Jean Mattern September

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Inhaltsangabe zu „September“ von Jean Mattern

Zwei Journalisten, ein BBC-Korrespondent und ein rätselhafter New Yorker, frisch akkreditiert, um über die Olympischen Spiele zu berichten, begegnen sich am Vorabend der großen Eröffnungszeremonie. Sie sind fasziniert voneinander, versuchen, sich aus dem Weg zu gehen - die beiden gestandenen Männer benehmen sich wie verliebte Teenager. Es entspinnt sich eine amour fou, die zunächst keiner der beiden zu leben wagt. Wenige Tage später schlägt das palästinensische Terrorkommando zu. Die beiden Journalisten werden zu Augenzeugen jener Ereignisse, aus denen weder Israel, noch Palästina, weder Deutschland, noch Olympia - aus denen wohl einfach niemand unbeschadet hervorgeht. Hat eine so private, eine so komplizierte Sache dagegen eine Chance? Jean Mattern hat das fürchterliche Drama des 5. September minutiös recherchiert und erzählt es in diesem raffinierten Roman wie es noch nie erzählt worden ist. Und doch ist dies vor allem die stilistisch virtuose Geschichte einer großen Liebe, die damals noch ein Skandal gewesen wäre.

Schafft es trotz Berichterstattung realer Geschehnisse ein fesselnder Roman zu bleiben!

— Minka93
Minka93

Ein Buch, dass man lesen sollte.

— katinka68
katinka68

Eine sehr interessante Darstellung der Geschehnisse während der Olympischen Spiele in München. Lesenswert!

— TanyBee
TanyBee

Faszinierende Vermischung aus Realität und Fiktion im Rahmen der Olympischen Spiele von 1972.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Ein sehr interessanter Bericht über diese Tragödie. Man bekommt fast den Eindruck, dabei zu sein.

— miro76
miro76

„September“ macht neugierig, den Ereignissen von Olympia 72 nachzugehen, sehr empfehlenswert

— lieberlesen21
lieberlesen21

Ein beeindruckendes, schockierendes und lebensnahes Werk, das Eindruck hinterlässt und zum Nachdenken anregt.

— bookrauhl
bookrauhl

Vermengung von Politik, Terror und von privaten Belangen bei der Olympiade 1972 in München - aufs Eindringlichste dargestellt!

— TochterAlice
TochterAlice

Die Olympischen Spiele, ein Attentat und eine zerrissene Liebe!

— Bambisusuu
Bambisusuu

Fröhliche Spiele und eine frische Liebe, die durch ein unsägliches Attentat vor eine Zerreißprobe gestellt werden - überzeugend umgesetzt.

— miss_mesmerized
miss_mesmerized

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Ein gefühlvoller Roman für lange Herbstabende, leichte Lektüre, die sich in einem Rutsch liest.

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  • Leserunde zu "September" von Jean Mattern

    September
    Berlin_Verlag

    Berlin_Verlag

    München 1972. Es sollten die heiteren Spiele werden... Zwei Journalisten, ein BBC-Korrespondent und ein rätselhafter New Yorker, frisch akkreditiert, um über die Olympischen Spiele zu berichten, begegnen sich am Vorabend der großen Eröffnungszeremonie. Sie sind fasziniert voneinander, versuchen, sich aus dem Weg zu gehen - die beiden gestandenen Männer benehmen sich wie verliebte Teenager. Es entspinnt sich eine amour fou, die zunächst keiner der beiden zu leben wagt. Wenige Tage später schlägt das palästinensische Terrorkommando zu. Die beiden Journalisten werden zu Augenzeugen jener Ereignisse, aus denen weder Israel, noch Palästina, weder Deutschland, noch Olympia - aus denen wohl einfach niemand unbeschadet hervorgeht. Hat eine so private, eine so komplizierte Sache dagegen eine Chance? Jean Mattern hat das fürchterliche Drama des 5. September minutiös recherchiert und erzählt es in diesem raffinierten Roman wie es noch nie erzählt worden ist. Und doch ist dies vor allem die stilistisch virtuose Geschichte einer großen Liebe, die damals noch ein Skandal gewesen wäre. Wir verlosen 10 Leseexemplare unter allen, die hier ihren ersten Leseeindruck schildern: Leseprobe. Die 22 Gewinner unseres Jahresabos müssen sich nicht bewerben und bekommen  SEPTEMBER unaufgefordert zugeschickt. Wir freuen uns auf eure Bewerbung und eine aktive Teilnahme an der Leserunde!

