This is not a love song

von Jean-Philippe Blondel 
4,2 Sterne bei49 Bewertungen
This is not a love song
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (41):
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Wieder ein tolles Buch von Blondel, der erneut ohne viel Tamtam eine Geschichte erzählt mit viel Tiefgang über Familie und Freunde.

Kritisch (3):
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Ich bin leider überhaupt nicht begeistert, es fehlt mir das Gefühl, den die Geschichte und der Hintergrund an sich hätte wirklich Potenzial

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Inhaltsangabe zu "This is not a love song"

Warum nur hat er sich zu diesem Besuch bei den Eltern überreden lassen? Vincent hat in England Karriere gemacht und führt mit Frau und zwei kleinen Töchtern ein erfülltes Leben. Jetzt zurück in seiner Heimat Frankreich fühlt er sich eingeengt und hat schnell über alle ein Urteil gefällt: Die spießigen Eltern und der ehrgeizlose Bruder nerven ihn, seine Exfreundin Fanny ist ausgerechnet mit Langweiler Olivier zusammen, sein bester Freund Étienne einfach von der Bildfläche verschwunden. Doch dann konfrontiert ihn seine Schwägerin mit einer traurigen Wahrheit und der Frage, was Freundschaft wirklich bedeutet ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442485932
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:224 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:17.07.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Anna_Resslervor 5 Monaten
    This is not a lovesong

    Wahlengländer und Hauptprotagonist Vincent nimmt sich auf Drängen seiner Frau Urlaub und fährt eine Woche allein zu seinen Eltern nach Frankreich. Dort holt in seine Vergangenheit ein.


    Leider konnte mich dieses Buch nicht überzeugen. 
    Es kam während der ganzen Geschichte nicht wirklich Spannung auf - obwohl das Thema durchaus dafür geeignet gewesen wäre. Die Personen waren alle sehr verschlossen und wirkten dadurch unsympathisch.  
    Als Leser erlebt man die Geschichte aus der Sicht von Vincent, der mir ein bisschen gefühlskalt und sehr nüchtern erschien, auch im Umgang mit seinen Verwandten und Freunden. Manche seiner Handlungen konnte ich nicht nachvollziehen - mir fehlte einfach die Emotion in der Schilderung.
    Durchaus passend zur Story finde ich aber das Cover.
    Aber - macht euch selbst ein Bild.


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    YukBookvor einem Jahr
    Von der Vergangenheit eingeholt

    Vincent, Ich-Erzähler dieses Romans, schwant nichts Gutes, als seine Frau Susan sich eine kleine Auszeit wünscht. Eine Woche ganz für sich, während ihre Eltern auf die Kinder aufpassen. Noch weniger begeistert ihn ihr Vorschlag, in der Zeit seine Familie in Frankreich zu besuchen. Doch allmählich freundet er sich mit der Idee an, zumal es seinem Ego gut tun würde, in seiner Heimat mit seiner Laufbahn zum erfolgreichen Unternehmer und glücklichen Familienvater zu prahlen.

    Gleich am Anfang werden die unterschiedlichen Elternpaare von Susan und Vincent vorgestellt, und man ahnt, dass Familie und Herkunft eine zentrale Rolle spielen werden. Im Gegensatz zu den bisherigen Kurzbesuchen wird Vincent diesmal eine ganze Woche Zeit haben, die Diskrepanz zwischen seiner Jugend in der französischen Provinz und dem derzeitigen erfüllten Leben in London zu spüren. Schon damit baut der Autor eine Spannung auf, denn man hat bereits eine leise Vorahnung, dass Vincent nach dieser Woche nicht mehr der Gleiche sein wird.

    Ich konnte mich auf vielen Ebenen erstaunlich gut mit der Hauptfigur identifizieren. Mir ist zwar meine Geburtsstadt, die ich mit 19 Jahren verließ, nicht verhasst wie Vincent seine, doch das euphorische Gefühl, in einer anderen Großstadt, wo einen niemand kennt, völlig neu anzufangen, konnte ich gut nachvollziehen. Obwohl der Erzähler keinen Hehl daraus macht, wie arrogant und selbstgefällig er geworden ist und auf den Lebensstil anderer herabsieht, war er mir sympathisch; wahrscheinlich gerade weil er so ehrlich und schonungslos seinen Charakter offenlegt. Durch eingestreute Rückblenden, die schildern, wie er zum Schulversager und Außenseiter wurde und mit seinem besten Freund Étienne kurz vor dem Absturz stand, versteht man langsam, warum er so wurde, wie er heute ist.

