Jean-Philippe Toussaint

 3.5 Sterne bei 73 Bewertungen
Autor von Nackt, Das Badezimmer und weiteren Büchern.
Autorenbild von Jean-Philippe Toussaint (© Joachim Unseld)

Lebenslauf von Jean-Philippe Toussaint

Jean-Philippe Toussaint, geboren 1957, lebt in Brüssel und auf Korsika. Er ist einer der wichtigsten und originellsten Schriftsteller seiner Generation. Leise, ironisch und mit messerscharfem Blick für die Mikropartikel unserer Wirklichkeit nähert sich Toussaint den Gefühlswelten seiner Figuren. Sein Roman "Sich lieben" avancierte 2002 in Frankreich zum Bestseller. 2005 erhielt Toussaint für "Fliehen" den Prix Médicis, einen der wichtigsten französischen Literaturpreise. Mit "Die Wahrheit über Marie" stand Toussaint auf der Shortlist für den Prix Goncourt. "Die Wahrheit über Marie" ist der einstweilen abschließende Teil seiner Romantrilogie, die mit Sich lieben und Fliehen begann.

Neue Bücher

Das Badezimmer

 (12)
Erscheint am 27.08.2020 als Hardcover bei Frankfurter Verlagsanstalt.

Alle Bücher von Jean-Philippe Toussaint

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Buchformat:
Cover des Buches Nackt (ISBN: 9783442713639)

Nackt

 (27)
Erschienen am 14.11.2016
Cover des Buches Das Badezimmer (ISBN: 9783627002817)

Das Badezimmer

 (12)
Erscheint am 27.08.2020
Cover des Buches Die Wahrheit über Marie (ISBN: 9783627001674)

Die Wahrheit über Marie

 (9)
Erschienen am 01.09.2010
Cover des Buches Der Photoapparat (ISBN: 9783442735662)

Der Photoapparat

 (7)
Erschienen am 04.06.2007
Cover des Buches Fliehen (ISBN: 9783627001339)

Fliehen

 (5)
Erschienen am 01.02.2007
Cover des Buches Fliehen (ISBN: 9783442738014)

Fliehen

 (2)
Erschienen am 02.03.2009
Cover des Buches Der USB-Stick (ISBN: 9783627002732)

Der USB-Stick

 (2)
Erschienen am 05.03.2020
Cover des Buches Zidanes Melancholie (ISBN: 9783627001414)

Zidanes Melancholie

 (3)
Erschienen am 01.05.2007

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Neue Rezensionen zu Jean-Philippe Toussaint

Neu

Rezension zu "Der USB-Stick" von Jean-Philippe Toussaint

Neugier vs. Integrität
aus-erlesenvor 4 Monaten

Jeder große Herrscher der Geschichte hatte seine Handlanger, die ihm zu seinem Ruhm verhalfen. Die kleinen Helferlein stehen immer im Schatten. Man sieht sie nicht. Jean Detrez ist auch so ein kleines Helferlein. Doch er steht nicht so unerkannt im Schatten wie man es vermutet. Als Experte der Europäischen Kommission für Machbarkeitsstudien für Blockchain-Technologien – es wie immer ums Geld, Stichwort Bitcoin – wird immer mal wieder von Lobbyisten angesprochen. Meist lässt es ihn kalt. Seine Arbeit hat Vorrang, alles andere interessiert ihn kaum. Dass er geschieden ist, beweist diesen Wesenszug nicht unbedingt, verstärkt aber das Bild des Lesers von Jean Detrez.

Zwei Lobbyisten kommen wieder mal auf ihn zu. Sehr interessant, was er soeben in seinem Vortrag erzählt hätte. Jean kennt das schon. Man will ihn abwerben, seine Arbeit nutzen, sein Wissen für sich selbst nutzen. Alles wie immer. Nein, nicht ganz. Aus unerfindlichen Gründen spitzt Jean Detrez dieses Mal die Ohren. Die beiden Typen legen eine Hartnäckigkeit an den Tag, die es ihm fast unmöglich machen sie zu ignorieren. John Stavropoulos und Dragan Kucka, manchmal in Zusammenarbeit mit Yolanda Paul – mehr Weltläufigkeit kann man kaum in die Namensfindung investieren – laden ihn mal allein, mal im Zweier-, einmal auf im Dreierteam ein, in China sich mit ihrem Boss zu unterhalten. Ganz zwanglos! Na klar, wer‘s glaubt! Ein letztes Treffen zwischen Jean und John soll letzte Zweifel aus dem Weg räumen. Ganz wohl ist Jean bei der ganzen Sache nicht. Ein schleichender Prozess, der mit leichtem Verfolgungswahn beginnt, und mit dem Diebstahl seines Laptops noch nicht ganz beendet sein wird. Dazwischen liegen wenige Tage, die sein Leben komplett aus den Angeln heben.