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    • 150
  • Perfekte Mischung aus Fiktion & Fakten

    September
    Minka93

    Minka93

    08. May 2016 um 18:09

    In "September" geht es um die Olympischen Spiele 1972. Der BBC-Journalist Sebastian soll, genau so wie der New Yorker Reporter Sam, vor Ort in München sein und von den Spielen berichten. Als die zwei Männer aufeinander treffen entwickelt sich eine Art Affäre zwischen ihnen. Diese gerät aber in den Hintergrund, als die israelischen Wettstreiter als Geiseln genommen werden. Das Buch ist nicht nur eine Berichterstattung, sondern auch ein Roman.Der Autor verwebt Fiktion und Fakten auf eine sehr spannende Art miteinander und man fühlt sich live dabei bei den Geschehnissen.Das Buch liest sich sehr flüssig und vor allem schnell, denn die Ereignisse kommen genau so schnell wie sie gehen, sei es die Geiselnahme, aber auch die Affäre zwischen den zwei Männern.

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  • "September" eine kurze Betrachtung

    September
    eiger

    eiger

    17. April 2016 um 18:07

    SeptemberSeptember 1972 – ein junger britischer Journalist, der Erzähler im Buch, wird Augenzeuge des Terrors bei den Olympischen Spielen in München und erlebt die Schrecken hautnah mit.Wir erkunden das Olympische Dorf mit ihm, lernen andere Journalistenkollegen sowie Sportler kennen und erfahren einiges über das alltägliche journalistische Tagesgeschäft. Gleichzeitig entwickelt sich eine besondere Beziehung zu seinem amerikanischen Kollegen Sam, die für ihn etwas völlig Neues darstellt. Er ist offen  dafür und findet den anderen Mann ebenfalls attraktiv. Die Beziehung schwankt zwischen Kälte und Verführung.Mit der Geiselnahme der israelischen Sportler durch arabische Terroristen ändert sich alles. Acht Mitglieder der palästinensischen Terrorgruppe „Schwarzer September“ stürmen das Quartier der israelischen Mannschaft und nehmen Sportler und Trainer als Geiseln.Durch die Kontakte von Sam können wir die furchtbaren Geschehnisse aus nächster Nähe, dem Quartier der kanadischen Sportler direkt verfolgen. Wir werden Zeuge der dilettantischen Verhandlungen, erleben unprofessionelle Polizeiarbeit und erfahren vom furchtbaren Ende in  Fürstenfeldbruck.Da der Erzähler Journalist ist, recherchiert er weiter und wir erleben die Tragödie auch aus der Sicht von Angehörigen der Opfer  und eines deutschen Polizisten.Fazit: Das Buch enthält umfangreich Fakten und schildert den Hergang der Tragödie minutiös und spiegelt alles aus der privaten Perspektive des Erzählers. Sehr flüssig geschrieben und lesenswert für alle die mehr über München 19972 erfahren wollen.

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  • September 1972

    September
    katinka68

    katinka68

    10. April 2016 um 21:20

    Prolog: ""Vierzig Jahre nach deinem Debüt in München!" 1972 hatten mich die Spiele beinahe berühmt gemacht, spöttelte Vivianne manchmal. Wie hätte Sie auch ahnen können, dass sie für mich etwas ganz anderes bedeuteten als den Beginn einer großen Karriere?" Damit macht Jean Matter neugierig auf all das was in seinen so spannungsgeladenen Roman passiert. Die fröhliche Eröffnungsfeier, das Zusammentreffen und Kennenlernen von Sam (ebenfalls Reporter), die Darstellung und Enthüllungen der Geiselnahme der Israelischen Sportler und Trainer das alles wird vom Schriftsteller in zwei parallel Laufenden Storys eindrucksvoll und spannend erzählt. Zum Einen sind da zwei Männer die sich ineinander verlieben, schier undenkbar in der damaligen Zeit. Gekrönt von einem so eindrucksvollen Satz "Man verliebt sich nicht in einen Mann oder eine Frau, sondern in einen Menschen" S. 154 Zum Anderen wird in eindrucksvoller Weise erzählt wie sie die Geiselnahme erlebten, und welche Recherchen am Ende zu dem Dokumentarfilm des Reporters Sebastian führten. Danke für ein ausdrucksvolles Werk gegen das Vergessen. Gerade in heutiger Zeit sehr wertvoll. Deshalb auch 5 von 5 Sternen

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  • Interessant mit kleinen Schwächen