    Blondels Stärke besteht darin, mit wenigen Worten viel auszusagen, zum Beispiel über die enge und doch ambivalente Freundschaft zwischen Vincent und Étienne. Überraschend war nicht nur die Wende in der Geschichte, sondern auch das Verhalten manch einer Figur, die so viel Größe zeigte, dass sie mir Tränen in die Augen trieb. Dieser feine, elegant geschriebene Roman, der um Themen wie Freundschaft, Familie, Zusammenhalt und Schuldgefühle kreist, hat mich schlichtweg umgehauen.

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    Betsyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wieder ein tolles Buch von Blondel, der erneut ohne viel Tamtam eine Geschichte erzählt mit viel Tiefgang über Familie und Freunde.
    Unangenehme Wahrheiten

    „Manchmal frage ich mich, warum ich eigentlich so früh von zu Hause ausgezogen bin. Dann wieder nicht.“

    Vor Jahren ist er aus der Provinz in Frankreich nach England geflohen und hat es dort weit gebracht mit einem erfolgreichen Unternehmen. Nun jedoch besucht er auf Drängen seiner Frau nach langer Zeit alleine sein ehemaliges zu Hause und wird erdrückt von den damaligen Erinnerungen und davon wie wenig sich verändert zu haben scheint. Seine Eltern, sein Bruder Jérôme, dessen Frau Céline, seine Exfreundin Fanny und sein Freund Olivier, lassen ihn die Tage zählen an denen er wieder zurück nach London zu seiner Familie kann. Einzig seinen besten Freund Étienne würde er gerne wiedersehen, doch er ist etwas gehemmt nach ihm zu fragen. Schon kurz nach seiner Ankunft ist er genervt und enttäuscht über die Entwicklung seiner Freunde und wie langweilig ihr Leben ist. Alles würde wohl seinen gewohnten Gang gehen, wenn ihm nicht eines Tages seine Schwägerin die brutale Wahrheit ins Gesicht sagen würde, die alle vor ihm verheimlichen und ihm damit den Boden unter den Füßen wegzieht.

    Auch dieses Mal konnte mich dieser französische Autor völlig in seine Geschichte hineinziehen, die wieder ohne große Worte und Geschehnissen einen in die Welt unseres anfänglich noch unbenannten Auswanderers entführt, der auf Stippvisite nach Hause fährt und sofort daran erinnert wird, wie er damals ohne großen Abschied und ohne etwas vorzeigen zu können von dort flüchtete. Es schien seine einzige Chance zu sein doch noch die Kurve zu kriegen, da er im Gegensatz zu seinen besten Freund Étienne mehr haben wollte, wie eine eigene Familie und nicht mehr nur der Tunichtgut bleiben wollte für den ihn alle hielten. Er wollt nicht mehr länger im Schatten seines Vorzeigebruders Jérôme stehen und erdrückt werden von den Zwängen in der Provinz, wo nichts geheim bleibt und jeder einen beobachtet.

    Ein wunderbares Buch, das einen in die Welt eines mittlerweile erfolgreichen und glücklich verheirateten Familienvater zieht, der zurückkehrt zu seinen Wurzeln und sich daran erinnert wie kaputt sein Leben damals war und auch warum er es mit seiner Familie nie lange ausgehalten hat.

