Handbuch für Detektive

von Jedediah Berry 
3,5 Sterne bei75 Bewertungen
Handbuch für Detektive
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (40):
ekoeppings avatar

Traumhaft grotesk, auf dem schmalen Grat zwischen Detektivroman und fantastischer Dystopie.

Kritisch (18):
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Zu viele verknotete Handlungsfäden, die ich leider nicht entwirren konnte - schade!

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Inhaltsangabe zu "Handbuch für Detektive"

Als kleiner Angestellter plagt sich Charles Unwin in einer weit verzweigten Detektivagentur ab, deren labyrinthisches Gebäude in einer Stadt aufragt, in der es immer zu regnen scheint. Als der berühmteste Detektiv der Agentur plötzlich vermisst wird, macht man Unwin selbst zu seinem Nachfolger. Nun muss er sich um die Aufklärung des Verbrechens kümmern. Unwin begibt sich auf eine bizarre Suche, die ihn in die dunkelsten Ecken der ewig feuchten und schläfrigen Großstadt führt. Mit Hilfe des »Handbuchs für Detektive « und unterstützt von seiner mysteriösen Assistentin Emily Doppel muss Unwin vielen Gefahren trotzen und manches Rätsel entwirren – und schließlich auch in die Träume seiner Mitmenschen eindringen. Träume, in denen man sich leicht verlieren kann …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442743759
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:btb Verlag (TB)
Erscheinungsdatum:13.08.2012

Rezensionen und Bewertungen

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    Sonnenwinds avatar
    Sonnenwindvor 2 Jahren
    Schade, daß es keine null Sterne gibt...

    Leider kann man keine null Sterne vergeben. Und ich bin mir ganz sicher, daß es nicht an mir liegt, weil ich das Buch nicht verstanden hätte. Es ist kein Inhalt drin.

    Zwar ist der Text semantisch (fast) einwandfrei, allerdings fehlt es völlig an irgendwelcher Aussage. Es liest sich wie ein von einem einfachen Sprachprogramm entwickelter Text, der dann auf Semantik korrigiert wurde. Weil "einem Sätzen wie dieser" keine Rechtschreibprüfung auf den Pelz rückt.

    Am Anfang meint man, eine schlüssige Geschichte zu lesen: Ein Schreiber, der einem bestimmten Detektiv zugeteilt ist, soll diesen suchen, weil er verschwunden ist. Er ist dann tot, wenig später lebt er aber wieder - und das passiert einige Male mit verschiedenen Personen.

    Das Ganze spielt sich in einem "Traumland" ab: Alle Personen schlafen, schlafwandeln und träumen. Dabei ist praktisch alles reversibel, nichts ist Wirklichkeit. Ein Buch, aus dem man nun wirklich gar nichts lernen kann - verschwendete Lesezeit!

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    walli007s avatar
    walli007vor 2 Jahren
    Nur der Chronist

    Seit sein Detektiv verschwunden ist, hat der Schreiber Charles Unwin nicht mehr viel zu tun. Jeden Tag, auch bei Regen, fährt er mit dem Rad zur Arbeit in der alles überblickenden Agentur. In letzter Zeit hält er am Bahnhof an, um die Frau im karierten Kleid zu beobachten. Sollte ihn jedoch jemand fragen, wird er behaupten, er sei wegen des Kaffees da. An diesem speziellen Tag erscheint er etwas zu spät in der Agentur und muss entsetzt feststellen, dass sein Schreibtisch besetzt ist. Sein Entsetzen wandelt sich in ungläubiges Staunen, denn man teilt ihm mit, er sei zum Detektiv befördert worden und solle gleich seine neue Stelle antreten.


    Was noch einigermaßen erklärbar mit einer unerwarteten Beförderung und mit einem überraschenden Todesfalls beginnt, wird im Verlauf immer kurioser. Seine geschriebenen Worte, die Charles Unwin immer für wahr gehalten hat, beinhalten doch so manche Ungenauigkeit. Doch wieso wird er, der einfache Schreiber, plötzlich zum Detektiv auserkoren. Einen Fall bekommt er auch nicht zugeteilt. Und so macht er sich auf, seinen verschwundenen Vorgänger zu suchen. Obwohl dessen Büro ziemlich leergeräumt war, findet Charles noch einen Hinweis, dem er nachgehen kann. Und damit taumelt er in eine Geschichte, die wirklich traumhaft scheint. Seine Stützen bilden zum einem seine Assistentin Emily Doppel und das Handbuch der Detektive.


