Jean Forton Isabelle

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Inhaltsangabe zu „Isabelle“ von Jean Forton

Sie sieht so zart aus, so unschuldig mit ihren blonden Zöpfen und so beschützenswert …Der Mann, dessen Blick sich in diesem blonden Haar verfängt, frönt in seinem Dachzimmereinem müßigen Dasein. Er ist ein einsamer Wolf, der durch die Wand die schöne Nachbarinseines Zimmernachbarn lachen hört. Da fällt bei einem seiner Rundgänge durch die Stadtsein Blick auf ein unscheinbares, viel leicht sechzehnjähriges Mädchen. In ihm entsteht einPlan, der zur Besessenheit wird …

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  • Rezension zu "Isabelle" von Jean Forton

    Isabelle

    Jade

    05. March 2012 um 16:45

    Obsessiv und sprachlich brillant Er ist 34 Jahre alt und lebt allein in einer Dachwohnung und fantasiert von schönen Frauen, die er nie besitzen wird. Er ist ein Müssiggänger, ein zynischer Egomane, der Kommunikation mit seinen Mitmenschen vermeidet, wenn sie nicht unbedingt erforderlich ist. Auf seinen Streifzügen durch die Kneipen und die Strassen von Bordeaux fällt ihm die 16-jährige Isabelle ins Auge. Isabelle, die pure Unschuld, sie wartet sehnsüchtig auf Aufmerksamkeit, halt- und schutzlos ist sie das perfekte Opfer. Isabelle wird zu seiner Obsession, sie muss erobert werden. Unerträglich präzise erzählt er, wie er Isabelle gefügig macht und wie die Minderjährige kaum erobert schon wieder langweilig wird. Sprachlich brillant erzählt Forton die Geschichte eines Narzissten, der die Verführung zur Erhöhung des eigenen Ichs und zum reinen Selbstzweck macht. Das Buch ist ein Klassiker der französischen Moderne und erschien 1957 unter dem Titel „La Cendre aux yeux“, nun ist es erstmals auf Deutsch erschienen.

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  • Rezension zu "Isabelle" von Jean Forton

    Isabelle

    michael_lehmann-pape

    08. July 2011 um 14:39

    Verstörendes Innenleben Sie ist 16 Jahre alt, er 34. Sie sehnt sich danach, gesehen, angenommen, geliebt zu werden, er seht sich nach Besitz, Haben, Benutzen. Entgegen des Titels findet sich auf den 287 Seiten des Buches in Form einer Ich-Erzählung nicht die Gedanken und Eindrücke Isabelles im Mittelpunkt des Geschehens wieder, sondern wie ein Art Tagebuch taucht der Leser von der ersten Seite an ein in die Gedankenwelt, das egozentrische Wesen, die, letztlich, zutiefst verkommene Persönlichkeit eines Mannes. Angereizt durch Frustration, letztendlich. Sozial isoliert. Nicht sonderlich angenehm vom Wesen oder vom Äußeren her, betrachtet er zunächst mit Neid die attraktive Freundin seins Nachbarn, eine Frau, an die er niemals heranreichen würde. Auf einem seiner vielen Streifzüge durch Bordeaux, seine Stadt, fällt ihm dann die unscheinbare Isabelle ins Auge. 16 Jahre alt und, viel interessanter für ihn, emotional biegsam, sehnsüchtig suchend. „Es machte mir Spaß, endlich einmal hart zu sein. Die Krallen zeigen. Beißen“. Doch nicht nur hier täuscht der Mann sich. Er, de sich für nachgiebig und leicht auszunehmen hält, irrt nicht nur in diesem Selbstbild. Seite für Seite wird der Leser auf fast unerträgliche Weise in diese Melange aus Illusion und Selbstüberhöhung mit hineingezogen und entdeckt ebenso Seite für Seite hinter dem ständigen Fluss der Selbstdarstellung das, was „un livre un jour“ im Zitat des Klappentextes völlig zurecht einen „Dreckskerl“ nennt. Natürlich würde er nie von sich selbst glauben oder gar sagen, dass es ihm nur um sich geht. Seine Lust. Seine fast Beweihräucherung. Natürlich denkt und spricht er zunächst von Liebe. Worte, die von vorneherein hohl klingen allein ob der Ausgangssituation dieses „Techtelmechtels“, welches der Mann ungerührt voranbringt, um Isabelle in seinen Fängen fest zu zurren. Das wahre Kunstwerk dieses Buches besteht gerade aus der fast Unerträglichkeit, der Präzision, mit der Jean Forton 1957 dieses „Portrait eines Dreckskerls“ zu Papier brachte. Sprachlich immer auf den Punkt treffend, nie ausschweifend und, vor allem, nie eine halbgare, entschuldigende Erklärung für das Verhalten des Mannes suchend, sondern das verquere Innenleben, diese Arroganz und Selbstüberhöhung, die nur aus der gesellschaftlichen Isolation des Mannes heraus zu verstehen ist, beständig hält Forton diese Innenseite präsent und gönnt weder Isabelle noch dem Leser eine Sekunde Pause und Erholung von den Nachstellungen dieses Mannes. „Obwohl ich mit Isabelle nichts mehr am Hut hatte, leide ich durch ihre Schuld“. Wer gelesen hat, was vorher passiert ist und was die gesamte Zeit über hintergründig drängend im Buch vorbereitet wurde, für den fällt in diesem einen Satz das gesamte Universum des Ich-Erzählers in eins. Ohne Gewissensregung ging er bisher und wird er auch weiterhin durch dieses Etwas streifen, dass er sein Leben nennt. Ein psychologisches und literarisches Meisterwerk, dass in seiner ungeschminkten Darstellung eines nackten, soziopathischen Egoismus vom Leser gute Nerven erfordert.

