Jean-Philippe Blondel 6 Uhr 41

(151)

Lovelybooks Bewertung

  • 113 Bibliotheken
  • 6 Follower
  • 1 Leser
  • 62 Rezensionen
(44)
(64)
(33)
(10)
(0)

Inhaltsangabe zu „6 Uhr 41“ von Jean-Philippe Blondel

Cécile hat das Wochenende bei den Eltern verbracht. Am Montagmorgen sitzt sie erschöpft im Frühzug, ist auf dem Rückweg zu Mann und Kind. Der Platz neben ihr ist frei, ein Mann setzt sich. Cécile erkennt ihn sofort: Philippe Leduc. Auch Philippe hat Cécile gleich erkannt. Doch beide schweigen sie geschockt. Jeder für sich erinnern sie sich in den eineinhalb Stunden bis Paris, wie verliebt sie vor dreißig Jahren waren. Als sie zusammen ein romantisches Wochenende in London verbringen wollten und dort alles aus den Fugen geriet. Je näher der Gare de l’Est kommt, desto größer wird die Ungewissheit: Soll er sie ansprechen? Was könnte sie – nach all den Jahren – zu ihm sagen? Was wäre, wenn ..

Ein außergewöhnliches Buch, bei dem ich mich ständig fragte, ob es nun gut ist oder nicht. Bleibt dadurch aber auch in Erinnerung.

— 22an08
22an08

nette Unterhaltung über das Leben und wie es einem so mitspielen kann

— Valabe
Valabe

Kurzweilig und unterhaltsam, angenehmes Leseerlebnis für zwischendurch

— Missili
Missili

Leider ein enttäuschendes Buch ohne erkennbare Message :-/

— LaMensch
LaMensch

Anfangs langweilig, dann aber doch gut

— Anna_
Anna_

Zu wenig Handlung, zu langatmig.

— ChristinaB
ChristinaB

Manch einer hat so eine Situation vielleicht schon einmal erlebt - Nettes Buch für zwischendurch.

— lui_1907
lui_1907

Eine kurzweile Bahnfahrt mit 2 Mid-Life-Protagonisten, denen man beim Denken mit den Augen zuhören kann. Leicht & unprätentiös!

— simone_richter
simone_richter

Spannende Idee, gutes Ende, teilweise etwas anstrengend zu lesen. Bin mir nicht sicher, ob ich Blondel nun mag oder nicht.

— once-upon-a-time
once-upon-a-time

Wunderschön!

— TanjaJasmin
TanjaJasmin

Stöbern in Romane

Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands

Eine Reise bei der Michele sein eigenes "Ich" wiederfindet. Ein sehr schönes Hörbuch

Kuhni77

Dann schlaf auch du

Spannend, schockierend und furchtbar traurig. Ein sprachgewaltiges Buch, dass sich so richtig keinem Genre zuordnen lässt. Lesenswert!

Seehase1977

Drei Tage und ein Leben

Ein beinahe poetisch anmutendes Psychodrama

Bellis-Perennis

Und es schmilzt

Selten so ein langweiliges Buch gelesen. 22 Euro hätten besser angelegt werden können. Leider.

Das_Blumen_Kind

Underground Railroad

Tief bedrückendes Portrait einer Gesellschaft! Das Buch war nicht immer schön, aber immer lesenswert.

Linatost

Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

Improvisation pur... kein Tiefgang, kein gar nichts... Schade!

herrzett

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Gestern, heute, morgen?

