Jed Rubenfeld

 4 Sterne bei 64 Bewertungen
Autor von Morddeutung, The Interpretation of Murder und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Jed Rubenfeld

Jed Rubenfeld gilt als einer der größten Experten für das Verfassungsrecht. Rubenfeld studierte in Princeton und an der Juilliard School in New York. Mittlerweile ist er Professor an der Yale University und lebt mit seiner Familie in den New Haven, Conneticut.

Alle Bücher von Jed Rubenfeld

Cover des Buches Morddeutung (ISBN: 9783453433274)

Morddeutung

 (37)
Erschienen am 02.06.2008
Cover des Buches Todesinstinkt (ISBN: 9783453436473)

Todesinstinkt

 (6)
Erschienen am 10.09.2012
Cover des Buches The Interpretation of Murder (ISBN: 0312427050)

The Interpretation of Murder

 (15)
Erschienen am 15.05.2007
Cover des Buches The Death Instinct (ISBN: 9781594485602)

The Death Instinct

 (3)
Erschienen am 03.01.2012
Cover des Buches Wenn es Nacht wird (ISBN: 9783954517305)

Wenn es Nacht wird

 (2)
Erschienen am 15.10.2015

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Jed Rubenfeld

Cover des Buches Alle Menschen sind gleich - erfolgreiche nicht (ISBN: 9783593501178)Dr_Ms avatar

Rezension zu "Alle Menschen sind gleich - erfolgreiche nicht" von Amy Chua

Über die Aufwärtsmobilität von Einwanderergruppen in der US-Gesellschaft
Dr_Mvor 5 Jahren

Zwar muss man am Ende der Einleitung zu diesem Buch das Gefühl bekommen, man würde gleich einen Ratgeber lesen, doch sollte man das Buch so nicht auffassen. Die Autoren betrachten verschiedene ungewöhnlich erfolgreiche Volksgruppen der US-Bevölkerung und versuchen, die kulturellen Ursachen dieses Erfolges zu ergründen. Für sie sind das Durchschnittseinkommen und die soziale Stellung von Mitgliedern einer Volksgruppe Kriterien für "Erfolg". Dabei vergleichen sie die prozentuale Zugehörigkeit zu bestimmten Einkommensgruppen mit dem entsprechenden Anteil dieser ethnischen Gruppe an der Gesamtbevölkerung. Unterscheiden sich diese Zahlen signifikant, gibt es also einen viel höheren Anteil in den hohen Einkommensgruppen, als das nach dem Anteil an der Bevölkerung zu erwarten wäre, dann gilt die entsprechende Gruppe als außergewöhnlich erfolgreich. Das sind in den USA: die Mormonen, die Juden, bestimmte Gruppen kubanischer Einwanderer, Iraner, Libanesen, Nigerianer, Chinesen und Inder.

Juristen wie die beiden Autoren sollten eigentlich keine Probleme mit der Logik besitzen. Allerdings kann man beim Lesen dieses Buches gelegentlich einen anderen Eindruck bekommen, wenngleich das nicht sofort ins Auge sticht. Als kulturelle Ursachen für den Erfolg der oben genannten Gruppen sehen Chua und Rubenfeld einen sogenannten Dreierpack aus gewissen gemeinsamen Eigenschaften von Mitgliedern dieser Gruppen an, auf den ich gleich zurückkomme. Da im Buchtitel und auch in der Einleitung der Eindruck entstehen könnte, dass diese Eigenschaften zwingend auch für den Erfolg von Einzelnen angesehen werden müssen, sollte man Folgendes beachten. Erstens kann man diese Ausrichtung des Buches im eigentlichen Text überhaupt nicht erkennen und zweitens handelt es sich bei diesem Dreierpack um eine notwendige, aber keinesfalls hinreichende Bedingung für einen von den Autoren definierten "Erfolg". Das bedeutet: So definierte Erfolgreiche besitzen zwar diese Eigenschaften, doch sie führen keineswegs zwingend zu diesem Erfolg.

