Jean-Paul Sartre Tote ohne Begräbnis

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Inhaltsangabe zu „Tote ohne Begräbnis“ von Jean-Paul Sartre

"Meine Personen stellen sich die Frage, die auf der ganzen Welt so viele Menschen meiner Generation gequält hat: ´Wie würde ich mich bei Folter verhalten ?´" (Jean-Paul Sartre)

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  • Was ist das schon, der Tod ?

    Tote ohne Begräbnis
    JayBronte

    JayBronte

    Satres "Kompendium" über die Frage wie sich Folter auf die Persönlichkeitsentwicklung Betroffener / Täter auswirkt. Der Sprachstil ist unprätentiös, souverän und bewusst einfach gehalten. Die Form ist ein Theaterstück in vier Akten. Eines im Vorraus, der 3 Sterne Bewertung liegt zu Grunde, dass ich  mehrere Bücher von Sartre gelesen habe und ihn anhand seiner mir bekannten Fähigkeiten messe. Als weiteres muss ich anmerken, dass ich das Stück nur gelesen habe und nicht auf der Bühne gesehen habe. Die Rezension bezieht sich demnach nur darauf welchen Eindruck es in Schriftform bei mir hinterlässt. Beginnen wir mit dem was mir gut gefallen hat: -Der Titel "Tote ohne Begräbnis": Schlicht und doch Eindrucksvoll    hat er sofort mein Interesse geweckt. 0,5* -Die Sprache: Sartre beherrscht den Umgang mit Sprache und findet für seine Akteure den richtigen und passenden Ton. 0,5* -Die Fragestellung "Wie würde ich mich bei Folter verhalten ?" : Ein nach wie vor aktuelles Thema und eine Frage die sich jeder Bewusst oder unterbewusst stellt der einmal zu oft Nachrichten gesehen hat. Dass das 1965 verfasste Stück nicht an Aktualität eingebüsst hat wirft einen Schatten auf die Gesellschaftliche Weiterentwicklung der letzten 50 Jahre. & Die Schuldfrage "Was ist Schuld und in welchem Mass tragen wir die Verantwortung für unser eigenes Handeln ?" Zu Beobachten wie die Akteure beider Seiten sich die Schuldfrage stellen und wie unterschiedlich Sie mit der daraus resultierenden Scham umgehen, gemessen an den an den eigenen Ansprüchen an sich selbst und der Erwartungshaltung Ihrer Mitmenschen war spannend. 1,5* -Der Fluss: Ich habe das Buch eigentlich nicht aus der Hand legen wollen und empfand Unterbrechungen der Lektüre als sehr störend. 0,25* -Das Ende: passend zu dem Erzählten und offen für Interpretation und weiters Nachdenken. Mich hat es animiert mich Intensiver mit der Thematik auseinanderzusetzen. 0,25* Meine Kritikpunkte: -Die gewählte Form des Theaterstücks. Hierfür muss ich Abzüge machen da es in geschriebener Form für mich leider nicht richtig Funktioniert. Auf einer Bühne gesehen, mag es anders sein aber da Autoren wie bsp. Max Frisch es schaffen, dass Ihre Theaterstücke auch in gelesener Form nichts an Intensität verlieren, musste ich hier leider feststellen das ich nicht in der Lage war in das Stück einzutauchen. -0,5* -Die Länge (oder treffender formuliert: Kürze) des Stücks: Ein zu Umfangreiches Thema um es auf mageren 85 Seiten abzuhandeln. Für eine nachvollziehbare Weiterentwicklung der Charaktere bleibt nicht wirklich Raum neben der Handlung. Das kann evtl. funktionieren wenn man nur zwei Akteure hat, aber hier sind es zehn (+ einige die nicht zu Wort kommen) -0,5* -Die Charaktere: Sicher, Sartres bestreben war ein Stück zu schaffen das zu jeder Zeit, an jedem Ort der Welt spielen könnte, aber das rechtfertigt leider keinesfalls seine Charaktere farblos zu gestalten. Möchte ich als Leser die Verwandlung verstehen die eine Figur durchmacht, muss ich diese Figur kennen um selbige erst wahrzunehmen. Auch sind die Charaktere leider etwas eindimensional, hier fehlen Mimik und Gestik (Das meinte ich mit funktioniert für mich als Buch nicht.) auch ist die Charakterzeichnung, wenn vorhanden, leider etwas Stereotyp. Da bin ich von Sartre besseres gewohnt. - 1,0* Mein Fazit: Interessante Lektüre um einen Einstieg in das Thema zu finden, allerdings schwierig als alleinstehendes Buch.

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  • Rezension zu "Tote ohne Begräbnis" von Jean-Paul Sartre

    Tote ohne Begräbnis
    Gilfaen

    Gilfaen

    21. February 2011 um 17:25

    http://www.literaturschock.de/lsf/index.php/topic,15581.0.html

  • Rezension zu "Tote ohne Begräbnis" von Jean-Paul Sartre

    Tote ohne Begräbnis
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    10. August 2009 um 09:38

    Ein Buch das unbedingt zur Reflektion der eigenen Persönlichkeit anregt. Wie würde ich in extremen Situationen handeln? Bin ich Gut-Mensch solange es mir gut geht oder kann ich auch richtig handeln, wenn ich unter starken psychischen und physischen Druck gerate? Sartres Philosophie, dass man immer eine Wahl hat, egal in welchen Situationen, regt zum Nachdenken an. Dies zeigt er sehr anschaulich durch seine Charaktere, die alle unterschiedlich mit der bevorstehenden und der akuten Folter umgehen. Emotionale Menschen mit hohem EQ werden mitleiden und sehr bewegt sein. Für mich war dieses Buch ein Augenöffner und ich bin froh, dass ich mich nun besser kenne.

