was für mich eine Meisterleistung ist. Chapeau! Ein weiterer Grund, der mich an den Roman gefesselt hat, war der Aufbau der Kapitel. Wie es sich für ein gutes Buch gehört, hat ein Kapitel genau dann aufhört, als es spannend wurde. Nur das entscheidende Argument weiter zu lesen war, dass die Kapitel nicht zu lang und auch nicht zu kurz waren. So war es absolut vertretbar, die zehn Seiten des folgenden Kapitels auch noch zu lesen, weil ich mir sicher sein konnte sie sehr schnell verschlungen zu haben. Und nun komme ich zum eigentlichen Inhalt: Beeindruckend war für mich, dass jeder Baustein der Geschichte zum nächsten passte. Außerdem spielte jedes kleine Detail, das irgendwann in einem anderen Handlungsstrang eine Rolle spielte, am Ende zur Lösung führte. Diese geschickte Zusammenführung der Handlungen machte den Plot noch ein bisschen raffinierter. Ich persönlich sehe für jeden Leser ab zwölf Jahren das Potenzial, diesen Roman zu lieben. Auch ist "Die Sehnsucht des Vorlesers" ein Buch, dass ich ideal fürs Schenken und Schenken lassen halte, weil es ein sehr "vernünftiges Buch" ist - ohne Sex, Drugs und Rock'n'Roll. Denoch ist es eine unglaublich packende Geschichte, die jeden Büchernarr verzaubern wird. "Ein zauberhaftes Romandebüt voller Humor und Poesie." ~Le Point Diesem Kommentar auf dem Bucheinband kann ich mich bloß anschließen und deshalb sollte es noch meinem Lobgesang auch auch niemanden mehr wundern, wie meine Wahl der Sterne ausgefallen ist!

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  • Wenn Vorlesen zur Berufung wird

    Die Sehnsucht des Vorlesers

    BookfantasyXY

    19. September 2016 um 18:19

    Guylain Vignolles arbeitet in einer Papierverwertungsfabrik. Allerdings leidet er jeden Morgen und Tag, wenn er zur Arbeit mit dem 6.27-Uhr-Zug fährt. Er kann nicht mit ansehen, wie die vielen hunderte und tausende Bücher in dem großen Zerstörer-Behälter geschreddert und zu einem Papier-Wasser-Brei gerührt werden. Manchmal gelingt es ihm heimlich, die eine oder andere Buchseite zu retten. Zwar sind die Seiten nicht vollständig und zusammenhangslos – meistens zumindest – trotzdem rettet Guylain diese Buchseitenfetzen, um sie jeden Morgen und Abend im Zug den Mitreisenden und Pendlern aus den Seiten vorzulesen. Zwei ältere Damen aus einem Seniorenheim haben eine Idee, um den Vorlese-Spaß auszuweiten. Guylains Vorgesetzter kennt seine Leidenschaft und zieht ihn damit auf. Der Wachmann Yvon Grimbault interessiert sich ebenso für die Literatur und teilt Guylains Leidenschaft. Eines Tages findet Guylain einen USB-Stick auf, dem zweiundsiebzig Dateien gespeichert sind. Es stellt sich heraus, dass es ein Tagebuch einer Frau namens Julia ist. Guylain ist fasziniert und begibt sich auf die Suche. Dem französischen Autor Jean-Paul Didierlaurent gelang mit seinem Roman eine feinfühlige Geschichte eines jungen Mannes, der darüber leidet, wenn Büchern zerstört werden, und die Geschichten keine Beachtung bekommen. Guylain wirkt einsam, obwohl seine Mutter noch lebt, die er ab und an sieht. Allerdings lebt er alleine, und aufgrund dessen, dass seine Arbeit ihm keinen Spaß macht, verstärkt sich die Einsamkeit. Freude hat Guylain anhand der vorgelesenen Fragmente der Buchgeschichten. So kommt seine Figur wieder in die Waage, und er entwickelt sich zu einer liebenswürdigen Person. Sympathisch sind seine Kollegen Guiseppe und Yvon, weil er sich mit ihnen gut versteht und seine Leidenschaft nachvollziehen. Sein Vorgesetzter Brunner dagegen ist ein Wüstling und Verächter. Jean-Paul Didierlaurent kann gut Figuren böse und gut darstellen. Sein Augenmerk liegt auf den Figuren, und das Geschehen um die Figuren ergänzen die Ereignisse und geben den Figuren Gewicht. Dieser Roman regt regelrecht dazu an, einen Film darüber zu drehen. Denn nach französischer Film-Manier könnte man sich einen unterhaltsamen und emotionalen Film darunter vorstellen. Französische Filmmacher können noch am besten Emotionen und Ernsthaftigkeit menschlich und kulturelle am besten vermitteln meiner Meinung nach. Leider ist die Geschichte relativ kurz, aber ich habe diese Geschichte genossen. Ebenso ist das Buch sehr schön gestaltet anhand des Buchcovers, Buchtitels und den Unterschied zwischen erzählter Geschichte über Guylain und den von Guylain gefundenen Buchseiten.

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