    6 Uhr 41
    Valabe

    Valabe

    08. June 2017 um 18:46

    Sie steht da. Sie geht nicht weiter. Gleich wird sie sich umdrehen. Und niemand weiß, ob das wirklich eine gute Idee ist. S. 189 Cécile sitzt im Zug nach Paris, es ist Montagmorgen, 6:41. Normalerweise fährt sie immer schon am Sonntagabend von dem Besuch bei ihren Eltern nach Paris zurück, doch dieses Mal kamen sie ihr besonders alt und verletzlich vor. So findet sich Cécile im Zug nach Paris zum Gare de l´Est wieder und neben ihr ist noch ein Platz frei. Doch kurz bevor der Zug abfährt setzt sich ein Mann neben sie. Cécile erkennt ihn sofort wieder, und in ihrem Kopf beginnt eine Reise nach London vor 27 Jahren. Phillipe ist auf dem Weg seinen besten Freund zu besuchen. Er liebt Zugfahrten, doch nicht an einem Sonntagabend. Daher nutzt er in aller herrgottsfrühe den Zug um 6:41 nach Paris. Vor lauter Tagträumerei über sein bisheriges und zukünftiges Leben verpasst er beinahe seinen Zug. Ein Sitzplatz ist noch frei, doch die Frau, die neben ihm sitzt kennt er bereits. Wie verläuft ihr Treffen heute nach 27 Jahren? 6 Uhr 41 beschreibt schörkellos und ehrlich, wie unterschiedlich einem das Leben mitspielen kann, wenn man sich nach fast 30 Jahren wieder trifft und die Vergangenheit rekapituliert. Der Roman zeigt auf, wie sich Menschen verändern können, sowohl positiv als auch negativ. Wie alte Erinnerungen immer noch die Seele belasten können nach so langer Zeit. Laut Cover ist der Roman von Jean Philippe Blondel als Komödie deklariert. Beim Lesen hat mir allerdings dieser Anteil gefehlt. Womöglich kommt es besser in Filmversion rüber. Zum Lesen war das Buch recht angenehm. Die Charaktere waren jeder auf seine Art sympathisch oder auch nach weiterem Lesefortschritt mittleidig mitanzusehen, bzw. überraschend mutig. Als Leser wird man mitten in die Geschichte hineingeworfen, erhält aber durch die abwechselnden Erzählungen aus Vergangenheit und Gegenwart der beiden Protagonisten immer mehr Informationen und liest gespannt mit, ob und wer den ersten Schritt macht. Ein wenig ermüdend fand ich allerdings die immer wiederkehrenden an ein Ereignis in London von vor 27 Jahren. Hier wäre es schön gewesen, wenn doch etwas mehr Informationen zwischendurch heraussickern und nicht irgendwann das große Aha kommt, was dann etwas weniger sensationell ausfällt wie durch den sich aufbauenden Spannungsbogen suggeriert. Dennoch ist der Roman 6 Uhr 41 auf seine eigene Art und Weise nett zum Lesen und die wenigen Seiten von ca. 190 bieten ein kurzweiliges Lesevergnügen.

    Mehr
  • Leider nicht mein Fall

    6 Uhr 41
    j125

    j125

    03. June 2017 um 20:04

    Meine Meinung:Ich kann mich erinnern, dass ich dieses Buch eine Weile auf mehreren Blogs gesehen habe. Mich hat diese Geschichte sofort angesprochen, weil ich einen Zug als Handlungsort interessant finde und ich wissen wollte was zwischen Cécile und Philippe vorgefallen ist.Es war leider nicht mein Buch. Ich konnte überhaupt keinen Zugang zu den beiden Protagonisten finden, was in diesem Fall vermutlich am Alter liegt. Manchmal kann man sich auch mit Personen identifizieren die deutlich älter oder jünger sind als man selbst, aber hier hat das leider nicht funktioniert. Die beiden haben typische Probleme, die man mit Ende 40 so durchmachen kann. Man beschäftigt sich mit alten Freundschaften, alternden Eltern, flügge werdenden Kindern und was es für die Beziehung bedeutet, wenn die Kinder das Haus verlassen. Das ist leider nichts was mich interessiert.In Rückblicken erfahren wir, was vor beinahe 30 Jahren in London passierte. Das war keine schöne Geschichte und ich kann daher die Trennung der beiden nachvollziehen, aber wie es dahin gekommen ist… Kann man so ein Verhalten wirklich nur auf das Alter der Protagonisten schieben? Ich weiß es nicht. Das Buch ist sehr kurz, was wohl auch der Grund ist, warum ich es zu Ende gelesen habe. Der Schreibstil hat mir ganz gut gefallen, sodass man schnell durch das Buch kommt. Fazit:Für mich leider kein passendes Buch. Die Protagonisten und ihre Situation waren mir zu fremd und die Handlung konnte mich nicht überzeugen.

    Mehr
  • Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt von Mann und Frau

    6 Uhr 41
    Missili

    Missili

    21. May 2017 um 12:14

    Mich hat das Buch sehr gut unterhalten. Es ist kurzweilig und flüssig geschrieben, so dass es sich hervorragend als Lesegenuss für zwischendurch - etwas auf einer Zugfahrt - eignet. Es gibt tiefe Einblicke in die Gedanken und Gefühle der beiden Protagonisten, die während ihrer Zugfahrt die letzten 27 Jahre Revue passieren lassen und dabei wichtige Wendepunkte in ihrem Leben identifizieren. Auch das Ende hat mir gut gefallen, da es das Gedankenexperiment gut abrundet und Raum für eigene Erkenntnisse lässt. Das Buch beschreibt die Thematik der nicht ergriffenen Möglichkeiten im Leben: "Was wäre wenn....?" ohne dabei melancholisch zu werden. Für mich sehr gelungen.

