Jean Wiersch Havelgift

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Inhaltsangabe zu „Havelgift“ von Jean Wiersch

»Wie mir dett freuen tut, Herr Kommissar. Ham wa uns schon jedacht, datt Sie nich weit weg sein könn, wenn eene Leiche irjendwo inne Stadt herumliecht, wa.«
So wird Jo Barrus von seinem Lieblingsclochard Willi begrüßt. Nur ist er nicht mehr im Dienst der Polizei und hat sich als Detektiv in der Stadt Brandenburg niedergelassen. Die Leiche, die Willi in den Ruinen des Pauliklosters gefunden hat, interessiert Barrus trotzdem. Es ist die eines jungen Mannes, Geliebter einer viel älteren Frau. Die hatte Barrus den Auftrag erteilt, ihren Liebhaber zu suchen. Nun steht fest: Er ist Opfer eines tödlichen Giftes geworden.
Der Kriminalist in Barrus ist geweckt. Mit Unterstützung der »illustren Sonntagsrunde« kommt er einem Medikamentenskandal auf die Spur. Sie führt in die Zeit vor der Wende. Einer der beteiligten Ärzte spielt ein falsches Spiel mit einem gefährlich hohen Einsatz …

Brandenburg - Krimi, der sehr atmosphärisch den Umbruch der Nachwendezeit beschreibt.

— Bibliomarie

Spannender Krimi mit interessanten Charakteren, teilweise aber etwas zu überfrachtet

— ech

Ein gelungener Krimi mit einem sympathischen Detektiv

— nellsche

Sympathischer Protagonist ermittelt im schönen Brandenburg

— Frau-Aragorn

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  • Keine Idylle an der Havel

    Havelgift

    Bibliomarie

    10. July 2017 um 12:58

    Brandenburg, einige Jahre nach der Wende: Jo Barrus hat seinen Beruf als Kriminalkommissar an den Nagel gehängt und arbeitet als Privatdetektiv. Eigentlich mehr schlecht als recht. Würde ihn nicht seine gute Freundin Hildi und seine Nichte unterstützen, käme er kaum über die Runden. Da bekommt der einen Auftrag von einer ehemaligen Schulkameradin Eva Mahler, die als Ärztin in einer Klinik Karriere gemacht hat. Ein junger Krankenpfleger ist verschwunden, er war ihr Lover und sie scheut natürlich den Gang zur Polizei. Barrus kommt zu spät. Der junge Mann ist vergiftet worden, mit einem Gift, an dem auch Eva Mahlers Klinik forscht.Ein spannender Krimi, der mich besonders fasziniert hat, weil seine Handlung Mitte der 90iger Jahre spielt. Die Wende ist noch nicht so lange her, es gibt jede Menge gebrochene Biografien – Jo Barrus selbst ist ein Beispiel dafür – die blühenden Landschaften sind noch ausgeblieben. Barrus Ermittlungen führen ihm allzu deutlich vor Augen, dass noch viele Abrechnungen offen sind. Auch er kommt in den Focus des Mörders.Der Autor legt ein hohes Tempo vor, die Ereignisse überschlagen sich fast und es gibt kaum eine Seite in der die Spannung nachlässt, was an den Perspektivwechseln – auch der Mörder kommt zu Wort – und Nebensträngen liegt. Barrus und seine widerborstige Nichte Berit finde ich besonders gelungen dargestellt. Figuren, die das Leben schon gezeichnet hat und die gerade deshalb so glaubwürdig und sympathisch sind.      

