Jeff Cohen

 3,9 Sterne bei 38 Bewertungen

Lebenslauf

Jeff Cohen, aufgewachsen in New Jersey, ist ein schriftstellerischer Tausendsassa. Als Reporter schrieb er u.a. für die New York Times, Entertainment Weekly und USA Today, er arbeitete als Lehrer, Redakteur und Drehbuchautor und veröffentlichte zwei Sachbücher über das Asperger Syndrom. In seinen Kriminalromanen, die sich in den USA bereits über 100.000mal verkauften, bringt Jeff Cohen seine Leser gern zum Lachen, während er ihnen reihenweise Verdächtige präsentiert und sie auf falsche Fährten lockt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jeff Cohen

Cover des Buches Eine Leiche riskiert Kopf und Kragen (ISBN: 9783734103490)

Eine Leiche riskiert Kopf und Kragen

 (23)
Erschienen am 17.10.2016
Cover des Buches Eine Leiche auf Abwegen (ISBN: 9783734103506)

Eine Leiche auf Abwegen

 (15)
Erschienen am 15.01.2018

Neue Rezensionen zu Jeff Cohen

Cover des Buches Eine Leiche riskiert Kopf und Kragen (ISBN: 9783734103490)
AndreasKuecks avatar

Rezension zu "Eine Leiche riskiert Kopf und Kragen" von Jeff Cohen

...kurzweiliger Krimi mit "Monk"-Manie!
AndreasKueckvor 4 Jahren

Samuel Hoenig ist der felsenfesten Überzeugung, dass die Menschheit nur auf seine neugegründete Agentur „Fragen Beantworten“ gewartet hat. Schließlich hat jeder Mensch hin und wieder eine Frage, die es effizient und logisch zu beantworten gilt, und darin ist Samuel ein wahrer Meister. In vielen anderen Bereichen des täglichen Lebens ist er eher überfordert und neigt zu Fehleinschätzungen. Als Asperger-Autist liegen seine Kernkompetenzen eben nicht im zwischenmenschlichen Bereich. Da kommt ihm die Unterstützung von Janet Washburn gerade recht, die der Zufall in sein Büro geweht zu haben scheint, und die er kurzerhand als seine Partnerin/Assistentin rekrutiert. Aber auf die Verlässlichkeit vom „Zufall“ verlässt sich Samuel nicht, besonders nicht beim Beantworten der Frage „Wo ist der Kopf von Mrs. Masters-Powell?“, die Dr. Marschall Ackerman ihm stellt. Als Direktor eines Instituts, das sich mit Kryonik beschäftigt, war ihm bedauerlicherweise der tiefgefrorene Kopf eines „Gastes“ abhanden gekommen. Bei einem Ortstermin stolpern Samuel und Janet zudem über die Leiche einer beim Institut angestellten Ärztin und finden sich unversehens zwischen einem inkompetenten Detective, dem ruppigen Sicherheits-Chef, der neugierigen Science-Bloggerin und den aufgebrachten Familienangehörigen von Mrs. Masters-Powell wieder. Da heißt es umso mehr, einen kühlen Kopf zu bewahren, um nicht ebendiesen zu verlieren…!

„Spezielle“ Ermittler scheinen seit einiger Zeit sehr „en Vogue“: So flimmerte ab 2002 Tony Shalhoub als neurotischer Adrian Monk über unsere Bildschirme, und auch der deutsche Autor Gil Ribeiro (alias Holger Karsten Schmidt) schickte 2017 mit Lost in Fuseta einen Ermittler mit Asperger-Syndrom ins literarische Rennen.

Bei allen genannten Darstellungen wird der Betroffene nie als Witzfigur oder Freak bloßgestellt, und auch zum Mitleid besteht hier keinen Grund. Gerade diese Andersartigkeit, die oftmals gepaart ist mit einem extrem logischen Geist, macht diesen Ermittler-Typ so einzigartig und vielschichtig.

