Jean-Philippe Blondel Zweiundzwanzig

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Inhaltsangabe zu „Zweiundzwanzig“ von Jean-Philippe Blondel

Mit zweiundzwanzig hat man das Leben noch vor sich. Normalerweise. Doch im Sommer 1986 glaubt der Erzähler, schon alles gesehen zu haben, nachdem das Schicksal ihn erbarmungslos getroffen und er durch zwei Autounfälle seine Eltern und seinen Bruder verloren hat. Ein einziges Ziel ist ihm geblieben: der Ort Morro Bay an der Pazifikküste, den Lloyd Cole in seinem Song "Rich" besingt. Mit der fixen Idee im Kopf, dort irgendeinen Frieden finden zu können, macht sich der Erzähler auf zu einer Reise nach Kalifornien, zusammen mit seiner Exfreundin Laure und seinem besten Freund Samuel. Der Weg zum Meer hält nicht nur einige Umwege (Las Vegas, Mexiko), Begegnungen (misstrauische Cops, Pianistinnen mitten in der Wüste) und Erinnerungen (an die Kindheit in einer französischen Kleinstadt) bereit und kuriert die drei jungen Franzosen von ihrem amerikanischen Traum; er wird auch zu einem Weg zurück ins Leben. Wie Jean-Philippe Blondel es geschafft hat, mit einem Schicksal weiterzuleben, das kein Schriftsteller seinem Helden zumuten würde, davon berichtet er aus dem Abstand von zweieinhalb Jahrzehnten. Mit unerhörter französischer Leichtigkeit und heilsamem Humor erzählt der Autor hier seine eigene Geschichte – die Geschichte einer Reise, die ihn gerettet hat: aufrichtig, schonungslos, ohne falsches Pathos und mit dem Trost, der im Leben selbst liegt.

Teils melancholisch,teils humoristisch wird der Umgang mit dem Schicksal,dem Leben & allem was dazu gehört dargestellt! Eine besondere Story

— AgnesM
AgnesM

Sehr berührend. Jung und alt und weise und unsicher - und trotz allem sehr lebendig.

— Corsicana
Corsicana

Ein sehr gutes Buch, welches einem sehr nahegeht!!

— schokoloko29
schokoloko29

Wundervoll skizzenhafte Geschichte vom Erwachsenwerden, vom Leben, nachdem man die ganze Familie verlor. Melancholisch und ironisch und gut.

— franzzi
franzzi

Blondel lässt seine schwerste Zeit wieder aufleben. Verarbeitet hier kraftvoll, berührend u poetisch die Zeit nach d. Verlust seiner Familie

— vielleser18
vielleser18

Ich habe das Buch innerhalb von 2 Stunden gelesen, einfach verschlungen! Bin total begeistert. Kanns nur jedem weiterempfehlen. :)

— frecklefaced
frecklefaced

Ein Buch über die Suche nach dem Leben

— Gruenente
Gruenente

Ein abenteuerlicher Weg zurück ins Leben und zu sich selbst. Toller Schreibstil und eine Geschichte, die einen die Farben des Lebens zeigt.

— Lucretia
Lucretia

Fesselnd, berührend und sprachgewaltig. Absolut empfehlenswert.

— kleinechaotin
kleinechaotin

Emotional, sprachgewaltig und in seiner Nüchternheit wunderschön, hat mich dieses Buch sehr berührt!

— Nina2401
Nina2401

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  • Jean-Philippe Blondel - Zweiundzwanzig

    Zweiundzwanzig
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    13. November 2016 um 05:45

    1986. Mit gerade einmal zweiundzwanzig hat der Erzähler schon den Glauben ans Leben verloren. Vier Jahre zuvor sind seine Mutter und sein Bruder bei einem Autounfall ums Leben gekommen und nun ereilt dieses Schicksal auch seinen Vater. Was kann man da noch erwarten? Eine kleine Erbschaft ermöglicht es ihm, Frankreich hinter sich zu lassen und sein einziges Ziel im Leben anzusteuern: Morro Bay in Kalifornien, besungen in einem Lied von Lloyd Cole. Seine Ex-Freundin Laure und sein bester Freund Samuel begleiten ihn auf dem Roadtrip durch den Westen der USA. Von San Francisco aus über die Wüste und Las Vegas bis nach Mexico und schließlich zum Zielort nördlich von Los Angeles. Doch was soll er an diesem Ort?Jean-Philippe Blondel hat sich das Schicksal seines Erzählers nicht ausgedacht, es ist seine eigene Geschichte, die er erst mit über 20 Jahren Abstand zu Papier bringen kann. Es ist aber nicht nur ein Reisebericht eines ungewöhnlichen Trips, sondern auch die Verarbeitung seiner Erinnerungen an die Kindheit, an Episoden mit Mutter und Bruder und die Trauer nach deren Unfall. Erinnerungen an seinen Vater, den das Ereignis völlig gebrochen hat. Auch die Freundschaft und Liebe zu Laure und Samuel muss neu geordnet werden und findet auf dieser Reise sowohl Ende wie auch Neuanfang. Es ist keine erleuchtende Tour, die durch eine göttliche oder sonstwie geartete Eingebung plötzlich den Lebensmut zurückbringt und alles gut macht. Viel mehr bringt sie die Erkenntnis, dass Flucht ebenfalls keine Lösung ist und dass er selbst sein Leben gestalten muss.Ein Coming-of-Age Roman, der gar kein echter Roman ist. Auch wenn ich den Bericht und die Gedanken interessant fand und es leicht ist, dem Autor Blondel zu folgen, so ist er für mich in seinen echten Romanen doch sprachlich stärker und eindrucksvoller als hier.