    Eine Mischung aus Kriminalstory und Phantasie fügt Jedediah Berry zusammen. Manchmal sehr verschlungen, so dass man sich als Leser hin und wieder fragt, durch wessen Gedanken man gerade taumelt. Und doch ansprechend wegen der witzig verdrehten Idee des Detektivs, der doch nur Schreiber sein will. Und doch so wie Charles Unwin seine Aufgabe annimmt, so nimmt man auch als Leser die Aufgabe und gemeinsam findet oder erfindet man eine Lösung, die der Welt zumindest eine Pause von dem ewigen Regen beschert.

    3,5 Sterne

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    ekoeppings avatar
    ekoeppingvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Traumhaft grotesk, auf dem schmalen Grat zwischen Detektivroman und fantastischer Dystopie.
    Hochgradig skurril und packend geschrieben

    "Was uns an einem Wanderzirkus Angst macht, denke ich, ist nicht die Möglichkeit, dass er zu uns in die Stadt kommt. ... Was uns Angst macht, ist die Möglichkeit, .... dass er uns mitnimmt, wenn er geht."

    Der Satz ist nur eine von vielen tiefen philosophischen Einsichten mit humoristischem Einschlag in diesem Buch. Er fasst jedoch damit nicht nur den Kern der Geschichte, sondern auch die Wahrheit eines scheinbar normal ablaufenden Menschenalltags in der westlichen Welt zusammen. Er beschreibt die Angst davor, dass wir alle einmal aufwachen und feststellen, dass wir unser ganzes Leben verschlafen haben. Dass jemand anders dieses ereignislose Einerlei für uns ersonnen und geträumt hat. Und dass es Überwindung kostet, aus diesem scheinbar ausweglosen perfekten und perfiden System auszubrechen. Charles Unwin, dem unfreiwillig ins Geschehen katapultierten Protagonisten, ein Anti-Held wie er im Buche steht, der natürlich, wie sich das gehört, im Laufe der Geschichte an den Ereignissen reift, gelingt es, aus der Maschinerie aus- und ins Ungewisse aufzubrechen. Gewinnen kann Mister Un-win dabei nicht. Kann niemand. Aber er kann sein Schicksal in die Hand nehmen...

    Das Buch hat mich mit seinen skurrilen Figuren und der Mischung aus einer dystopischen Welt, wie sie einem aus "Momo" oder Terry Gilliams "Brazil" bekannt vorkommt, in den Bann geschlagen. Eine Welt, in der graue Menschen graue Tage verleben, in der es immer nur regnet. Und in der das Warten auf ein Mädchen in einem karierten Mantel nicht nur den entscheidenden Farbtupfer ins Geschehen bringt, sondern dieses überhaupt erst in Gang setzt. Höchst verworren. Höchst phantastisch. Aber auch höchst amüsant. Ich spreche eine deutliche Empfehlung aus für alle, die skurrile Geschichten und Charaktere lieben...

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    Eternitys avatar
    Eternityvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Zu viele verknotete Handlungsfäden, die ich leider nicht entwirren konnte - schade!
    Phantastik meets Detektivgeschichte

    Zunächst war ich beim Lesen etwas überrascht, dass sich die Detektivgeschichte in der Phantasiewelt abspielt. Das habe ich vom Klappentext her nicht so verstanden, doch daran gewöhnte ich mich recht schnell. Leider konnte ich der Handlung nicht immer folgen und demnach entstanden bei mir im Kopf Lücken, die ich im weiteren Storyverlauf nicht schließen konnte. Ich weiß nicht, ob ich diese Punkte einfach nicht mitbekommen habe oder ob sie in der Geschichte gar nicht angesprochen wurden. 
    Insgesamt waren es mir leider zu viele verwirrende Träume, zu viele Detektive und Agenten und böse Widersacher und Ex-Agenten und Ex-Detektive und böse Ex-Widersacher, als dass ich alles verstanden hätte.

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    Amelie Windschuhs avatar
    Amelie Windschuhvor 7 Jahren
    Rezension zu "Handbuch für Detektive" von Jedediah Berry

    Leider hat mich dieses, am Anfang doch schon sehr spannend klingende Buch enttäuscht. Es ist sehr schwierig geschrieben, man muss immer wieder nachlesen und braucht einige Zeit um sich an den Schreibstil zu gewöhnen. Es ist kein Krimi sondern ein Fantasyroman, mit sehr vielen verschiedenen Hauptcharakteren. Es geht um einen unbedeutenden Schreiberling, der eigentlich nur dafür angestellt ist die bedeutenden Fälle der Detektive an Akta zu legen und eines Tages durch das Verschwinden SEINES Detektives, zu einem befördert wird der das Verschwinden des einen klären soll. (schlimmer Satz :) ) Die Idee für das Buch und die Auflösung sind jedoch GENIAL und dafür verdient der Autor eine große portion Lob.
    Vielleicht sollte man nur dem Übersetzer auf die Finger klopfen? <3

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Handbuch für Detektive" von Jedediah Berry

    “Auch wenn es ein Verbrechen ist,
    so weiß ich doch, dass du der meine bist,
    in meinem Traum von diesem Traum von mir.”