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  • Spannender Krimi mit interessanten Charakteren, teilweise aber etwas zu überfrachtet

    Havelgift

    ech

    07. July 2017 um 15:05

    Nach seinem Ausscheiden aus dem Polizeidienst schlägt sich Jo Barrus mehr schlecht als recht als Privatdetektiv in seiner Heimatstadt Brandenburg durch. Auf die Unterstützung seiner Nichte Berit, seiner guten Freundin Hildi und der Sonntagsrunde, die sich regelmäßig in Hildis Weinhandlung Belmondo trifft, kann er sich dabei aber stets verlassen. Und diese Unterstützung hat er auch bitter nötig, als sich Jo im Auftrag seiner alten Schulfreundin Eva Mahler auf die Suche nach deren Liebhaber Markus Weiß begibt und dabei in ein Wespennest sticht.  Havelgift ist nach Havelbande der zweite Fall mit Jo Barrus und seinen Weggefährten, den man aber auch ohne Vorkenntnisse problemlos lesen und verstehen kann, da die erforderlichen Informationen zur Vorgeschichte gut in die laufende Handlung eingebunden werden, ohne dabei den Lesefluß zu stören. Der Schreibstil mit dem etwas melancholischen Unterton war am Anfang ein wenig gewöhnungsbedürftig, passt aber sehr gut zu den Protagonisten der Geschichte. Nach ein paar Seiten war ich dann auch voll drin im Geschehen, das Buch konnte mich nun mit jeder Seite immer tiefer in seinen Bann ziehen.Besonders positiv ist hier die Charakterisierung der einzelnen Haupt- und Nebenfiguren hervorzuheben, die durchgehend äußerst gelungen ausgefallen ist. Einziger Kritikpunkt ist, das der Autor hier etwas zu viele Themen bzw. Handlungsstränge in knapp über 200 Seiten Buch packt und so am Ende zwangsläufig einiges etwas zu schnell abgehandelt werden muss. Hier wäre ein bischen weniger vielleicht doch mehr gewesen. Insgesamt konnte mich das Buch dann aber doch überzeugen und vor allem bestens unterhalten.

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  • Buchverlosung zu "Inspektor Takeda und der leise Tod" von Henrik Siebold

    Inspektor Takeda und der leise Tod

    aufbauverlag

    Der Tote aus der HafenCityKenjiro Takeda, eigentlich Inspektor der Mordkommission in Tokio, fremdelt immer noch ein wenig – mit dem Wetter in Hamburg und den deutschen Umgangsformen. Seine Kollegin Claudia Harms teilt keineswegs seine Vorliebe für Jazz und Teezeremonien, aber beide sind hervorragende Ermittler. Als ein gefeierter Star der Internetszene tot aufgefunden wird, sind sie besonders gefordert: Markus Sassnitz wurde nicht nur überfahren, sondern auch noch erstickt. Er hatte offenbar viele Feinde, doch ein Person gerät sofort ins Visier der Fahndung: seine Ehefrau. Sie allerdings übt auf Takeda eine besondere Faszination aus. Ein japanischer Ermittler – er liebt amerikanischen Jazz, europäische Frauen und arbeitet mit ganz eigenen MethodenZur Leseprobe Über Henrik Siebold  Ein japanischer Ermittler – er liebt amerikanischen Jazz, europäische Frauen und arbeitet mit ganz eigenen MethodenHenrik Siebold ist Journalist und Buchautor. Er hat unter anderem für eine japanische Tageszeitung gearbeitet sowie mehrere Jahre in Tokio gelebt. Unter einem Pseudonym hat er mehrere Romane veröffentlicht. Bisher erschien als Aufbau Taschenbuch: „Inspektor Takeda und die Toten von Altona“  Jetzt bewerben! Bewerbt euch bitte mit Klick auf den "Bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage: Welches Buch habt ihr zuletzt gelesen?Viele Grüßeeuer Team vom Aufbau Verlag* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Buchverlosung schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.** Bitte beachtet, dass es sich hier um eine Buchverlosung handelt und nicht um eine Leserunde. Ihr könnt natürlich trotzdem gerne hier über das Buch diskutieren, aber eine Moderation wird es nicht geben

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    • 218
  • Leserunde zu "Havelgift" von Jean Wiersch