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  • Blondel - ein Autor, der auch mit sich selbst sehr ehrlich umgeht

    Zweiundzwanzig
    suse9

    suse9

    01. August 2016 um 11:52

    Kein Autor würde seinem Romanhelden ein Schicksal auf den Leib schreiben, wie es der zweiundzwanzigjährige Jean-Philippe selbst durchleben musste. Während die Mutter und der Bruder bei einem vom Vater verschuldeten Autounfall sterben, verunglückt dieser selbst 4 Jahre später ebenfalls mit dem Auto. Zweiundzwanzigjährig sieht sich Jean-Philippe schon jetzt am Ende seines Lebens angekommen, denn obwohl gute Freunde ihn umgeben, scheint es keine Möglichkeit zu geben, das Erlebte unbeschadet zu verkraften. Dass ihm dies dennoch gelungen ist, beweist dieses Buch.   Es ist mein drittes von Blondel und er schreibt seine Romane nur für mich. Dieses Gefühl habe ich wieder einmal beim Lesen gehabt. Auch wenn die Thematik eine traurige ist, versteht es der Autor, das Leid in Worte zu fassen ohne dabei in Selbstmitleid zu zergehen. Tränen sind erlaubt, Schwäche wird deutlich, Verzweiflung und Ratlosigkeit nicht beschönigt und trotzdem ist „Zweiundzwanzig“ kein traurig stimmendes Buch. Ich fühle mich wohl beim Lesen. Nicht die Geschichte selbst verursacht dieses Gefühl sondern die Worte, die sie erzählen. Romantisch ohne Kitsch, bildhaft ohne Schwulst – einfach auf den Punkt, mit der richtigen Dosierung verleiht sie Kraft und lässt den Leser zwar nachdenklich aber gestärkt zurück.

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    • 2
  • zweiundzwanzig

    Zweiundzwanzig
    AgnesM

    AgnesM

    16. November 2015 um 13:41

    In seinem autobiographisch angehauchten Buch beschreibt Jean-Philippe Blondel einen zweiundzwanzig Jahre jungen Mann, der die Talfahrten des Lebens erlebt und von einem Tag auf den anderen erwachsen werden muss. Er hat bei einem Autounfall, der von seinem eigenen Vater verursacht worden ist, seine Mutter und seinen Bruder verloren. Nach Jahren der Depression und Verzweiflung nimmt sich sein Vater das Leben und der junge Mann steht plötzlich alleine da. Nach der Beerdigung und nachdem alle nötigen Vorkehrungen getroffen worden sind, die er nur in einer Art Trance mitverfolgt hat, beschließt er mit seiner Ex-Freundin und seinem besten Freund nach Amerika zu reisen. Sein Ziel ist der Ort Morro Bay, den der Sänger Lloyd Cole in seinem Song „Rich“ besingt und wo er sich dann heimlich niederlassen will, um all der Trauer und der Realität zu entfliehen. Die drei Freunde bereisen über mehrere Wochen das Land, lernen verschiedene Kulturen und interessante Menschen kennen. Neben spannenden Momenten und Erlebnissen wird auch die Frage nach dem Sinn des Lebens und des Daseins gestellt. Was macht man, wenn man allein in der Welt ist? Wer erinnert sich an einen? Wer ist man? Was hat man für eine Identität? Wo ist man daheim? Dies ist mein zweites Buch von Blondel und ich bin auch hier begeistert von der Intensität der Wörter, die der Autor auf die wenigen Seiten niedergeschrieben hat. Das Buch zieht den Leser in seinen Bann, man mag gar nicht mehr aufhören zu lesen und ist angetan von den Gefühlen, Orten und Menschen, die beschrieben werden. Teils melancholisch, teils humoristisch wird der Umgang mit dem Schicksal, dem Leben und allem was dazu gehört dargestellt. Ein Roadmovie der besonderen Art.

