Jean Rouaud L'imitation du bonheur

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Inhaltsangabe zu „L'imitation du bonheur“ von Jean Rouaud

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    L'imitation du bonheur
    sKnaerzle

    sKnaerzle

    26. January 2014 um 12:18

    Zur Handlung: Die Ehefrau eines Seidenfabrikanten in den Cevennen reist 1871 von Paris zurück in ihre Heimat. Auf dem letzten Teil der Strecke trifft sie auf Octave Keller, einen der Aufständischen der Pariser Commune, der schon vor dem Erschießungskommando stand und mit viel Glück überlebte. Trotz der Indignation ihrer Mitreisenden kümmert sich Constance um Octave und für einige wenige Tage fliehen die beiden als glückliches Liebespaar durch die Cevennen. Rouaud behauptet, dies sei die schönste Liebesgeschichte der Welt. Angeblich ist das eine wahre Geschichte, der Autor weist andauernd auf Dokumente hin, in denen er seine Helden gefunden hat, aber wir kennen ja unsere Romanautoren, für die eine Unwahrheit noch lange keine Lüge ist. Das ist aber nur ein Teil des Romans. Eigentlich möchte Rouaud gleichzeitig eine Theorie des Romans liefern. Dazu wählt er zunächst eine ungewöhnliche Erzählperspektive: der auktoriale Erzähler erzählt Constance ihre eigene Geschichte, schließlich kennt er die Gedanken aller Personen, Constance nur ihre eigenen. Dann schiebt er immer wieder mitten im Satz theoretische Überlegungen ein, die den armen Leser aus der Handlung katapultieren. Schön ist es allerdings, wenn er sich über die realistische-naturalistische Erzählweise Zolas lustig macht. (Meine Lieblingsstelle, wie Zola im Laborkittel Prousts Madeleine untersucht und mit wissenschaftlicher Sicherheit feststellt, dass dort die Kindheit in Cambray nicht enthalten ist.) Auf Zola bezieht sich Rouaud, weil der ebenfalls über die Pariser Commune schrieb und weil der auf die Herausforderung des realistischen Romans durch den Film mit der Verwissenschaftlichung der Literatur reagierte. Rouaud hält das für ein falsches Verfahren, er bekennt sich mit seinem Vorbild Proust zur Subjektivität des Autors. Leider bricht die arme kleine Liebesgeschichte unter solchen Überlegungen völlig zusammen. Sie geht zwischen den Reflexionen und Exempeln des Autors einfach unter. Gepackt wird der Leser allerdings, wenn Rouaud die Brutalität schildert, mit der die Pariser Bürger sich an den Communarden rächen.

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