    Havelgift

    Prolibris_Verlag

    Liebe Krimifreundinnen und -freunde,wir suchen für die aktuelle Leserunde mutige Leserinnen und Leser, die gemeinsam mit dem Privatdetektiv Jo Barrus einen kniffligen Fall lösen wollen.Das Buch»Wie mir dett freuen tut, Herr Kommissar. Ham wa uns schon jedacht, datt Sie nich weit weg sein könn, wenn eene Leiche irjendwo inne Stadt herumliecht, wa.«So wird Jo Barrus von seinem Lieblingsclochard Willi begrüßt. Nur ist er nicht mehr im Dienst der Polizei, sondern hat sich als Detektiv in der Stadt Brandenburg niedergelassen. Die Leiche, die Willi in den Ruinen des Pauliklosters gefunden hat, interessiert Barrus trotzdem. Es ist die eines jungen Mannes, Geliebter einer viel älteren Frau. Die hatte Barrus den Auftrag erteilt, ihren Liebhaber zu suchen. Nun steht fest: Er ist Opfer eines tödlichen Giftes geworden. Der Kriminalist in Barrus ist geweckt. Mit Unterstützung der »illustren Sonntagsrunde« kommt er einem Medikamentenskandal auf die Spur. Sie führt in die Zeit vor der Wende. Einer der beteiligten Ärzte spielt ein falsches Spiel mit einem gefährlich hohen Einsatz … LeseprobeDer AutorJean Wiersch, Jahrgang 1963, gehört seit 1994 der Polizei des Landes Brandenburg an. Er lebt mit seiner Frau inmitten der Mark Brandenburg, am Ufer des wunderschönen Beetzsees. In der wasser- und waldreichen Region westlich von Berlin spielen auch seine bislang sechs Kriminalromane, die bereits im Titel einen deutlichen Bezug zu seiner Heimat tragen, der Havel: Havelwasser, Havelsymphonie, Haveljagd, Havelgeister, Havelbande und zuletzt Havelgift.Die LeserundeWas denkt ihr, wenn ihr euch das Motiv des Covers anseht?Verratet uns eure Gedanken bis einschließlich 15. Juni 2017 und gewinnt mit etwas Glück eines von zehn Exemplaren des neuen Brandenburg-Krimis.**Bitte beachtet, dass ihr euch im Gewinnfall zur aktiven und zeitnahen Teilnahme an der Leserunde in allen Leseabschnitten, sowie zum Schreiben einer Rezension zu "Havelgift" verpflichtet.

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    • 170
  • Die Augen der Medusa

    Havelgift

    Maddinliest

    05. July 2017 um 15:08

    Jo Barrus hat mittlerweile den Polizeidienst quittiert und bestreitet mehr schlecht als recht seinen Lebensunterhalt mit einer Detektei. Ganz unverhofft erhält er einen neuen Auftrag, eine ehemalige Mitschülerin von ihm bittet ihn, nach ihrem Geliebten zu suchen, der seit einigen Tagen verschwunden ist. Durchaus erfreut die alte Bekannte wiedergetroffen zu haben, begibt sich Jo Barrus auf die Suche. Nach kurzer Zeit wird ein junger Mann tot aufgefunden, der sich als der Gesuchte erweist. Er wurde mit einem seltenen Gift getötet, an welchem die Klinik forscht, an der der Tote gearbeitet hat. Jo nimmt die Fährte auf und stößt auf einen Medikamentenskandal und eine rätselhafte und grausame Vergangenheit... "Havelgift" ist nach "Havelbande" der zweite Kriminalroman um den durchaus sympathischen und eigenwilligen Ermittler Jo Barrus. Der erste Band hatte mir gut gefallen, so dass ich mit einer hohen Erwartungs-haltung in das Buch gestartet bin, welche auch nicht enttäuscht wurde. Der Autor Jean Wiersch erzählt die Geschichte in seinem pointierten und lebendigen Schreibstil, der mich als Leser fesseln konnte. Frei nach dem Motto "in der Kürze liegt die Würze" umfasst "Havelgift" lediglich 210 Seiten, aber ich hatte niemals den Eindruck, dass etwas unerwähnt oder nicht genügend ausgeschmückt wurde. Ganz im Gegenteil mit den vielen kurzen Kapiteln und den damit meist einhergehenden Perspektivwechseln weist das Buch ein hohes Tempo auf und erschien mir als gut durchdachte und schlüssige Geschichte. Der Spannungs-bogen wird gleich zu Beginn im Prolog aufgebaut und über die gesamte Länge des Buches aufrecht gehalten, um dann in einem fulminanten Finale zu enden. Die Charaktere der Hauptprotagonisten Jo Barrus, seine Nichte Berit und sein Gehilfe Imre sind äußerst interessant gezeichnet und es macht Spaß, Ihnen bei den Ermittlungen über die Schulter zu schauen. Aber auch Personen, wie die drei Obdachlosen, die nur am Rand erscheinen können beispielsweise mit ihrem Dialekt überzeugen und lockern die Geschichte zusätzlich auf. Insgesamt ein überzeugender Kriminalroman, der mir einige spannende Stunden beschert hat und den ich sehr gerne weiterempfehle. Es bleibt zu hoffen, dass dieses unterhaltsame und auch spannende Ermittlerteam noch einige Einsätze bekommt. Ich bewerte "Havelgift" mit fünf von fünf Sternen!!! 