    September
    TanyBee

    TanyBee

    06. April 2016 um 10:40

    Die Olympischen Spiele 1972 in München: es sollen heitere Spiele werden, die die letzten Spiele in Deutschland 1936 vergessen machen sollen. Sebastian ist als Journalist für die BBC angereist. Doch es kommt alles anders als gedacht. Sebastian lernt Sam kennen, einen amerikanischen Journalisten, und fühlt sich zu ihm hingezogen, obwohl zu Hause seine Frau und sein Kind auf ihn warten. Beide scheinen sich ihrer Sache nicht sicher zu sein und so beginnt ein Katz und Maus Spiel wie zwischen Teenagern zwischen den erwachsenen Männern. Dann kommt der 5. September und die Geiselnahme des israelischen Teams verändert alles. Das Buch wird aus der Sicht von Sebastian erzählt. Es ist interessant, wie er als Ausländer die Olympischen Spiele und die tragischen Geschehnisse wahrnimmt. Die Geiselnahme erleben wir auch aus seiner Sicht und der Leser hat immer nur so viele Informationen wie Sebastian als Journalist hat. Das finde ich sehr gelungen! Dadurch wird das Versagen der Regierung und der Polizei damals viel klarer und deutlicher für den Leser. Nicht so gut gefallen hat mir Sam, der amerikanische Journalist. Irgendwie wurde er für mich nicht greifbar und ich konnte seine Handlungen nicht nachvollziehen. Die ganze Liebesgeschichte wirkte für mich ein wenig konstruiert und schien nur auf einen Punkt hinaus zu laufen (den ich hier nicht verraten kann ohne zu spoilern). Das Buch ist wirklich sehr kurz. Es hat wenige Seiten, die auch noch großzügig bedruckt wurden. Für eine lange Bahnfahrt sollte man sich lieber noch zusätzliche Lektüre mitnehmen, denn es ist schnell ausgelesen. Mein Fazit: Die Schilderung der Geiselnahme aus Sicht eines Journalisten ist sehr gelungen. Die Liebesgeschichte, die als Rahmenhandlung dient hat für mich aber einige Schwächen. Trotzdem ist es eine lohnende Lektüre. Ich gebe 3,5 Sterne, aufgerundet auf 4.

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  • München 72 und was sich im Hintergrund vielleicht abgespielt hat

    September
    miro76

    miro76

    In „September“  berichtet Jean Mattern von den Olympischen Spielen 1972 in München. Es herrscht eine besonders aufgeladene Stimmung, denn diese Spiele sollten die von der Nazipropaganda missbrauchten Spiele von 1936 vergessen machen. Sebastian, ein aufstrebender Reporter bei der BBC, soll speziell über die Atmosphäre bei den Spielen und in Deutschland generell berichten. Am Vorabend der Eröffnungsfeier begegnet er Sam, einem amerikanischen Journalisten, der ihn auf magische Weise verzaubert. Der eigentlich heterosexuelle Sebastian verfällt ihm vollends und stürzt sich in ein Abenteuer, das ihn nie mehr ganz loslassen wird. Die Ereignisse des 5. September überschatten diese aufkeimende Liebelei. Im Tagebuchstil lässt uns der Autor die Geiselnahme des israelischen Teams miterleben. Gekonnt fängt er die verworrene Stimmung unter den Journalisten ein und schockiert uns mit den Ausschweifungen der Schaulustigen. Mit dem entsetzlichen Ende dieser Tragödie findet auch die Beziehung zwischen Sam und Sebastian ihr Ende. Zurück bleibt Schweigen. In seiner Trauer zwingt sich Sebastian zur Arbeit und versucht die Ursachen für das Versagen der deutschen Polizei zu klären. Dieser Bericht wird den Grundstein zu seiner erfolgreichen Karriere bilden. Der Kreis schließt sich, weil Sebastian 40 Jahre später noch einmal gebeten wird, von den Olympischen Spielen, diesmal in London,  zu berichten. Er nimmt diesen Auftrag nicht an, um stattdessen endlich seine persönliche Geschichte von München 72 zu erzählen. Jean Mattern hat dieses Buch wie ein Tagebuch verfasst. Deshalb ist es so unmittelbar. Als Leser fühle ich mich mitten im Geschehen und leide mit. Die Emotionen treffen mich sehr direkt. Das hat mir sehr gut gefallen an diesem Buch. Allerdings habe ich Probleme mit der fiktiven Geschichte. Die Liebe zwischen Sam und Sebastian kommt mir sehr konstruiert vor. Hier fehlt mir die Metaebene im Buch. Wir erfahren zu wenig über die Gedanken der Protagonisten. Ihre Absichten bleiben unklar und mir fehlt es definitiv an Vorstellungskraft, dass mir die Erklärung – man verliebe sich in einen Menschen und in diesem Fall ist es eben einer vom gleichen Geschlecht – reicht. Für die sexuelle Ebene ist das für mich nicht stimmig. Die Bewertung dieses Buches hat mir nahezu schlaflose Nächte bereitet, denn der Grundton dieser Geschichte gefällt mir wirklich gut. Es war auch richtig spannend zu lesen, obwohl der Ausgang kein Geheimnis ist. Aber die fiktive homoerotische Liebesgeschichte bringt für mich definitiv einen Abzug. Schlussendlich habe ich mich, aufgrund der oben genannten Vorzüge, doch für vier Sterne entschieden.

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    • 2
  • Kleiner, sehr feiner Roman!