    „Vier Tage bei meinen Eltern – ich war ein Wrack inmitten einer Vergangenheit voller Wracks.“

    Ohne viele Worte, spürt man wie unwohl er sich fühlt und wie er auf die anderen herabsieht, während er nun der Sohn ist der etwas aus sich gemacht hat und mit dem die Eltern gerne angeben, auch wenn sie noch immer nicht so ganz wissen wie sie mit ihm umgehen sollen. Eine denkbar einfache Familiengeschichte wie es sie oft gibt und die nach und nach zeigt wie sich auch für die anderen ihr Leben verändert hat und damit unseren Hauptcharakter in unangenehme Situationen bringt. Er selbst kann jedoch gewisse Schuldgefühle bezüglich seines ehemals besten Freundes Étienne nicht abschütteln, den er alleine zurückgelassen hat und trotz seiner Versprechen weder einmal angerufen noch ihn besucht hat und nun nicht weiß wie dieser wohl auf einen Anruf oder Besuch von ihm reagieren würde. Ohne es zu ahnen ist es dann ausgerechnet die unliebsame Schwägerin die ihm endlich die brutale Wahrheit erzählt, die alle vor ihm verheimlichen und dieser Geschichte einen sehr tragischen und gefühlsintensiven Anstrich verleiht. Zugleich bringt er die beiden auf eine Weise näher, die man wohl nie erwartet hätte.

    Der Autor schildert diese Woche anhand der einzelnen Tage in denen uns unsere Hauptfigur erzählt was alles passiert ist. Nebenbei gibt es auch immer wieder Erinnerungen aus seiner Vergangenheit die dieser Geschichte noch ihren ganz persönlichen und emotionalen Anstrich verleihen. Genauso gelingt es Blondel auf den ersten Blick recht simpel gestrickte Figuren nach und nach eine wichtige Rolle zu verleihen und ihnen eine eigene Geschichte zu geben auf die man manchmal gar nicht vorbereitet ist und die zeigt, dass es oftmals nur wenig braucht um Leben zu verändern. Selbst die Entscheidung die Hauptfigur anfänglich namenlos zu lassen, ihm erst einen Namen zu geben um auch anderen Dingen einen zu geben wurde sehr intensiv umgesetzt, wobei man leider dazu sagen muss, dass der Umschlagtext seinen Namen leider schon verrät, was ich persönlich als etwas unglücklich gemacht empfinde.

    Das Buch kann einen dann am Ende genauso überraschen wie schockieren und dennoch ist es irgendwie ein guter Abschluss, der sehr tiefsinnig angelegt wurde, auch wenn man ihn vielleicht persönlich nicht gutheißen mag und es manches Mal etwas braucht um wirklich zu verstehen was genau man da gerade liest, da vieles auch anfänglich nur angedeutet wird.

    Fazit: Wieder ein kleines, aber feines Büchlein von diesem Autor, der es schafft einfach die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und deren Leben beleuchtet, mit all ihren Entscheidungen die sie getroffen haben und den Folgen die daraus für andere entstehen. Wunderschön und tragisch zugleich, erfahren wir wie viel unter den Tisch gekehrt wird, um unangenehme Wahrheiten zu vermeiden. Es geht um die Konfrontation mit Familie und Freunden, die man damals für die eigene Zukunft verlassen hat und von der man sich weitestgehend losgesagt hat, den Hemmungen alten Freunden wieder zu begegnen und dennoch die Neugierde was sich in ihrem Leben getan hat und die Arroganz mit der man dann auf sie herabsieht und sie kritisiert. Doch niemand kommt ungeschoren davon, denn letztendlich hat jeder Schuld auf sich geladen, ob nun bewusst oder unbewusst und manche kämpfen immer noch damit. Wunderschön und tragisch, aber auch mitreißend und sehr emotional beschreibt der Autor das Treffen von Vergangenheit und Gegenwart und wie man diese vielleicht hätte ändern können.

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    Anna_s avatar
    Anna_vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein tolles Buch!
    Ein tolles Buch - emotional von der ersten bis zur letzten Seite

    Beschreibung:
    Vincent, inzwischen in England verheiratet mit zwei Kindern und einer beachtlichen beruflichen Karriere, lässt sich von seiner Frau überreden, seine Eltern in Frankreich mal wieder zu besuchen. Anfangs streubt er sich, dann findet er die Idee gar nicht so schlecht und malt sich das eine oder andere schöne Wiedersehen mit alten Freunden aus, die er in dieser Woche treffen möchte. Allerdings sieht die Realität dann anders aus.

