Jean Anouilh

 3.7 Sterne bei 82 Bewertungen
Autor von Antigone, Antigone. Becket oder Die Ehre Gottes und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Jean Anouilh

Jean Anouilh (23.6.1910 Bordeaux – 3.10.1987 Lausanne) war ein französischer Autor, der vor allem als Dramatiker Bekanntheit erlangte. Seine Titelhelden sind unbequeme Neinsager, Menschen, die scheinbar gegen jede Vernunft todesmutig zur ihren Idealen stehen und dafür mit ihrem Leben bezahlen. Dabei wird häufig der Konflikt von weltlichem und religiösem Recht thematisiert. So wird in seiner Bearbeitung des Antigone-Stoffes die Protagonistin wegen ihres Widerstands gegen ihren Bruder Kreon eingemauert. In »Jeanne oder Die Lerche« schildert er die Begebenheiten um Jeanne d’Arc, die sich im Hundertjährigen Krieg als strenggläubige Feldherrin für die Dauphins verdient machte und auf dem Scheiterhaufen endete. Thomas Becket entscheidet sich in »Becket oder Die Ehre Gottes« in seiner Rolle als Erzbischof von Canterbury gegen seinen Freund König Heinrich und wird dafür erschlagen. Für sein Lebenswerk wurde Anouilh im Jahr 1980 mit dem »Grand Prix du Théâtre de l’Académie Française« ausgezeichnet.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jean Anouilh

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Cover des Buches Antigone (ISBN: 9783784403533)

Antigone

 (68)
Erschienen am 01.01.1969
Cover des Buches Jeanne oder Die Lerche (ISBN: 9783150089705)

Jeanne oder Die Lerche

 (3)
Erschienen am 01.01.1986
Cover des Buches Antigone (ISBN: 9783784481272)

Antigone

 (0)
Erschienen am 30.05.2016
Cover des Buches L'Alouette (ISBN: 9783150091265)

L'Alouette

 (0)
Erschienen am 01.08.2004
Cover des Buches Der Herr Ornifle (ISBN: 9783856164423)

Der Herr Ornifle

 (0)
Erschienen am 01.06.2010
Cover des Buches Antigone (CD) (ISBN: 9783784441429)

Antigone (CD)

 (0)
Erschienen am 01.02.2008

Neue Rezensionen zu Jean Anouilh

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S

Rezension zu "Antigone. Becket oder Die Ehre Gottes" von Jean Anouilh

Nur für Becket
sKnaerzlevor 7 Jahren

Becket ist einer der besiegten Sachsen, der sich, um zu überleben, als Freund bei dem normannischen König Heinrich einschmeichelt, dabei ekelt ihn der brutale und dumme König im Grunde nur an. Becket selbst ist berechnend und absolut skrupellos, das ist seine einzige Chance in dieser Umgebung.
Heinrich ernennt Becket dann zum Erzbischof von Canterbury, weil er meint, sein Freund wäre weiter eine Marionette in seinen Händen. Aber Becket meint es von Stund an ehrlich und verteidigt ernsthaft die Ehre der Kirche von England und damit die Ehre Gottes, nicht nur weil er plötzlich daran glaubt, sondern auch, weil er dabei einen besonders verfeinerten Genuss empfindet. Am Ende geht er für seine Überzeugungen sogar in den Tod. 
Beckets Geschichte ist die von jemanden, der eine Rolle spielen soll und diese Rolle zu einer Wahrheit macht. Das macht die Figur so interessant.
Außerdem lebt er in einer Welt, in der Machtmenschen ohne jede Rücksicht ihren Vorteil berechnen. Dagegen wirkt seine Ehrlichkeit wie ein sinnloses Aufbegehren und absolut naiv. Am Ende aber ist er der Sieger. Heinrich muss zugeben, dass die Ermordung Beckets ein Fehler war und muss in einer anderen politischen Konstellation dessen Heiligsprechung betreiben. 
Das Drama wirbt auch beim Zuschauer darum, nach seinen Überzeugungen zu handeln.

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Rezension zu "Antigone" von Jean Anouilh

Rezension zu "Antigone" von Jean Anouilh
Marlischenvor 10 Jahren

Die Antigone Anouilhs hebt sich doch deutlich von anderen Verarbeitungen des klassichen Stoffs ab. Anfang des 20. Jahrhunderts waren Neubearbeitungen antiker Theaterstoffe besonders en vogue. Anouilh verleiht seiner Antigone eine deutlich modernere, aber doch zeitlose Komponente. Während der König Creon eine mit Gewehren bewaffnete Armee besitzt und Antigone Butterbisquit mit Kaffee frühstückt, sterben die Brüder Eteocle und Polinice wie in der Antike durch das Schwert.
Es handelt sich bei dieser Apaption um eine sehr gelungene. Anouilh führt nicht nur neue Kapitel in, sondern konzentriert sich mehr auf die psychologische Komponente, das Spiel zwischen den Personen, was dem Drama eine zusätzliche Spannung verleiht.
... Ein Stück, dass ich liebend gerne im Theater sehen möchte ...

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Rezension zu "Antigone" von Jean Anouilh

Rezension zu "Antigone" von Jean Anouilh
Ein LovelyBooks-Nutzervor 10 Jahren

Anouilh hat das Grundthema der klassischen Vorlage von Sophokles übernommen, es allerdings völlig anders aufgearbeitet. Man kann Kreons Motivation für sein Verbot des Begrabens von Polynikes gut nachvollziehen, und man verliert ebenso jede Illusion bezüglich der positiven Aspekte der Macht - hier wird klar gestellt, daß viel Macht auch viel Verantwortung bedeutet, und daß die negativen Seiten dessen oft überwiegen.
Auf der anderen Seite werden die Beweggründe von Antigone in Zweifel gezogen. Man hat manchmal das Gefühl, ein verzogenes Gör vor sich zu haben - allerdings eines, daß seinerseits seine (empfundene) Verantwortung akzeptiert und danach handelt, auch wenn es den Tod bedeutet. Oder ist womöglich der Tod der eigentliche Beweggrund, und die Pflicht nur eine Ausrede? Die Interpretation bleibt hier offen.
Der Stil der Erzählung ist sehr modern, es wird von Hosen und Rauchen geredet und die Ausdrucksweise entspricht moderner Umgangssprache, aber das tut dem Inhalt keinen Abbruch - es kann sogar ein Vorteil sein, denn der klassische Duktus schreckt manch einen ab.
Insgesamt eine interessante und nachdenklich stimmende Lektüre zum Thema Pflicht und Verantwortung. Mir ist diese Version jedenfalls lieber als das Original.

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