Jean entschließt sich das Angebot nach China zu reisen anzunehmen. Er ist eh auf dem Weg nach Tokio. Zwei Tage Zwischenstation in China – was soll da schon passieren? Es werden zwei Tage, die offiziell niemals stattgefunden haben. Während dieser 48 Stunden existiert Jean Detrez nicht. Keiner weiß, wo er ist, nicht seine Ex-Frau, seine Kinder, seine Eltern (was am schlimmsten ist, denn sein Vater liegt im Sterben), ganz zu schweigen von seinem Arbeitgeber. 

Als Jean endlich wieder zurückkehrt nach Brüssel, ist die Welt eine Andere. Der Terror hat Deutschland erreicht, sein Vater ist tot, seine Aufzeichnungen sind geklaut worden, sein Vortrag in Tokio abgesagt. Und er hat niemanden, mit dem er über das sprechen kann, was ihn die vergangene Zeit beschäftigt hat. Der USB-Stick, den John Stavropoulos verloren hat, den Jean gefunden hat, der ihn in die Welt der Cyberkriminalität auf so subtile Weise geschleudert hat – wurde er letztendlich „absichtlich verloren“? Was ist, wenn alles auf diesem Stick alles Dagewesene in den Schatten stellt?

Jean-Philippe Toussaint ist kein Autor, der die Welt in einen Feuerball aufgehen lässt. Ihn interessiert mehr was Veränderungen mit dem Einzelnen machen. Sein Held ist kein harter Kerl, der im Unterhemd die Welt rettet. Er ist einer, dem das Hirn näher ist als der Bauch. Ob er sich in dieser Rolle wohlfühlt oder sich insgeheim wünscht ein Anderer zu sein, das überlässt Toussaint dem Leser.


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Rezension zu "La Vérité sur Marie" von Jean-Philippe Toussaint

Jean-Philippe Toussaint - La vérité sur Marie
miss_mesmerizedvor 4 Jahren

Der dritte und finale Teil der unsteten Liebe zwischen Marie und dem namenlosen Erzähler. Getrennt sind sie inzwischen und wieder in Paris, als Marie ihn um Hilfe bittet, verzweifelt, denn gerade ist ihr Liebhaber in ihrem Schlafzimmer zusammengebrochen und droht noch vor Ort zu sterben. Er eilt zu ihr, in das Apartment, in dem sich noch immer Kleider von ihm befinden. Marie ist aufgelöst ob des Vorfalls. Er stützt sie, insbesondere nachdem der Tod von Jean-Christophe, bzw. Jean-Baptiste bestätigt wird. Die letzten Momente von dieser unglücklich beendeten Affäre lässt der Erzähler Revue passieren, den Weg von Tokio nach Paris, um dann in die Zukunft zu blicken, die doch für ihn und diese mysteriöse Frau Hoffnung bietet.

Für mich in der Reihe die schwächste Erzählung. Nicht nur wegen der langen und vor allem langatmigen Passage auf dem Narita Airport. Vor allem das Verhältnis, diese klassische Amour fou und Maries unfassbarere Charakter bleiben hier blass und wenig greifbar. Das Happy-End kann nicht versöhnen, dafür waren die 200 Seiten zuvor einfach nicht überzeugend und die drei Episoden zu lose, um mich als Leser wirklich packen zu können.

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Rezension zu "Das Badezimmer" von Jean-Philippe Toussaint

Ein Kammerspiel über das Leben
Stephanusvor 7 Jahren

So ungewöhnlich die Handlung klingt, so faszinierend ist sie. Die Hauptfigur beschließt, sein Leben fortan im Badezimmer zu verbringen und gibt dabei fast sämtlichen Kontakt zur Außenwelt auf. Er widmet sich vielmehr dem Nachdenken über das Leben, dessen Tempo und anderen Dingen wie Glück und Liebe. Gestört wird er dabei nur durch seine Freundin und die Handwerker, die die Küche streichen sollen. Diese sind herrlich surreal dargestellt und ein Kontrast-/Berührungspunkt zwischen der Welt des Badezimmers und dem wirklichen Leben.

Im zweiten Teil begibt sich die Haputfigur auf die Flucht nach Venedig, um auch dort nachzudenken. Erst nach einer völlig grotesken Situation, indem er seiner Freundin einen Darts-Pfeil in die Stirn wirft, kommt er wieder zur Besinnung und kehrt schließlich zurück. Im Nachganz wusste ich bei diesen Szenen nicht, ob sie nur Traum sind oder wirklich passierten.

Dem Autor gelingt ein großes Werk über das Leben und viele weitere Dinge, die in der heutigen Zeit und deren Tempo vielfach in den Hintergrund rücken. Mit der knappen, aber sehr ausgefeilten und pointierten Sprache gewinnt das Werk zusätzlich.

ich kann das Buch daher nur empfehlen.

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Zusätzliche Informationen

Jean-Philippe Toussaint wurde am 29. November 1957 in Brüssel (Belgien) geboren.

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