Jean Giono

 4,2 Sterne bei 29 Bewertungen
Autor von Der Mann, der Bäume pflanzte, Ein Mensch allein und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Jean Giono

Jean Giono (1895–1970) zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern Frankreichs. Der überzeugte Pazifist lebte als Verfechter des einfachen Lebens zurückgezogen in der Provence. Wegen seiner konsequent pazifistischen Haltung während der deutschen Besatzung wurde Giono der Kollaboration verdächtigt und hatte von 1944 bis 1947 Publikationsverbot, wurde jedoch später rehabilitiert und 1954 in die Académie Goncourt gewählt. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, Gedichte und Theaterstücke.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jean Giono

Cover des Buches Der Mann, der Bäume pflanzte (ISBN: 9783446239357)

Der Mann, der Bäume pflanzte

 (12)
Erschienen am 20.02.2007
Cover des Buches Ein Mensch allein (ISBN: 9783847704089)

Ein Mensch allein

 (2)
Erschienen am 27.12.2018
Cover des Buches Ein Mann Allein (ISBN: 9781135375669)

Ein Mann Allein

 (1)
Erschienen am 01.01.1954
Cover des Buches Provence (ISBN: 9783882218305)

Provence

 (0)
Erschienen am 23.09.2002
Cover des Buches Die grosse Meeresstille (ISBN: 9783882217841)

Die grosse Meeresstille

 (0)
Erschienen am 01.01.1992

Neue Rezensionen zu Jean Giono

Cover des Buches Ein Mensch allein (ISBN: 9783847704089)frenx1s avatar

Rezension zu "Ein Mensch allein" von Jean Giono

Sperrig, aber lesenswert
frenx1vor 2 Jahren

"Ein Mensch allen" von Jean Giono ist ein sperriges Buch. Sperrig vor allem deshalb, weil seine Hauptfigur, Langlois, ein sperriger Protagonist ist. 

Man lernt ihn zunächst als etwas eigenwilligen Gendarm kennen, der das Verschwinden von Personen in einem kleinen Dorf untersucht. Er versucht sich dabei, in den Täter hineinzuversetzen - doch hat nicht er den Verdienst, den Fall aufzuklären. Dennoch fällt er selbst das Urteil über den Täter. Später dann kehrt Langlois in das Dorf zurück, dieses Mal als Major des Wolfsjagdkorps. Und wieder arbeitet er wie zuvor als Gendarm. Er will den Wolf in die Enge treiben, will ihn selbst zur Strecke bringen.  

Seinem Charakter kann man beim Lesen kaum habhaft werden. Ist er doch einerseits hochmütig und abweisend, so wirkt er - zumindest aus der Ferne - freundlich und humorvoll, wenn er etwa um der neugierigen Dorfbewohner willen extra einen falschen Weg einschlägt, um sie auszutricksen und ihnen dann mit dem Taschentuch zuwinkt. So bleibt Langlois, egal wie viel man über ihn lebt, ein Sonderling, sperrig und verquer. 

 Jean Gionos Buch aus dem Jahr 1946 ist enorm spannend, wenn der Fall der verschwundenen Personen aufgeklärt wird. Allerdings merkt man bald, dass es gar nicht die Absicht von Giono ist, Spannung aufzubauen. Die Aufklärung ist enorm einfach erzählt, fast schon banal und ist nicht einmal der Schlusspunkt des Buches. 

Nein, Giono will etwas ganz anderes mit seinem Buch erreichen: Immer mehr rückt die Person des Langlois in den Vordergrund, die Umgebung, die Menschen: all das spielt ihm zu, bildet den Horizont, auf dem Langlois abgebildet wird. Ein Bestimmer, ein Anführer, zugleich aber der höfliche Nachbar, zurückhaltend und einsam. Ein Mensch allein, Langlois, vereint all diese Eigenschaften in sich. 

