Jean Rolin Boulevard Ney

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Inhaltsangabe zu „Boulevard Ney“ von Jean Rolin

Rolin hat einen Sinn für das Poetische im Alltäglichen, der ihn neben W. G. Sebald stellt. Für Monate hat sich der Journalist und Romancier Jean Rolin in den billigen Kreditkartenhotels einquartiert, die den Pariser Autobahnring Périphérique säumen. Er sondiert sein Terrain wie ein General das Gelände vor der Schlacht, steigt zu den Boulevards hinab und begegnet auf seinen Streifzügen zwischen Boulevard Ney und Périphérique den Menschen, die den nordöstlichen Stadtrand von Paris bevölkern und in diesem "Zwischenreich" zu Hause sind: Außenseiter, Clochards, Fixer, afrikanische und osteuropäische Prostituierte. Er hat dabei Bilder aus dem Leben Michel Neys im Kopf, jenes Marschalls deutscher Herkunft, dem der Boulevard seinen Namen verdankt und den Napoleon einst als den "Tapfersten der Tapferen" rühmte. Aber nicht weniger heldenhaft und tragisch sind die Geschichten von heute, die Rolin von seinen Streifzügen mitbringt - die des Rollstuhlfahrers Cerbère, der im Brückenpfeiler der Stadtautobahn haust, des Ex- Offiziers Lito, Wachmann bei McDonald's, der aus Kabilas Truppen desertierte, oder der bulgarischen Prostituierten Ginka, die, von Messerstichen zerfetzt, auf der Böschung der Rue de la Clôture liegt. Voller Empathie, mit einem Hauch von Bitterkeit, aber ohne Zynismus erzählt, fügt sich das Kaleidoskop dieser unspektakulären Lebensgeschichten zu einem Roman des Lebens.

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  • Rezension zu "Boulevard Ney" von Jean Rolin

    Boulevard Ney

    Thaila

    18. March 2011 um 10:02

    Paris - wer denkt da nicht an die Stadt der Liebe, die Stadt des Glamours und der Mode? Jean Rolin zeigt in seinen Stadtbeschreibungen" Boulevard Ney" jedoch ein ganz anderes Bild der französischen Hauptstadt. Er beschreibt die Gegend rund um den Boulevard Ney im Banlieue St.Denis, die von sozialem Wohnungsbau und Einfahrtsstraßen geprägt ist. Minutiös schildert er Plätze und Häuser und zeichnet dabei ein einzigartiges Bild urbaner Tristesse und Hoffnungslosigkeit. Sein Paris ist geprägt von Armut, Kriminalität und Prostitution. Für die meisten, die einmal in St. Denis gelandet sind, gibt es kein zurück mehr. Dies alles wird von Rolin mit einer schonungslosen Genauigkeit und nüchterner Sachlichkeit wiedergeben, die nie ins Zynische abgleitet. Die Lebensgeschichte des napoleonischen General Neys ist in seine Stadtgeschichten eingeflochten und lange habe ich mich gefragt, was diese biographischen Informationen eines Militärführers aus dem 19. Jahrhunderts in diesem Text zu suchen haben. Eine zaghafte Antwort: Rolins Blick auf die städtische Landschaft gleicht der eines Militärstrategen, der sein Terrain sorgfältig ausspäht. Mit viel Wärme berichtet Rolin jedoch von den Bewohnern des Viertels, den Obdachlosen und den Prostituierten, den Trinkern und Fixern. Und gelegentlich findet er auch inmitten der Trostlosigkeit des Vororts Bilder von berückend lyrischen Schönheit.

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