    Meinung:
    Der Schreibstil ist hervorragend. Jean-Philippe Blondel hat es mit dieser Geschichte verstanden, die Leser hinter die Kulissen des Alltags mit seinen Tragödien blicken zu lassen. Besonders spannend war dieses Wirrwarr der Gedankengänge, die er beschrieben hat.

    Für mich das beste Buch!

    Fazit:
    Unbedingt lesens- und empfehlenswert!

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    LaMenschs avatar
    LaMenschvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ich bin leider überhaupt nicht begeistert, es fehlt mir das Gefühl, den die Geschichte und der Hintergrund an sich hätte wirklich Potenzial
    Es plätschert so dahin

    Für eine Woche fährt er zu seinen Eltern nach Frankreich. Er ist erfolgreich, Inhaber einer großen Kaffeehauskette. Nur widerwillig fährt er nach Frankreich, er fühlt sich dort einfach nicht wohl. Für die Woche wohnt er bei seinen Eltern, in seinem alten Zimmer, das aber nun eher ein Gästezimmer ist. Er wünscht sich, dass er früher abreisen kann, doch diesmal funktioniert der Wunsch leider nicht. Er trifft sich mit alten Bekannten, Freunden und seinem Bruder. Doch was in dieser Woche alles ans Licht kommt ist beachtlich.

    Ich bin von diesem Buch leider nicht überzeugt. Der Schreibstil plätschert langsam dahin, einen wirklichen Höhepunkt konnte ich nicht finden und von Spannung fehlte leider jede Spur. Die Geschichte an sich ist in Ordnung dargestellt, die Charaktere sind auch authentisch dargestellt aber ich denke, durch einen empathisch Schreibstil hätte das Buch einiges an Punkten bei mir gewinnen können. Der ich-Erzähler berichtete über sein Leben in Frankreich sehr reflektiert und es erschien mir teilweise irgendwie lustlos. Klar würde ich auch lustlos von einer Zeit sprechen, die mir nicht gefallen hat, doch würde ich damit wahrscheinlich nicht unbedingt ein Buch füllen, mich konnte es leider nicht mitreißen, egal ob reflektiert oder nicht.

    Wie man merkt fehlt mir einiges, daher kann ich traurigerweise nur 2 von 5 Sternen vergeben :-/

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    varietys avatar
    varietyvor 2 Jahren
    Liest sich wiederum sehr gut

    Blondel erzählt in diesem Roman aus dem Jahr 2007, der erst dieses Jahr auf Deutsch erschienen ist, von Vincent. Dieser ist nun, obwohl er als junger Mann ein Aussenseiter und Versager war, äusserst erfolgreich als Besitzer einer Imbisskette in England. Bei einem einwöchigen Besuch in der alten Heimat in Frankreich wird er mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Nicht nur seine Eltern und sein Bruder, auch die Schwägerin sowie seine Ex-Freundin fordern ihn heraus. Besonders berührend ist das Schicksal von Etienne, seinem Freund, den er schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hat. Er muss sich dabei unbequemen Fragen stellen: Was habe ich falsch gemacht? Wieso sehe ich meine Zeit in Frankreich in einem so negativen Licht? Ist mein jetziges Leben nun wirklich so rosarot?
    Sein Schreibstil ist unaufgeregt und die knappen Sätze verleiten zum Lesen. Etwas schade fand ich, dass meine Erwartungen nach dem Lesen des Titels nur teilweise erfüllt wurden. Zwar geht es um Liebe (und Freundschaft), aber nicht um Musik. Auch hat mich die Auflösung am Schluss eher ratlos zurückgelassen. Trotzdem ein Buch, das unter die Haut geht.

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    WinfriedStanzickvor 2 Jahren
    Ein eigenwilliger Roman



    Ähnlich wie in seinem letzten Buch „6 Uhr 41“, einem kleinen, unterhaltsamen und in seiner Thematik doch tiefgründigen Roman, beschreibt der französische Autor in seinem neuen kurzen Roman “This is not an love song“  eine Geschichte, zu einem reizvollen Thema, das sicher schon jeden Menschen mindestens einmal in  seinem Leben beschäftigt hat: was wäre gewesen, wenn?