Abgesehen von den Mormonen handelt es sich bei den oben aufgezählten ethnischen Gruppen in der US-Bevölkerung um Einwanderer. Die erste Generation verlor in der Regel in den USA erst einmal die gewohnte soziale Stellung und war meist Anfeindungen ausgesetzt. Sie mussten hart in niederen Positionen arbeiten, um ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Dadurch entfaltete sich ein erheblicher familiärer Druck auf die 2. Generation, die unter anderem auch dadurch zum Erfolg gelangte. Dies ist zum Beispiel ein Faktor, den man nicht einfach auf jeden beliebigen Menschen verallgemeinern kann, weil er so nicht überall gegeben ist, für die oben genannten Gruppen jedoch eine erhebliche Bedeutung besitzt.

Der sogenannte Dreierpack besteht (1) aus einem oft kulturell hergeleiteten Überlegenheitskomplex (z. B. einer besonders langen und aus eigener Sicht glorreichen Geschichte, wie sie die Chinesen oder Perser besitzen, oder dem Gefühl, einem auserwählten Volk oder einer besonderen Religion anzugehören, was die Juden und Mormonen für sich beanspruchen), (2) einem Gefühl der Unsicherheit (die eigene Stellung in der Gesellschaft ist unsicher, man wird ausgegrenzt) und (3) aus einer hohen Impulskontrolle (Rückschläge werden z. B. anders weggesteckt als bei anderen weniger erfolgreichen Gruppen).

Die Autoren beschreiben diesen "Dreierpack" sehr ausführlich, erst allgemein und später auf die einzelnen Volksgruppen bezogen. An diesen Ausführungen kann man übrigens auch ablesen, dass es sich bei diesem Buch eher um eine sehr gut begründete Meinung, jedoch weniger um eine wissenschaftliche Arbeit handelt. Vermutlich ist es auch sehr schwer, diese Zusammenhänge tatsächlich wissenschaftlich nachzuweisen, selbst wenn sie einleuchtend, nachvollziehbar und glaubhaft klingen.

Der erhebliche Druck, der insbesondere auf der zweiten Generation von Einwanderern lastet, hat selbstverständlich auch große Schattenseiten. Die schon länger in den USA lebenden Menschen besitzen weniger Druck, sich in alte Positionen zurückarbeiten zu müssen, was mit einem erheblichen Aufwand an Kraft und Zeit verbunden ist. Die Kindergeneration von Einwanderern leidet also nicht nur an den Folgen eines solchen Drucks, sondern auch daran, dass sie sich von selbst von der eigentlichen US-Mentalität stark abgrenzt, die darin besteht alles sofort haben zu wollen und nicht langfristig zu denken.

Diese völlig andere in den USA dominierende Mentalität, die ein Katalysator für einen künftigen Niedergang des Landes sein wird, ist der Inhalt des letzten Kapitels dieses Buches. Das Fehlen des Dreierpacks für ein ganzes Land zu beklagen, kann zwar aus der Sicht der Autoren von einer gewissen Berechtigung sein, er trägt jedoch auch den Kern einer gewissen Reduktion auf allein psychologische Gründe von gesellschaftlichen Entwicklungen in sich. Beispielsweise glauben die Autoren, dass die Finanzkrise von 2008 allein so zu erklären sei. Sie übersehen dabei völlig die ökonomischen und strukturellen Probleme der US-Gesellschaft und ihrer Wirtschaft.

Betrachtet man dieses Buch als eine Beschreibung der Aufwärtsmobilität von Einwanderern oder speziellen Gruppen (wie den Mormonen) in der US-Gesellschaft und nicht als Ratgeber für einen wie auch immer gearteten persönlichen Erfolg, dann kann man viel aus ihm lernen. Eine wie auch immer geartete Verallgemeinerung erscheint mir hingegen fragwürdig zu sein. Dass die Autoren dies an verschiedenen Stellen im Überschwang tun, kann man ihnen nachsehen und muss sie jedoch nicht besonders ernst nehmen.

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Cover des Buches Wenn es Nacht wird (ISBN: 9783954517305)beastybabes avatar

Rezension zu "Wenn es Nacht wird" von Wilfried Kaute

Nicht so spektakulär wie erwartet ...
beastybabevor 7 Jahren

Der Buchrückentext:
(…) Ein Zufallsfund ermöglichte diesen Band: verloren und vernichtet geglaubte Fotoplatten, wiederentdeckt in einer vergessenen Kammer des New York City Police Department. Tatortfotos, geschossen von gewöhnlichen Polizisten, Fahndungsbilder, “Mugshots” – aber auch Aufnahmen der immer höher hinaus strebenden Stadt und ihrer Architektur. Sie kontrastieren die schockierende Sachlichkeit der Polizeifotos mit Bildern von himmelstürmenden Bauten und kühnen Brücken, von Verkehr und Menschenmassen – Fotografien einer Stadt im Wirbel des Wachstums. (…)

Meine Meinung:
Die Beschreibung hat mich sehr neugierig auf dieses Buch gemacht, aber so ganz konnte es letztendlich meine Erwartungen nicht erfüllen.