    Mehr
  • Die Gedanken während einer Reise

    6 Uhr 41
    LaMensch

    LaMensch

    14. May 2017 um 22:13

    Zwei Menschen nehmen den Zug. Sie setzen sich in ein Abteil und lassen Ihren Gedanken freien Lauf. Was kann ein Mensch während einer Zugfahrt so alles denken? Soll er mit dem anderen sprechen? Ist es vielleicht doch besser, wenn man den anderen in Ruhe lässt? Kennt man den anderen vielleicht schon?Genau mit diesen Fragen beschäftigt sich das Buch „6 Uhr 41“ von Jean-Philippe Blondel.Der Schreibstil ist recht angenehm zu lesen, jedoch an einigen Stellen recht verwirrend, da die einzelnen Kapitel zwar voneinander abgegrenzt sind, durch einen etwas größer geschriebenen Buchstaben aber man weiß nicht, welche Person gerade die gelesenen Gedanken denkt. Die erste Hälfte dieses Buches war ich komplett verwirrt, erst dachte ich es ist eine Frau, da dachte ich es ist ein Mann, erst dann wurde mir klar, dass es auch zwei verschiedene Personen sein können. Das hat leider auch einiges von der Geschichte für mich schwammig und unklar gemacht. Schon jetzt habe ich das Gefühl, dass ich kaum er weiß, worum es in diesem Buch gegangen ist. Es hat keinen bleibenden Eindruck hinterlassen bin leider sehr enttäuscht. Ich hätte mir definitiv mehr erhofft. Auch die Gefühle haben mir wirklich gefehlt, durch diese unpersönliche Art und der Wechsel zwischen einem ich-Erzähler und einem auktoriale Erzähler ging das Gefühl leider verloren.Mir persönlich hat das Buch somit nicht Tiefe und Inhalt gehabt, ich bedanke leider echt enttäuscht, ich hätte mir mehr erhofft. Ich kann traurigerweise nur 2 von 5 Sternen vergeben.

    Mehr
  • Anfangs langweilig, dann aber doch gut

    6 Uhr 41
    Anna_

    Anna_

    26. March 2017 um 13:58

    Beschreibung:Cécile hat das Wochenende bei ihren Eltern verbracht. Am Montagmorgen steigt sie in den Zug um 6 Uhr 41, um nach Hause zu fahren. Neben ihr ist ein Platz frei. Ein Mann setzt sich zu ihr - Philippe. Beide erkennen sich, aber keiner sagt etwas. Jeder für sich schwelgt in seinen Erinnerungen vor 30 Jahren, als sie für ein paar Monate ein Paar waren.Meine Meinung:Anfangs habe ich mich erst einlesen müssen. Die Sprünge der Erinnerungen von Cécile und Philippe und umgekehrt waren ungewohnt. Zuerst bin ich gar nicht mitgekommen. Es war für mich anfangs auch ziemlich langatmig und deshalb auch langweilig. Der Erzählstil tröpfelte so vor sich hin ohne Spannung oder Emotionen. Ab der Mitte des Büchleins empfand ich es interessanter und mir machte das Lesen immer mehr Spaß. Ich empfand später gerade diese Sprünge von einem Protagonisten zum anderen als genial, da man die Unterschiede gut erkennen konnte, wie unterschiedlich Mann und Frau über das Gleiche denken.Das Ende war für mich wirklich gut, da konnte ich mich selbst erkennen - Frau halt.Fazit:Das kleine Buch hat einen guten Schreibstil. Es ist nicht spannend oder emotional, aber nett und man/Frau erkennt sich vielleicht selbst darin. Es ist kein Buch, das ich überschwenglich weiterempfehlen würde, aber durchaus guten Gewissens. Allerdings ist es für seine 189 Seiten zu teuer.

    Mehr
  • Der Zug des Lebens.

