fischer baumler

Jeanette Winterson Warum glücklich statt einfach nur normal?

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Inhaltsangabe zu „Warum glücklich statt einfach nur normal?“ von Jeanette Winterson

Mit sechs Monaten wird die Autorin Jeanette Winterson als Waisenkind zu einem kinderlosen Ehepaar in ein nordenglisches Arbeiterstädtchen gegeben. Die Adoptivmutter, eine streng gläubige Pfingstlerin, lebt in ständiger Erwartung der Apokalypse und sperrt Jeanette in den Kohlenkeller. Jeanette flüchtet sich aus der Realität, in der sie leben muss, und stürzt sich in die Lektüre von Büchern. Mit 16 verliebt sie sich in eine Frau und zieht aus. Viele Jahre später trifft sie auf ihre leibliche Mutter und fragt sich, was aus ihr selbst geworden wäre ohne all die Strenge und Freudlosigkeit der Adoptivmutter. Mit bissigem Witz und kraftvoll poetischer Sprache erzählt Winterson ihre Lebensgeschichte. Bewegend, komisch, furchtlos, wahr.

Geschenk von einer bibliophilen Freundin. Autobiografisch. Teils tolle Sätze! Schmerzvolle und sehr interessante Story.

— jelimuki

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  • das Leben kann seltsam sein

    Warum glücklich statt einfach nur normal?

    dominona

    18. June 2015 um 22:14

    Dieses Buch strotzt vor Intelligenz und Lebensnähe. Es ist ein Buch über eine Frau - die Autorin, aber irgendwie auch über alle Frauen. Voller Gefühl, Sarkasmus und Erkenntnis. Wie die Autorin selbst feststellt, ist sie schwer gestört, aber woher das kommt, sieht man erst im Gesamtbild. Etwas in mir versteht sie sehr gut, fast zu gut, und wünscht ihr in Zukunft Liebe. Sie kann sie brauchen, bei der Biographie.

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  • Das falsche Bettchen

    Warum glücklich statt einfach nur normal?

