Jeff Talarigo Der Ginsengjäger

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Inhaltsangabe zu „Der Ginsengjäger“ von Jeff Talarigo

Poetisch, ergreifend, erhellend An der Grenze zwischen China und Nordkorea lebt einer der letzten Ginsengjäger, der die Kunst, diese seltene und wertvolle Wurzel aufzuspüren, von seinem Vater gelernt hat, wie dieser wiederum von dem seinen. Der schon ältere Mann führt ein bescheidenes Leben, nur einmal im Monat verlässt er seine Hütte im Wald, um in der nächstgelegenen Stadt einzukaufen und das dortige Bordell zu besuchen. Als er sich in eine junge Prostituierte verliebt, die aus Nordkorea hierher geflohen ist, bekommt seine festgefügte kleine Welt Risse, und er muss schwerwiegende Entscheidungen treffen … Eine bewegende Geschichte über Menschen, die an der Grenze leben – an der Grenze zum Nichts und an der Grenze zum Glück.

An diesem eindrücklichen Roman hat mich der Gegensatz zwischen der Gewalt der Menschen und der Schönheit der Natur begeistert.

— Barbara62

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  • Zwischen China und Nordkorea

    Der Ginsengjäger

    Barbara62

    04. March 2016 um 15:11

    Der Beruf des Ginsengjägers existiert wirklich und der namenlose Ich-Erzähler im Roman des in Japan lebenden US-Amerikaners Jeff Talarigo, der für dieses Buch zahlreiche Nordkoreaner interviewt hat, übt ihn aus. An der Grenze zwischen China und Nordkorea fließt der Fluss Tumen. Auf der chinesischen Seite lebt der Ginsengjäger in völliger Einsamkeit. Er hat seinen Beruf vom Vater erlernt. In absoluter Einsamkeit jagt er den Ginseng wie das Wild, durchstreift tagelang die Wälder, pirscht sich an und sucht mit allen Sinnen. Einmal pro Woche geht er in die Stadt, um den Markt und das Bordell zu besuchen. Doch auch in seine Abgeschiedenheit dringt die Politik ein: Eine Zwangsprostituierte aus Korea wird im Bordell seine Geliebte, Koreaner kommen zunehmend über den Fluss um zu stehlen, Leichen schwimmen auf dem Fluss, ein Mädchen aus Nordkorea kommt zu ihm und sogar ein Grenzsoldat. An diesem eindrücklichen Roman hat mich der Gegensatz zwischen der Gewalt der Menschen und der Schönheit der Natur, die in poetischer Sprache beschrieben wird, begeistert.

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  • Rezension zu "Der Ginsengjäger" von Jeff Talarigo

    Der Ginsengjäger

    Ritja

    30. September 2012 um 16:27

    Traurig, beklemmend, bedrückend und aufwühlend ist dieses Buch und doch sollte man es lesen. Es geht um den Machtkampf zwischen China und Nordkorea und wie dieser auf dem Rücken der Menschen ausgetragen wird. Der letzte Ginsengjäger lebt genau an der Grenze und sucht jedes Jahr aufs neue die Wurzel. Er richtet sein Leben nach der Wurzel und den Jahreszeiten. Bescheiden und sehr zurückgezogen lebt er für sich allein. Einzig sein monatlicher Besuch in der Stadt und der damit verbundene Gang zum Bordell sind seine Abwechslung im Leben. Bis er eine Prostituierte kennenlernt, die ihn durcheinander bringt. Er muss feststellen, dass es ein trauriges und teilweise menschenverachtendes Leben außerhalb seines Radiuses gibt. Die Prostituierte ist eine Geflohene aus Nordkorea. Würde man sie finden, sie müsste sofort wieder zurück. Dann aber erwartet sie wieder das Elend, der Hunger, die Not. Sie erzählt dem Ginsengjäger aus ihrem Leben und ihrem Land...und ab diesem Moment muss der Ginsengjäger erkennen, dass sein Weltbild immer mehr wackelt.

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  • Rezension zu "Der Ginsengjäger" von Jeff Talarigo

    Der Ginsengjäger

    HarryF

    11. August 2010 um 17:38

    "Der Ginsengjäger" ist ein unglaublich trauriges Buch um einen namenlosen Bauern an der chinesischen Grenz zu Nordkorea, dessen Leben darin besteht, nach Ginseng zu jagen, diesen in der Stadt zu verkaufen und dabei monatlich das örtliche Bordell zu besuchen. Als er sich in eine nordkoreanische Prostituierte verliebt, beginnt er zu zweifeln ... Es ist ein Buch, das von einem Mann im Einklang mit sich und der Natur erzählt. Dem schon als kleines Kind beigebracht wird, dass die Natur nicht nur gibt, sondern auch nimmt. Es ist ein Buch von einer Frau, die in Nordkorea dahinvegitiert - leben kann man das schwerlich nennen - und sogar Reiskörner direkt aus den Händen von erschossenen Delinquenten isst, um nicht zu verhungern. Hätte das Buch ein Happy End, wären es wohl 5 Sterne geworden. Ich bin im Moment nicht in Stimmung für so traurige Stories! :)

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  • Rezension zu "Der Ginsengjäger" von Jeff Talarigo