    6 Uhr 41
    simone_richter

    simone_richter

    02. March 2017 um 12:27

    Klappentext: Cécile hat das Wochenende bei den Eltern verbracht. Am Montagmorgen sitzt sie erschöpft im Frühzug und ärgert sich, dass sie nicht doch schon am Vorabend zurück zu Mann und Kind gereist ist. Der Platz neben ihr ist frei, ein Mann setzt sich. Cécile erkennt ihn sofort: Philippe Leduc. Auch Philippe hat Cécile gleich erkannt. Doch sie schweigen geschockt. Beide. Jeder für sich erinnern sich Cécile und Philippe in den eineinhalb Stunden bis Paris, wie verliebt sie vor dreißig Jahren waren, als sie zusammen ein romantisches Wochenende in London verbringen wollten und dort alles aus den Fugen geriet. Je näher der Gare de l’Est kommt, desto mehr will man wissen: Endet die Reise dort, oder gibt es ein nächstes Mal? Das Büchlein der ungleichen Ex-Liebenden ist, wie ich finde, typisch französisch erzählt. Es kommt leicht daher und beschreibt die Charaktere ohne sie bloßzustellen, dabei können wir die Protagonisten beim Denken erlesen. Mit Neugierde möchte man endlich erfahren, was denn nun in dem Kurzurlaub in London vorgefallen ist und es entsteht sowas wie eine Spannung, denn man liest fasziniert mit, ob die beiden sich im Zug näherkommen, oder nicht, da der Platz im Zug auch ein Ort von Intimität ist. Über das Leben der Mid-Life Protagonisten Cécile und Philippe kann man sich mit immer mehr entblätternden kleinen Wahrheiten in einer Geschichte mit leichtem Witz und unprätentiöser Sprache entführen lassen. Das liest sich vielleicht wirklich kurzweilig auf einer Bahnfahrt, auf alle Fälle schnell und bietet eine Alternative zu den rührseligen Abschieden auf den Bahnhöfen der Welt. Enden tut der Roman, indem man sich diese Begegnung mit einem Hoffen auf die Weiterführung der Bekanntschaft von Cécile und Philippe erträumt, oder ganz anders.

    Mehr
  • Interessantes Gedankenspiel

    6 Uhr 41
    annewiegner

    annewiegner

    05. January 2017 um 20:06

    Cécile hat das Wochenende bei den Eltern verbracht. Am Montagmorgen sitzt sie erschöpft im Frühzug und ärgert sich, dass sie nicht doch schon am Vorabend zurück zu Mann und Kind gereist ist. Der Platz neben ihr ist frei, ein Mann setzt sich. Cécile erkennt ihn sofort: Philippe Leduc. Auch Philippe hat Cécile gleich erkannt. Doch sie schweigen geschockt. Beide. Jeder für sich erinnern sich Cécile und Philippe in den eineinhalb Stunden bis Paris, wie verliebt sie vor dreißig Jahren waren, als sie zusammen ein romantisches Wochenende in London verbringen wollten und dort alles aus den Fugen geriet. Je näher der Gare de l’Est kommt, desto mehr will man wissen: Endet die Reise dort, oder gibt es ein nächstes Mal? Es handelt sich hierbei um eine Geschichte, die sich nur in den Köpfen der beiden Menschen abspielt, in der sie die Vergangenheit Revue passieren lassen und über ihr gegenwärtiges Leben reflektieren. Tiefsinnig und unterhaltsam geht der Autor der Frage nach, wie sich Menschen im Laufe ihres Lebens verändern und mit ihnen ihre Erwartungen, Hoffnungen und Träume. Die beiden Charaktere werden überzeugend, d.h. sehr menschlich mit Fehlern und Schwächen, gezeichnet. Bis zum Ende bleibt es spannend: Werden sie einander ansprechen oder wortlos auseinandergehen?

    Mehr
  • Eine stille Begegnung...