    Eine kurze Anmerkung vorneweg: nachdem ich das Buch gelesen habe, weiß ich, dass ich mit ziemlich falschen Vorstellungen an das Buch rangegangen bin. Ich habe zwar realisiert, dass “Handbuch für Detektive” kein Krimi im gewöhnlichen Sinne ist, aber dass es so ein anspruchsvolles Buch ist, hätte ich nicht gedacht.
    Denn hinter dem wunderschönen Cover versteckt sich ein besonderes Buch, in dem Traum und Wirklichkeit kaum auseinander zu halten sind. Darum kommt es dann auch zu Konstrukten wie “In seinem Traum von Hoffmanns Traum von Sivarts Traum öffnete ein träumender Unwin, ein frisches Handtuch über dem Arm und den Bademantel fest um seine Lenden gegürtet, seine Badezimmertür”. In diesem einen Satz werden bereits die wichtigsten Protagonisten des Buches erwähnt: Sivart, Unwin und Hoffmann. Wichtig für das Geschehen ist auch Lamech, der Unwin in die Traumwelt schickt. Lamech war Sivarts Wächter, Unwin Siwarts Schreiber. Und Sivart selbst ist der beste Detektiv einer labyrinth-artigen Detektivagentur in einer namenlosen, verregneten Stadt.
    Als eines Tages Travis Sivart verschwindet, wird sein Schreiber Unwin zum Detektiv ernannt, um Sivart zu finden. Während der Arbeit kommt Unwin in Kontakt mit dem gefürchteten Magier aus der Unterwelt, Enoch Hoffmann (was für tolle Namen!) und wird seine Suche in Träumen eines toten Wächters fortsetzen.

    Oh wie gerne ich das ganze Verwirrspiel aus Traum und Wirklichkeit für Euch auflösen würde. Aber ich habe es mir mühsam selbst erlesen und empfehle Euch darum, selbst auf die Suche nach der Aufklärung zu gehen. Was Ihr allerdings für die Lektüre besitzen solltet, ist ein gewisses Faible für verschlungene Geschichten.

    Wer sich für das “Handbuch für Detektive” entscheidet, wird es nicht bereuen. Es gibt eine außergewöhnliche Geschichte zu entdecken, in der wunderschöne Frauen schlafwandeln, die Uhren der ganzen Stadt gestohlen werden, Detektive und Magier nach dem 18. Kapitel suchen, man niemandem trauen kann und nichts so ist, wie es scheint. Eine Geschichte, in der manche siebzehn Jahre ohne eine einzige Minute Schlaf auskommen und die Träume der Schlafenden überwacht werden.

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    Nymphes avatar
    Nymphevor 8 Jahren
    Rezension zu "Handbuch für Detektive" von Jedediah Berry

    Ich habe dieses Buch begonnen in der Annahme einen Kriminalroman zu lesen und wurde in dieser Hinsicht im ersten Teil des Buches auch nicht enttäuscht. Ein Detektiv verschwindet und sein ehemaliger Schreiber wird zum Detektiv ernannt um ihn zu finden. So weit so gut.
    Nur dann wird das Buch echt komisch. Plötzlich befindet man sich mitten in Träumen und die ganze Stadt besteht aus Schlafwandlern.
    Das Buch ist dann im Prinzip selbst wie ein Traum: Grenzen verschwimmen und vieles macht immer weniger Sinn. Ich persönlich habe irgendwann den roten Faden verloren und auch die Lust das Buch weiter zu lesen. Durch die verwirrte Handlung ist jeder Spannungsbogen weg gewesen und ich musste mich ernsthaft zwingen das Buch komplett zu lesen.
    Die drei Sterne gibt es für den super Anfang, die hübsche Aufmachung und das nette Lesezeichen dabei.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Handbuch für Detektive" von Jedediah Berry