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  • Rezension zu "Tote ohne Begräbnis" von Jean-Paul Sartre

    Tote ohne Begräbnis
    Coralita

    Coralita

    22. July 2009 um 21:03

    "Meine Personen stellen sich die Frage, die auf der ganzen Welt so viele Menschen meiner Generation gequält hat: 'Wie würde ich mich bei Folter verhalten?'" (Jean-Paul Sartre) Dieser kurze, aber prägnante Klappentext ist als Kurzbeschreibung auf der Rückseite des einfachen, roten Taschenbuches des Rowohlt-Verlages zu lesen. Es handelt sich um "Tote ohne Begräbnis" (Französisch: "Morts sans sépulture") von dem legendären Denker, Philosophen und mir sehr bewunderten Schriftsteller Jean-Paul Sartre. Sartre wird am 21. Juni 1905 in Paris geboren und gelangt mit seinem 1943 erschienenen philosophischen Hauptwerk "Das Sein und das Nichts" zu Ruhm und Ehre: Er wird zu einem der einflussreichsten Denker des vergangenen Jahrhunderts. 1964 lehnte er jedoch die Annahme des Nobelpreises für Literatur ab. Am 15. April 1980 stirbt in Paris. Bei "Morts sans sépulture" handelt es sich um eine Tragödie in vier Akten mit jeweils drei bis fünf Szenen. Nur eines im voraus: Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven. Es rüttelt auf und versetzt einen selbst in Angstzustände und Grauen ... Es geht um fünf Widerstandskämpfer gegen die deutsche Besatzung, drei Männer, eine junge Frau und deren Bruder, der noch ein halbes Kind ist (er ist 15 Jahre alt) werden kurz vor dem Kriegsende (1944) in Frankreich verhaftet und warten nun in ihrer dunklen Zelle darauf, ausgefragt und gefoltert zu werden. Sie sollen den Namen ihres Anführers preisgeben. Nun sitzen sie also dort, die fünf angsterfüllten Leute und fragen sich, jeder in seiner eigenen Qual, wie sie denn auf diese Folter reagieren werden. Werden sie schweigen, werden sie reden? Unberechenbarkeit in der Angst... Und vor allem: Werden sie sterben? Jeder geht in Gedanken sein Leben durch und fragt sich, ob eine ihrer Widerstands-Unternehmungen, bei der auch zahlreiche unschuldige Zivilisten ums Leben gekommen sind, überhaupt gelohnt hat. 'Wozu das alles? Wozu habe ich gelebt? Wozu soll mein Tod dienlich sein?' fragt sich jeder einzelne in seiner Pein. Langsam bricht Panik in der Zelle aus: Ein junger Mann bringt sich um und enkommt so der Gnadenlosigkeit der Folter. Die Zurückbleibenden sind wütend und beschimpfen sich gegenseitig. Der 15-jährige Junge wird im Schlaf erdrosselt, denn die anderen befürchten, dass er den Folterern, drei deutschen Milizionären, alles erzählen wird. Die Milizionäre wissen, dass der Krieg vorbei ist und haben ihrerseits Angst, von den Engländern gequält und ermordet zu werden ... Ich verrate ungern das Ende eines Buchs. Nehmt euch etwa zwei bis drei Stunden Zeit, länger benötigt ihr nicht, das dünne, aber reichhaltige Buch am Stück zu lesen. "Tote ohne Begräbnis" rüttelt an der Moral. Und gerade deswegen wäre es schändlich, es einfach beiseite zu legen und ein paar Tage dazwischen verstreichen zu lassen. Ich habe die Tragödie an einem Tag meines Italienurlaubes 2003 gelesen - auf der Terrasse und mit Meeresrauschen im Hintergrund. Idylle. Friedlichkeit. Entspanntheit, wo das Auge blickte. Nun kann man sich unschwer meine Gedanken vorstellen. Ich war, gelinde gesagt, entsetzt über diesen Kontrast, in dem die Protagonisten und ich uns befanden. Sie waren in höchster Seelennot: verlassen, verraten, einsam in einem Kerker, gefoltert. Ich hingegen saß auf dieser herrlichen großen Terrasse und ließ mir die Sonne auf den Körper scheinen ... wie absurd. Wer Sartre als Philosophen kennt, weiß um seine Überzeugung, dass jemand, der einem anderen seine Menschlichkeit nimmt, dieser selbst seine eigene Menschlichkeit verliert. Genau darum geht es in "Tote ohne Begräbnis".

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  • Rezension zu "Tote ohne Begräbnis" von Jean-Paul Sartre

    Tote ohne Begräbnis
    ana.w

    ana.w

    16. July 2009 um 11:53

    sehr gutes buch! kann ich nur empfehlen!!!