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  • Zweiundzwanzig und Vollwaise - eine schwierige Situation

    Zweiundzwanzig
    Corsicana

    Corsicana

    Der Roman "Zweiundzwanzig" von Jean-Philipp Blondel ist autobiographisch geprägt und handelt von einem (daher der Titel) Zweiundzwanzigjährigen, der drei Jahre, nachdem er schon Mutter und Bruder durch einen Autounfall verloren hat, auch noch den Vater durch einen Autounfall verliert. Dieses Schicksal würde wohl kein Autor einer fiktiven Hauptperson zumuten - wie es zutreffend formuliert wird. Der Autor musste aber damit  klar kommen.  Um überhaupt etwas zu tun und um eine Art Weiterleben zumindest zu versuchen,  geht der Autor mit seiner Ex-Freundin und seinem besten Freund (der wiederum der neue Freund der Ex-Freundin ist)  "on the road", frei nach Kerouac und aufgrund eines Liedtextes nach Kalifornien, Ziel Morro Bay.  Auf dem Weg dorthin festigt sich die Freundschaft der Drei - was angesichts der Konstellation verwunderlich klingt - aber doch funktioniert. Und es werden spontane Umwege genommen. Und schöne Landschaften entdeckt. Und der Autor trifft auf liebenswerte Außenseiter und so ganz allmählich findet er den Weg zurück ins Leben. Dies ist ein kleines, dünnes Buch. Mit ganz viel Inhalt. Viel Trauer, viel Freundschaft, viel Tragik, viel Humor, schöne Beschreibungen. Tiefgang auf hohem Niveau. Und trotz Tragik gut lesbar, interessant und spannend. Ja, spannend. Denn Menschen sind spannend und ihr Weg im Leben ist spannend, egal ob in einem Motel am Rande der Wüste, in einer Strandbar in Mexiko oder in einer Stadt in Frankreich. Absolut empfehlenswert.

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    • 2
  • Mit 22 Vollwaise

    Zweiundzwanzig
    schokoloko29

    schokoloko29

    Inhalt des Buches: Der Protagonist verliert mit 22 Jahren seinen Vater. Es war Selbstmord. Er hat sich mit dem Auto ins Jenseits befördert. Der Vater kann nicht mit seiner Schuld leben. Er hatte vor vier Jahren ein Autounfall und verlor dabei seine Frau und einen Sohn. Der Protagonist ist mit der Situation überfordert und verprasst sein Erbe mit seinen beiden Freunden, indem sie nach Amerika fahren. Er möchte unbedingt nach Morro- Bay. Morro- Bay spielt in einem Song von Lloyd Cole eine große Rolle. Eigene Meinung: Mir fiel es anfangs sehr schwer in dieses Buch hineinzukommen. Die Sätze waren sehr kurz und die Geschehnisse werden sehr komprimiert beschrieben. Ich kam bei dieser Geschichte nicht sehr schnell voran. Es hat "nur" 150 Seiten. Doch ich brauchte recht lange bis ich alles verarbeitet habe und es beendet habe. Fazit: Ein Buch, welches einen nicht kalt lässt. Klare Leseempfehlung!!

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    • 2
  • Mit Zweiundzwanzig sollte das Leben erst anfangen...

    Zweiundzwanzig
    lesebiene27

    lesebiene27

    Der Ich-Erzähler dieses Buches erzählt, dass er im Sommer 1986, nach dem Tod seines letzten nahen Familienangehörigen, mit Zweiundzwanzig Jahren mit seinen beiden engsten Freund von Paris nach Amerika fliegt und dort auf der Reise zu Morro Bay nicht nur sich selbst wieder findet, sondern auch sein Leben völlig auf den Kopf stellen will. Sein Ziel: ein Leben abseits seiner Heimat in Morro Bay. Auf dieser Reise beschreibt der Erzähler nicht nur seine eigene Gefühlswelt und seine Erinnerungen, sondern auch das Leben seiner Freunde und der Menschen, die ihm auf seiner Reise begegnen. Dies geschieht auf eine so eindrückliche Art und Weise, dass man sich dem Erzähler nahe fühlt, ohne ihm wirklich nahe zu kommen. Grade dieser Umstand hat mich am Buch fasziniert. Der Schreibstil ist recht außergewöhnlich, weil er beschreibend ist, aber dennoch so nahe. Man hat eigentlich wirklich die ganze Zeit beim Lesen das Gefühl, als würde der Ich-Erzähler einem in einer Kneipe seine Geschichte bei ein paar Bierchen erzählen. Dadurch wirkt die Story auch sehr authentisch, was ich toll finde. Die Figuren fand ich auch interessant. Nicht nur die fernen Menschen, die die drei Freunde auf der Straße getroffen haben, sondern auch die drei Freunde, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sich aber in diesem Sommer sehr nahe sind. Das Buch bekommt von mir wegen seine einprägenden Art und der kaum vorstellbaren Geschichte 4 von 5 Sternen.