    Was vordergründig wie ein Kriminalroman aussieht entpuppt sich als viel, viel mehr und lässt den Leser mit einer Zahl an Interpretationsmöglichkeiten zurück. Charles Unwin ist seit 20 Jahren Schreiber in einer Agentur, die einem Polizeiapparat gleicht. Eines Tages wird er zum Detektiv befördert, ein Novum in der Daseinsgeschichte der Agentur. Daraufhin ändert sich nicht nur das Leben des Charles Unwin. Jebediah Berry gelingt eine kunstreiche Dekonstruktion der Wirklichkeit. Er spielt mit einem Übergang zwischen zwei Welten, der realen und der Traumwelt. Für den Protagonisten ergibt sich durch die Veränderung seines Blickwinkels ein völlig anderes Bild der hierarchischen Verwaltungsstruktur seiner Agentur aber auch der ganzen Umwelt, der Stadt, die er nun mit neuen Augen sieht. Insbesondere ändert sich jedoch auch seine Wahrnehmung seines eigenen Lebens und der Frage nach dessen Sinn, seiner eigenen Bedürfnisse und Ziele. Berry erinnert dabei tatsächlich in seiner Darstellung gelegentlich an Kafka, wie auch auf dem Umschlagbild beworben, aber auch an Michael Ende und George Orwell ("1984"). Gerade die totale Überwachung erscheint gegenwärtig zunehmend tatsächlich zu existieren und erlebt in Ermangelung äußerer Feindbilder einen legitimatorischen Aufschwung. Berry hat mit dem "Handbuch für Detektive" also nicht nur eine äußerst unterhaltsame phantastische Erzählung mit schillernden Figuren vorgelegt, sondern entwickelt gleichzeitig ein gesellschaftskritisches Bild, in dem, wenn auch nicht neu, die Grenzen zwischen Gut und Böse aufgeweicht und verkehrt werden. Gleichzeitig ist jede Leserin und jeder Leser angehalten, das eigene Leben und die eigenen Ideale immer wieder neu zu reflektieren. Wunderbar.

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    Ariths avatar
    Arithvor 8 Jahren
    Rezension zu "Handbuch für Detektive" von Jedediah Berry

    Charles Unwin ist Schreiber in einer Detektivagentur und in seinem Job ein sehr gewissenhafter Mann. Jahrelang arbeitete er die Fälle seines Detektiv Travis Sivart auf und verfasste darüber Berichte, während dieser den Ruhm für die Lösungen bei „den drei Morden des Colonel Baker“, „dem ältesten Mordopfer der Welt“ und natürlich „dem Mann, der den zwölften November stahl“ einheimste.
    Doch als Sivart spurlos verschwindet, wird Unwin überraschend zum Detektiv befördert und die „Frau im karierten Mantel“ nimmt seinen Platz in der Agentur ein. Für Unwin steht fest: Er ist kein Detektiv. Er will einfach nur Sivart finden und seinen alten Job wieder. Und natürlich herausfinden, wer die Frau im karierten Mantel ist, die er seit einer Woche wartend am Bahnsteig beobachtet.
    Unwin begibt sich auf die Suche nach dem verschollenen Detektiv und stapft in ein Netz aus komplizierten Lügen, geheimen Machenschaften und skrupellosen Bösewichten, die nicht einmal bei den Träumen der Menschen Halt machen. Unwin muss sich bald eingestehen, dass die Zeit seiner erholsamen Nächte endgültig vorbei ist. Denn Schlafen ist so ziemlich das Gefährlichste, das man tun könnte, wenn man nicht weiß, wer dich in deinem Traum verfolgen könnte.

    Berry schafft es zielsicher, Charles Unwin von der ersten bis zur letzten Seite zu porträtieren, in einer Art, die sowohl äußerst menschlich, aber auch herrlich tief greifend ist. Nach dieser Lektüre habe ich das Gefühl, nicht nur Unwin ist aus seinem Traum erwacht, sondern auch ich. Unwirklich, bizarr, man wusste beim Lesen nie ganz ob man nun wach oder träumend war, aber genau das macht den Reiz dieses Buches aus. Die Ungewissheit, dass das allwissende Auge der Agentur (das ist ihr Markenzeichen) auf einem ruhte, etwas in der Hinterhand hielt und Unwin scheitern würde.
    Der Plot ist zwar gradlinig (Suche nach Sivart), aber die Hinweise drehen und wenden sich, Berry lockt einen in Fallen und deckt immer wieder Details auf, die anscheinend nichtig, aber nicht unwichtig waren. So werde ich wohl nie wieder orangerote Blätter und Ahornflieger betrachten können, ohne an Sivart in der Badewanne zu denken, der mit seiner Zigarre im Mund raunte: „Charlie, Sie streichen in Ihren Berichten all die guten Stellen raus!“.
    Die vielen authentisch wirkenden Figuren überzeugen und schaffen es Unwin (und mit ihm den Leser) in eine melancholische, triste Welt zu ziehen, in der nicht nur die beständigen Regenwolken nach ein bisschen Sonnenlicht schreien. Dazu präsentiert Berry ein absolut bestechendes Konzept. Das Handbuch der Detektive ist aufgebaut wie sein Gegenstück im Roman. Kapitel für Kapitel eignet sich Unwin die Kenntnisse seines neuen Berufes an und der Leser mit ihm.