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  • Havelgift

    Havelgift

    nellsche

    05. July 2017 um 13:23

    Jo Barrus, der sich nach seiner Pensionierung bei der Polizei als Detektiv selbstständig gemacht hat, bekommt von einer Frau den Auftrag, ihren Geliebten zu finden, der spurlos verschwunden ist. Tatsächlich wird der Mann auch gefunden – allerdings tot. Er ist Opfer eines tödlichen Giftes geworden. Bei seinen Nachforschungen kommt Jo einem Medikamentenskandal auf die Spur, dessen Ursprünge bereits weit zurückliegen. Dieser Krimi hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil war leicht verständlich und flüssig, so dass ich sofort gut in die Geschichte rein fand und dem Verlauf bestens folgen konnte. Dies war mein erstes Buch dieser inzwischen sechsteiligen Reihe und ich hatte nie das Gefühl, als wenn mir ein bestimmtes Vorwissen fehlt bzw. dass ich ein solches haben müsste. Dieser Teil ist also auch ohne jegliche Vorkenntnisse prima lesbar.Schon der Prolog, der im Jahr 1951 spielte, brachte ordentlich Spannung. Man erlebt mit, wie zwei Kinder etwas in einer Scheune beobachten, das nicht für ihre Augen bestimmt war. Ich war augenblicklich neugierig, was dieser Prolog für das heutige Geschehen bedeuten mag.Jo Barrus war mir sofort sehr sympathisch, auch wenn er gerade ein wenig durchhing. Doch der neue Fall weckte sein Interesse, zumal er die Auftraggeberin kannte, denn er ist mit ihr zusammen zur Schule gegangen. Seine Gedanken und Ermittlungsschritte konnte ich gut nachvollziehen. Gut gefiel mir die „illustren Sonntagsrunde“, mit deren Unterstützung sich Jo an den Fall machte.Die verschiedenen Personen wurden bildhaft beschrieben. Durch z.B. Akzente wurden sie authentisch und besonders. Hier sind mir u.a. die drei Obdachlosen in Erinnerung geblieben, mit denen Jo Kontakt hatte. Die wurden super dargestellt und ich mochte sie sofort.Die Geschichte empfand ich als sehr dicht und nicht durchschaubar. Es wurden Personen präsentiert, die mir teils suspekt waren und somit für mich als Täter in Frage kamen. Ich war also durchgängig am Rätseln, wer der Täter ist, welches Motiv er haben könnte und wie der Prolog dazugehört. Ein wirklich gelungener Krimi, dem ich sehr gerne 5 von 5 Sternen gebe.

