Jean Améry Hand an sich legen

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Inhaltsangabe zu „Hand an sich legen“ von Jean Améry

»Wer abspringt, ist nicht notwendigerweise dem Wahnsinn verfallen, ist nicht einmal unter allen Umständen ›gestört‹ oder ›verstört‹. Der Hang zum Freitod ist keine Krankheit, von der man geheilt werden muß wie von den Masern. ... Der Freitod ist ein Privileg des Humanen.« Jean Améry (Quelle:'Flexibler Einband/06.02.2015')
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  • Rezension zu "Hand an sich legen" von Jean Amery

    Hand an sich legen
    JimmySalaryman

    JimmySalaryman

    25. March 2012 um 12:46

    Ein erhellendes Buch. Amery hat eine bewegte Biografie, die vielleicht auch eine große Rolle bei seiner "Lebensmüdigkeit" gespielt hat. "Hand an sich legen" ist keine romantisierende Paraphrase, aber ebenso keine Schrift mit Hoheitsanspruch, keine akademische Lektüre. Dieser Essay beschreibt eine Juxtaposition, den Kontrast von "Lebenslogik" und Lebensmüdigkeit, einem Erschöpftsein, dessen Gründe stets hochindividuell und für die Gesellschaft nicht nachzuvollziehen seien müssen, und oft auch nicht sind. Überraschend ist seine Ehrlichkeit: Nach einem kleinen Exkurs, den man auch "Grammatologie des Suizids" nennen könnte, beschreibt er nüchtern und unnachgiebig aus der subjektiven Perspektive; schlußendlich bezeichnet er den Akt des Freitodes als letztes Mittel eines echten Humanismus. Erhellendes finden wir ebenso über die von der Gesellschaft notwendige Tabuisierung des Freitodes und ihre mit allen Mitteln durchzusetzende Verdrängung. Sprachlich ist das auf allerhöchstem Niveau. Pikant ist eben auch die Tatsache, das Amery bereits einen Versuch des Freitodes hinter sich gebracht hatte, nur um ihn dann, einige Zeit nach Verfassen dieses Essays, erfolgreich zu wiederholen.

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