    Buecherschmaus

    15. December 2014 um 17:21

    "Wenn meine Mutter böse auf mich war, was häufig vorkam, sagte sie: "Der Teufel hat uns ans falsche Bettchen geführt." So beginnt Jeannette Wintersons autobiographischer Text "Warum glücklich statt einfach nur normal?". Dass solche, manchmal vielleicht sogar unbedacht ausgesprochenen Sätze ein Kind enorm verletzen, wiederholt ausgesprochen eine gesunde Eltern-Kind-Beziehung nahezu unmöglich machen, müsste jedem Menschen klar sein. Aber : "Kinderpsychologie war noch nicht bis Accrington vorgedrungen,..." Es sind die Sechziger Jahre in einem relativ mittellosen Arbeiterhaushalt nahe Manchester. Die Ehe der Eltern ist unglücklich. Vor allem die Mutter flüchtet sich in die Religion, wird Mitglied einer Pffingstlergemeinde, wendet sich ab von jeder Art der Lebensfreude, bereitet sich auf den Tag des Jüngsten Gerichts vor, die ewige Verdammnis ist ihr stets präsent. „Mrs. Wintersons Gott war der Gott des Alten Testaments“ Der Vater resigniert, ist völlig willensschwach. Dass dies denkbar ungünstige Vorraussetzungen für eine glückliche Kindheit sind, liegt auf der Hand. Nun kommt erschwerend dazu, dass Jeanette kein leibliches, sondern ein adoptiertes Kind ist. "Adoptierte Kinder sind Vertriebene. Für meine Mutter war das ganze Leben eine einzige große Vertreibung. Beide wollten wir nach Hause." Ein Leben lang kämpft Jeanette um die Anerkennung und Liebe ihrer Adoptivmutter, die diese umso weniger geben kann, als sich das Kind als so anders als gewünscht entwickelt, eigensinnig ist, aufsässig, freiheitliebend und schließlich, dies führt zum Auszug der Sechzehnjährigen, sich als lesbisch outet. Ein Rettungsanker ist für Jeanette Winterson die Literatur. Obwohl zuhause nur die Bibel erlaubt war, verschlingt sie die „Englische Literatur von A-Z“ der Stadtbibliothek, fängt auch selber zu schreiben an. "Ich brauchte Wörter, denn unglückliche Familien sind Verschwörungen des Schweigens." „Prosa und Gedichte sind wie Medikament. Sie heilen den Riss, den die Wirklichkeit in die Vorstellungskraft schneidet.“ Jeanette Winterson wird mit ihrem ersten Buch gleich sehr erfolgreich und überspringt in der Folge im Text 25 Jahre ihres Lebens, um bei einer Lebenskrise anzukommen. Ihre Lebenspartnerin hat sie verlassen, die Adoptiveltern sind verstorben und in ihrem Nachlass die Adoptionspapiere aufgetaucht. Die Autorin macht sich nun auf die schwierige Suche nach ihrer leiblichen Mutter. Ungeheuer schonungslos geht Jeanette Winterson in ihren Kindheitserinnerungen mit sich und ihren Eltern um.Dennoch ist eine gewisse Versöhnlichkeit und ein Verstehenwollen zu spüren. „Sie liebte mich an den Tagen, an denen sie lieben konnte. Ich glaube wirklich, mehr ging bei ihr nicht.“ „Sie war ein Monster, aber sie war meine Monster.“ Immer wieder kommt sie darauf zurück, wie wichtig ihr ein Zuhause, das Glück, die Lebensfreude sind und wie schwer ihr mitunter zwischenmenschliche Beziehungen fallen. Wie die meisten radikalen Selbstentblößungen ist der Text nicht frei von einer gewissen Geschwätzigkeit, Eitelkeit und auch Selbstgerechtigkeit. Die permanenten Selbstanalysen und -erklärungen ermüden zuweilen. Ein gewisser Humor lässt wiederum auch deprimierendste Kapitel ertragen. Aber auch der fragmentarische Stil macht das ganze nicht zu einem Lesevergnügen. Das hat die Autorin wohl selbst bemerkt: „Es gab keine direkte Verbindung. Das sehen Sie an dem, was Sie hier lesen. Ich möchte zeigen, wie es ist, wenn der Kopf mit seiner eigenen Kaputtheit arbeitet.“ Trotzdem ist das Buch eine lesenswerte und auch beeindruckende Schilderung einer schwierigen Kindheit und einer gleich dreifachen Emanzipation: vom ungeliebten Kind zur selbstbewussten Frau, zur lesbischen Liebe und zur erfolgreichen, unabhängigen Schriftstellerin.

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  • Ein Buch, bei dem eine konkrete Meinung schwerfällt

    Warum glücklich statt einfach nur normal?

