*Die Spur des Unsichtbaren im Sichtbaren suchen, die Spur der Anfänge in der Gegenwart. Die Wirklichkeit befragen, uns hineinversenken und sie uns aneignen. Sie neu erfinden. Dem Gefühl seinen Teil zugestehen und dem Verstand.*
Was hat die Wissenschaft mit der Kunst zu tun? Die Moderne trennt die beiden Bereiche rigoros, doch ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass der Mensch immer schon die Nähe des Kreativen und des „Schönen“ sehen konnten. Durch neue Bildgebungstechniken kann das Schöne im Kleinen neu gezeigt werden. Das Buch widmet sich der Gegenüberstellung von Vom-Menschen-Gemachtem mit Aufnahmen aus der Natur und dem Inneren des menschlichen Körpers um in Beidem das Schöne herauszustellen.
Die Einleitung geht in die Vergangenheit zurück, zitiert Künstler aber auch Denker von der Antike bis heute um ihren Blick auf die Welt und die Wissenschaft zu deuten. Der Stil ist dabei sehr philosophisch und regt zum Nachdenken an. Auch die Beschreibungen der Bilder gingen in diesem Stil weiter, sodass viele der Bilder zum Anlass genommen werden Fragen zu stellen und Gedanken anzuregen.
Der erste Teil des Buches stellt Kunstwerke und Fotografien Aufnahmen aus dem Mikrokosmos des menschlichen Körpers gegenüber, während der zweite Teil von der Struktur ausgeht und so z.B. nach Spiralen in Kunstwerken und der Natur sucht. Die Ähnlichkeiten, die dabei auftauchen sind immer wieder verblüffend. Besonderes interessant fand ich die Mikroskopaufnahmen, die an sich schon einen künstlerischen Aspekt hatten, der durch den Vergleich mit bekannten Kunstwerken noch hervorgehoben wird.
Die Texte sollen die Werke untermalen, haben wiederum einen philosophischen Stil und werfen Fragen auf. Nur selten tauchen auch Sachinformationen zu den Bildern auf. Ich hätte diese interessanter gefunden. So wurde ich mit manchem Text konfrontiert, der mir keine Informationen gegeben hat. Auf die Sachinformationen zu den Bildern musste ich bis zum Anhang warten.
Fazit: Die Bilder fand ich interessant – besonders die Mikroskopaufnahmen – die Texte allerdings teilweise störend.