Jeff Garvin

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Symptoms of Being Human

Symptoms of Being Human

 (2)
Erschienen am 02.02.2016

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Rezension zu "Symptoms of Being Human" von Jeff Garvin

Einblick in eine nicht-binäre Welt
Schreibschnegelvor 8 Monaten

Jeden Morgen aufwachen und nicht gleich wissen, ob man ein Mädchen oder ein Junge ist – klingt wie Science-Fiction, ist aber der Alltag für genderfluide Menschen. So wie für Riley in Jeff Garvins Jugendbuch „Symptoms of Being Human“: Manchmal fühlt sie sich wie ein totales Mädchen und möchte am liebsten Blümchenröcke tragen, manchmal sitzt er aber auch breitbeinig im Stuhl und redet mit so tiefer Stimme wie möglich. 

Noch schwieriger, als die richtigen Pronomen zu benutzen, ist es aber, von anderen Jugendlichen (und Erwachsenen) akzeptiert zu werden. An Rileys alter Schule war daran nicht zu denken, doch mit dem Wechsel von privater zu öffentlicher Schule fängt ein neues Kapitel an. Zumindest das punkige Mädchen Bec scheint sich nicht daran zu stören, dass Riley sich nicht als Mädchen oder Junge zu erkennen gibt. Ein Coming-out liegt trotzdem in weiter Ferne – vor allem da Rileys Vater wieder in den US-Kongress gewählt werden will und auf seine konservativen Wähler angewiesen ist. So muss Riley alles in sich begraben. Bis Psychotherapeutin Anna vorschlägt, einen Blog zu starten und sich anonym im Internet mitzuteilen. Gesagt, getan – und plötzlich wird Riley über Nacht zum Star in der LGBTQ-Community. Auch das Internet ist jedoch nicht so anonym, wie man denkt …

Daran, wie schwer es mir gefallen ist, diese Inhaltsangabe zu schreiben, ohne feminine oder maskuline Personalpronomen zu benutzen, merkt man, dass das Deutsche ein Problem mit Nicht-Binärem hat. Wo im Englischen zumindest das singuläre „they“ herhalten kann, um eine Person geschlechterneutral zu bezeichnen, muss man sich im Deutschen mit Konstruktionen aus Schrägstrich, Gender-Gap oder Sternchen behelfen. Dass das im Kopf nicht so gut geht, hab ich beim Lesen dieses Buchs gemerkt – immer wieder hab ich Riley als Jungen oder Mädchen eingeordnet und es erst später gemerkt. Jeff Garvin lässt Rileys biologisches Geschlecht sehr konsequent offen, denn trotz der aufdringlichen Fragen anderer Charaktere und des unwillkürlichen Rätselns des Lesers geht es niemanden etwas an. Obwohl sich Rileys Geschichte ums Geschlecht dreht, ist es komplett überflüssig für die Handlung. 

Die Handlung ist im Übrigen schlicht und zum Teil vorhersehbar. Manches kam mir zu sehr wie ein bequemer Zufall vor. Die Stärke dieses Romans ist definitiv nicht der Plot, sondern der Hauptcharakter. Rileys Erfahrungen nehmen einen sehr mit, sodass man doch immer wissen will, wie es weitergeht. Das Buch ist nicht immer leicht zu lesen – es werden auch schwierige Themen wie Selbstmord und sexuelle Gewalt angesprochen, wenn auch nicht in expliziter Form dargestellt. Am Ende hat es sich für mich jedoch gelohnt, allein wegen des wertvollen Einblicks in eine nicht-binäre Gedankenwelt. Es gibt eben mehr im Leben als Schwarz und Weiß.

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