Jeff Giles

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Jeff GilesThe Edge of Everything
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The Edge of Everything
The Edge of Everything
 (1)
Erschienen am 01.02.2017

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Rezension zu "The Edge of Everything" von Jeff Giles

Eine Liebe zwischen zwei Welten!
Anni-chanvor 5 Monaten

Meinung

"The Edge of Everything" von Jeff Giles ist mir dank des wundervollen Covers ins Auge gefallen, auch wenn ich mir unter dem Inhalt nicht sonderlich etwas vorstellen konnte. (Der englische Klappentext hat mich erst sogar vermuten lassen, es handele sich um eine Dystopie. Mann, ich hätte gar nicht falscher liegen können.) Ich musste es einfach haben und habe es auch innerhalb weniger Tage verschlungen.

Keine Überraschung, denn das Buch besitzt einen sehr angenehmen, flüssigen Schreibstil, der aber doch auch sehr außergewöhnlich ist. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, wie man das Buch mit diesem Stil übersetzen sollte (Von einer möglichen Übersetzung weiß ich übrigens nichts), denn obwohl es auf English gepasst und dem Buch etwas Besonderes verliehen hat, ist der Stil sehr erklärend, was mich im Deutschen meist stört.

Darüber hinaus sprechen die Figuren allesamt in einem etwas gewöhnungsbedürftigen Dialekt mit Slang-Begriffen, die auch ich als erfahrene Englischsprecherin nur aus dem Kontext aufgeschnappt habe. Am Anfang kann der Stil daher etwas befremdlich wirken, aber sobald man sich daran gewöhnt hat, erkennt man das Besondere.

Und besonders geht es auch mit der Handlung von "The Edge of Everything" weiter. So dreht sich das Buch nämlich um Zoe, ein ganz normales Mädchen aus Montana, das es gerade nicht sonderlich einfach hat. Und um X. X hat eigentlich keinen Namen, denn er stammt aus den sogenannten Lowlands, die in dieser Reihe mit der Hölle gleichzusetzen ist. Seine Aufgabe ist es, die Seelen all jener einzufangen, die Schlimmes getan und es verdient haben, in die Hölle zu kommen. Er ist also eine Art Kopfgeldjäger. Dabei hat er selbst niemals ein solches Schicksal verdient.

Bei einer Mission trifft er auf Zoe, die ihn bittet sein Opfer zu verschonen und obwohl er das nie in Erwägung gezogen hätte, tut er es. Für sie. Und damit tritt er eine Welle los. Denn so schön die Zeit sein mag, die er mit Zoe verbringen und ihr näherkommen kann, so rufen die Lowlands doch weiterhin nach ihm.

Das Schicksal trennt die beiden, aus einem Handlungsstrang werden zwei. Zwei Geschichten, die zusammengehören und doch getrennt erzählt werden müssen, um Sinn zu ergeben. Zoes bleibt nicht etwa zurück und wartet auf X, nein, sie stellt Nachforschungen an. Will mehr über den Tod ihres Vaters wissen. Und X, der sucht verzweifelt nach einem Weg zurück. Nur entkommt niemand den Lowlands.

An dieser Stelle sei zugegeben: Die Liebesgeschichte zwischen den beiden kommt in meinen Augen ein wenig zu plötzlich, die Gefühle mögen am Anfang langsam gekommen sein, doch mit einem Mal - puff, ist es die echte, wahre Liebe, die allem trotzt. Das hat mich ein wenig gestört, doch gegen Ende hin hatte sich dieser Kritikpunkt wieder in Luft aufgelöst, einfach weil diese Liebesgeschichte gleichzeitig so herzerwärmend wie auch herzzerstörend ist. Da lassen wir solche Kleinigkeiten gerne mal durchgehen.

"The Edge of Everything" erzählt aber nicht einfach nur eine Liebesgeschichte, sondern beschäftigt sich auch mehr wichtigen Themen. So ist einige zentrale Fragen, die immer wieder auftaucht: Was muss ein Mensch tun, um ein Schicksal in der Hölle verdient zu haben? Ist es Gerechtigkeit, diese Menschen für ihre Taten zu bestrafen oder sind wir dann auch nicht besser? Sollten wir nicht lieber vergeben, weil es das Menschlichere ist, was man tun könnte?

Diese Fragen müssen sich Zoe und X stellen und man merkt direkt, dass eine eindeutige Antwort darauf nicht möglich ist. Dass sich ihre Ansichten über das Buch hinweg verschieben. Und das ist auch gut so.

Die beiden scheinen zunächst krasse Gegenteile. Während Zoe ein größtenteils glückliches Leben hatte und von ihrer Familie geliebt wurde, hat X den Großteils seines Lebens in den Lowlands verbracht. Er weiß nicht, was es heißt zu vertrauen oder gar zu lieben. Als die beiden aufeinandertreffen, ist es, als würden zwei Puzzleteile auf einmal zusammenpassen. Sie vervollständigen sich auf eine sehr subtile Art und Weise, die dem Leser erst gegen Ende des Buches so richtig bewusst wird. Weil beide sich dadurch auch verändern. Ich für meinen Teil habe Zoe und X beide in mein Herz geschlossen und freue mich nun darauf, wie ihre Geschichte weitergeht.

Mein kleiner Liebling, das muss ich hier noch erwähnen, bleibt allerdings Jonah. Zoes achtjähriger Bruder ist einfach so liebenswert, dass man gar nicht anders kann, als sich in den kleinen Racker zu verlieben.

Fazit

"The Edge of Everything" ist nicht nur einfach ein Jugendbuch. Es ist eine wundervolle Liebesgeschichte, die gleichzeitig spannend und außergewöhnlich erzählt wird und sich darüber hinaus mit sehr vielen tiefgründigen und wichtigen Themen beschäftigt.

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