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    • 2
    parden

    parden

    03. January 2015 um 08:20
  • Zweiundzwanzig und entwurzelt

    Zweiundzwanzig
    sursulapitschi

    sursulapitschi

    11. November 2014 um 14:55

    Jean-Phillipe Blondel ist zweiundzwanzig Jahre alt, als sein Vater bei einem Unfall ums Leben kommt, genau wie seine Mutter uns sein Bruder vier Jahre zuvor. Zweiundzwanzig, Vollwaise, das Leben fängt gerade erst an, da werden schon die Voraussetzungen geändert. Er hört ein Lied von Lloyd Cole in dem der nach Kalifornien, nach Morro Bay, wollte und denkt sich : Genau das will ich auch. Wegfahren. Weit weg. Das Leben ist sowieso verrückt, warum nicht auch ich. Er kratzt seine ganze verfügbare Barschaft zusammen und fliegt mit seinen Freunden Samuel und Laure nach Amerika. In diesem autobiographischen Roman erzählt er mit einigem Fatalismus und Selbstironie von dieser Reise, die für ihn einen Schlussstrich unter sein bisheriges Leben setzen soll. Vielleicht bleibt er ja sogar in Morro Bay. Es ist keiner mehr da, den es interessiert was er tut. Niemand hat Erwartungen an ihn. In Amerika trifft er einige Menschen, die einen eher skurrilen Lebenslauf haben. Hin- und hergerissen zwischen Erinnerungen an das Leben, das er nicht mehr hat und vagen Plänen, was er mit dem Rest davon anfangen könnte, trudelt er durch Amerika. Er ist zweiundzwanzig und entwurzelt. Dies Buch ist sehr unterhaltsam, der Schreibstil originell, es macht Spaß. Gleichzeitig ist es auch durchzogen von großer Trauer, die man überall spürt. Es erzählt einen sehr ungewöhnlichen Weg der Trauerbewältigung, den man sich eigentlich nur als Vorbild nehmen kann. Warum eigentlich nicht?

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  • Eine bewegende Geschichte

    Zweiundzwanzig
    vielleser18

    vielleser18

    22. Jean-Philippe ist zweiundzwanzig als sein Vater stirbt, vier Jahre nach seiner Mutter und seinem Bruder. Alle drei starben durch Autounfälle. Kann man das aushalten ? Ist das zum aushalten ? Mit seinem Erbe versucht Jean-Philippe das Leben zu begreifen, loszukommen von Erinnerungen und das erlebte zu verarbeiten. Zusammen mit seiner Ex-Freundin Laure und seinem Freund Samuel macht er sich auf um in Amerika den Ort seiner Träume zu besuchen. Eine Geschichte, die biografisch ist und eines der persönlichsten Bücher des Autors Jean-Philippe Blondel. Nach 25 Jahren findet er die Kraft es zu schreiben. Erinnerungen an eine schwere Zeit, seine schwerste Zeit. Er verarbeitet hier kraftvoll, berührend und poetisch die Zeit nach dem Verlust seiner Familie. "Totale Freiheit . Ist selten. Und teuer erkauft. Furchtbar teuer" (S. 40) Blondel beschreibt wie er die Zeit nach dem Tod des Vaters erlebt. Schon die vier Jahre vorher, nachdem seine Mutter und sein Bruder gestorben waren - durch die Schuld des Vaters - hat er nur überlebt, nicht gelebt. Doch nun hält ihn nichts mehr. Nichts mehr in dem Ort, wo er bisher lebte, er hat nur ein Ziel: Morro Bay. Ein Ort aus einem Lied von Lloyd Cole, das Lied, dass ihn wie ein Mantra über Wasser hielt. Blondel erzählt wie er und seine Freunde durch die USA und Mexiko touren, wie leblos er anfangs war und wie ihn das Leben wieder gefunden hat. Eingeflochten sind Erinnerungsfetzen, kurze Rückblenden, ausgelöst durch Dinge und Personen, die ihm auf seiner Reise begegnen. Trotz aller Schwere ist dieser Roman nicht düster oder dunkel, ein feiner Humor, ein Lebenswille durchzieht die Geschichte und nimmt einen gefangen. Ein Roman, der trotz seiner "nur" 159 Seiten so viel enthält und so viel Aussagekraft besitzt. Blondel gelingt es mit teilweise wenigen Worten viel zu erzählen. Das liebe ich.

