Jean Ziegler Ändere die Welt!

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Inhaltsangabe zu „Ändere die Welt!“ von Jean Ziegler

»Ändere die Welt – sie braucht es«, fordert Bertolt Brecht. Heute besitzen 50 Einzelpersonen so viel wie die abgehängte Hälfte der Menschheit. Wollen wir in einer solchen Welt wirklich leben und die kannibalische Weltordnung weiterhin ertragen, in der die Oligarchen des globalisierten Finanzkapitals über Hunderte von Millionen im Elend lebender Menschen herrschen? Oder nicht doch besser eine planetarische Zivilgesellschaft erkämpfen, in der die Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht der Völker gewahrt und Gerechtigkeit und Solidarität mit den Schwächsten geübt werden? Jean Ziegler liefert die intellektuellen Waffen für diesen Kampf.

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    Ändere die Welt!
    katze102

    katze102

    20. March 2016 um 13:22

    Jean Ziegler, Soziologe, emiritierter Professor der Universität Genf, ehemaliger Abgeordneter im Eidgenössischen Parlament und noch so vieles mehr, schildert aus seinen Erkenntnissen und Erlebnissen der letzten Jahrzehnte und Lehrmeinungen / Theorien vieler Jahrhunderte. Beleuchtet werden viele Aspekte, z.B. der Tauschwert des eigenen Lebens oder der Arbeitskraft, die Entäußerung aller sozialer und individueller Freiheiten, beschleunigte Akkumulation und die kontinuierliche Profitmaximierung u.v.m. in den Kapiteln „ Was nützt ein Intellektueller?“, „Die Ungleichheit zwischen den Menschen“, „Die Irrwege der Ideologien“, „Wissenschaft und Ideologie“, „Die Ketten in unseren Köpfen“, „Der Staat“, „Die Nation“, „Wie entsteht und entwickelt sich die Gesellschaft?“, „Die Völker des Schweigens“, „Die Bruderschaft der Nacht“ und zum Schluß „Auf welcher Seite stehst Du?“.Ich halte es für nahezu unmöglich, den Inhalt des Buches zusammenzufassen, denn die Informationen darin finde ich äußerst komprimiert; es häufen sich sehr viele Zitate und Schlagwörter. Streckenweise fand ich es sehr anstrengend, konzentriert zu lesen, denn diese Fülle hat mich schon etwas „erschlagen“ und außerdem habe ich manchmal den roten Faden verloren. Im Gegensatz zu seinen früheren Büchern enthält dieses relativ viele philosophisch-theoretische Elemente; obwohl es sehr interessant zu lesen war, fand ich einen Aspekt zu schwach ausgeleuchtet: Es ist schön zu wissen, warum wir die kannibalische Weltordnung stürzen müssen, aber sehr ich hätte mir Konkreteres gewünscht, wie ich denn die Welt verändern kann.

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  • alles ändern

    Ändere die Welt!
    dominona

    dominona

    19. October 2015 um 19:48

    Wir müssen unser Zusammenleben gründlich überdenken, und um das wissenschaftlich zu untermauern, geht der Autor auf Theorien zu den Themen Nation, Gesellschaft, Rassismus, Kapitalismus usw. ein. Er versucht darzustellen wo was schiefläuft, mit Beispielen wie den Fehlleistungen der EU von denen ich persönlich noch nie etwas gehört habe, aber wahrscheinlich will man ungern publik machen, dass in Afrika prize-dumping betrieben wird oder Organisationen gezielt Flüchtlinge auf dem Meer abschießen. Der Lebensstandard, den wir Europäer genießen geht eindeutig auf Kosten anderer und zwar sehr vieler Menschen, aber wer macht sich das schon gerne bewusst...wer anfangen will zu denken, kann gerne zu diesem Buch greifen.