    6 Uhr 41
    Sookie70

    Sookie70

    27. December 2016 um 19:07

    Cécile, 47 Jahre alt und eine erfolgreiche Pariser Geschäftsfrau, Ehefrau und Mutter, reist nach einem Wochenende bei ihren Eltern zurück nach Hause. Im Zug um 6 Uhr 41 trifft sie auf Philippe, mit dem sie vor 27 Jahren eine kurze Beziehung mit einem unschönen Ende hatte.Es folgt ein gegenseitiges Erkennen, jedoch lediglich im Verborgenen. Keiner der beiden möchte ein Gespräch mit dem anderen beginnen: Cécile, weil sie noch immer wütend auf Philippe ist, und Philippe, weil ihn zum einen das Gewissen plagt, zum anderen weil er sich seiner mittlerweile doch recht ramponierten Erscheinung bewusst ist. Tatsächlich scheinen sich die Lebenskonzepte der beiden umgekehrt zu haben: Aus der unscheinbaren, farblosen Cécile wurde eine schöne, selbstbewusste und erfolgreiche Frau. Der einst attraktive Frauenschwarm Philippe landete hingegen als Verkäufer in einem Elektrogeschäft; er ist geschieden, und von seiner einst so ansprechenden Erscheinung ist wenig übrig.Der Leser wird Zeuge der Gedanken der beiden so unterschiedlichen Menschen; die im Zug unfreiwillig nebeneinander sitzen: Sie schwelgen abwechselnd in sich miteinander verstrickenden Erinnerungen, bedauern, klagen an und wägen ab, was hätte sein können, wenn... Ja, wenn auch nur kleine Dinge in der Vergangenheit anders gelaufen wären. Bis zum letzten Blatt fragt man sich, was wohl geschehen wird. Werden sie sich einander zuwenden? Wird sie ihm verzeihen? Gibt es einen Neuanfang, wie auch immer der aussehen könnte?Das Ende ist dementsprechend nicht besonders überraschend, man kann das Buch aber mit einem ehrlichen, von Herzen kommenden Schmunzeln schließen und sich dabei selber fragen: Was wäre wohl, wenn...??

    Mehr
  • Begegnung mit einer alten Liebe

    6 Uhr 41
    Orisha

    Orisha

    24. December 2016 um 22:54

    Haben wir uns nicht alle schon einmal dem Gedanken hingegeben, was wäre wenn? Was wäre, wenn wir eine alte Liebe wieder treffen würden? Wie würden wir uns verhalten? Ein Gespräch beginnen? Sich ignorieren? Alte Bande aufleben lassen? Oder weiter getrennte Wege gehen? Dieser Frage müssen sich Cécile und Philippe stellen. 6 Uhr 41, der Frühzug nach Paris. Ein anstrengendes Wochenende bei den Eltern liegt hinter Cécile und sie will nichts weiter, als zurück nach Paris. Zu ihrem Mann und ihrer Tochter, zurück in ihren Job. Und auch Philippe muss nach Paris, zu Mathieu, seinem besten, erkrankten Freund. Es könnte sein letzter Besuch sein, denkt er sich. Cécile und Philippe. Vor 27 Jahren waren sie ein Paar. Und es endete, wie alle Beziehungen mit Anfang zwanzig enden. Man trennt sich, geht seines Weges. Doch diese Trennung hing beiden nach: Cécile, die danach beschloss sich zu ändern und Philippe, der sich für sein schändliches Handeln – damals in London – schämt. Der Frühzug bringt sie beide als Sitznachbarn zusammen. Und sie müssen sich der Frage stellen... Wie begegne ich einer alten Liebe? Blondels Buch ist simpel und reißt doch Fragen an, die uns alle sicherlich schon einmal in den Sinn gekommen ist: Was wäre wenn? Blondel geht dieser Frage mit seinen Protagonisten, Cécile und Philippe. nach. Beide sind erwachsen geworden, und doch wirft beide diese Begegnung irgendwie aus der Bahn. Es bringt sie zum Nachdenken und entführt die Leser in die Vergangenheit. Und das ist auch gut so. War ich zu Beginn des Buches noch wenig angetan, von beiden Protagonisten – 47-jährig, gefangen in ihrem Leben mit banalen Problemen –, entfalten sich in ihren gedanklichen Rückblenden ihre Lebensgeschichten, ihre Begegnung, die Beziehung und ihr Ende. Ein rundes Bild entsteht und die Frage bleibt, werden sie aufeinander zugehen? Oder schweigend ihren Gedanken nachgehen? Mein zweiter Blondel hat mir, trotz des etwas schleppenden Beginns, sehr gut gefallen. Simpel, warmherzig und offen lassen Cécile und Philippe ihre Leben passieren und die Anfangs wenig sympathischen End-vierziger stellen sich am Ende des Buches als andere Menschen dar. Beide tragen die Geschichte hervorragend und auch das Ende, dass nicht ganz so offensichtlich ist, ist ein wirklicher Pluspunkt. Fazit: Kurzweilige Lektüre, die ans Herz geht. Warmherzig und lesenswert.