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    • 3
  • Sehr bewegend und emotional

    Zweiundzwanzig
    czytelniczka73

    czytelniczka73

    22. October 2014 um 10:26

    "Ich mache diese Reise um meinen eigenen Weg zu finden,abseits unsere ausgetretenen Pfade"(Seite 77)   Inhalt: "Mit zweiundzwanzig hat man das Leben noch vor sich. Normalerweise. Doch im Sommer 1986 glaubt der Erzähler, schon alles gesehen zu haben, nachdem das Schicksal ihn erbarmungslos getroffen und er durch zwei Autounfälle seine Eltern und seinen Bruder verloren hat. Ein einziges Ziel ist ihm geblieben: der Ort Morro Bay an der Pazifikküste, den Lloyd Cole in seinem Song "Rich" besingt. Mit der fixen Idee im Kopf, dort irgendeinen Frieden finden zu können, macht sich der Erzähler auf zu einer Reise nach Kalifornien, zusammen mit seiner Exfreundin Laure und seinem besten Freund Samuel. Der Weg zum Meer hält nicht nur einige Umwege (Las Vegas, Mexiko), Begegnungen (misstrauische Cops, Pianistinnen mitten in der Wüste) und Erinnerungen (an die Kindheit in einer französischen Kleinstadt) bereit und kuriert die drei jungen Franzosen von ihrem amerikanischen Traum; er wird auch zu einem Weg zurück ins Leben. Wie Jean-Philippe Blondel es geschafft hat, mit einem Schicksal weiterzuleben, das kein Schriftsteller seinem Helden zumuten würde, davon berichtet er aus dem Abstand von zweieinhalb Jahrzehnten. Mit unerhörter französischer Leichtigkeit und heilsamem Humor erzählt der Autor hier seine eigene Geschichte – die Geschichte einer Reise, die ihn gerettet hat: aufrichtig, schonungslos, ohne falsches Pathos und mit dem Trost, der im Leben selbst liegt."   Meinung: Unglaublich wie viel Tiefe und Gefühle in so einem "kleinem" Roman sich verbergen können."Zweiundzwanzig" ist eine autobiografische Erzählung über die Suche nach dem Sinn des (Über)Lebens.Der Autor ist 22 Jahre Alt,als er Rest der Familie verlor(mit 18 verlor er schon seine Mutter und seinen Bruder).In dem Roman verarbeitet er noch mal literarisch sein Trauma und den schweren Weg zurück ins Leben.Das Ergebnis ist   sehr berührend und bewegend.Ein toller Schreibstil-sehr kurze,knappe Sätze mit nicht vielen Beschreibungen,aber sprachgewaltig und sehr emotional.Es ist eine außergewöhnliche Mischung aus Poetik und Nüchternheit die diesen Roman so besonders macht und dem Leser eine volle Ladung an Gefühlen und Emotionen anbietet.   Fazit: Ein wunderbarer Roman ,der den Leser auf eine emotionale Reise mitnimmt und direkt ins Herz trifft.

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  • Summer of 86

    Zweiundzwanzig
    Gruenente

    Gruenente

    16. August 2014 um 19:36

    „Ich schloss die Augen und war für einige Sekunden wieder zweiundzwanzig, hatte lange Haare, etwa zwanzig Kilo weniger auf den Rippen und einen Ring im linken Ohr. Ich saß wieder an der Straße hoch über Morro Bay, Kalifornien. Von der Zukunft hatte ich nur eine vage Vorstellung. Es zählte das Hier und Jetzt. Der Sommer. Der Sommer 1986.“ Der Autor verarbeitet in seinem Buch sein Leben als junger Erwachsener. Mit zweiundzwanzig hatte er durch zwei Autounfälle die ganze Familie verloren. Mit 18 erst Mutter und Bruder, vier Jahre später auch den ungeliebten Vater. Inspiriert von dem Song “Rich“ von Lloyd Cole fährt er mit den zwei Menschen die ihm am meisten bedeuten durch Kalifornien und möchte in dem Ort „Morro Bay“ aus dem Song am Strand sitzen.  Das Trio an sich ist schon nicht unproblematisch. Seine Reisebegleitung besteht aus Samuel, seinem besten Freund und Laure, seine Ex-Freundin und jetzt Freundin von Samuel. Doch es gelingt seinen Freunden ganz gut die allein aus der Konstellation entstehenden Probleme  aus Sorge um den Familienlosen außen vor zu lassen. Sie besuchen viele Orte, lernen viele Menschen kennen (für mich besonders interessant die klavierspielende Wüsten-Motel-Besitzerin) Im Vordergrund steht der Ich-Erzähler, der versucht seine Situation irgendwie zu meistern. Dabei ist alles offen. Bleibt er in den USA, oder doch lieber in Mexiko? Fliegt er zurück nach Frankreich oder bringt er sich um? Zweiundzwanzig ist ein Alter in dem alles möglich ist, in dem einem die Welt offen steht, der Mensch aber auch so empfindsam ist, das solche Schicksalsschläge auch das Ende bedeuten können. Der Autor brauchte 25 Jahre um genügend Abstand zu erlangen um über diesen Sommer, der sicher die Weichen für sein weiteres Leben stellte, zu berichten. Das Ergebnis ist ein Buch, das in kurzen Sätzen zeigt, wie man mit guten Freunden wieder auf die Beine kommen kann. 1986 ist auch für mich ein Sommer der Weichenstellung. In dem Jahr machte ich Abitur, ließ die Schule hinter mir und stieg ins Berufsleben ein. Ich denke gerne an diesen Sommer zurück, den ich mit einer schönen Griechenlandreise verbinde. „..eines Tages bin ich tatsächlich nach Morro Bay gefahren…Eines  Tages bin ich auch wieder von dort  zurückgekehrt. Und danach ging das Leben weiter“. Zweiundzwanzig: ein Buch über die Suche nach dem Leben.