Während hierzulande gerade der 1. Weltkrieg tobte, entstanden im fernen Amerika diese teils recht eindrucksvollen Originalfotos. Eindrucksvoll fand ich sie, weil man sich so ein lebendiges Bild der damaligen Lebensumstände machen kann. Die Tatorte sind oftmals private Wohnungen der mittleren oder ärmeren Bevölkerung. Man kann in echte Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küchen blicken, es gibt aber auch Fotos damaliger Büros, sanitärer Anlagen, Bars, etc.
Sehr viele Aufnahmen zeigen Gebäude, Brücken, Fahrzeuge, belebte Plätze oder andere Motive, die vermitteln, wie sich die Stadt New York zu jener Zeit entwickelt hat.

Der Großteil des Buches ist aber natürlich den Tatortfotos gewidmet, die jeweils mit der kurzen Originalbeschreibung abgedruckt sind.
Wenn die Beschreibung bzw. Datierung es zuließ, hat Wilfried Kaute weiter recherchiert und zu den jeweiligen Verbrechen gehörende Zeitungsberichte ergänzt.
Zwischendurch gibt es noch allgemeine Berichte zur damaligen Verbrechenslage, über die Bandenkriminalität, über Vermisstenfälle und vieles mehr. Schön fand ich auch, dass immer wieder Werbeanzeigen aus dieser Zeit eingefügt waren.

Vor den Tatortfotos muss man nicht wirklich Angst haben, denn sie sind meiner Meinung nach vergleichsweise harmlos. Jeder, der sich beispielsweise schon genauer mit den Gräueln des 2. Weltkriegs befasst hat (mit entsprechenden Dokumentationen etc.), hat bestimmt schon weitaus schlimmere Bilder gesehen.

Fazit:
Die Fotos und Zeitungsberichte ermöglichen einen kleinen, authentischen Einblick in das damalige Leben in New York. Insgesamt interessant, aber nicht so spektakulär wie erwartet.

Bewertung:
3,5 Sterne

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Cover des Buches The Interpretation of Murder (ISBN: 9780755334797)tedescas avatar

Rezension zu "The Interpretation of Murder" von Jed Rubenfeld

Rezension zu "The Interpretation of Murder" von Jed Rubenfeld
tedescavor 10 Jahren

Historisches und Biografisches verwoben durch eine spannende Krimihandlung. Wie Rubenfeld in seinem Nachwort schreibt, sind alle Fakten genau recherchiert, nur mit der Zeitfolge hat er es dort nicht so genaugenommen, wo es seiner Handlung dienlich war. Z.B. findet der Bruch zwischen Freud und Jung erst später statt und nicht während ihres Aufenthalts in New York 1909, aber einem Laien wie mir macht das weiter nichts aus, denn das Buch fasziniert einerseits durch seine gewählte Sprache und andererseits durch die vielen interessanten Dinge, die man u.a. über New York und seine Gesellschaft erfährt. Wer weiß schon, dass zum Bau der Brücken eine Art riesige Taucherglocke gebaut wurde, aus der die Bauarbeiter nur mit Zwischenstopps auffahren konnten, um nicht an der Taucherkrankheit zu sterben? Rubenfeld beschreibt eine Stadt, die ständig wächst, vor allem in die Höhe, und wenn man ein Bild von New York vor dem geistigen Auge hat, kann man sich richtig vorstellen, wie sich die Skyline langsam entwickelt.

Auch die Diskurse über die Psychoanalyse, die damals ja noch in ihren Kinderschuhen steckte, fand ich sehr aufschlussreich und interessant.

Die Krimihandlung selbst war sehr spannend, bis zum Schluss konnte man eigentlich nicht erahnen, was da jetzt genau passiert ist, allerdings ist sie letztendlich etwas unglaubhaft und konstruiert.

Nichts destotrotz handelt es sich um ein gutes Buch, das ich jederzeit Krimifans und Freunden spannender Literatur weiterempfehlen würde.

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