Jean Echenoz Blitze

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Inhaltsangabe zu „Blitze“ von Jean Echenoz

Gregor erfand nahezu alles, was das 20. Jahrhundert prägen sollte, kam aber meistens zu früh. Den »Stromkrieg« gegen Edison gewann er allerdings: der von ihm entwickelte Wechselstrom ließ sich besser transportieren als Edisons Gleichstrom. Doch seine fixe Idee, Energie drahtlos bis in die letzten Winkel der Erde zu übertragen, fand in der Wirtschaft wenig Anklang. Er verarmte, vereinsamte, wurde wunderlich. 1943 verstarb der serbischstämmige Erfinder und Elektroingenieur Nikola Tesla, aus dessen Leben Jean Echenoz höchst fiktionale Funken schlägt.

Ein kurzatmiger, oberflächlicher Run durch Teslas verrücktes Leben, erst in der zweiten Hälfte gewinnt der Erzählton an Farbe.

— franzzi
franzzi

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    Blitze
    franzzi

    franzzi

    19. September 2017 um 12:32

    Was haben wir da? Ein dünnes Büchlein mit einem Nikola Tesla auf dem Cover, Blitze schießen aus seinen Händen. Tesla. Nicht das Elektroauto, sondern der Erfinder, dem es sicherlich sehr gut gefallen würde, dass ein E-Auto-Hersteller sich mit seinem Namen schmückt. Denn Tesla war ein Pionier in Sachen Elektrizität, er war ein wichtiger Spieler im Stromkrieg, den Hollywood gerade mit Top-Besetzung verfilmt hat - und zu dem gerade aktuell die Romane wie Pilze aus den Boden sprießen. Zum Beispiel das kurzweilige "Die letzten Tage der Nacht" von Graham Moore oder das noch auf meinem Sub schlummernde "Licht" von Anthony McCarten. Jean Echenoz hat sein Büchlein schon früher verfasst, vor dem Hype. "Blitze" heißt es, was ich noch nachvollziehen kann. "Roman" heißt es auch, wo es aus meiner Sicht schon schwieriger wird. Ja, diese fünf Buchstaben gelten als verkaufsfördernd bei den Verlagen. Aber ein bisschen romanig sollten entsprechend gelabelte Bücher dann auch sein. Doch Echenoz' Version von Teslas Leben wirkt eher wie jene gerafft nacherzählten Sagen des klassischen Altertums von Gustav Schwab, die viele Eltern ihren Kindern schenkten, damit sie das mit der Odyssee auch ohne Homer verstehen. Denn das ist, was Echenoz macht: Er rafft zusammen, was sich raffen lässt. Aus Nikola wird Gregor, sonst hält sich Echenoz, nach allem, was ich einschätzen kann, an die tatsächliche und äußerst bemerkenswerte Lebensgeschichte des Genies, der nicht so kann, wie er will, der mit seinen übersprudelnden Ideen (Wechselstrom, kostenloser Strom für alle, Telegraphie, Internet, Roboter, Rakete) und seinen Spleens und Zwängen, seinem Basteldrang und seiner Aufschreibfaulheit, seinem Idealismus und seiner Gutgläubigkeit zwischen den Lattenrost der Geldquellensucher und Finanzhaie fällt. Nicht umsonst ringen gerade so viele gute Geschichtenerzähler aus Film und Literatur ihre Stoffe der Lebensvorlage von Tesla ab. Ein spannender Mensch, vielschichtig, unnahbar genial, und trotz allem doch gescheitert.Echenoz reißt das in seinem dünnen Roman an, rennt durch den Stromkrieg, die Patentstreitigkeiten, die aufsehenerregenden Experimente vor Publikum und die Suche nach immer neuen Finanziers und hält beim Erzählen kaum inne. Gregor/Nikola bekommt ein paar der Charakterzüge herausgemeißelt, die ihm auch seine Biographen zuschreiben, garniert wird das ganze mit einigen wenigen Anekdoten. Gerade in der zweiten Hälfte des Buches entwickelt der Autor darin einige Stärke, leider geht es dabei ausgerechnet um eine verkappte Romanze - und die Freundschaft mit einer Taube. (Jaja, das mit den Spleens arbeitet Echenoz in diesem Teil brillant heraus.)  Der Wissenschaftler Tesla bleibt blass.Wenn die letzte Seite umgeblättert ist, bleibt man ratlos. Weder die Sprache überzeugt, noch der Stil, noch die Perspektive. Es bleibt ein blasser Gregor/Nikola, dessen Leben man daumenkinoartig im Schnelldurchlauf angerissen mitgelesen hat - und von dem man jetzt nicht viel mehr weiß als vorher: Dass er ein ziemliches Genie war (oder sich zumindest so verkaufen konnte, wie Echenoz unterstellt) und dass er eine ziemliche Macke hatte. "Tesla für Eilige" würde ich gelten lassen, Porträt - okay. "Roman" ist für diese atemlose Nacherzählung einer vielschichtigen Biographie ein zu großes Wort.

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  • Blitze

    Blitze
    *Arienette*

    *Arienette*

    14. October 2013 um 09:25

    Mit "Blitze" beendet Jean Echenoz sein Erzählprojekt "Drei Leben": nach dem Porträt des Künstlers Ravel ("Ravel") und des Sportlers Emil Zápotek ("Laufen") nimmt er sich den Wissenschaftler Nikola Tesla vor, im Roman Gregor genannt. Der Roman beginnt mit der Geburt Gregors, die genaue Stunde bleibt unbekannt; niemand wird ihm sagen können, zu welcher Stunde und an welchem Tag genau er geboren wurde. Während seiner Geburt stürmt und blitzt es. "Eine Geburt außerhalb der Zeit also, und auch außerhalb des Lichts, denn in jener Zeit beleuchtet man nicht anders als mit Wachs und Öl, der elektrische Strom ist noch unbekannt. So, wir wir ihn heute kennen, ist er noch nicht allgemein verbreitet, es wäre tatsächlich an der Zeit, sich darum zu kümmern. Und als wäre dies eine weitere persönliche offene Rechnung, wird Gregor genau dies übernehmen, er wird den Strom nutzbar machen." S. 7" Schon als Kind zerlegt Gregor sämtliche Uhren und setzt sie wieder zusammen, was leider nicht immer so funktioniert, wie er wütend feststellen muss. Gregor ist leicht gekränkt, misstrauisch, launisch, neigt zu Wutanfällen und ist nicht gerade symphatisch. Mit 28 Jahren reist er mit einem Empfehlungsschreiben an Thomas Edison nach New York, bei dem er eine zeitlang als Angestellter arbeitet. Gregor forscht, experimentiert und lebt als geachteter Wissenschaftler im Waldorf Astoria. Doch seine Nachlässigkeit, was das Patentieren anbelangt, nutzen andere. Seine Vorführungen werden von seinem Publikum bestaunt. Sein Verhältnis zu Frauen ist distanziert, zeitlebens bleibt er Junggeselle.. Er leidet unter Manien, wie z.B. Angst vor Mikroben, sodass er Handschuhe trägt und sie ständig auswechselt. Seine Vogelliebe, insbesondere zu Tauben, artet aus. Jean Echenoz schreibt temporeich und spannend, sprachlich ist der schmale Roman überzeugend und sicher auch interessant für einen Leser, der sich nicht für Wissenschaft interessiert. Wie genau sich Echenoz an die Biographie hält, weiß ich nicht, aber der Roman scheint doch recht nah an der Wahrheit zu sein. Mir hat "Blitze" gut gefallen und ich werde mir sicher Ravel und Laufen auch noch vornehmen. 4,5 Sternchen

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