    Fazit: Sei auf der Hut vor deinen Träumen! Sie führen dich an Orte, die man nicht betreten sollte, und verwickeln dich in Geschichten, von denen man lieber nicht hören möchte – dafür aber definitiv lesen! Ein wirklich überzeugendes Buch, das selbst nach der letzten Seite einen noch zum Nachdenken anregt, wie sehr wir Menschen durch unsere Träume beeinflussbar sind und wie unerklärlich dieser Part in unseren Unterbewusstsein doch ist.

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    Colettes avatar
    Colettevor 8 Jahren
    Rezension zu "Handbuch für Detektive" von Jedediah Berry

    Klappentext:

    Charles Unwin plagt sich als kleiner Angestellter in einer weit verzweigten Detektivagentur ab, deren labyrinthisches Gebäude in einer Stadt aufragt, in der es immer zu regnen scheint. Als der berühmteste Detektiv der Agentur plötzlich vermisst wird, macht man Unwin selbst zum Detektiv, und er muss sich um die Aufklärung des Verbrechens kümmern.

    Unwin begibt sich auf eine bizarre Suche nach dem großen Detektiv, die ihn in die dunkelsten Ecken der ewig feuchten und schläfrigen Großstadt führt und mit dem seltsamsten Gestalten und Machenschaften konfrontiert. Spannend, komisch, unterhaltsam und doppelbödig erzählt Jedediah Berry einen Krimi aus einer Traumwelt, als hätte man Kafka und Borges gebeten, gemeinsam einen Detektivroman zu schreiben.

    Fazit:

    Ich habe lange mit mir gerungen wie ich diese Rezension schreibe, ob sie positiv oder eher negativ ausfällt, ob ich sie überhaupt schreiben sollte. Denn an diesem Buch scheidet sich wirklich mein Geist.

    Die Geschichte an sich ist super. Die Umsetzung eine mittlere Katastrophe.

    Ein Schreiber, der völlig ahnungslos als Detektiv den wohl wichtigsten Fall zu lösen hat. Er stolpert regelrecht von einer Spur zu nächsten und weiß nichts mit den gewonnen Kenntnissen anzufangen.

    Hilfe erhält er von einer Ganovin, seiner Assistentin und seinen Träumen.

    Ich mag den Hauptcharakter Charles Unwin nicht. Und wie sich sicherlich jeder vorstellen kann, wird das beste Buch zur Qual, wenn man der Hauptperson überhaupt nichts sympathisches, interessantes oder anziehendes abgewinnen kann. Ich habe mich durch das Buch gequält und war heilfroh, als ich es endlich für immer zu schlagen konnte.

    Charles Unwin ist ein Typ, der penedrant ordentlich, zu gewissenhaft, ohne Selbbewusstsein ist, nur nach Regeln lebt und mit Unvorhersehbarem überfordert ist.

    Absolut nicht mein Ding.

    Desweiteren beinhaltet das Buch einige Ungereimtheiten und ist teilweise völlig konfus. So dass man regelrecht den Faden zwischenzeitlich verliert. Entweder geht man über diese Passagen hinweg oder blättert wie blöde im Buch herum und versucht Erkenntnis zu erlangen.

    Die viel gepriesene Komik in diesem Buch habe ich vergebens erwartet. Humoristischer Schreibstil? Ich habe ihn nicht gefunden…

    Seltsamerweise brauchte ich keine Einlesezeit. Der Einstieg ist sehr leicht – schwieriger wird´s im fortgeschrittenen Teil des Buches.

    Eine sehr schöne Idee ist das beigelegte Lesezeichen im Stil des Buches. Dieses sollte öfter aufgegriffen werden – zu jedem Buch ein passendes Lesezeichen! :)

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    textworkers avatar
    Mich interessiert brennend, aus welchem Grund man das "Handbuch für Detektive" unbedingt lesen sollte. Und wie lässt sich der Schreibstil des Autors Jedediah Berry beschreiben?
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