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  • Ein Roman über die Aufarbeitung eines Traumas

    Zweiundzwanzig
    Arizona

    Arizona

    Es handelt sich hier um einen autobiographisch geprägten Roman, in dem der französische Autor Jean-Philippe Blondel sein persönliches Trauma verarbeitet hat, nämlich im Alter von 18 Jahren durch einen Autounfall seine Mutter und seinen Bruder zu verlieren. 4 Jahre später stirbt dann auch noch sein Vater, als der Autor 22 Jahre alt war, daher auch der Name des Romans. Zu diesem Zeitpunkt setzt die Handlung ein. Seine beiden Freunde Laure und Samuel kümmern sich um ihn, da er nun ganz alleine, ohne Familie, dasteht. Der Roman spielt im Jahr 1986. Die ganze Story ist - finde ich - gut aufgebaut. Und zwar meldet der Autor zunächst seine Zweifel an, ob er seine Geschichte überhaupt erzählen soll, da sie so wenig glaubwürdig zu sein scheint. Besonders schön finde ich, dass die ganze Geschichte rund um den Song von Lloyd Cole "Rich" aufgebaut ist. In diesem Song singt Cole über die kalifornische Stadt Morro Bay. Durch diesen Song entsteht beim Autor eine solches Fernweh, dass er beschließt nach dem Tod seines Vaters mit seinen beiden Freunden Laure und Samuel eine Reise nach Kalifornien zu unternehmen. Hier beginnt dann der Road Trip Teil, daher auch das Bild des Autos auf dem Cover. Sie reisen von San Fransisco über Las Vegas nach L.A. und weiter nach Mexiko. Das eigentliche Ziel - Morro Bay - verlieren sie dabei immer wieder aus den Augen. Das Schönste an dieser Reise sind ein paar zufällige Begegnungen, z.B. mit einer Frau bei der Autovermietung oder mit einer Vermieterin, die berührend geschildert werden. Die große Frage ist, wie es der Autor schaffen kann sein Leben nach diesen Verlusten weiterzuleben. Er brauchte tatsächlich den Abstand von 25 Jahren, um seine Geschichte schreiben zu können. Und es ist im engeren Sinne eine Hommage an seine beiden Freunde von damals. Die Sprache gefällt mir gut, recht minimalistisch im Stil, dadurch werden diese Gefühlsdinge niemals kitschig. Und trotzdem ist es manchmal so poetisch, z.B. als er den Verlust der Farben durch seine Trauer schildert. Man könnte schon fast sagen es ist mit seinen 159 Seiten eher eine Erzählung als ein Roman, so bleiben die Rückblicke nur bruchstückhaft angedeutet. Hut ab für die Ehrlichkeit des Autors seine Geschichte hier zu erzählen und ich denke er hat durch diesen Roman ein Stück weit seine Vergangenheit aufarbeiten können.

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    • 2
    Arun

    Arun

    15. March 2014 um 13:18
  • Zu wenig, um mich zu erreichen.

    Zweiundzwanzig
    freiegedanken

    freiegedanken

    Vorab muss ich erwähnen, dass es mir schwer fällt eine Beurteilung abzugeben, weil es sich bei diesem Roman um eine autobiographische Skizze handelt, in der sich der Autor mit seinem tragischen Schicksal auseinander setzt und ich frage mich, ob meine Kritik überhaupt gerechtfertigt ist. Jean-Philippe Blondel verliert im Alter von 22 Jahren zunächst seine Mutter und den Bruder und dann auch noch den Vater. Mit seinen Freunden Laure und Samuel will er sein Erbe verprassen und sie machen er sich gemeinsam auf den Weg nach Morro Bay, ein Ort der von Lloyd Cole in dem Song „Rich“ besungen wird. Der Trip durch die Staaten und Mexiko hilft Blondel die Tragödie zu verarbeiten und das Leben schließlich wieder zu bejahen. Der Autor musste sich seine Geschichte scheinbar von der Seele schreiben und das ist auch vollkommen okay, diese Buchidee ist wunderbar. Aber trotz dieser aufreibenden Thematik blieb ich beim Lesen völlig emotionslos. Es liegt im Wesentlichen daran, dass mir so vieles an diesem Buch unfertig, unausgereift erscheint. Blondels Wegbegleiter Laure und Samuel bleiben weitestgehend charakterlos, was sind ihre Macken, ihre Leidenschaften? Mir fehlen interessante Dialoge. Der Autor flechtet in seine Reiseeindrücke immer wieder die Erinnerung an seine Familie mit ein. Man erfährt bruchstückhaft etwas über die Beziehungen zwischen ihm und den Eltern, dem Bruder. Aber auch hier kann ich nicht verstehen, wieso sich Blondel bei seinen Betrachtungen so kurz fasst und dabei auch irgendwie kühl bleibt. Sind diese Darstellungen unwesentlich? Manchmal blitzen Szenen im Buch auf, die mich sehr erfreuten, beispielsweise die Begegnungen mit Rose, der Wirtin eines Motels. Man merkt dem Autor an, dass ihm diese Bekanntschaft viel bedeutet. Im Wesentlichen aber plätschert die Handlung nur so dahin und ich tat mich schwer am Ball zu bleiben. Aber es ist Blondels persönliche Bewältigung der Geschichte, wenn er es so umsetzen will, dann muss es wohl so sein, mich konnte er mit seinem Roman leider nicht packen. 