    September
    Petris

    Petris

    06. April 2016 um 10:17

    Sebastian, ein junger BBC-Reporter, keineswegs ein Sportfan, soll bei den Olympischen Spielen 1972 in München die Stimmung einfangen und über das Geschehen rundherum, über Land und Leute berichten. Schon am ersten Abend begegnet ihm Sam, ein Journalist aus New York. Es knistert zwischen den beiden Journalisten. Deutschland will mit diesen Spielen Olympia 1936 unter der Herrschaft der Nazis vergessen lassen und gibt sich betont fröhlich, offen und unpolitisch. Der große Held ist auch schnell gefunden. Mark Spitzer gewinnt so ziemlich alles, was es im Schwimmsport zu gewinnen gibt. Und Sam gelingt es, ein Exklusivinterview mit ihm zu bekommen, zu dem er auch Sebastian mitnimmt. Ein Liebesbeweis? Oder nur professionelle Zusammenarbeit?Und dann kommt jener schicksalhafte 5. September. Ein palästinensisches Kommando nimmt das israelische Olympia-Team als Geiseln. Ein Tag des Zitterns, des Hoffens, des Bangen, des Nichtwissen,… Am Abend die Entwarnung und gleichzeitig auch der Höhepunkt der Affäre von Sam und Sebastian. Das Erwachen allerdings ist bitter. Die Meldung vom Abend war falsch, alle Geiseln sind tot. Sam ist wie gelähmt, zieht sich von Sebastian zurück und reist sofort ab. Für Sebastian ist es der Anfang seiner großen Karriere.40 Jahre danach soll er noch einmal über die Spiele berichten, diesmal aus London. Die Erinnerungen werden geweckt, an die leidenschaftliche Begegnung mit Sam und die Katastrophe des 5. September 1972. Er beschließt, endlich seine ganz persönliche Geschichte zu erzählen.Ein Buch wie aus einem Guss. Da stimmt einfach alles. Cover, Titel, Sprache, die parallel erzählte Geschichte einer großen Leidenschaft und eines Dramas, die sich zeitgleich zuspitzen. Auch wenn nur schwer verständlich ist, wie der heterosexuelle Sebastian von dieser Begegnung mit dem oft sehr gleichgültigen Sam so derartig gefesselt wurde, fühlt man mit ihm mit. Großartig eingefangen auch die Stimmung bei den Spielen und im Land.Ein kleiner, sehr feiner Roman, der mich unglaublich fasziniert und gefesselt hat!

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  • Eines Tages im September...

    September
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. April 2016 um 19:30

    "Man verliebt sich nicht in einen Mann oder eine Frau, sondern in einen Menschen." (Jean Matter, September, S. 154) Inhalt: Zwei Journalisten, ein BBC-Korrespondent und ein rätselhafter New Yorker, frisch akkreditiert, um über die Olympischen Spiele zu berichten, begegnen sich am Vorabend der großen Eröffnungszeremonie. Sie sind fasziniert voneinander, versuchen, sich aus dem Weg zu gehen - die beiden gestandenen Männer benehmen sich wie verliebte Teenager. Es entspinnt sich eine amour fou, die zunächst keiner der beiden zu leben wagt. Wenige Tage später schlägt das palästinensische Terrorkommando zu. Die beiden Journalisten werden zu Augenzeugen jener Ereignisse, aus denen weder Israel, noch Palästina, weder Deutschland, noch Olympia - aus denen wohl einfach niemand unbeschadet hervorgeht. Hat eine so private, eine so komplizierte Sache dagegen eine Chance? Bewertung: Das Buch ist eine Erzählung aus den Augen eines BBC-Korrespondenten, lange Jahre nach den Olympischen Spielen in München 1972. Dabei verküpft Jean Mattern die Geschichte des Korrespondenten gekonnt mit den realen Ereignissen. Gerade durch das Wissen, dass irgendwann - am 05. September 1972 - die große Tragödie passiert, erhält der erste Teil des Buches bis zu diesem Datum eine fast schon unerwartete Spannung. Denn egal, was passiert, auch und besonders zwischen den beiden Korrespondeten, bleibt immer die Frage im Hinterkopf, wie das nach diesem Ereignis aussehen wird. Jean Mattern kann nicht nur Realität und Fiktion gut verknüpfen. Er kann auch die Personen und ihre Erlebnisse zum Leben erwecken, und braucht dafür keine ausschweifenden Erzählungen. Stattdessen hat er einen faszinieren knappen, fast schon neutralen Stil - der hat mir aber erst Recht einen lebendigen Eindruck vermittelt, gerade weil nicht jedes Detail in schillernden Farben ausgemalt wurde, sondern mein Vorstellungsvermögen gefragt wurde. Gerade die amour fou, die homoerotische Beziehung zwischen diesen beiden Korrespondenten wird im Klappentext und der Beschreibung herausgestellt. Im Buch selber war sie eine der treibenden Kräfte für manche Entwicklung; auf der anderen Seite aber gut beschrieben. Ich konnte mich sehr gut in die Gefühlswelt von Sebastian, dem BBC-Korrespondenten und Erzähler, hineinversetzen und sein Erstaunen, seine Zweifel und seine Zerrissenheit nachvollziehen. Alles in allem ein schönes, teils fast schon poetisches Buch, das einem einen neuen Blickwinkel auf die Geschehnisse der Spiele 1972 bietet. Ich bin auf jeden Fall neugierig, was damals wirklich geschehen ist.