    Mehr
    • 4
  • Eine Zugfahrt nach Paris

    6 Uhr 41
    Arizona

    Arizona

    23. November 2016 um 22:45

    Ein Zug nach Paris, 6 Uhr 41. Cecile ist auf dem Weg von ihren Eltern zurück nach hause. Zufällig setzt sich auf den freien Platz neben ihr Phillipe, mit ihm war sie vor fast 30 Jahren mal für eine Zeit lang zusammen. Die beiden sprechen sich jedoch nicht direkt an, sondern beide schweifen in ihren Gedanken zurück in die Zeit damals, alles läuft auf einen Vorfall in London hinaus, wo ihre Beziehung beendet wurde. Dazwischen kommen auch immer Gedanken an ihrer jetzige Situation. Cecile ist erfolgreiche Geschäftsfrau, aber ein bisschen unglücklich in ihrer Ehe. Philippe ist getrennt lebend, er ist unterwegs zu einem Besuch bei seinem kranken Jugendfreund. Die Ausgangssituation finde ich sehr spannend, das zufällige Treffen, beide Personen schweifen in Gedanken in ihre Vergangenheit. Das ganze Buch spielt während dieser 90 minütigen Zugfahrt, aber eben auch mit den Rückblicken. Das Buch ist mit seinen 188 Seiten recht dünn, es ist schnell gelesen, auch unterhaltsam geschrieben. Man kann den beiden in ihre Gedankenwelt folgen.Besonders gefallen hat mir der Aufbau des Buches, so folgt immer ein Kapitel abwechselnd erzählt aus der Sicht von ihr und ihm, wobei sich natürlich die Erinnerungen an die Vergangenheit dabei überschneiden und man so auch einen Einblick in die Geschichte von beiden Seiten erhält. 

    Mehr
  • Kurz und wie aus dem Leben :)

    6 Uhr 41
    Linatost

    Linatost

    15. November 2016 um 10:53

    Das Buch wurde mir vom Buchhändler meines Vertrauens empfohlen. Ich mochte es sehr, weil man sich mit den Personen identifizieren konnte. Philippe und Cecile lernten sich während des Stduiums kennen und waren für vier Monate ein Paar. Beide wussten, dass es nicht für immer halten würde und so kam es, wie es kommes musste, es nahm ein unschönes Ende. Für beide war dies ein Wendepunkt in ihrem Leben, auch wenn es beiden nicht so ganz klar war. Und so sitzen sie nun 27 Jahre später zufällig im Zug nebeneinander und denken über die vergangenen Jahre nach.DIe eigentlich Handlung ist sehr kurz, sie sitzen im Zug und außer das Cecile mal zur Toilette geht, passiert rein gar nichts. Das tolle an dem Buch ist aber, wie jeder für sich in Gedankenmonologen über Eckpunkte seines Lebens nachdenkt. Warum ist dies oder jenes schief gelaufen. Sie denken auch viel übereinander nach und so fragt ist die Frage: Spreche ich den anderen an oder nicht?Für mich waren die Personen wirklich sehr greifbar und gerade mit Cecile als Frau konnte ich mich sehr gut identifizieren! Mit seinen knapp 160 Seiten ist dieses Buch wirklich ein kurzer Zeitvertreib!

    Mehr
  • Lust auf eine nervenaufreibende Zugfahrt?