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    • 3
  • Zweiundzwanzig - ein autobiografischer Roman

    Zweiundzwanzig
    kleinechaotin

    kleinechaotin

    24. February 2014 um 22:58

    Das Buch "Zweiundzwanzig" ist der autobiografische Roman von Jean-Philippe Blondel, der einen Sprung in die Vergangenheit macht und erzählt, wie er mit 22 Jahren seinen Vater verloren hat. Bereits 4 Jahre davor verlor er seine Mutter und seinen Bruder - mit 22 musste er sich somit um alles kümmern. Nach der Beerdigung und der Wohnungsauflösung möchte er unbedingt nach Morro Bay, welches er aus dem Song "Rich" von Lloyd Cole zu kennen meint. Gemeinsam mit seiner (Ex-)Freundin Laure und seinem Freund Samuel macht er sich auf den Weg nach San Francisco, wo ihr gemeinsamer Roadtrip startet. Mit dieser Reise kann der 22-jährige seine Welt, die in ein tristes Grau getaucht ist langsam wieder Farben erkennen und findet somit auch wieder zu sich selbst. Der Schreibstil hat mich gleich zu Beginn abgeholt und gefesselt. Der Autor schreibt mit einer Nüchternheit und kurzen klaren Sätzen - trotzdem schafft er es viele Emotionen aufzubauen und diese auch an den Leser weiterzugeben. Der Leser fühlt mit dem jungen Mann mit, spürt seine Verzweiflung und die Zweifel, die er hat. Das Buch ist unglaublich sprachgewaltig und der Schreibstil faszinierte mich vollends. Ich musste es in einem Zug auslesen, ich war unfähig es wegzulegen. Von mir bekommt das Buch 5 Sterne.

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  • Zweiundzwanzig, Gewonnen

    Zweiundzwanzig
    DremCatcher

    DremCatcher

    Klappentext: Mit zweiundzwanzig hat man das Leben noch vor sich. Normalerweise. Doch im Sommer 1986 glaubt der Erzähler, schon alles gesehen zu haben, nachdem das Schicksal ihn erbarmungslos getroffen und er durch zwei Autounfälle seine Eltern und seinen Bruder verloren hat. Ein einziges Ziel ist ihm geblieben: der Ort Morro Bay an der Pazifikküste, den Lloyd Cole in seinem Song "Rich" besingt. Mit der fixen Idee im Kopf, dort irgendeinen Frieden finden zu können, macht sich der Erzähler auf zu einer Reise nach Kalifornien, zusammen mit seiner Exfreundin Laure und seinem besten Freund Samuel. Der Weg zum Meer hält nicht nur einige Umwege (Las Vegas, Mexiko), Begegnungen (misstrauische Cops, Pianistinnen mitten in der Wüste) und Erinnerungen (an die Kindheit in einer französischen Kleinstadt) bereit und kuriert die drei jungen Franzosen von ihrem amerikanischen Traum; er wird auch zu einem Weg zurück ins Leben. Wie Jean-Philippe Blondel es geschafft hat, mit einem Schicksal weiterzuleben, das kein Schriftsteller seinem Helden zumuten würde, davon berichtet er aus dem Abstand von zweieinhalb Jahrzehnten. Mit unerhörter französischer Leichtigkeit und heilsamem Humor erzählt der Autor hier seine eigene Geschichte – die Geschichte einer Reise, die ihn gerettet hat: aufrichtig, schonungslos, ohne falsches Pathos und mit dem Trost, der im Leben selbst liegt. Meine Meinung: OMG. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Dieses Buch hat jeden Stern verdient von 5. Die Gefühle des Erzählers kommen richtig gut rüber, egal ob er Trauer, Freude oder das Gefühl hat sich zu verlieren. In jeden Lage konnte ich mich ebenfalls hineinversetzten. Sein Schreibsylt half mir dabei sehr, mir die Situation vorzustellen. Der Rote faden war im ganze Buch zu finden und die Rückblenden in die Vergangenheit waren herrlich erfrischend. Das Buch hatte ich ich knapp an einen Tag durch, ich fand es schon fast zu Dünn und hätte gerne mehr gelesen. Da mich de Geschichte richtig gepackt hat. Fast am ende scheint es so, als würde der Erzähler sich selber aufgeben. Aber mehr verrate ich hier nicht. Das Buch ist in jeder Lage lesbar, selbst nach den Verlust eines menschen-. Mir hat es sogar ein bisschen über meine Verlust hinweggeholfen da ich mich verstanden gefühlt habe. Sogar lachen konnte ich. Ich könnte hier viele Zitate aus dem Buch präsentieren, da mir so viele Stellen gefallen haben. Aber lest doch selber. Fazit: 300 Seiten? Viel zu wenig, ich will mehr. Ein Buch welches eine Traurige und wahre Geschichte beinhaltet, aber auch einen zum Lachen bringen kann. Es sollte jedenfalls auf dem SuB liegen. Ich liebe den Schwarzen Humor und könnte es glatt noch einmal lesen. Toller Autor!! Weitere Rezis & mehr findet ihr in meinen Blog ;)