    Protagonist und Ich-Erzähler des Romas ist Vincent, ein in England lebender Franzose, der dort mit einem Freund eine sehr erfolgreiche Unternehmenskette für hochwertiges Fast-Food aufgebaut hat, nachdem es lange in seinem Leben so ausgesehen hatte, als würde er nichts zustanden bringen.

    Über Nacht teilt ihm seine englische Ehefrau mit, dass sie eine Auszeit für ihre Ehe brauche:
    "Dann erklärte sie mir, das sei bestimmt nicht der Auftakt zu einer Trennung oder der Vorwand für ein amouröses Abenteuer. Sie brauche einfach nur eine kleine Auszeit." Gleichzeitig schlägt sie ihm vor, diese Zeit doch zu nutzen und seine Eltern und seine Familie in Frankreich zu besuchen. Sie indessen werde eine Woche lang gar nichts tun und ausspannen. Vincent stimmt zu uns reist ab.

    Vermeintlich schon lange vergangen und abgehakt, spürt er, in seinem Heimatort angekommen, sofort, wie ihn seine Vergangenheit einholt: Seine Eltern, die Langeweile des Dorfes, eine ehemalige Jugendliebe, sein Bruder und dessen Frau, mit der ihn keine großen Sympathien verbinden: Sehr rasch merkt er, wie viele unaufgeräumte Punkte es aus seiner Jugendzeit noch gibt.
    "Ich schließe die Augen und erstelle im Kopf eine Liste der Dinge, die ich in dieser Woche in Frankreich machen will. Das beste Mittel, um einzuschlafen. Natürlich etwas Zeit mit meinen Eltern verbringen. Meinem Vater helfen, den Hauseingang neu zu streichen, das ist bei ihm eine richtige Obsession geworden ... Versuchen, mit Jérôme zu reden - auch wenn keine große Hoffnung besteht, dass das irgendetwas bringen könnte ... Vielleicht zufällig Fanny über den Weg laufen. Nein, es nicht dem Zufall überlassen. Sie anrufen und nicht wieder auflegen."

    Doch es kommt anders. Zwar trifft er seine Jugendliebe Fanny zufällig und kommt auch mit seinem Bruder erstaunlich gut zurecht. Aber als ihm die Frau seines Bruders die Wahrheit über dessen private Probleme offenbart, verwandelt sich die Ich-Erzählung in eine für den Leser nicht immer einfache Mischung aus Realität und Phantasie.

    „This is not a love song“ ist ein eigenwilliger Roman, der schnell gelesen ist, aber wegen seiner übertragbaren Familiendynamik mit vielen dunklen und geheimnisvollen Stellen zur Identifikation einlädt.  Der Leser wird mitgenommen auf eine spannenden und sehr überraschend Reise in die eigene Jugend und der Erfahrung , dass es keinen besseren Spiegel gibt als alte Freunde.



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    varietys avatar
    varietyvor 2 Jahren
    Liest sich wiederum sehr gut

    Vincent ist nun, obwohl er als junger Mann ein Aussenseiter und Versager war, äusserst erfolgreich als Besitzer einer Imbisskette in England. Bei einem einwöchigen Besuch in der alten Heimat in Frankreich wird er mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Nicht nur seine Eltern und sein Bruder, auch die Schwägerin sowie seine Ex-Freundin fordern ihn heraus. Besonders berührend fand ich das Schicksal von Etienne, seinem Freund, den er schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hat. Er muss sich dabei unbequemen Fragen stellen: Was habe ich falsch gemacht? Wieso sehe ich meine Zeit in Frankreich in einem so negativen Licht? Ist mein jetziges Leben nun wirklich so rosarot? Wie sieht meine Beziehung zu Frauen und insbesondere Susan aus?
    Sein Schreibstil ist unaufgeregt und die knappen Sätze verleiten zum Lesen. Etwas schade fand ich, dass meine Erwartungen nach dem Lesen des Titels nur teilweise erfüllt wurden. Zwar geht es um Liebe (und Freundschaft), aber nicht um Musik. Auch hat mich die Auflösung am Schluss eher ratlos zurückgelassen. Trotzdem ein Buch, das unter die Haut geht.