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  • auf den Spuren der Medusa

    Havelgift

    Antek

    01. July 2017 um 18:17

    Dies ist bereits der sechste Brandenburg Krimi des Autors, für mich war es der erste und wird mit Sicherheit nicht der letzte bleiben. Es geht mit einem erschütternden Prolog aus dem Jahr 1951 los, welche Grausamkeiten müssen hier zwei „Kindlein“ von einem Heuboden herab beobachten? Dann wechselt die Geschichte ins Jahr 1996. Jo Barrus, pensionierter Kriminalist, hat den Arbeitgeber gewechselt und arbeitet, „jetzt beim römischen Gott der animalischen Befruchtung und des Weins, wobei mein Tätigkeitsschwerpunkt weiter beim Wein liegt." Als Privatermittler ohne Auftrag genießt er daher schon vormittags um elf den vierten Grauburgunder, als Eva, ehemalige Schulkollegin und Ärztin an der berüchtigten Imhotep Klinik, mit seiner Visitenkarte Hildis Eck betritt. Er soll für sie nach ihrem verschwundenen Liebhaber, einem jungen Pfleger der Klinik, suchen. Wenig später hat seine Detektei auch dessen Frau mit der gleichen Bitte als Klientin. Als fest steht, dass der Pfleger Opfer eines tödlichen Giftes geworden ist, mit welchem die Klinik ebenfalls forscht, ist der Kriminalist in Barrus geweckt. Dabei stößt er auf Medikamentenskandale nicht nur aus der Zeit vor der Wende, die bis in das Gesundheitsministerium führen und auch seine eigene Familie betreffen. Wird er mit Unterstützung seiner »illustren Sonntagsrunde« alle Rätsel lösen und die Verbrecher überführen können? Als Leser darf man Barrus bei seinen Ermittlungen begleiten, aber auch Berit, seine Nichte, die hauptsächlich mit Imre aus der Sonntagsrunde gemeinsame Sache macht. Die Ermittlungen sind spannend, stellenweise auch richtig gefährlich und mehr als rasant. Langeweile kommt hier durch unzählige Verstrickungen und neue Entwicklungen sicher nicht auf. Zusätzlichen Gänsehautfaktor verschafft die Perspektive der „Kindlein“ von Prolog, haben sich die beiden mit ihrer seltsamen Kürbissuppe und der Brechstange zu furchtbaren Mördern entwickelt? An Leichen mangelt es ebenfalls nicht und allzu zart darf man vielleicht nicht besaitet sein, ein irrer Massenmörder kreuzt nämlich auch noch den Ermittlungsweg. Der spritzig, rasante Sprachstil macht das Lesen zum Vergnügen, die Seiten sind regelrecht dahin geflogen und der Krimi war mehr als schnell verschlungen. Man darf unheimlich viel schmunzeln. Sei es bei Dialogen zwischen Feller, seinem ehemaligen Kollegen und Barrus, der ihm nicht nur einmal mit Worten wie, es ist eine "Auftraggeberin, und dieser Fakt ist, vereint mit der Tatsache, dass sehr viel Geld im Spiel ist, was dich in einen brünftigen Moschusochsen verwandelt!“ oder auch Jos „Ja die rosa Giraffe und das grüne Einhorn“, auf die Frage eines Polizisten, ob er schon wisse, was fehlt, als die beiden das erste Mal einen Wohnungseinbruch besichtigen. Spritzig, spaßige Gedanken wie „sich Lesen und Willi seit jeher wie zwei gleichnamige Pole abstoßen.“ oder "vom Kleinkriminellen zur Ratte aufgestiegen, obwohl Barrus klar war, dass er mit dem Vergleich dem Nager gewaltig Unrecht tat." sind nur zwei weitere Beispiele, die mir mehr als gut gefallen haben. Etwas Probleme hatte ich allerdings mit der für mein schlechtes Namensgedächtnis doch relativ großen Anzahl an Charakteren und Verdächtigen. Hier wäre ich ohne meinen Notizzettel, bei dem Versuch den Überblick zu behalten, um auch wirklich mit ermitteln und Vermutungen anstellen zu können, wohl ins Schleudern geraten. Mit meiner Hilfe hatte ich aber perfektes Rätselraten von Anfang bis Ende. Wobei die Mitspieler wirklich toll gezeichnet sind. Jo Barrus mit seinem Panamahut und seinem weißen Leinenanzug hat mich eigentlich von Anfang an für sich eingenommen. Ganz seiner Meinung bin ich bezüglich Fitnessstudios, denn „Er konnte nicht verstehen, dass Menschen bereit waren Geld in diese neuen Zivilisationstempel zu tragen, nur um ihre Körper zu quälen.“ Sehr gut hat mir auch seine Nichte Berit gefallen, die mit ihrer kriminellen Vergangenheit und dem Wissen daraus nicht nur die Ermittlungen erleichtert, sondern auch mit ihrer sympathischen Art überzeugen kann, ebenso wie Hildi, deren Verkaufsräume auch als Detektei dienen. Von der illustren Sonntagsrunde hat mir vor allem Imre, der Israeli mit ungarischen Wurzeln, besonders gut gefallen. Er durchschaut seine Gegenüber mehr als genau, so kann von ihm schon einmal kommen, "Du erzählst mir nicht von diese Vögel um mich zu machen zu Umweltaktivist. Du brauchst Krähen als Metapher, um anzukündigen etwas Listiges". Berührt haben mich auch die drei Obdachlosen, Kalle, der Abt, sowie Hubert und Willi, die in der alten Klosterruinie ihr Dach über dem Kopf gefunden haben. Sie haben nicht nur durch ihren Dialekt die Geschichte wirklich bereichert. Alles in allem hat mich der Autor mit seinem spritzig, rasanten Brandenburg Krimi, der auch durch Regionalkolorit punkten kann, wirklich gekonnt unterhalten und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Fall für Jo Barrus und seine Helfer.