    fraeuleinbuecherwald

    08. March 2014 um 14:20

    Bevor ich die Rezension schreibe, muss ich erst einmal etwas gestehen: ich hatte sehr hohe Erwartungen an das Buch. Die Hintergrundgeschichte, der Lebenslauf der Autorin, die Tatsache, dass das Buch autobiografisch ist und nicht zuletzt die zahlreichen Rezensionen, die ich gefunden habe, haben mich nur noch mehr dazu verleitet, voreingenommen an die Geschichte heranzugehen. Dass ich dem Buch nun zwiespältig gegenüberstehe, hinterlässt bei mir nun den schalen Nachgeschmack, dass es vielleicht auch nur an meinen völlig überzogenen Erwartungen gelegen haben mag und dieses Buch es mir gar nicht recht machen konnte. Allerdings: es wurde ausdrücklich betont, dass man dieses Buch auch lesen könne, ohne den Vorgänger „Orangen sind nicht die einzige Frucht“ gelesen zu haben! Dem kann ich so allerdings nicht zustimmen. Erstmal etwas zum Hintergrund. Die britische Autorin Jeanette Winterson wächst bei Pflegeeltern auf. Ihre Adoptivmutter, eine fromme Pfingstlerin, deren Alltag aus Beten und Heilig sein besteht, bietet ihr nicht gerade das, was man eine schöne Kindheit nennen kann, im Gegenteil. Sie redet dem kleinen Mädchen immer wieder ein, nicht heilig und nicht gut genug zu sein. Als Jugendliche verliebt sich Jeanette in eine Frau – ein Skandal in der Familie, der allerdings öffentlich kaum ausgelebt wird, sondern sich mehr in perfidem Psychoterror widerspiegelt. Eigentlich ist das eine wahnsinnige Geschichte für einen Roman und eine erschreckende Geschichte, weil sie wahr ist. Und der Roman ist tatsächlich eine sehr feine und reflektierte Studie der eigenen Kindheit, ohne das kleinste bisschen Bitterkeit, aber mit sehr viel Akzeptanz der Andersheit der Adoptivmutter erzählt. Ein Selbstmordversuch, ihre Unfähigkeit, Liebe zuzulassen und ihre Rettung im Lesen und Schreiben, das alles erzählt Jeanette Winterson mit so viel Abstand und emotionaler Ruhe, dass man entweder unheimlichen Respekt oder unheimliche Angst vor der Kraft dieser Frau bekommen kann. So weit, so gut. Leider hat dieses Buch eine wahnsinnig störende Komponente, die für mich die Geschichte immer wieder so weit durchbrochen hat, dass ein Lesefluss kaum zustande gekommen ist. Denn die Autorin nimmt immer wieder Bezug auf ihren ersten Roman, in dem sie ebenfalls über ihre Kindheit geschrieben hat. Dadurch hat man das Gefühl, hier nur die schlechtere Zusammenfassung dieses eigentlichen (großartigen) Romans zu lesen. Schön ist, dass sie die Reaktionen ihrer Adoptivmutter und ihrer leiblichen Mutter auf den Roman „Orangen sind nicht die einzige Frucht“ beschreibt und somit ihre erste Autobiografie in die spätere Autobiografie mit einbindet – soweit scheint mir dieses „romanübergreifende Schreiben“ auch legitim, aber ich möchte in einer fesselnden und schockierenden Geschichte, die ich gerade lese, nicht auf einmal auf ein anderes Buch verwiesen werden, in dem sie diesen oder jenen Umstand näher beschreibt. Teilweise kam es mir deswegen wirklich so vor, als wolle sie den Leser von „Warum glücklich statt einfach nur normal?“ nur davon überzeugen, dass sie in „Orangen sind nicht die einzige Frucht“ ihre wahre Autobiografie geschrieben habe und ihn unbedingt dazu treiben wollte, den anderen Roman ebenfalls zu lesen. Natürlich sind das Buch und die Geschichte der Autorin damit nicht weniger bewegen und wie gesagt – vielleicht bin ich selber Schuld, dass ich den anderen Roman (noch) nicht gelesen habe. Aber das kam mir doch eher vor wie eine Vermarktungsstrategie, nicht wie ein eigenständiger Roman. Und was soll ich sagen – es hat auch bei mir gewirkt. Das, was sie in dem Roman über sich selbst erzählt, ist geradezu unglaublich, auch wenn ich den Aufbau des Buches kritisiere und ihn als problematisch empfinde. Trotzdem: diese Frau hat etwas zu erzähle und somit steht „Orangen sind nicht die einzige Frucht“ bereits sehr weit oben auf meiner Wunschliste. – Irgendwie widersprüchlich, ich weiß.

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  • Leserunde zu "Frauen und Bücher" von Stefan Bollmann