    6 Uhr 41
    Betsy

    Betsy

    11. November 2016 um 19:06

    Wie spannend kann schon eine einfache und alltägliche Zugfahrt sein? Definitiv sehr nervenaufreibend, wenn man die Geschichte von Jean-Philippe Blondel liest. In seinem Buch geht es um ein unfreiwilliges Aufeinandertreffen zweier Menschen, die sich zuletzt vor 27 Jahren gesehen haben und nicht gerade gute Erinnerungen daran haben. Plötzlich dazu verdammt sich als Sitznachbarn im 6 Uhr 41 Zug nach Paris wiederzufinden, stellt sich für beide jeweils die Frage: Hat er/sie mich erkannt? Gebe ich mich ihm/ihr zu erkennen? Und wie wäre wohl seine/ihre Reaktion darauf? Eigentlich eine sehr simple Geschichte, die ohne großes Drumherum auskommt und sich ganz auf diese zwei Menschen konzentriert, die sich nach so langer Zeit wiedersehen und nicht wissen wie sie damit umgehen sollen. Während beide den anderen natürlich erkannt haben, rufen sie sich den Verlauf ihrer damaligen Beziehung in Erinnerung, analysieren was seitdem alles in ihrem Leben passiert ist und wer hier definitiv der Gewinner bei diesem Wiedersehen ist. Während keiner vom anderen weiß, dass auch der andere ihn erkannt hat, stehen beide unter starkem Druck sich nichts anmerken zu lassen und auch der Leser wird gefangen genommen von der angespannten Situation und ist selbst schon unglaublich neugierig wie die Geschichte wohl ausgehen wird. Wer macht den ersten Schritt? Oder wagt es keiner? Was passierte damals bei ihrem letzten Beisammensein? Und natürlich die wichtigeste Frage: Wie kann sich eine eineinhalbstündige Zugfahrt nur wie eine gefühlte Ewigkeit anfühlen?Es wird hier abwechselnd aus seiner und ihrer Sicht erzählt, weshalb man von beiden nicht nur erfährt, warum sie gerade in diesem Zug sitzen, sondern auch wie unterschiedlich sich beide entwickelt haben (auch aus Sichtweise des jeweils anderen).Nach und nach erfährt man mehr über ihre gemeinsame Vorgeschichte und warum es beiden schwerfällt diese zu vergessen.Was hier unglaublich gut gelingt ist, dass man es sich so gut vorstellen kann, und deren beiderseitiges Unbehagen sehr gut nachvollziehen kann. Wer hat nicht schon mal jemanden getroffen dem er lieber aus dem Weg gegangen wäre, weil es eine Vorgeschichte gibt? Soll man denjenigen ansprechen oder lieber abwarten bis dieser zu erkennen gibt, dass er sich an dich erinnert? Oder versucht man ein Zusammentreffen lieber gleich zu verhindern, indem man die Richtung oder Straßenseite wechselt? (Immer unter der Vorraussetzung man sitzt nicht wie unsere Protagonisten an einem Standort fest.) Auch die ganze Atmosphäre selbst, wie etwa der Bahnhof, die Frage wer sich im Zug wohl neben einem setzt, die geplante Überbrückung der Zugfahrt, das Nachdenken über die verschiedensten Dinge, die einem durch den Kopf gehen usw. hat der Autor sehr gut eingefangen.Beide haben unterschiedliche Lebenswege hinter sich und ohne es zu ahnen, hat ihre damalige Bekanntschaft und deren unerfreuliches Ende, für beide bis heute einen prägenden Eindruck hinterlassen.Fazit: Ein kleines, aber wirklich feines Buch! Hier wird aus einer simplen Alltagssituation eine wirklich spannende Geschichte gemacht. Wie reagiert man, wenn man jemanden nach so langer Zeit unerwartet trifft, wenn die letzte Begegnung nicht gerade positiv verlief? Eine Zugfahrt, die für beide ein Gedankenkarussell in Bewegung setzt und sie dazu bringt ihr bisheriges Leben unter die Lupe zu nehmen, während sie sich gegenseitig versuchen abzuchecken. Einziges Manko für mich war hier das Ende, welches mich dann doch etwas enttäuscht hat. Hier bleibt wirklich sehr viel Spekulationsraum, was mir nicht so gefiel, aber das ist natürlich eine reine Geschmackssache. Ansonsten liest es sich sehr schnell, baut wirklich eine greifbare Spannung auf und wirkt sehr Realitätsnah.

    Mehr
    • 2
  • Das Schicksal im Zug

    6 Uhr 41
    Nespavanje

    Nespavanje

    03. September 2016 um 14:29

    Am Montagmorgen, um 6 Uhr 41 nimmt Cécile den Frühzug nach Paris verärgert darüber, dass sie nicht schon am Vorabend nach Hause gereist ist. Das Wochenende hat sie bei den Eltern verbracht. Der Zug füllt sich mit Pendlern und Reisenden, ein Mann setzt sich zu ihr. Cécile ist schockiert: Sie erkennt Philippe sofort, allerdings scheint er sie nicht zu erkennen. Beide schweigen und beide lassen sich nichts anmerken, den anderen erkannt zu haben. Eine durchaus verständliche Reaktion und jeder für sich erinnert sich in der eineinhalbstündigen Fahrt nach Paris, wie verliebt sie doch nicht waren und wie durch ein romantisch geplantes Wochenende in London alles durcheinander geriet. Irgendwo in den Untiefen meiner eBook-Sammlung hat sich Jean-Philippe Blondel Roman - 6 Uhr 41 - versteckt und hat darauf gewartet, von mir gelesen zu werden. Zufälligerweise, nachdem ich versucht habe ein wenig Ordnung in mein elektronischem Bücherregal zu bekommen, bin ich darauf gestoßen und hab ein wenig darin geblättert. Schnell hab ich jedwede Ordnungsversuche gelassen und hab mich über diesen wunderbar feinsinnigen Roman gestürzt. Auf eine gewisse Weise, hat er mich ein wenig an Glattauers Buch - Alle Sieben Wellen - erinnert. Das Buch ist ein eMail-Roman und beinhaltet eben nur jene Unterhaltung zwischen zwei Charakteren. Im Gegensatz zu Blondels Roman, der ja zwar auch zwei Hauptcharaktere hat, allerdings sprechen Cécile und Philippe nicht miteinander, sondern hängen getrennt voneinander, Erinnerungen an der Jugend nach und wie ihr Leben ein wenig aus den Fugen geriet. Diese parallel erzählten inneren Monologe zeichnen wunderbare Bilder, die amüsieren und berühren. Völlig unprätentiös aber detailverliebt wird diese Geschichte erzählt. Kurzum: "Ich war entzückt." Der geneigte und frankophile Leser meiner Rezensionen wird seine Freude an dieser leicht dahinplätschernden Erzählung haben und schlussendlich will man ja als Leser wissen: Werden sich die beiden zu erkennen geben und vor allem, werden sie sich miteinander unterhalten?