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  • Mischung zwischen einer homoerotischen amour fou und Dokumentation eines historischen Geschehens

    September
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    04. April 2016 um 11:31

    Im  Jahr 2010 debütierte der in Paris lebende Verlagslektor Jean Mattern in Deutschland mit einem Roman, der damals leider kaum beachtet wurde.  „Im Kiraly-Bad“ erzählte von dem etwa dreißigjährigen in London lebenden Übersetzer Gabriel, der an einer doppelt schweren Vergangenheit trägt. Als Sohn einer ungarisch- jüdischen Einwandererfamilie in der französischen Provinz aufgewachsen, leidet er unter dem absoluten Schweigen seiner Familie über alles Vergangene. Ein Phänomen, das schon viele Kinder von Überlebenden beschrieben haben.Matterns Erstling war ein beeindruckendes Werk über die Identitätssuche eines Juden und seine Auseinandersetzung mit seiner Herkunft.Nachdem sein zweiter und dritter Roman offenbar keinen deutschen Verleger gefunden haben, erscheint sein vierter Roman unter dem Titel „September“  in der Übersetzung von Holger  Fock und Sabine Müller nun im Berlin Verlag.Darin erzählt Jean Mattern auf beeindruckende und dichte Weise die Geschichte des Attentats des palästinensischen Kommandos „Schwarzer September“ auf die israelische Delegation bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München.Hauptperson und Ich-Erzähler ist der erfolgreiche Journalist Sebastian. Er soll im Auftrag der BBC über die Sommerspiele in London berichten, lehnt aber den Auftrag ab, als das IOC eine Schweigeminute für die 40 Jahre zuvor in München ermordeten israelischen Athleten ablehnt. Stattdessen entschließt er sich, über die damaligen Vorkommnisse zu erzählen und vor allem das zu berichten, worüber er nie auch nur ein Wort gegenüber einem anderen erwähnt hatte.1972 wird Sebastian, damals noch junger, frisch verheirateter Journalist damit beauftragt, während der Olympischen Sommerspiele in München Hintergrundberichte über die Atmosphäre im Olympischen Dorf und auch in Deutschland zu liefern. Er begegnet dort Sam Cole, einem jüdischen Journalisten aus den USA. Bisher ohne jegliche sexuelle Erfahrung mit dem gleichen Geschlecht, ist Sebastian schon im ersten Moment der Begegnung mit Sam klar, dass es zu einer intimen Begegnung kommen wird. Eine Beziehung entwickelt sich zwischen den beiden während der Tage in München, die zwischen Verführung und kalter Nichtbeachtung von Sam geprägt ist. Und Sebastian ist klar, er wird als ein anderer nach Hause zurückkehren:„Ich wusste, dass ich für immer verändert sein würde durch diese Reise, die mich viel weiter geführt hatte als nur bis München, durch diese Begegnung, die mich endlich die Bedeutung des oft gelesenen, aber nie verstandenen Wort Raptus erfassen ließ.“Das hängt auch damit zusammen, dass am 5. September ein palästinensisches Kommando die israelische Olympiamannschaft überfällt, sie als Geiseln nimmt und schließlich nach einer schlecht geplanten und noch schlechter durchgeführten Rettungsaktion alle umbringt. Sebastian findet heraus, warum die Geiseln sterben mussten. Doch wie über seine intimen Erlebnisse, schweigt er 40 Jahre lang auch darüber.Für sich selbst notiert er nach dem gescheiterten Befreiungsversuch der deutschen Polizei:„Ist es denn zu fassen, dass man in Deutschland noch einmal Juden ermordet? Vor dreißig Jahren gehorchten die Deutschen, wenn man ihnen auftrug, uns zu töten. Und jetzt gehorchen sie nicht, wenn man ihnen aufträgt, das Leben der unseren zu retten.“Die Mischung zwischen einer homoerotischen amour fou und der Dokumentation eines historischen Geschehens, die Mischung aus Fiktion und Realität ist Jean Mattern sehr gut gelungen. Er hat das Drama des 5. September ausführlich recherchiert und ergänzt die offizielle Geschichtsschreibung durch etliche für Deutschland unangenehme Fakten, über die nach wie vor nicht gerne geredet wird.