    Frauen und Bücher

    DieBuchkolumnistin

    Frauen und Bücher - eine Leidenschaft mit Folgen Wussten Sie, dass Marilyn Monroe eine passionierte Leserin war und eines ihrer Lieblingsbücher der »Ulysses« von James Joyce? Dass der Studienabbrecher Friedrich Gottlieb Klopstock 1750 die Dichterlesung erfand, als er einer Schar junger Frauen seine Oden vortrug und dafür Küsse kassierte? Dass Jane Austen nur Frauen für voll nahm, die Romane lieben? Oder dass vor 150 Jahren Eugenie Marlitt, eine entlassene Vorleserin, zur ersten Bestsellerautorin der Welt aufstieg? Diese und eine Fülle anderer Begebenheiten lässt Stefan Bollmann in einem unterhaltsam geschriebenen Panorama lebendig werden, das von Klopstocks Zeit bis in die Gegenwart führt und von aktuellen Phänomenen wie Fanfiction und "Shades of Grey" berichtet. Zugleich erzählt er eine überraschend andere Geschichte des Lesens, seiner Macht und Magie. Lesen kann Leben und Lieben verändern. Ein Buch für Frauen, die leidenschaftlich gern lesen – und aus dem Männer erfahren, was ihre Frauen meinen, wenn sie sagen: »Jetzt nicht! Ich lese!« Leseprobe Viel mehr muss ich zu diesem wunderbaren neuen Buch von Sachbuchautor Stefan Bollmann wohl nicht schreiben - es könnte kaum besser zu LovelyBooks und uns Leserinnen passen. Gemeinsam mit der DVA suchen wir 25 Testleserinnen, die "Frauen und Bücher" gemeinsam mit uns studieren, es diskutieren, in den Seiten schwelgen und natürlich eine Rezension dazu schreiben. Für Eure Bewerbung vollendet einfach folgenden Satz: Ich liebe Lesen, weil ... Stefan Bollmann, geboren 1958, promovierte nach einem Studium der Literatur, Geschichte und Philosophie über Thomas Mann. 1998 vertauschte er den Beruf des Hochschullehrers mit dem des Lektors in Publikumsverlagen. Stefan Bollmann hat zahlreiche Bücher veröffentlicht. Mit seinen Bestsellern „Frauen, die lesen, sind gefährlich“ (2005) sowie „Frauen, die lesen, sind gefährlich und klug“ (2010), beide erschienen im Elisabeth Sandmann Verlag, ist er dem Wandel der Lesekultur nachgegangen und hat den Boom des Themas mit angestoßen. Seine Bücher wurden in 16 Sprachen übersetzt und verkauften sich annähernd eine halbe Million Mal.

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  • Rezension zu "Warum glücklich statt einfach nur normal?" von Jeanette Winterson

    Warum glücklich statt einfach nur normal?

    WinfriedStanzick

    04. February 2013 um 14:18

    Ich persönlich bin der britischen Schriftstellerin Jeanette Winterson zum ersten Mal im vergangenen Jahr begegnet, als ich ihr wunderbares Bilderbuch „Der Löwe, das Einhorn und ich“ las und besprach. Dort erzählt sie die Weihnachtsgeschichte aus der Sicht eines kleinen Esels, der als niedrigstes Tier den Heiland der Welt trägt. Entsprechend positiv war ich gespannt auf ihre Autobiographie „Warum glücklich, statt einfach nur normal“, in der sie ihr Leben beschreibt im Spannungsfeld zweier Mütter. 1954 in Manchester geboren, kommt sie bald zu einer Adoptivmutter, eine frömmelnde und bigotte Pfingstlerin, deren Ehemann nicht weniger hart drauf ist. Da werden neben anderen strengen Erziehungsmaßnahmen und permanentem Beten und heilig sein immer mal wieder Bücher verbrannt und diverse Teufel ausgetrieben. Schon in ihrem Debütroman „Orangen sind nicht die einzige Frucht“ hat Jeanette Winterson von dieser außergewöhnlichen Kindheit erzählt. Nun kehrt sie mit viel Witz und auf eine gewisse Weise mit ihrem Schicksal versöhnt noch einmal zurück zu dieser Kindheit, in der sie die Adoptivmutter schon bald dazu bestimmte, einmal Missionarin zu werden. Doch Jeanette übersteht das alles, sie sieht klar, was Sache ist: „Ich wollte nicht in ihrer Nähe sein. Mein Vater war unglücklich. Meine Mutter war durcheinander. Wir waren wie Flüchtlinge in unserem eigenen Leben.“ Sie schafft sich so etwas wie einen Schutzraum, indem sie ihre eigene Persönlichkeit entwickelt. Mit 16Jahren verliebt sie sich in eine Frau und als sie auszieht, sagt die Adoptivmutter jenen Satz, der der Autobiografie ihren Titel gab: „Warum glücklich, statt einfach nur normal?“ Doch sie geht unbeirrt ihren Weg weiter, beginnt zu schreiben und auch nach ihrer leiblichen Mutter zu suchen. Als sie sie spät findet, schließt sich für sie so etwas wie ein Kreis, denn sie spürt, was beide Frauen, die leibliche und die Adoptivmutter für ihr Leben bedeuten. Sie wäre ohne sie nicht das geworden, was sie ist. Jeanettes Wintersons Autobiografie ist die bewegende Geschichte eines Ankommens, eines Heimischwerdens in der eigenen Lebensgeschichte.

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