In seinen Beschreibungen entpuppt sich Jean Giono als großer Erzähler. Egal ob er eine Wolfsjagd, eine Buche oder eine Person beschreibt, die Sprache zieht einen nach und nach in ihren Bann. Der Erzähler nimmt den Leser an die Hand, stellt ihm Personen vor, entschuldigt dies und jenes ("Man muss Bergues entschuldigen, der Junggeselle und ein wenig ungehobelt ist"), anderes dafür nicht ("Meine Mutter war Stiefelstepperin und mein Vater ein Zugvogel"). 

Immer ein wenig neckisch führt der Erzähler durch das Geschehen. Manchmal ist es mühsam, ihm zu folgen - vor allem dann, wenn Nebenschauplätze betreten werden und Personen, von deren Wichtigkeit man noch nichts weiß, ausführlichst präsentiert werden. Insgesamt aber macht es eine große Freude, dem Erzähler in angemessener Entfernung zu folgen.  

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Cover des Buches Der Mann, der Bäume pflanzte (ISBN: 9783446239357)W

Rezension zu "Der Mann, der Bäume pflanzte" von Jean Giono

Rezension zu "Der Mann, der Bäume pflanzte" von Jean Giono
WinfriedStanzickvor 9 Jahren

Die zarten und einfühlsamen Bilder von Quint Buchholz haben diese neue Ausgabe eines alten und wunderbaren Buches zu einem kostbaren Schatz gemacht, denn sie fangen den Tenor dieser erstaunlichen Geschichte auf eine besondere und tiefe Weise ein.

Jean Giono erzählt seine zuerst in Frankreich 1949 veröffentlichte Begegnung mit Elzeard Bouffier, einem Schäfer, dem es gelang, einen ganzen Landstrich durch das Pflanzen von Hunderttausenden von Bäumen wieder zum Leben zu erwecken. Durch seine unermüdliche Arbeit hat er verödete Berglandschaften in der Provence in der Zeit zwischen 1910 und 1945 in blühende Landschaften verwandelt, in der sich sogar junge Menschen wieder ansiedelten.

Jean Giono nennt es ein Land Kanaan, das so geschaffen wurde, und seine poetische Erzählung aus einfachen Sätzen ist auch heute noch nicht nur ein flammendes Plädoyer für den Schutz der Natur, sondern auch ein Zeugnis dafür , wie man mit Ausdauer und Beharrlichkeit etwas erreichen kann, wenn man sich aus Überzeugung für ein Ziel einsetzt.

In den späten sechziger Jahren, kurz vor seinem eigenen Tod, wurde Jean Giono gefragt, wo die von Elzeard Bouffier gepflanzten Wälder zu finden seien und er antwortete: „Selbst wenn Sie nach Vergons gehen, werden Sie nichts sehen. Seit jener Zeit ist alles verändert und über den Haufen geworfen worden, um Silos für Atomraketen und Schießplätze und mehrere Ölreservoirs anzulegen. Sie werden nicht die Spur eines Andenkens an Elzeard Bouffier finden. Seien Sie zufrieden mit dem Text und mit dem Geist der Sache. Er hat sein Genügen in sich.“

Ja.

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Cover des Buches Annäherungen an Melville (ISBN: 9783935125420)michella propellas avatar

Rezension zu "Annäherungen an Melville" von Stephen Melillo

Rezension zu "Annäherungen an Melville" von Stephen Melillo
michella propellavor 10 Jahren

hm, schwer fällt es mir hier viel positives zu finden. eine hörspielbearbeitung ist eben etwas anderes als ein hörbuch - und oft gewöhnungsbedürftig. die hier dargebotene geschichte wie es zur entstehung von melvilles moby dick kam, die darüber hinaus einblick in leben und wirken des schriftstellers gibt überzeugt wenig. auch die angehängte performance, die eben nur akustisch und nicht visuell dargeboten wird nervte mich eher. da sollte man wohl doch eher zu einem von melvilles romanen greifen...

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