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  • The Games Must Go On

    September
    Estrelas

    Estrelas

    03. April 2016 um 19:25

    Zwei Journalisten lernen sich bei den Olympischen Spielen 1972 in München kennen. Diese werden überschattet von der Geiselnahme israelischer Sportler, aber für den Erzähler auch geprägt von der Bekanntschaft mit Sam. "September" ist wie ein Tagebuch geschrieben, gespickt mit Ergebnissen der Wettkämpfe, über die die beiden Nicht-Sportreporter berichten, mit Interviews zur Geiselnahme und die Gefühle, die Sebastian für den anderen Mann empfindet. Es zeichnet auch ein Bild der Deutschen aus britischer Sicht und fängt gut die Stimmung in der Stadt auf - von der Begeisterung für die Wettkämpfe bis hin zur Sensationslust der Schaulustigen. Die Schilderung der Krisensituation (Genschers Eingreifen insbesondere) hat mir einige Gänsehautmomente beschert.

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  • Olympia 72 - Was geschah damals?

    September
    lieberlesen21

    lieberlesen21

    02. April 2016 um 13:48

    „September“ von Jean Mattern macht neugierig auf die Ereignisse von Olympia 1972 durch sein sehr ansprechend geschriebenes Buch! Die Kapitel sind nach Tagen aufgeführt, sodass man zeitlich gut mitdenken kann! Doch, um was geht es? Klappentext: In diesem Spätsommer gibt es, egal ob Mann oder Frau, wohl auf der ganzen Welt niemand, der nicht heimlich für Mark Spitz schwärmt. Die Welt feiert Olympia. Doch dann nimmt der „Schwarze September“ die isrealische Delegation als Geiseln und eine Tragödie beginnt. Geschickt verquickt Mattern die realen Ereignisse mit einer Liebesgeschichte unter Männern zu dieser Zeit auch bei Olympia. Das Buch liest sich vom Schreibstil her sehr gut, man schafft es fast in einem Rutsch. Es macht neugierig, sich mit den Ereignissen von damals nochmals zu beschäftigen. Es ist ein Gewinn, dieses Buch zu lesen!

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  • Die Olympischen Spiele: September 1972

    September
    Bambisusuu

    Bambisusuu

    02. April 2016 um 11:13

    Der Autor "Jean Mattern" schildert in seinem Buch "September" die Ereignisse der Olympischen Spiele 1972 und erzählt die Geschichte einer Liebe zweier Journalisten, die zu der Zeit mehr als zwiegespalten war.Es ist September 1972. In München fangen die heiteren Spiele an. Deutschland möchte die damaligen Ereignisse von 1936 vergessen lassen. Ebenfalls dabei sind die zwei Journalisten Sebastian und Sam, die fleißig die Olympischen Spiele dokumentieren. Beide lernen sich auf der Eröffnungszeremonie kennen und merken, dass ihre Zuneigung zum Gegenüber größer ist. Die Journalisten beginnen sich zu verlieben. Doch ein schlimmer Attentat schockiert die Welt. Die israelische Delegation wird zu Geiseln des palästinesischen Terrorkommandos und ein Drama nimmt seinen Lauf.Jean Mattern schafft es in seinem Roman "September" die Ereignisse von 1972 sachlich zu schildern und wichtige Informationen dem Leser zu vermitteln. Der Attentat wird von verschiedenen Perspektiven geschildert, sodass man der Geschichte sehr gut folgen kann.Eine Liebe zwischen zwei Journalisten ist eine fiktive Erzählung, die das Buch vollkommen macht. Beide Charaktere finde ich sehr interessant und wurden ausführlich beschrieben. Besonders die Emotionen der beiden Männer kamen gut zur Geltung. Die Geschehnisse des Attentats lösen unterschiedliche Gefühle aus. Sam, der aus Israel kommt fühlt sich sehr betroffen. Er kann nicht glauben, was in dieser Nacht geschehen ist. Nach langer Zeit kommt die Unterscheidung zwischen Juden oder nicht Jude, was man nicht erwartet hätte.Die Beziehung von Sebastian und Sam ist sehr zwiegespalten. Beide scheinen sich zu mögen, doch zu Anfang gehen beide die Freundschaft mit einer gewissen Distanz an. Sebastian und Sam sind sich mit ihren Gefühlen unsicher und wollen ihre Gefühle auch wahrscheinlich nicht unbedingt eingestehen. Zu dieser Zeit ist so eine Liebe auch eher ein Skandal, sodass man deren Haltung gut nachvollziehen kann. Trotzdem fand ich zum Ende hin, die Liebe etwas zu dramatisch, wobei mir zu Beginn die Erzählung sehr gut gefallen hat.Jean Mattern hat die Olympischen Spiele und deren Ereignisse sachlich und doch emotional geschildert, sodass man dieses Buch in einer kurzen Zeit lesen kann und trotzdem eine mitreißende Erzählung erhält!