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    jenvo82s avatar
    jenvo82vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Mann und die Konfrontation mit seinen Erinnerungen - gefühlvoll, ernüchternd, authentisch. Ein tolles Buch!
    Verpasste Abzweigungen auf dem Lebensweg

    Vincent fährt auf Drängen seiner Ehefrau nach jahrelanger Abkehr endlich wieder einmal in sein Elternhaus, um dort nicht nur ein paar Stunden vorbei zu schauen, sondern auch um alte Freunde, seinen Bruder, die Ex-Freundin und andere Bekannte zu treffen.

    Doch wie erwartet wird der Besuch zur inneren Zerreißprobe, denn alle Beteiligten haben ein vollkommen anderes Leben gelebt, als Vincent. Sie sind auch nicht mehr die guten Freunde von früher mit denen man sich locker unterhalten konnte, sondern schleppen ihre eigenen Probleme und Sehnsüchte mit sich herum und möchten diese nicht unbedingt mit dem "Freund aus Jugendtagen" teilen.

    Vincent selbst fiebert dem Ende der Woche entgegen, bis ihm seine Schwägerin ein Geheimnis offenbart, welches sonst niemand angesprochen hätte. Und er muss sich entscheiden, ob er die traurigen Details hören möchte oder doch lieber flieht in eine Zukunft mit dunklen Flecken...

    Nach dem Bestseller 6 Uhr 41 von Jean-Philippe Blondel, der mir ausgesprochen gut gefallen hat, war ich sehr gespannt auf seinen neuen Roman, der sich ebenso wie der genannte Vorgänger mit den wichtigen Fragen des Lebens auseinandersetzt und zwischen den Zeilen nicht nur Melancholie vermittelt sondern auch viele philosophische Denkansätze aufgreift. In "This is not a lovesong" kämpft ein junger Mann gegen seine unschöne Vergangenheit an, indem er sich bewusst an die Orte und zu den Menschen seiner Kindheit und Jugend begibt. Nicht um dort etwas zu finden, was er vermisst hat, sondern lediglich aus Interesse heraus. Denn gerade sein eigener Lebensweg verlief ganz anders als erwartet und hat ihn grundlegend verändert.

    Für mich ist dieser Roman ein weiteres Lesehighlight im Jahr 2016, weil er auf wunderschöne Art und Weise erzählt, weil er Verbindungen knüpft und Menschen authentisch wirken lässt, weil er ein sehr bewegendes Thema aufgreift, welches von Identitätsfindung, Erinnerungen, verpassten Chancen, unterlassenen Handlungen und Fehlentscheidungen berichtet. Aber andererseits auch von der Kraft der Liebe, der Möglichkeiten eines Neuanfangs und der ungeahnten Entwicklungen im Laufe der Zeit. Dem Autor ist mit diesem Buch ein sehr einprägsamer Roman gelungen, der lange nachwirkt und ihm einen Platz in der Liste meiner Lieblingsautoren einbringt.

    Fazit: Ich vergebe 5 Sterne für dieses ehrliche, manchmal traurige Buch, welches ausgesprochen facettenreich vom Leben selbst erzählt und von der Rolle des Einzelnen in einem sozialen Gefüge. Ich kann es absolut weiterempfehlen, vor allem für diejenigen Leser, die gerne reflektieren, über das Geschriebene Wort nachdenken und ihre eigenen Schlüsse ziehen möchten. Vieles, was hier benannt wird, kann man nicht nur nachempfinden, sondern hat es tatsächlich so oder ganz ähnlich erlebt. Einfach nur toll!

    Kommentare: 8
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    Buchinas avatar
    Buchinavor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Unsympathische Protagonisten, aber eine sehr gut beschriebene Athmosphäre. Nicht mein letzter Blondel.
    Unsympathische Charakter, aber toll geschrieben

    Vincent lebt mit Frau und Kinder in England. Er ist erfolgreich im Job. Als seine Frau eine Woche zu ihren Eltern fährt, drängt sie ihn dazu auch mal seine Eltern wieder zu besuchen. Also fährt das erste Mal, seit seinem Wegzug, allein nach Frankreich zu seiner Familie. Wirklich Lust hat er keine, die Marotten seiner Eltern nerven ihn, zu seinem Bruder hat er wenig Kontakt und bei seinem ehemaligen Freunden hat er sich fast nie mehr gemeldet. Er sieht eine Woche Langeweile und anstrengender Familienessen vor sich. Darin wird er auch nicht enttäuscht. Aber eine Person wird in überraschen und ihm die Wahrheit sagen.