Ebendies ist Autor Jeff Cohen auch mit der Figur des Samuel Hoenig gelungen. Dadurch, dass er sich nicht von menschlichen Empfindungen, verbalen Floskeln und gesellschaftlichen Konventionen ablenken lässt, arbeitet er äußerst effizient. Damit er nicht in peinliche Fallen tappt, die das zwischenmenschliche Miteinander so mit sich bringen, etabliert Cohen mit der empathischen Janet Washburn eine Figur, die einerseits als attraktiver Sidekick für Hoenig fungiert, andererseits mit einer eigenen Geschichte, die sicherlich Potenzial für weitere (auch zwischenmenschliche) Verwicklungen in sich birgt, ausgestattet wurde.

Seine Erfahrungen als Drehbuchautor kommen auch diesem Krimi zugute: Die Handlung gewinnt mehr und mehr an Fahrt, Verwicklungen nehmen zu, und jede/r erscheint irgendwie verdächtig. Zudem spielt Cohen unterhaltsam mit Klischees, die wir aus bekannten TV-Serien kennen und lieben. Zudem gelingt ihm das Kunststück, den „Behinderten“ zwischen all den „Nichtbehinderten“ mit ihren Allüren, Ängsten und Geheimnissen erfreulich „normal“ erscheinen zu lassen und gönnt dieser Figur den nötigen Raum zur Entwicklung.

Alles in allem ist dem Autor ein witziger und kurzweiliger Krimi für entspannte Lesestunden geglückt: Manchmal braucht es aber auch nicht mehr!

Cover des Buches Eine Leiche riskiert Kopf und Kragen (ISBN: 9783734103490)
Die-Glimmerfeens avatar

Rezension zu "Eine Leiche riskiert Kopf und Kragen" von Jeff Cohen

Ein wenig Asperger
Die-Glimmerfeenvor 5 Jahren

Samuel Hoenig betreibt die Agentur 'Fragen beantworten'. Als man ihn mit der Frage 'Wo ist der Kopf von Mrs. Masters-Powell?' konfrontiert, wird er in ein gefährliches Abenteuer gezogen. Wie gut, dass ihm Ms Wasburn mit Rat und Tat zur Seite steht, obwohl diese doch eigentlich nur eine Frage von ihm beantwortet haben möchte.

Sherlock & Sheldon Cooper vereinen sich zu Samuel Hoenig und man errät es schon, wir haben einen Protagonisten mit dem Asperger Syndrom. Hier gibt es zu der eigentlichen Story auch gleich noch Einblicke in die Welt eines Aspies. Mir hat das Gesamtkonzept gut gefallen. Der Krimifall ist spannend, wenn mich auch oft die Charaktere mehr interessierten als der eigentliche Fall, da mich der ganze Technikkram nicht so sehr interessierte. Ich hoffe auf mehr Fälle der Agentur 'Fragen beantworten'.

Cover des Buches Eine Leiche auf Abwegen (ISBN: 9783734103506)
Thomas_Lawalls avatar

Rezension zu "Eine Leiche auf Abwegen" von Jeff Cohen

Tanzt aus der Reihe
Thomas_Lawallvor 6 Jahren


Samuel Hoenig hat ein Problem. In gewisser Weise. Das Problem ist, dass er sich gar nicht mit Problemen befassen will (und es in jenem speziellen Fall auch gar nicht kann). Lösen kann er sie schon gar nicht, weshalb er sein Unternehmen dementsprechend benannt hat. Es nennt sich "Fragen beantworten". Für alle Leserinnen und Leser, die Samuels ersten "Fall" bereits kennen, ein alter Hut. 

Für den Rest der Leserschaft aber ebenso neu wie erstaunlich, denn schnell wird klar, dass Jeff Cohen hier eine Geschichte aufrollt, die sich von anderen des Genres grundlegend unterscheidet. Dem aufmerksamen Beobachter wird aber ebenso schnell auffallen, dass der Klappentext die Wahrheit etwas verdreht. Der schon genannte Fall kann ja eigentlich gar kein solcher sein, denn bereits auf Seite 21 lässt der Autor seinen Hauptdarsteller ausführen, dass er nicht nur keine Probleme lösen möchte, sondern auch keineswegs daran denkt, irgendwelche "Fälle" zu übernehmen. Er beantwortet lediglich Fragen.