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  • September 1972

    September
    bookrauhl

    bookrauhl

    01. April 2016 um 18:31

    München 1972. Nach den von den Nazis zur Propaganda genutzten Olympischen Spielen, legt Deutschland nun 36 Jahre später großen Wert darauf der Welt ein neues, helles und fröhliches Bild des Landes zu präsentieren. Der britische Journalist Sebastian reist nach München um von den Spielen zu berichten, wobei ihm seine Deutschkenntnisse viele Möglichkeiten bieten. Bald jedoch wird seine Aufmerksamkeit auf einen Mann gezogen und Sebastian sieht sich mit fremden Gefühlen konfrontiert. Sam arbeitet für eine jüdische Zeitung der Vereinigten Staaten und ist für Sebastian ein Rätsel. Er scheint nicht nur fast jeden Teilnehmer der Olympischen Spiele persönlich zu kennen, sondern auch deren Lebensgeschichten und bietet Sebastian unter anderem die Chance mit ihm ein Interview mit Mark Spitz zu führen. Der US-amerikanische Schwimmer, Mark Spitz ,ist sogleich Spitzenkandidat und Liebling der Spiele dieses Jahres und scheint zunächst das Gesicht des Sportereignisses zu bilden. Sam und Sebastian kommen sich näher und Sebastian ist beeindruckt von diesem Mann, der es schafft seinen Fokus zu drehen. Der Morgen des 5. September 1972 ändert jedoch alles. Die israelischen Teilnehmer werden als Geiseln gefangen genommen und Sebastian findet sich umgeben von Terror, Angst und einer ihm unbekannten Leidenschaft. Jean Mattern zeigt die Gräueltaten dieses Verbrechens auf eine neue Weise und verbindet das Ereignis geschickt mit einer fiktiven Geschichte. Er versteht es die Parallelen dieser beiden Erzählstränge anschaulich darzustellen und schreibt nachvollziehbar sowie menschlich aus Sebastians Sicht. Man spürt die gute Recherchearbeit und er stellt die verschiedenen Handlungen der Olympischen Spiele und der Geiselnahme auf informative Weise dar. Nicht nur die Gefühle von Sebastian für Sam werden veranschaulicht, sondern auch die Reaktion der Journalisten und der Bevölkerung auf die Geiselnahme, die einen, die überfordert sind mit der Situation und die anderen, die sich am Ort des Geschehnisses ansammeln um zu demonstrieren oder einfach nur um etwas zu sehen. Aber nicht nur die Reaktionen auf die Geiselnahme werden gezeigt, sondern auch die der Olympischen Spiele allgemein. So besucht Sebastian zum Beispiel eine deutsche Familie und verfolgt mit ihnen für ein paar Stunden die Spiele im Fernseher. Die Olympiade wird realitätsnah dargestellt und er weist auch auf wichtige Siege und besondere Sportler, sowie Mark Spitz und Heide Rosendahl, hin. Jean Mattern beschreibt außerdem die Situation der Beziehung zwischen Deutschland und dem Rest der Welt und er zeigt die Wendung, die spürbar macht, dass es nun, keine 30 Jahre nach dem 2. Weltkrieg, wieder eine Rolle zu spielen scheint, wer Jude ist und wer nicht. Ich kannte von diesem 5. September bisher nur einzelne Fakten, doch während des Lesens dieses Buches hatte ich das Gefühl, dabei gewesen zu sein. Ich konnte die Grausamkeit, aber auch die Vielfältigkeit der Olympischen Spiele spüren und erlebte die Angst und den Terror auf nahe und intime Weise. Homosexualität war zu dieser Zeit noch weniger angesehen als heute, was diese Beziehung in diesem Buch auch so besonders macht, denn Sebastian ist verheiratet und hat eine Tochter, und Gefühle für einen Mann waren ihm bisher fremd. Jean Mattern zeigt dies wunderbar in einen Satz auf: „Man verliebt sich nicht in einen Mann oder eine Frau, sondern in einen Menschen.“ (S.154). Eine Aussage, die in unserer Welt eine wichtigere Rolle spielen und mehr Aufmerksamkeit bekommen sollte. Ein beeindruckendes, schockierendes und lebensnahes Werk, das mir sehr gefallen hat. Das Buch hinterlässt Eindruck und regt zum Nachdenken verschiedener Themen an. Es ist ein besonderes Werk, von dem ich weiß, dass ich es das ein oder andere Mal erneut in den Händen halten werde.