    Vincent ist mir kein wirklich sympathischer Protagonist, er ist arrogant und selbstgefällig. Dennoch verfolgte ich das Aufdecken, der vor ihm versteckten Wahrheit, mit viel Spannung und Interesse. Das lag vor allem am Schreibstil Blondel. Es gab keinen langen Beschreibungen der Umgebung oder der Protagonisten. Er schafft es mit wenigen Worten die Stimmung und die Charakter auf den Punkt zu bringen. Auch die Gedankenabschweifungen von Vincent passten immer sehr gut zur Situation und zu ihm.

    Der Titel ist Programm, es ist keine Liebesgeschichte. Sie ist traurig, aber auch hart. Ich fühlte keine wirkliche Liebe, bei keiner der Paarungen. Selbst als Vincent von seiner Frau sprach, hatte ich eher das Gefühl, sie ist Mittel zum Zweck. Nur gegenüber seinen Kinder fühlte ich wirkliche Liebe. Die Verzweiflung der Protagonisten ist dafür umso deutlicher zu spüren, weshalb für mich auch ihre zum Teil unlogischen Handlungen nachvollziehbar waren.

    Insgesamt ein ungewöhnlicher Roman für mich was Charaktere und Stimmung angeht. Ein Highlight der Schreibkunst. Auf alle Fälle nicht mein letzter Blondel.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    abas avatar

    "Neugier, Voyeurismus – das Bedürfnis, mich davon zu überzeugen, dass ich glücklicher war als all jene, die ich dort unten zurückgelassen hatte."

    Nach seinem Bestseller "6 Uhr 41" ist der französische Autor Jean-Philippe Blondel mit einem berührenden Roman, der auch zum Nachdenken anregt, wieder da. In "This is not a love song" stellt ein junger erfolgreicher Geschäftsmann und Familienvater sein scheinbar perfektes Leben in Frage und findet heraus, was wirklich wichtig für ihn ist.
    "This is not a love song" ist die perfekte Lektüre fürs Herz, um ein gemütliches Wochenende auf dem Sofa zu verbringen. Seid ihr neugierig geworden? Dann lasst euch vom französischen Flair Jean-Philippe Blondels hinreißen!

    Zum Inhalt
    Vincent hat es in England zu einer beachtlichen Karriere und einer glücklichen Familie gebracht. Doch zu Besuch in seiner Heimat Frankreich ist er sofort wieder der unsichere Junge von früher. Schnell hat er über alle – die Eltern, den Bruder, die alten Freunde – ein Urteil gesprochen. Bis ihn die Frau seines Bruders, die er noch nie leiden konnte, endlich mit der Wahrheit konfrontiert … Nach dem Bestseller "6 Uhr 41" unternehmen wir mit Jean-Philippe Blondel eine spannende, überraschende Reise in die eigene Jugend. Eine Geschichte über Beziehung, Liebe, Freundschaft und über eine der reizvollsten Fragen überhaupt: Was wäre gewesen, wenn?

    >> Hier geht es zur Leseprobe

    Zum Autor
    Jean-Philippe Blondel wurde 1964 im französischen Troyes geboren, wo er heute auch als Autor und Englischlehrer mit seiner Familie lebt. Sein Roman " 6 Uhr 41" (Deuticke 2014) wurde ein Bestseller. Auf Deutsch erschienen außerdem die Romane "Zweiundzwanzig" und "Direkter Zugang zum Strand".

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    "This is not a love song"
    Das ist der Titel von diesem Roman über Vincent und seinen Besuch in der Heimat.
    Ich würde gerne von euch wissen: Was stellt ihr euch unter diesem Titel vor? Welche Bedeutung könnte er haben? Um welche Gefühle könnte es gehen?


    Ich freue mich auf eure Antworten und wünsche viel Glück!

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