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  • Rezension zu "Isabelle" von Jean Forton

    Isabelle

    Clari

    23. April 2011 um 14:43

    Ein merkwürdiger Sonderling beherrscht die Handlung dieses Romans. Er ist 34 Jahre alt und lebt einsam und abgesondert von aller menschlichen Kommunikation, so weit sie nicht erforderlich ist, in einer Dachkammer. Dort hängt er ausdauernd seinen obszönen und düsteren Fantasien nach. Wir befinden uns in Bordeaux in Frankreich, das mit seinen Bistros, Restaurants und seinen Weinhandlungen die Rahmenhandlung für den ansonsten unsympathischen Lüstling bietet. Seine vorsichtigen und doch eindringlichen Gedanken drehen sich um Sex und schöne Frauen, nach denen er sich sehnt. Doch weiß er, dass sein vernachlässigtes Äußeres ihn für niemanden anziehend oder attraktiv macht. Als er eines Tages die zarte und hübsche blonde Schülerin Isabelle sieht, kann er sich innerlich nicht von dem besonderen Eindruck lösen, den ihre Erscheinung in ihm ausgelöst hat. Er versucht, so viel wie möglich über sie heraus zu finden. Mit einigem Schaudern beobachtet man diesen ichbezogenen Mann, der dem Müßiggang nachgeht und Zeit im Überfluss hat, um sich ganz seinen überbordenden und abartigen Fantasien zu überlassen. In einem unendlichen Monolog folgt man seinen Gedankenspielen, die vorwiegend auf ein Ziel gerichtet sind: das unschuldige junge Mädchen Isabelle für sich zu gewinnen. Dieser monomanische Egoist ist von zynischem und abartigem Charakter. Besessen folgt er seinen Eingebungen, sich die junge Isabelle gefügig zu machen. Es geht in dem Roman um Macht und Ohnmacht, die sich an gegenseitiger sexueller Abhängigkeit festmacht. Dabei kann immer nur einer siegen: derjenige, der am Ende den anderen verstößt. Die Geschichte drückt sich in poetischen Bildern und feinsinnigen psychologischen Beobachtungen aus. Der chauvinistischen Macht eines Mannes, der nach erfolgreichem Sieg über eine Minderjährige seine Unabhängigkeit schnellstens wieder erlangen möchte, wird glänzend nachgegangen. Neben den impressionistischen Bildern von Kneipenbesuchen und dem Umgang mit wenigen Menschen, mit denen unser Held zu tun hat, ist es die perfide Form der Dekadenz, die abstößt. „Kalter Stil, kalte Analysen und kalte Charaktere“ wie es in einem Nachwort von C. Rabier - Darnaudet heißt, zeichnen diesen Roman aus. Er wird dennoch als Meisterwerk der klassischen Moderne gepriesen. Dem literarischen Eindruck einer besonderen Darstellungsweise, die gleichzeitig fasziniert und abstößt, kann man sich nicht entziehen. Vergleiche mit Camus und Emmanuel Bove sind nicht abwegig. Die Romane des schon 1982 verstorbenen Jean Forton wurden mit dem düsteren Nihilismus von Camus verglichen. Er bleibt jedoch in seinem dunklen Ambiente und seinem Zynismus einmalig und verbirgt, wie es heißt, unter dem Mäntelchen der Banalität einen größenwahnsinnigen Charakter. Der französische Autor Jean Forton wurde für diesen Roman mit dem Prix Fénéon ausgezeichnet. Fünf Sterne für die Ausführung,--nicht aber für den Inhalt, der eher schwer auszuhalten ist.

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