Jean Echenoz Ravel

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Inhaltsangabe zu „Ravel“ von Jean Echenoz

Mit 60 Hemden, 20 Paar Schuhen und 75 Krawatten reist Maurice Ravel 1928 auf dem Transatlantikdampfer France nach New York. Vier Monate bespielt er die berühmtesten Konzerthallen Amerikas, feiert mit Gershwin Geburtstag, besucht Chaplin in Hollywood und kehrt nach Frankreich zurück. In Luxuszügen setzt er seine Reisen fort, raucht viel, schläft schlecht, komponiert en passant den »Boléro« und für Paul Wittgenstein das Konzert »Für die linke Hand«.Mondän sind die Empfänge, die man ihm bereitet, doch bleibt der kauzige Dandy immer für sich, bis ihm die Welt aus den Fugen gerät.

Eine unterhaltsame Skizze über das Leben des großen Komponisten Ravel - ohne Schnörkel, in unvergleichbarer Intensität.

— conny
conny

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  • Rezension zu "Ravel" von Jean Echenoz

    Ravel
    Merleperle

    Merleperle

    10. August 2010 um 22:39

    Bislang lese ich noch in diesem Büchlein, daher noch keine 5 Sterne, aber es sieht ganz danach aus, dass es einen Platz in meinem Ehrenregal bekommen wird ... nun denn, die ausführliche Rezi kommt, wenn ich das Buch fertig habe.

  • Rezension zu "Ravel" von Jean Echenoz

    Ravel
    Beagle

    Beagle

    20. July 2009 um 10:06

    Ein sehr schöner Einblick in das Leben Maurice Ravels der letzten Jahre. Er war Exzentiker, Künstler und Genie, lebte das Leben eines Außenseiters obwohl er jeglichen Kontakt hätte haben können. Seine Reise durch die USA wird präziese geschildert, der Rest seines Lebens kommt leider ein wenig kurz, hier hätte Echenoz wahrlich besser ausbauen können. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass er eigentlich nur über die USA-Reise schreiben wollte, den Rest nur anhängte um einen Roman voll zu bekommen und keine Kurzgeschichte abliefern zu müssen. Dennoch regt das Büchlein zum Träumen an, es gibt einen lebhaften Einblick in die Welt des großartigen Komponisten.

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  • Rezension zu "Ravel" von Jean Echenoz

    Ravel
    HeikeG

    HeikeG

    16. May 2007 um 08:05

    Perfektionisten der kleinen Form Die letzten zehn Lebensjahre des weltberühmten französischen Komponisten Maurice Ravel und sein Meisterwerk der "Boléro" hat Jean Echenoz in seinem Buch "Ravel" festgehalten oder besser gesagt: wunderbar elegant, lebendig und feinfühlig darüber geplaudert... Detailreich beschreib Echenoz den Stil und die Atmosphäre der Jahre um 1930 - zeitgenössische Autos, Eisenbahnlinien, Luxusdampfer oder Anzüge, aber vor allem die Macken, Vorlieben und die Lebensart des Künstlers: "Liebhaber blutigen Fleisches", "24 Stunden von 24 wie geleckt" gekleidet, vornehmlich mit Lackschuhen - obwohl er nur einen Meter einundsechzig groß war und nur ganze 45 Kilo wog. Wir lernen ihn in der Badewanne kennen, die er am liebsten nicht verlassen will, weil beim Aussteigen immer das Risiko besteht, sich "am Wannenrand den Schritt zu prellen". Aber es muss halt sein, man will ja nach Amerika. In den vier Monaten in Amerika sammelt der blasierte Franzose Konzerttriumphe, langweilt sich bei Gesellschaften der Reichen und Musikbegeisterten und leidet am schlechten Essen. Aber diese Reise brachte ihn schließlich auf den Gipfel seines Schaffens, seiner Berühmtheit und Beliebtheit. Nun teilte er sich mit Strawinsky "die Rolle des meist geachteten Musikers der Welt". Auch nach seiner Rückkehr ebbt der Erfolg nicht ab, nicht zuletzt durch seinen weltberühmten "Boléro". Die andere Seite dieser modernen Halt- und Rastlosigkeit dürfte die Langeweile sein, die ihn immer wieder befällt. Ein paar Jahre später wird es jedoch ruhig um ihn. Ravel leidet an einer Gehirnerkrankung, sein Körper gehorcht ihm nicht mehr, das Gedächtnis setzt aus. Im Dezember 1937 wird ihm von einem berühmten Chirurgen der Schädel geöffnet. Wenige Tage darauf stirbt er. Äußerst lebendig und exakt stellt Echenoz dem Leser diesen Lebensabschnitt Ravels dar. Jedoch statt "Ikonographie" zu betreiben, erschafft Echenoz auf meisterhafte Art eine eigenständige Figur: Einen berühmten und beliebten Komponisten, der die Gründe für seinen Ruhm eigentlich nie begreift. Im Grunde handelt der Roman vom Spannungsverhältnis zwischen Öffentlichkeit und Kunst. Auch sprachlich ist dieses Buch ein Vergnügen. Da ist kein Wort zuviel, aber dennoch kann man sich genau einfühlen und sogar Verständnis für die ausgeprägten Marotten der Figur entwickeln. Fazit: Ein wunderbarer Zeitvertreib und ein außerordentlich kurzweiliges Lesevergnügen ist dieser kleine Roman, der die Überempfindlichkeit eines einsamen Genies zeigt, mal schnoddrig, mal overdressed wie sein Held, aber stets kultiviert. Das Ravel-Büchlein schmiegt sich zudem ganz virtuos der Musik an. Es beginnt ganz langsam, nimmt Fahrt auf und gerät am Ende in einen wahren Geschwindigkeitsrausch - ganz wie der "Boléro". Echenoz' "Biofiction" steckt von der ersten bis zur letzten Zeile voller feinster Literatur. Lesen Sie dieses 100seitige Büchlein am besten mit der Musik des wunderbaren "Boléro" im Hintergrund.

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