    Der Ginsengjäger

    Clari

    19. June 2008 um 11:14

    Jeff Talarigo Der Ginsengjäger Sammlung Luchterhand ISBN 3630621368 Hoch oben im Norden zwischen China und Nordkorea bildet der Fluß Tumen die Grenze zwischen den beiden Ländern. Hier lebt ein Jäger, der die seltene Wurzel der Ginsengpflanze sammelt. Noch sehr früh am Morgen macht er sich auf den Weg in die hohen Berge, wo er die versteckte Wurzel aufspürt. In den ersten Monaten des Jahres nehmen die Berge im Osten die Sonne weg. Nach einem kurzen Sonneschein verschwindet sie im Westen schon wieder. Die Berge sind hoch, die Bäume sind wuchtig und der Duft des Nadelwalds ist prächtig. Die Suche nach der Ginsengwurzel ist eine hohe Kunst, die vom Vater auf den Sohn vererbt wird. Höchstens eine Wurzel kann man pro Tag schneiden, und sie muss ganz besonders beschaffen sein. Der Icherzähler wandert viele Stunden den Berg hinauf und wieder hinunter nach vollbrachter Ernte. Dabei hängt er seinen Gedanken nach und bewundert die malerische, schäumende und erhabene Natur in ihrer ganzen Ruhe und Schönheit. Die Vögel sind fast ausgestorben, denn auf Befehl Maos mussten sie mit dem Geklapper von Pfannen und Töpfen so lange gejagt werden, bis sie in Scharen tot vom Himmel fielen. Eingriffe in die Natur zeitigen Folgen. Zwar können die Vögel die Ernte nicht mehr vernichten; dafür machen Heuschreckenscharen ihr nun den Garaus. Viele Menschen müssen Hungers sterben. Als der Icherzähler nur noch mit dem Vater überlebt hat, gehen sie zusammen auf die Jagd und in die nächste größere Stadt, wo sie die Ginsengwurzeln verkaufen. Einmal im Monat machen sie den weiten Weg, und dort besucht der Vater ein Bordell. Später übernimmt der namenlose Icherzähler diese Gewohnheit. In einer der Frauen findet er eine Geliebte, die ihn in seinem ruhigen Lebenslauf verunsichert. Kann er oder soll er sie zu sich nehmen? Auch in dieser abgelegenen Gegend hört man Gerüchte über Nordkorea. Die Menschen kommen in Scharen über den Fluss auf der Flucht vor Not und dem Untergang in einem verrotteten Land. In der Grenzregion in China, wo es für die dort ansässigen Menschen selber nicht genug zu Essen gibt, fürchtet man sie und verrät sie, und viele Frauen werden ins Bordell verschachert. Hier lernt unser Held eine Frau kennen, die seine Gedanken besetzt hält, und von der er sich kaum lösen kann. In einer bunten, starken und an Worten reich und poetisch ausgerichteten Sprache, zart und einfühlsam, erzählt der Autor Jeff Talarigo von der Härte der Lebensbedingungen und den Menschen, die in dieser abgelegenen Gegend ihr Leben fristen. Die wunderbare Ruhe der Natur und ihre Schönheit überstrahlen die Erzählung und geben ihr einen ausgewogenen, herrlichen Glanz. Wenn man meint, alleine mit Naturbeschreibungen könne man doch keine Erzählung erdichten, so ist das ein Irrtum. Man kann sich dem Sprachreichtum nicht entziehen und ist auf allen Wegen mit dabei. Es bleibt aber nicht bei der Stille und der Landschaftsbeschreibung. In ungewohnter Manier verbindet der Autor die poetischen Bilder über die Pflanzen und die Unzahl der wilden Tiere und der Vögel, die zuletzt wieder gekommen sind, mit dem politischen Gegebenheiten eines Landes, in dem alles von oben angeordnet wird, und in dem die Willkür und Herrschaft einzelner Gruppierungen zu Ungerechtigkeit und Armut beim Volk führt. Mao ist der große Führer, der über die Geschicke des Landes und ihrer Menschen bestimmt. Der Kontrast zwischen der einfallsreichen, zarten und poetischen Kraft der Erzählung zu dem kargen Leben der Bewohner in dem Grenzgebiet zwischen China und Nordkorea ist erschreckend. Schlimmer noch als in China wütet in Nordkorea der kommunistische Führer Kim-Il-sung. Unter seiner Herrschaft hungern die Menschen, besitzen keinerlei Freiheiten oder Rechte und werden mit harter Hand unter dem Willkürregime verfolgt und gequält. Sie versuchen immer wieder auf der Flucht vor den Schergen des Regimes, die Grenze nach China zu überschreiten. Dort werden sie genauso verfolgt und bedroht, weil man sie dort auch nicht haben will. Mit seiner so nachhaltig erzählten Geschichte wird das Leben der Koreaner und Chinesen in jenem Grenzgebiet lebendig, das abseits von Europa in ganz anderen Bahnen verläuft, als es für uns Europäer vorstellbar ist. Die Erzählung besitzt Aussagekraft und ist in der Verbindung zwischen poetischer Einfühlsamkeit und Betonung der menschlichen Grausamkeit von eindrucksvoller Präzision. Man erfährt auf diesem Wege über ein Regime, das als einziges Land im kommunistischen Ostblock weiterhin hinter einem eisernen Vorhang sein Unwesen treibt. Das Buch ist in seiner Reinheit und wunderbaren Ausdrucksform eine absolute Empfehlung!

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