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  • Regional-Krimi aus Brandenburg

    Havelgift

    Bluely

    01. July 2017 um 12:03

    Jo Barrus, pensionierter Kriminalist, der jetzt als Privatermittler tätig ist, kann sich in der Nachwendezeit gerade so über Wasser halten. Unverhofft wird er von einer ehemaligen Mitschülerin beauftragt, deren verschwundenen Liebhaber zu suchen. Dabei stößt er auf einen Medikamentenskandal, der bis in das Gesundheitsministerium führt und auch seine eigene Familie betrifft. Jean Wiersch hat mit "Havelgift" einen weiteren Brandenburg-Krimi um seinen Ermittler Jo Barrus vorgelegt, der bereits in "Havelbande" ermittelte. Mit dabei sind auch wieder seine Nichte Berit sowie die Sonntagsrunde und ein Obdachlosentrio. Letzteres hat leider nur einen kleinen Part in diesem durchweg spannenden Buch. Der Fall ist logisch aufgebaut, wenn auch manchmal ein paar Zufälle weiterhelfen Nicht nur Brandenburgern, die viel wiedererkennen werden, kann ich den Krimi wärmstens empfehlen. Auch Krimileser aus anderen Regionen werden mit dem Buch unterhaltsame und spannende Stunden verbringen. Ich jedenfalls freue mich jetzt schon auf einen neuen Fall mit Jo Barrus!

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  • Ein netter Roman für einen ruhigen Abend

    Havelgift

    Frau-Aragorn

    29. June 2017 um 18:04

    Ich lernte den Roman im Rahmen einer Leserunde kennen. Vielen Dank für das Exemplar.  Der Protagonist Jo Barrus ist ein ehemaliger Polizist,  der sich nun als privater Ermittler in seiner Heimat Brandenburg versucht.  Sowohl Barrus selbst,  als auch die Personen seines Umfeldes sind sympathisch,  authentisch und mit liebevollen Einzelheiten gekennzeichnet. Der Schreibstil ist gut verständlich und von einem teilweise sehr schönen Lokalkolorit gehalten,  was ein schönes Detail ist. Der Spannungsaufbau ist gut und der Handlungsstrang nachvollziehbar und stringent. Fazit: ein schönes Buch für einen verregneten Nachmittag, das ,ich jetzt nicht zu literarischen Höhenflügen veranlasst, aber welches ich durchaus weiterempfehlen kann 

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