Jean-Philippe Toussaint Das Badezimmer

(12)

Lovelybooks Bewertung

  • 13 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(3)
(4)
(4)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Das Badezimmer“ von Jean-Philippe Toussaint

Ein junger Mann trifft einen folgenreichen Entschluss: Ab jetzt will er sein Leben nur noch in der Badewanne verbringen. Dort liest er Bücher, geht seinen Gedanken nach. Und registriert interessiert, was um ihn herum passiert. Eines Tages reist er überstürzt nach Venedig, was der Beziehung zu seiner Frau aber auch nicht hilft. Also kehrt er wieder zurück. Oder hat er die Badewanne nie verlassen …

Stöbern in Romane

Und es schmilzt

unglaubliches Buch, sehr heftige Geschichte, habe geweint, gelacht, mich geeckelt und nur den Kopf geschüttelt

juli.buecher

Palast der Finsternis

Eine gelungene Überraschung!

Fantasia08

Durch alle Zeiten

Lebensbeschreibung einer Frau, die trotz vieler Widerstände ihren Weg geht. Konnte mich nicht restlos überzeugen.

Bibliomarie

Der Sandmaler

Leider viel weniger, als erhofft.

moni-K

Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands

Eine Reise bei der Michele sein eigenes "Ich" wiederfindet. Ein sehr schönes Hörbuch

Kuhni77

Dann schlaf auch du

Spannend, schockierend und furchtbar traurig. Ein sprachgewaltiges Buch, dass sich so richtig keinem Genre zuordnen lässt. Lesenswert!

Seehase1977

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Ein Kammerspiel über das Leben

    Das Badezimmer
    Stephanus

    Stephanus

    14. November 2013 um 09:54

    So ungewöhnlich die Handlung klingt, so faszinierend ist sie. Die Hauptfigur beschließt, sein Leben fortan im Badezimmer zu verbringen und gibt dabei fast sämtlichen Kontakt zur Außenwelt auf. Er widmet sich vielmehr dem Nachdenken über das Leben, dessen Tempo und anderen Dingen wie Glück und Liebe. Gestört wird er dabei nur durch seine Freundin und die Handwerker, die die Küche streichen sollen. Diese sind herrlich surreal dargestellt und ein Kontrast-/Berührungspunkt zwischen der Welt des Badezimmers und dem wirklichen Leben. Im zweiten Teil begibt sich die Haputfigur auf die Flucht nach Venedig, um auch dort nachzudenken. Erst nach einer völlig grotesken Situation, indem er seiner Freundin einen Darts-Pfeil in die Stirn wirft, kommt er wieder zur Besinnung und kehrt schließlich zurück. Im Nachganz wusste ich bei diesen Szenen nicht, ob sie nur Traum sind oder wirklich passierten. Dem Autor gelingt ein großes Werk über das Leben und viele weitere Dinge, die in der heutigen Zeit und deren Tempo vielfach in den Hintergrund rücken. Mit der knappen, aber sehr ausgefeilten und pointierten Sprache gewinnt das Werk zusätzlich. ich kann das Buch daher nur empfehlen.

    Mehr
  • Rezension zu "Das Badezimmer" von Jean-Philippe Toussaint

    Das Badezimmer
    HeikeG

    HeikeG

    18. April 2007 um 18:43

    Von der Geschwindigkeit des modernen Lebens Der namenlose Ich-Erzähler verlegt eines Tages seinen Lebensraum in das Badezimmer seiner Pariser Wohnung, die er mit seiner Lebensgefährtin Edmondsson teilt. Zwischen Wanne und Waschbecken sitzend, sinniert er über die Vergänglichkeit des Lebens und den Tod und empfängt mehr oder weniger zufällig vorbeischauende Gäste. Im zweiten der insgesamt drei Kapitel des Buches begibt sich der Erzähler auf eine Reise nach Venedig, wo er sich in einem kleinen Hotel einmietet. Das Hotelzimmer verlässt er allerdings nur selten, auch hier ist er die meiste Zeit damit beschäftigt, nachzudenken. Die Reise nach Venedig hebt die Weltentfremdung des Erzählers nicht auf, das Badezimmer wird im Grunde nur gegen ein Hotelzimmer getauscht. Mit Edmondsson, die ihm auf seine Bitte hin nachreist, besucht er einige Museen und Kirchen. Doch nachdem er seine Freundin willentlich, aber grundlos mit einem Wurfpfeil verletzt hat, reist diese nach Paris zurück. Aufgrund einer Stirnhöhlenvereiterung verbringt der Erzähler danach einige Tage in einem Krankenhaus der Lagunenstadt, bevor auch er ebenfalls nach Hause zurückkehrt. Dort, in Paris, richtet er sich erneut in seinem Badezimmer ein. Jean-Philippe Toussaints Roman spricht nicht nur von der Sinn- und Zusammenhangslosigkeit des Daseins, sondern bildet sie auch sprachlich und formal ab. So sind die drei Kapitel des Buches in insgesamt fünfzig nummerierte Paragraphen unterteilt, die gelegentlich aus nur einer einzigen Zeile bestehen und keinen Sprach- beziehungsweise Gedankenfluss entstehen lassen. Alles Sprachliche bleibt unfertig, fragmentarisch. In diesen minimalistischen Erzählbewegungen der Hauptfigur spiegelt sich eine zerstückelte Welt, die kein sinnvolles Ganzes mehr zu ergeben vermag. "Das Badezimmer" ist prima Literatur. Beim Lesen kommt eine geradezu fabelhafte Leichtigkeit auf. Man wird weder gefesselt - dazu sind die Beobachtungen zu detailliert, aber doch nicht zu lang, weshalb man auch nicht gelangweilt wird. Unterhalten wird man schon gar nicht, dazu ist die Geschichte, die in Paris und Venedig spielt, etwas zu seltsam. Beziehungen knirschen, Tennis wird gespielt und es kommt Sex direkt vor, aber so selbstverständlich einfach und nebensächlich nett, dass man erst merkt, wie krank der Rest der Welt ist, der daraus immer so einen Akt macht. Ganz nebenbei wird man mit großen Fragen konfrontiert: die Geschwindigkeit des modernen Lebens, das persönliche Streben nach Glück, die Endgültigkeit getroffener Lebensentscheidungen - Fragen, die noch lange nachhallen, wenn das Buch längst zugeklappt ist.

    Mehr