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    • 3
  • Zweiundzwanzig - Et rester vivant

    Zweiundzwanzig
    kalligraphin

    kalligraphin

    10. February 2014 um 14:10

    „Ich bin baff, wie locker dieser Typ die Klischees aneinanderreiht.” (94), sagt der Erzähler über Arnaud, einen Franzosen, der ihm in Amerika begegnet. Beide jungen Männer sind im Land der unbegrenzten Möglichkeiten auf der Suche nach einem Neubeginn. Der eine, Arnaud, indem er versucht sich in den USA ein Leben und einen Alltag aufzubauen. Der andere, unser Erzähler, in tiefer Trauer, antriebs- und hoffnungslos, auf der Suche nach IRGENDETWAS, vielleicht sich selbst. Um diese Suche, die gleichzeitig Trauerbewältigung ist, soll es in dem Buch gehen. Der Erzähler und außerdem Autor, Jean-Philippe, verliert im Alter von 22 Jahren seine Mutter, seinen Bruder und bald auch seinen Vater durch Autounfälle. Kurz nach der Beerdigung seines Vaters begibt er sich mit seinen zwei Freunden Laure und Samuel auf Sinnsuche in Amerika. Arnaud, der Typ, der die Klischees so locker aneinanderreiht, spielt nur eine winzigkleine Nebenrolle. Ein flüchtig Bekannter, dem scheinbar die gebündelte Verachtung des Erzählers entgegenschlägt. Klischees werden in „Zweiundzwanzig“ in der Tat einige aneinandergereiht und zwar vom Autor Jean-Philippe Blondel selbst. Man wagt es kaum, dieser Geschichte eine negative Beurteilung zu geben, aber Mitleidsbonus hin oder her: Die große Schreibkunst konnte ich in diesem Roman nicht entdecken. Ich habe „Zweiundzwanzig“ sehr interessiert und mit stockendem Atem zur Hand genommen. Ein so tragisches Schicksal mehr als 20 Jahre später in Romanform aufgearbeitet – was erwartet mich da? Quälende Langeweile, arrogant verpackt, mit mehr als offensichtlichen Metaphern gespickt. Anfangs hielt ich die plump gestrickten Sätze und die Zeitsprünge für ein bedacht gewähltes Stilmittel, dessen Bedeutung sich mir (noch) nicht erschließt. Nach und nach beginnt diese Sprache dann latent zu nerven. Die gesamte Geschichte wirkt krampfhaft kreativ. Die Metaphern sind so abgelutscht und offensichtlich, dass der Leser keine Sekunde überlegen muss, mit welchem Zaunpfahl man da gerade winkt. Nur wenige kurze Sequenzen sind bewegend und zeigen ansatzweise, welch schlimme Zeit der Autor damals durchlebte: „Ich sage nichts darauf. Ich bin nicht den Blicken derer ausgesetzt, die mich aufwachsen sahen. Ich kann machen, was ich will. […] Das will ich jetzt. Eine Bejahung des Daseins. Mich in der Beständigkeit einrichten.“ (128) Diese Haltlosigkeit und gleichzeitig beängstigende Freiheit, die der Autor empfunden haben muss, wird selten so deutlich. Viel mehr scheint er seine Lebensgeschichte noch lange nicht verarbeitet zu haben. Oder er konnte gerade dies nicht zu Papier bringen, weil ihm die schriftstellerischen Qualitäten fehlen? So tragisch die wahre Hintergrundgeschichte ist, dieses Buch konnte mich überhaupt nicht berühren und wird vermutlich auch nicht lange in Erinnerung bleiben. Ein tieftrauriges Schicksal zu langweiliger Bedeutungslosigkeit aufgearbeitet.

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