Überbleibsel. Eine kleine Erotik der Küche.

von Jeannette Lander 
5,0 Sterne bei2 Bewertungen
Überbleibsel. Eine kleine Erotik der Küche.
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Warmherzige, selbstironische und lustvolle Philosophie des Kochens und Essens

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Ein sehr unterhaltsames Buch - besonders ein genüsslicher Geschmack für die Sinne und den Magen.

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Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783746613840
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Geheftet
Umfang:158 Seiten
Verlag:Aufbau Tb
Erscheinungsdatum:01.01.1999

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    Nadezhdavor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Warmherzige, selbstironische und lustvolle Philosophie des Kochens und Essens
    Warmherzige, selbstironische und lustvolle Philosophie des Kochens und Essens

    Jeannette Lander, 1931 als Kind polnisch-jüdischer Einwanderer in New York geboren und mit einer klassischen jiddischen Mamme gesegnet, lernt schon als kleines Mädchen die Sinnlichkeit des achtsamen Kochens und die Wertschätzung für ein liebevoll zubereitetes Mahl kennen, selbst wenn dieses, wie bei armen Leuten oft der Fall, aus Resten – Überbleibseln – zusammengestellt wird. Autobiografisch-anekdotenhaft, aber natürlich literarisch ausgestaltet (weshalb ich es hier der Belletristik zugeordnet habe), stets voller Wärme entführt sie die Leserinnen und Leser in die kulinarische Welt ihrer eigenen Kindheit in New York und Atlanta sowie die ihrer aus Warschau stammenden Mutter, deren Kochweisheiten sie sich zu eigen gemacht hat und nun in ihrer modernen Berliner Küche zelebriert und an ihren Freundeskreis, ihre Kinder (und ihre Leserschaft ) weitergibt.


    Ich schwelge auch beim mittlerweile vierten oder fünften Lesedurchgang immer noch glücklich-motiviert zwischen einfachsten und hochkomplizierten Rezepten und Menüfolgen, vor allem aber in Jeannette Landers warmherziger und oft selbstironisch zwinkernder Lebensphilosophie des lustvollen Umgangs mit der Beschaffung von Lebensmitteln, ihrer Zubereitung und ihrem Genuss.


    Das Buch ist mir erstmals bei einer Lesung der Autorin begegnet, als ich selbst als junge Studentin das Kochen gerade für mich entdecken durfte, und eine Weisheit der jiddischen Mamme hat mein Kochverhalten bis heute entscheidend geprägt, was die Ordnungsliebe in der Küche während des Kochens betrifft:

    „Um in der Küche Tonys [Ehemann der Autorin] Leitsatz von der schönen Ordnung zu erreichen, muss man die Devise von meiner Mama beherzigen, die da lautet: ‚Gleich.‘
    Gleich sollte ich alles tun, nicht nachher, nicht später, nicht einmal bald, sondern gleich. ‚Bist di fartig mit a Leffele, wasch ub un leg aweg. Gleich.‘ – ‚Host di abgeschubt die Mährelach, werf die Schubselach aweg un wisch ub die Tisch. Gleich.‘ – ‚Az es fällt eppes arub, nemm a Besele un kehr es zisammen. Gleich.‘“ (Seite 144)

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    Perlevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein sehr unterhaltsames Buch - besonders ein genüsslicher Geschmack für die Sinne und den Magen.
    Jeanette Lander - Überbleibsel (Eine kleine Erotik der Küche)

    Klappentext:
    Sie weiß, daß sie immer eine Fremde war: Eine Jüdin im protestantischen Amerika, eine Weiße im schwarzen Wohnviertel Atlantas, eine Amerikanerin in Berlin. Aber das Kochen verbindet alle ihre Leben. Rezepte sind geblieben und Prägungen der Biographie: eben Überbleibsel. Auf deren merkwürdige Zusammenhänge stößt die Erzählerin, während sie über Rezepte, Menüs und das Genießen plaudert. In ihrem Pläydoyer für de Sinnlichkeit treffen Küche und Welt zusammen.

    Eigene Meinung:
    Dieses Buch habe ich vor vier Jahren von einem Wochenendurlaub in Hamburg aus einer Pension mitgebracht, da lagen Tauschbücher zum Lesen, doch in zwei Nächten schafft  man soviel Lesestoff gar nicht und daher hatte ich es mitgenommen und andere Bücher dafür dagelassen.

    Leider bin ich erst heute in den Genuss gekommen, diese kleine Erotik der Küche zu genießen und besonders zu riechen und zu schmecken. Von Anfang an merkte ich, dass ist genau mein Thema, habe es sogar laut gelesen, so wirkte es tausendmal besser, als wenn ich es nur in Gedanken leise lese. Ich habe die Autorin förmlich vor mir gesehn, wie sie all die leckeren Gerichte zubereitete, für ihre Gäste für das große ausführliche Gourmet-Essen. Ich wäre gerne dabei gewesen, denn bei den Rezepten ist mir förmlich das Wasser im Munde zusammengelaufen, hätte doch zu gerne das ein oder andere probiert.

    Ich konnte mich sehr gut in die Köchin rein versetzen und hörte ihr aufmerksam beim Erzählen zu. Dass leidige Thema mit Diät bzw. Abnehmen und gut und lecker essen kenne ich auch zu gut. Gerade in den letzten sechs Monaten habe ich es wieder gespürt was es heisst weniger zu essen und Kilos fallen zu lassen.

    Es gibt tatsächlich bestimmte Lebensmittel für die man kilometerweit laufen oder fahren würde, um sie zu bekommen, und das Gericht so schnell wie möglich kochen zu können. Heute gibt es ja die Möglichkeit vieles online im Internet zu bestellen. Das war Ende des 20. Jahrhunderts ja noch nicht so aktuell, als das Buch geschrieben wurde, die 1. Auflage stammt aus dem Jahre 1999, jetzt sind wir wieder 17 Jahre weiter.

    Das Buch bzw. die Erzählungen der Autorin gefallen mir ausgezeichnet und ich werde es auf jeden Fall behalten und versuche das ein oder andere daraus nachzukochen, welches sie mit Zutaten beschrieben hat, es wäre vielleicht toll gewesen, bestimmte Rezepte hinten im Anhang wiederzufinden.

    Leider endet es abrupt auf Seite 158, musste aber süß dabei schmunzeln, ich hätte noch gerne einige Seiten weitergelesen. Es war auch im Ganzen durch geschrieben, ohne Absätze bzw. Kapitel, daher fiel es mir schwer, es aus der Hand zu legen, am liebsten hätte ich es in EINEM durchgelesen, doch irgendwann muss man ja auch mal das liebe Bett hüten. Werde bestimmt hin und wieder noch darin rumblättern, es wird bestimmt nicht ungeachtet jahrelang im Regal liegenbleiben.

    Vergebe hierfür gut und gerne liebgemeinte 5 Sterne.


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