Jean Améry Die Schiffbrüchigen

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Inhaltsangabe zu „Die Schiffbrüchigen“ von Jean Améry

Dies ist die Geschichte von Eugen Althager, einem Intellektuellen und Außenseiter im Wien Anfang der dreißiger Jahre. Althager ist arbeitslos, und wir erleben seinen Kampf und seinen Abstieg - zusammen mit dem Verfall der bürgerlichen Kultur in Österreich. Denn die soziale und politische Lage ist äußerst gespannt: Ein Generalstreik bricht unter den Waffen der Staatsgewalt zusammen, jüdische Mitbürger werden auf offener Straße drangsaliert.
Ein äußerst farbiges, gedankenreiches und künstlerisch durchgearbeitetes Werk: voller Eindrücke aus den großen Caféhäusern Wiens, mit Großstadtszenen und einer Reihe eindrucksvoller Frauenfiguren. Althager wird durch die Zeitläufte in seine jüdische Identität förmlich hineingezwungen, und er zerbricht an diesem Prozess.
'Die Schiffbrüchigen' ist das spannende, weil subversive Gegenmodell zum Bildungsroman. Geschichte einer verratenen Freundschaft und Künstlerroman, enthält dieser Text schon alle gedanklichen Komplexe, die später Amérys Werk so einzigartig machten.

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  • Rezension zu "Die Schiffbrüchigen" von Jean Améry

    Die Schiffbrüchigen

    SV

    30. December 2007 um 17:42

    Jean Amerys Debüt Auf meinem Stapel der unbedingt-bald-lesen-Bücher liegt auch Jean Améry - Die Schiffbrüchigen. Heute erreicht mich eine Mail von Matthias Ulrich (dessen Krimi Der Feuerreiter ich kürzlich gelesen hab, und den ich hiermit jedem Leser kluger Krimis empfehle) der mir von seiner Améry – Lektüre erzählt: „Aber ich habe ein Buch, das ich nun wirklich empfehlen kann: Jean Amérys 'Die Schiffbrüchigen'. Ich bin kurz vor dem Ende der Lektüre und ich bin sehr angetan von dem Buch. Es erzählt die Geschichte des Eugen Althager im Wien der 30er Jahre. Althager ist ein herabgesunkener Intellektueller, der versucht wieder Fuß zu fassen, dem das nicht gelingt. Der Roman ist von hoher sprachlicher Dichte, die seelischen und körperlichen Regungen Althagers werden sprachlich genau und ohne alle Sprachmätzchen oder Ticks erzählt, einfach genau und poetisch durchstrukturiert. Man spürt Amérys Lehrmeister Flaubert in der exakten Darstellung seelischer und habitueller Vorgänge. Sehr schön auch, wie Améry das Motiv des Liebesverkaufes variiert. Althager lässt zu, dass seine Freundin mit einem Mann schläft um Geld für eine Abtreibung zu bekommen. Dadurch wird ihre gegenseitige Liebe aber Besuch um Besuch zerstört, zersetzt, zernagt, am Ende geht die Freundin zu dem neuen Liebhaber, der sie wie ein Göttin (auch finanziell) auf Händen trägt. So etwas gibt es sonst nur bei Scott Fitzgerald, das ist (fast) meisterhaft erzählt, diese gegenseitige Liebeszersetzung. Stilles, starkes Drama. Gewiss, der Roman hat Schwächen, die einzelnen Kapitel sind aus verschiedenen Perspektiven gearbeitet, das passt nicht immer zusammen, auch nehmen zum Ende hin gewisse Motive des Gossenromans überhand, man spürt, dass Améry (es ist sein nie gedruckter Debüt-Roman) noch unerfahren ist, aber was er Vorgelegt hat, ist wirklich großartig. Von Musil auch gelobt. Zwei, drei Kapitel sind große Literatur. Für mich das beste Debüt der letzten zwei Jahre ...“

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