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  • Aufruf

    Ändere die Welt!
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    31. March 2015 um 12:39

    Aufruf „Der Kapitalismus setzt die Warenbeziehung als universelle Beziehung durch“. Das ist einer der Kernsätze Zieglers und genau jene „Kannibalisierung der Welt“ durch das neo-liberale Verständnis des Kapitalismus, welches Ziegler als durchgehend „an der Macht“ kennzeichnet. Eine Entäußerung aller sozialer und individueller Freiheiten und Möglichkeiten, die im Lauf der letzten Jahrhunderte teuer gerade in Europa erkauft wurden und in den letzten Jahren, seit dem (auch in Zieglers Augen gerechtfertigten) Zusammenbruch des „realen Sozialismus“ als Teil eines „bipolaren Systems“ 1991 rasant voranschreitet. Während zu Zeiten der „Blöcke“ noch eine gewisse Angst und Zurückhaltung auf Seiten des enthemmten Kapitals herrschte (es bestand ja die Gefahr der Revolution zum „anderen System hin“), entfällt dieses (mangelhafte, aber vorhandene) Korrektiv seit 1991 nun. Mit weitreichenden Folgen. Die Ziegler ruhig und sachlich beschreibt. Allein schon die „Rückkehr des Hungers nach Europa“ führt hier dem Leser vor Augen, was die realen Folgen der aktuellen „Weltordnung“ sind. Eine reine Funktionalisierung des „Faktors Mensch“ auf den Faktor „Waren- Produktionszeit“, das menschliche Sein durchdekliniert im Sinne der Wirtschaft auf seinen „Tauschwert“. Bis hin zu durchgehend weiterer „Drängelei“, alles zu „privatisieren“ und damit als Gewinnmöglichkeit zu sichern, was nur denkbar ist. Die „beschleunigte Akkumulation und die kontinuierliche Profitmaximierung“ entfremdet „alles von allem und jeden von jedem“. Womit Ziegler wie nebenbei auch die Folgen für die „Besitzer der Produktionsmittel“ selbst herausstellt. Aktuell am Niedrigzins zu erkennen ist, wie ein Finanzsystem sich in dieser Hinsicht so gut wie selber zerlegt, weil die Firmen aufgrund der Rücklagen keine Kredite mehr benötigen und damit selbst „Geld“ als „reale Ware“ kaum mehr gefragt ist und nur noch der virtuellen Vermehrung eines abstrakten Profits zugeführt wird. Und der Mensch, die Menschheit, zunächst die ärmeren Teile der Welt, zunehmend aber auch die „Kernzonen“ des Wohlstandes bleiben auf der Strecke. Massenarbeitslosigkeit, die Wertlosigkeit des eigenen Lebens im Sinne eins „Tauschmittels“, zunehmend Mangel, realer Hunger, sich auflösende Sozialgemeinschaften, all das kennzeichnet Ziegler als Folge der „modernen“ Auffassung von „Leben als Gewinnstreben“ und neo-liberaler „Entgrenzung“ des Marktes. Im Sinne Adornos stellt Ziegler somit eine „Entäußerung“ des Menschen fest. „Sich freiwillig von seiner eigenen Substanz trennen“. Konstruktiv betont Ziegler auf der anderen Seite seinen Glauben an die „Kraft des Verstandes“, an die Rolle, die Universitäten, Kunst und Kultur noch spielen könnten, trotz der „Kraftlosigkeit“ von alternativen Staatsmodellen. Und wird nicht müde, nicht nur in diesem Buch, mit aufrüttelnden Worten und klugen Analysen das Ungleichgewicht der Welt mitsamt seinen selbstzerstörerischen Gefahren zu benennen. Auch wenn es kaum „einfach so“ umsetzbar erscheint, auch wenn oppositionelle Bewegungen in den letzten Jahren schnell an Kraft verlieren und auch wenn das vorherrschende gesellschaftliche Bild weltweit als „Rückkehr des Gladiators“ tatsächlich bezeichnet werden kann (der Stärkere gewinnt in der Arena des Profits, ohne Rücksicht auf Verluste und ohne an die Wechselseitigkeit von Beziehungen zwischen Menschen auch nur einen Gedenken zu verschwenden), es ist und bleibt wichtig, dass Menschen wie Ziegler nicht müde werden, den Finger in die Wunde zu legen. Ein kluges Buch, das in aller Breite die aktuelle Lage, den Niedergang des Sozialen und die Möglichkeiten der Veränderungen vor Augen führt. Und das in praktischen Beispielen am Ende aufzeigt, dass es tatsächlich ganz real noch anders geht und ginge. Sich in kleinen Schritten Sinn und Solidarität zurück zu erobern. 

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