    Mehr
  • Das Schweigen im Zug

    6 Uhr 41
    Duffy

    Duffy

    10. August 2016 um 11:36

    Ein Mann und eine Frau sitzen im Frühzug nach Paris zufällig nebeneinander. Ihre Lebensläufe könnten nicht unterschiedlicher sein, doch sie erkennen sich, denn sie hatten vor 30 Jahren eine heftige Liebesäffäre, die jedoch in einer Eskalation während eines Besuche in London endete. Nun schweigen sie die gesamte Zugfahrt nebeneinander und geben sich noch nicht einmal das Zeichen des Wiedererkennens. Dabei kämpft jeder darum, den anderen ansprechen zu wollen, jedoch aus vollkommen unterschiedlichen Motiven. Die Gedanken an die gemeinsame Vergangenheit füllt stattdessen die eineinhalbstündige Zugfahrt. Und auch die Frage, ob man sich etwas zu sagen hat.Das Thema Zugfahrt in allen Varianten ist schon dermaßen oft der Hintergrund von Büchern gewesen, dass man schon mit hohen Erwartungen in die Lektüre dieses Romans geht. Es ist auch keine Überraschung, dass der Autor die Protagonisten wechselseitig zu Wort kommen lässt. Das macht er sehr gut und entwickelt dieselbe Geschichte von zwei verschiedenen Warten, verknüpft die Vergangenheit mit der Gegenwart, unterbindet die Logik, wenn sie zu zwingend wird und schützt die Leser vor allzu heftigen Brüchen, die dem Gesamtcharakter des Buches zuwiderlaufen würden. Dennoch - dass der Roman hier keine höhere Bewertung erfährt, liegt am Ende, denn das ist nach dem Kraftakt der Konsequenz, die Blondel beim Erzählen der beiden Geschichten in einer erzählt, eine Enttäuschung und nimmt dem Roman abrupt viel von dem Zauber. Schade, aber dennoch äußerst lesenswert. Die Bewertung des Endes wird natürlich jeder Leser individuell vornehmen und anders empfinden.

    Mehr
  • Eine ruhige und doch packende Geschichte

    6 Uhr 41
    LeseMama82

    LeseMama82

    31. July 2016 um 10:09

    Zwei Menschen, die sich seit 27 Jahren nicht mehr gesehen haben, verschlägt es in einem vollbesetzten Zug nach Paris auf benachbarte Sitzplätze. Sie ist inzwischen eine erfolgreiche Geschäftsfrau mit eigenem Unternehmen, Mann und einer Tochter. Er ist geschieden und ein einfacher Verkäufer. Doch keiner will den ersten Schritt machen und zeigen, dass er den anderen erkannt hat. Denn ihr letztes Aufeinandertreffen war wenig erfreulich: ein romantischer Trip nach London ist plötzlich ins absolute Gegenteil umgeschlagen und so hängen sie ihren Gedanken nach, über ihre gemeinsame Vergangenheit, ihr aktuelles Leben, zerplatzte Träume und erfüllte Hoffnungen. Beide ahnen sie nicht, wie ihre kurze gemeinsame Zeit ihre Lebensläufe beeinflusst hat. Diese leise Geschichte hat mich mit ihrem Charme direkt in ihren Bann gezogen. Sie ist humorvoll geschrieben, doch lässt sie einen auch nachdenklich innehalten. Ein Buch, das mich berührt hat.

    Mehr
  • weitere