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  • Eine schlimme Erfahrung für Deutschland und die ganze Welt

    September
    TochterAlice

    TochterAlice

    01. April 2016 um 16:23

    Eine schlimme Erfahrung für Deutschland und die ganze Welt: Das war die Entführung und Ermordung der israelischen Olympioniken und ihrer Begleiter bei den Olympischen Spielen 1972 in Deutschland. Keine 30 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs wurden auf deutschem Boden wieder Juden ermordet - ein Ereignis, das an Ungeheuerlichkeit und Schrecken nicht zu überbieten war und uns in der heutigen Zeit, einer anderen Phase politischer Gräuel, noch immer nachgeht, egal, ob wir es damals bewusst mitbekommen haben oder nicht.Dieses grauenvolle Verbrechen ist Thema im Roman "September" des französischen Autors Jean Mattern, doch nicht das einzige. Mattern bettet seine Handlung - die Bekanntschaft zweier Reporter, aus der mehr wird - geschickt in den Verlauf der olympischen Spiele ein und verbindet auch die Entführung damit - aus journalistischer, in diesem Falle sehr persönlicher Sicht. Ja, so hätte es sein können! Mattern behandelt das Thema zwar nicht diskret - was auch nicht passend wäre - so doch achtsam und respektvoll in diesen Tagen anderer terroristischer Bedrohungen. Eher still, doch gerade dadurch sehr eindringlich stellt er die Ereignisse und subtilen Entwicklungen in seinem kurzen, eloquent formulierten und von Holger Fock und Sabine Müller ebenso übersetzten Roman dar. Ein kleiner großer Roman über ein wichtiges Thema, der lange nachhalten wird.Gerade ein solches Thema - eine eher unpassende Leidenschaft zu einer noch unpassenderen Zeit: das hätte leicht kitschig und pathetisch ausfallen können. Mattern hingegen versteht es, die Empfindungen und auch Unsicherheiten seines Protagonisten einfühlsam zu transportieren, so dass es zu dem wird, was es ist: einem eindringlichen, hochwertigen, wichtigen Roman, zu einer kleinen Kostbarkeit.

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  • Jean Mattern - September

    September
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    01. April 2016 um 06:11

    Es sollten heitere Spiele werden, die die Schande von 1936 vergessen machen. Auch der BBC Korrespondent Sebastian reist nach München, um 1972 über die Olympischen Spiele zu berichten. Mit seinen guten Deutschkenntnissen ist er prädestiniert, das neue Deutschland vorzustellen. Schon bei der Akkreditierung fällt ihm ein amerikanischer Kollege auf, der zufälligerweise im Zimmer gegenüber wohnt. Sam arbeitet für eine jüdische New Yorker Zeitung und hat beste Kontakte zu dem erfolgreichsten Sportler der Spiele: Mark Spitz. Er verschafft Sebastian ein exklusives Interview, womit sich die Freundschaft der beiden Journalisten intensiviert. Doch es ist nicht nur kollegiale Zuneigung, die die beiden verbindet, sondern ein für Sebastian noch nie erlebtes Gefühl von intensiver Art zu einem Mann. Die Geiselnahme der israelischen Mannschaft jedoch, rückt plötzlich vieles in den Hintergrund. Jean Mattern nutzt den historischen Hintergrund der Münchner Spiele, um seine Geschichte um die beiden Journalisten zu erzählen. Geschickt parallelisiert er die Ereignisse mit der Entwicklung der Liebe, wenn man die kurze Episode so nennen möchte. Erzählt wird der Roman aus Sebastians Perspektive, was die Verwirrung um die Gefühle für einen Mann, die ihm völlig fremd sind, ist er doch verheiratet und hat eine Tochter, in den Vordergrund rückt und rund um die Figur Sam, der sich immer wieder auch zurückzieht, etwas Mysterisches entstehen lässt, wie es nur frisch Verliebte empfinden können. Die Spiele beginnen fröhlich, mit sportlichen Erfolgen, mit deutschen Fräuleinwundern und amerikanischen Superstars, die alle Rekorde brechen. So nähern sich die beiden über das sportliche Thema an. Die Geiselnahme droht sie zu zerreißen, führt sie aber doch weiter zusammen, bis das tragische Ende völlig unerwartet und schockierend kommt und keiner so richtig verstehen kann, was man in diesen 24 Stunden erlebt hat.Der Roman punktet für mich vor allem an zwei Stellen: die fiktive Aufarbeitung der Geschehnisse im September 1972, die die gesamte Dramatik nochmals aufleben lassen und die der Leser intensiv mitfühlen kann. Gerade auch die komplexe Situation, dass wieder Juden in Deutschland sterben wird sensibel, aber doch deutlich herausgestellt ohne eine Anklage des gesamten Volkes, aber doch mit einer klaren Zeichensetzung. Der zweite Aspekt ist die homoerotische Beziehung, ein Thema, das mich üblicherweise literarisch nicht anspricht und das ich meide. Durch den Verzicht auf explizite erotische Handlung und eine Beschränkung auf die Gefühlswelt Sebastians und kleine Gesten, die jedoch sehr viel ausdrücken, gelingt es Mattern dieses Thema überzeugend darzubieten. Man merkt, dass hier viel mehr der Mensch mit seiner Persönlichkeit attraktiv ist und weniger die körperliche Anziehung lenkt und somit auch emotional für den Leser nachvollziehbar wird.

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