Jean Rouaud

 3.2 Sterne bei 13 Bewertungen
Autor von Die Felder der Ehre, Hadrians Villa in unserem Garten und weiteren Büchern.

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Jean RouaudDie Felder der Ehre
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Die Felder der Ehre
Die Felder der Ehre
 (4)
Erschienen am 01.01.2004
Jean RouaudHadrians Villa in unserem Garten
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Hadrians Villa in unserem Garten
Hadrians Villa in unserem Garten
 (3)
Erschienen am 01.01.1996
Jean RouaudDer Porzellanladen
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Der Porzellanladen
Der Porzellanladen
 (2)
Erschienen am 01.01.2001
Jean RouaudDer Steinzeitzirkus
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Der Steinzeitzirkus
Jean RouaudL'imitation du bonheur
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L'imitation du bonheur
Jean RouaudSchreiben heisst, jedes Wort zum Klingen bringen
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Schreiben heisst, jedes Wort zum Klingen bringen
Jean RouaudDie ungefähre Welt
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Die ungefähre Welt
Jean RouaudMeine alten Geliebten
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Meine alten Geliebten

Neue Rezensionen zu Jean Rouaud

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solveigs avatar

Rezension zu "Die Felder der Ehre" von Jean Rouaud

"Vor der langen Nacht des Vergessens ..."
solveigvor 3 Jahren

 

 

… will der Schriftsteller Jean Rouaud die Mitglieder seiner Familie bewahren. In  liebevoll detaillierten Erzählungen lässt er Menschen, die er selbst kannte und auch solche, die er nicht mehr kennengelernt hat, weil sie zu früh gestorben sind, wieder auferstehen. Er entwirft ein ausdrucksstarkes Bild seiner Ahnen  -  besser als ein Foto es könnte; denn Rouaud haucht ihnen Leben ein, indem er sie in verschiedenen Episoden ihres Lebens darstellt .

So erhalten die Toten wieder Gestalt. Melancholisch, dennoch mit leisem Humor, manchmal gar ironisch beschreibt der Autor die einzelnen Charaktere, und stets spürt der Leser Rouauds Wärme und Liebe für seine Familienmitglieder.

Gemeinsam mit den Brüdern  Joseph und Emile, den Onkeln, die Rouaud nur aus Erzählungen kannte, durchlebt der Leser intensiv die Grauen des ersten Weltkrieges und seine Folgen. Sachlich, aber dennoch berührt und eindringlich beschreibt Rouaud die Schrecken des Krieges und das Leid der Bevölkerung.

„Die Felder der Ehre“ beschränken sich für Rouaud allerdings nicht auf den Kriegsschauplatz, wobei er den Gedanken aufwirft, ob ein Krieg überhaupt ein Feld ist, auf dem Ehre erlangt werden kann. Andere „Felder“ sind da sicher sinnvoller: so widmet die kleine Tante Marie, deren  Lebensweg er melancholisch und amüsiert zugleich verfolgt, ihr ganzes Leben dem Unterrichten und der Bildung von Schulkindern.

Auf faszinierende Weise versteht er es, seinen Leser mit dem Leben der einfachen Leute in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vertraut zu machen. Ab den Fünfziger Jahren werden Rouauds Schilderungen skizzenhafter; hier taucht er in den Kosmos des Kindes Jean Rouaud und dessen eigene Erinnerungen.

Einmal durch die Augen des genau beobachtenden Kindes, ein andermal distanziert und philosophisch  -  so fängt Rouaud Atmosphäre und Stimmungen ein und hält sie für die Nachwelt fest..

Ein liebevolles Andenken an die eigenen Vorfahren bewahrt,  kann ich mir kaum vorstellen!

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S

Rezension zu "L'imitation du bonheur" von Jean Rouaud

Für den Aufwand zu banal
sKnaerzlevor 5 Jahren

Zur Handlung: Die Ehefrau eines Seidenfabrikanten in den Cevennen reist 1871 von Paris zurück in ihre Heimat. Auf dem letzten Teil der Strecke trifft sie auf Octave Keller, einen der Aufständischen der Pariser Commune, der schon vor dem Erschießungskommando stand und mit viel Glück überlebte. Trotz der Indignation ihrer Mitreisenden kümmert sich Constance um Octave und für einige wenige Tage fliehen die beiden als glückliches Liebespaar durch die Cevennen. Rouaud behauptet, dies sei die schönste Liebesgeschichte der Welt. Angeblich ist das eine wahre Geschichte, der Autor weist andauernd auf Dokumente hin, in denen er seine Helden gefunden hat, aber wir kennen ja unsere Romanautoren, für die eine Unwahrheit noch lange keine Lüge ist.

Das ist aber nur ein Teil des Romans. Eigentlich möchte Rouaud gleichzeitig eine Theorie des Romans liefern. Dazu wählt er zunächst eine ungewöhnliche Erzählperspektive: der auktoriale Erzähler erzählt Constance ihre eigene Geschichte, schließlich kennt er die Gedanken aller Personen, Constance nur ihre eigenen.

Dann schiebt er immer wieder mitten im Satz theoretische Überlegungen ein, die den armen Leser aus der Handlung katapultieren. Schön ist es allerdings, wenn er sich über die realistische-naturalistische Erzählweise Zolas lustig macht. (Meine Lieblingsstelle, wie Zola im Laborkittel Prousts Madeleine untersucht und mit wissenschaftlicher Sicherheit feststellt, dass dort die Kindheit in Cambray nicht enthalten ist.)

Auf Zola bezieht sich Rouaud, weil der ebenfalls über die Pariser Commune schrieb und weil der auf die Herausforderung des realistischen Romans durch den Film mit der Verwissenschaftlichung der Literatur reagierte. Rouaud hält das für ein falsches Verfahren, er bekennt sich mit seinem Vorbild Proust zur Subjektivität des Autors.

Leider bricht die arme kleine Liebesgeschichte unter solchen Überlegungen völlig zusammen. Sie geht zwischen den Reflexionen und Exempeln des Autors einfach unter.


Gepackt wird der Leser allerdings, wenn Rouaud die Brutalität schildert, mit der die Pariser Bürger sich an den Communarden rächen.

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boekvinks avatar

Rezension zu "Der Steinzeitzirkus" von Jean Rouaud

Rezension zu "Der Steinzeitzirkus" von Jean Rouaud
boekvinkvor 9 Jahren

Inspiriert von den Hölenmalereien von Lascaux, Rouffignac, Niaux, Pech-Merle, Altamira und den Roc-aux-sorciers schrieb Rouaud diese heitere Geschichte über den Steinzeitmenschen und gibt (augenzwinkernd) eine (etwas andere) mögliche Erklärung, warum die Menschen vor 25.000 Jahren begonnen haben könnten, Felswände mit diesen Szenen aus ihrem Leben zu schmücken.
Die vielen Fotos in diesem Buch von Zeichnungen und Felsenritzungen der frühen Menschen sind schon beeindruckend, Rouaud schreibt dazu: "Unsere Sapiens sapiens also, die wir uns als ungeschlachte, eben erst von den Affen abstammende Rohlinge vorstellten, die wir in Tierfelle steckten und ihnen ein Brett vor den Kopf nagelten, sie wußten ebensogut Bescheid wir wir über das in uns schlummernde Edlere..." Seinen sarkastisch-humorvollen Schreibstil finde ich köstlich.

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