Allein die Bemühungen, dies seiner "Kundschaft" klar zu vermitteln, bereitet ein ungewöhnliches Lesevergnügen. Deren Abschweifungen und Sonderwünschen begegnet Samuel mit einer geradezu selbstverständlichen Vehemenz und Beharrlichkeit seine ganz klar definierten Ansichten betreffend, was er nicht zuletzt einem gewissen Syndrom zu verdanken hat. Herr Dr. Asperger hätte seine Freude daran. 

Der Wiener Kinderarzt (*18. 2. 1906; †21. 10. 1980) ging nicht unbedingt davon aus, dass es sich um eine Krankheit im üblichen Sinne handelt, eher von einer Abweichung der Norm. Samuel Hoenig ist selbstverständlich ähnlicher Ansicht und er dreht den Spieß sogar um. Er definiert sich als "Träger einer neurologischen Besonderheit", weshalb auch nicht er ein Mensch mit seltsamen, unverständlichen Verhaltensweisen ist, sondern alle anderen!

Aus diesen scheinbar unüberbrückbaren Gegensätzen ergibt sich eine ganze Reihe urkomischer Situationskomik, indem Samuel jedes Wort und jeden Satz wörtlich nimmt. So nebenbei entlarvt er unsinnige Redensarten, die wir im tagtäglichen Sprachgebrauch längst übernommen haben, ohne den eigentlichen Sinn und Zweck einmal zu hinterfragen. 

Das Angebot, ihm den "Rücken freizuhalten", kann er beispielsweise weder verstehen noch nachvollziehen und antwortet auf die entsprechende Frage mit der für ihn ganz selbstverständlichen Logik: "Meinen Rücken? Sollte ich nicht nach vorn gehen?" Unbegreiflich sind ihm auch Dinge wie ein trockener Martini, denn wie sollte eine Flüssigkeit "trocken" sein?

Auf Minenspiel reagiert er gar nicht und zwischenmenschliche Interaktionen sind ihm ebenso unbegreiflich. Freundschaften einzugehen ist ihm nicht möglich, wobei der Begriff "Ehe" in diesem Zusammenhang den Gipfel der Unverständlichkeit darstellt. Dass starke Gefühle für einen anderen Menschen existieren und man dann auch noch sicher ist, "dass er oder sie jeden verbleibenden Moment des eigenen Lebens dem anderen widmen möchte", ist "irrational und unwahrscheinlich" (was die Scheidungsrate bestätigt).

Seine Beobachtungsgabe ist deshalb frei von jeder Emotion und damit ungestört sachbezogen. Für unabdingbare Dinge im emotionalen Bereich hat er ja seine Mitarbeiterin Janet Washburn, die ihm die eine oder andere Hilfestellung im Dschungel der Gefühle jener Personen leisten kann, die es im Rahmen seiner Ermittlungen, die letztlich zur Beantwortung einer bestimmten Frage führen sollen, zu verstehen gilt.

Seine Hauptperson charakterisiert Jeff Cohen durch einen ebenso kauzigen, wie spitzfindigen Schreibstil, der zudem nicht nur umständlich und verschraubt wirkt, sondern regelrecht aus der Amtssprache abgeleitet wirkt und herrlich verstaubte Formulierungen ("Dieser Möglichkeit eingedenk ...") ebenso berücksichtigt. Im Gegensatz dazu steht Samuel Hoenigs hochmodernes Arbeitsgerät. Die allzu oftmalige Erwähnung des Markennamens grenzt an Schleichwerbung.  

"Sie haben wirklich Nerven", könnte man ihm vorwerfen. Samuel würde auch das befremden, denn schließlich haben die alle Menschen. Es kommt sehr oft vor, dass man an solchen Stellen eine spontane Denkpause einlegen muss. Die nächste Floskel im realen Leben wird dann womöglich vorab erst einmal auf die Goldwaage gelegt ...

Jeff Cohen hat also ein ebenso nicht alltägliches wie nachhaltiges Szenario entworfen und wer auf der Suche nach einem völlig aus der Reihe tanzenden Kriminalroman ist, wird mit "Eine Leiche auf Abwegen" fündig werden.

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