Borne

von Jeff VanderMeer 
4,3 Sterne bei10 Bewertungen
Borne
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TanjaMaFis avatar

Jeff VanderMeer kreiert unfassbar interessante Figuren. Die Geschichte selbst war leider etwas zu bizarr

JulesBarroiss avatar

Für mich ist dieses Buch eine der schönsten und glaubwürdigsten postapokalyptischen Erzählungen

Alle 10 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Borne"

In einer zerstörten Stadt der nahen Zukunft überlebt Rachel, indem sie in den Ruinen nach Überresten biotechnologischen Abfalls sucht. Ihre Beute bringt sie zu ihrem Partner Wick, der aus den gesammelten Überresten psychoaktive Drogen herstellt und verkauft. Die Stadt ist gefährlich, übersät mit den ausrangierten Experimenten der Firma – einem zerfallenen Biotech-Unternehmen – und geplagt von den unvorhersehbaren Raubzügen eines riesigen Bären namens Mord.
Im Fell von Mord findet Rachel bei einer ihrer Expeditionen Borne, ein undefinierbares Wesen, das auf sie eine merkwürdige Anziehung ausübt. Entgegen ihren Instinkten – jede Schwäche kann dich in dieser erbarmungslosen Stadt töten – nimmt sie Borne mit in ihr Versteck. Doch Borne ist viel mehr, als Rachel sich vorstellen kann. Er lernt sich zu bewegen, zu reden, seine Gestalt zu verändern und beginnt zunehmend, die delikate Balance der Macht in der Stadt zu bedrohen. Während sich neue Feinde der Firma formieren, führt Bornes Metamorphose Rachel vor Augen, wie sehr ihre prekäre Existenz auf Lügen und Geheimnissen beruht, deren Aufdeckung ihre Welt für immer verändern wird.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783956141973
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:367 Seiten
Verlag:Kunstmann, A
Erscheinungsdatum:20.09.2017

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Monaten
    Ungewöhnlich

    Jeff VanderMeer ist für mich dank der Souther-Reach-Trilogie und dem "Wonderbook" kein unbekannter Autor. Ich wusste, es würde mich etwas Außergewöhnliches erwarten.

    VanderMeers Welt ist mit keiner anderen Welt, die je von einem Schriftsteller erfunden wurde, vergleichbar. Ja, es ist eine Dystopie, ja, sie steckt voller unbekannter Technologien – doch die Wesen, die sich auf ihr tummeln sind einzigartig.
    Da ist Mord, der fliegende Bär, einst ein Mann, der ein Experiment der allesbehrrschenden „Company“ war und letzten Endes zu ihrem Untergang führt.
    Außerdem gibt es eine Magierin, deren Motive unklar bleiben, die aber einen Funken Hoffnung für die Menschen und Nicht-Menschen bedeutet, die in der zerstörten Stadt um ihr Leben kämpfen.

    Und dann ist da Borne.

    Borne beginnt als eine Art Pflanze, die Rachel aus dem Fell von Mord pickt. Doch schnell wird klar, dass er mehr ist. Er entpuppt sich als eine ungewöhnliche Intelligenz, künstlich oder natürlich lässt sich nicht bestimmen. Doch Borne zeigt Interesse an seinem Umfeld, ist wissbegierig, macht sich die Verhaltensweisens seines Umfeld zu eigen und Rachel versucht, ihn zu einem moralischen Wesen heranzuziehen, in einer Welt, in der nur der Stärkere besteht.
    Wäre da nicht Bornes Instinkt, so viel wie möglich zu „absorbieren“…

    VanderMeer hat mehr als eine nette SciFi/Fantasygeschichte geschrieben. Dieses Buch steckt voller philosophischer Fragen und Betrachtungen. „Was macht Menschsein aus?“, „Können sich auch nichtmenschliche Wesen menschlich verhalten?“, „Bedeutet Menschlichkeit, niemanden zu töten, auch nicht, wenn die Existenz davon abhängt?“.

    Letzten Endes war ich ein wenig enttäuscht, dass wieder einmal der Mensch die überlegene Rasse war, und durch Rachels „Erziehung“ Borne einen guten Einfluss auf eine schlechte Welt hatte.

    Dennoch ist es ein hervorragendes, detailreiches und ungewöhnliches Werk, das ich jedem empfehlen kann, der sich für Dystopien mit Fantasyelementen interessiert.

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    Bookster_HROs avatar
    Bookster_HROvor 8 Monaten
    Jeff VanderMeer | BORNE

    INHALT: In einer Stadt, die nach missglückten Experimenten einer Biotech-Firma in Schutt und Asche liegt, sucht Rachel als eine der letzten Überlebenden nach verwertbaren Abfällen. Immer auf der Hut vor Feinden, Fallen und giftigen Tieren, bringt sie ihre Funde zu den Balcony Cliffs, ihrem Versteck, das sie sich mit ihrem Partner Wick teilt, der damals bei der Firma angestellt war und somit über Hintergrundwissen verfügt. Die Stadt ist rau, hart und gefährlich, große Teile werden von der Magierin kontrolliert, einer Sektenführerin, die mit dunklen Tricks Soldaten aus den armen Seelen rekrutiert. Soldaten für den Kampf mit Mord, einem riesigen, fliegenden Bären – eine der Früchte der Firmenexperimente –, der in jahrelanger Kleinarbeit, die Stadt mehr und mehr zerstört.

    Auf ihren Streifzügen durch die Stadt pirscht sich Rachel an den schlafenden Bären, pflückt eine bunt schillernde Pflanze, einer Anemone gleich, aus dessen Fell und bringt sie in die Cliffs. Der Organismus – Rachel tauft ihn Borne: Bürde – wächst schnell, entwickelt nach kurzer Zeit ein Bewusstsein und lernt denken und sprechen. Rachel bringt ihm alles bei, was sie weiß, nimmt ihn auf ihre Erkundungen mit und bemerkt schnell, dass Borne in dieser feindlichen Welt äußerst hilfreiche Eigenschaften besitzt, sowohl zum Schutz als auch zum Angriff. Nach einigen Wochen aber ist Borne bereits zu groß für das Versteck – und zu aufmüpfig für Wick – und muss die Cliffs verlassen. Ein herber Verlust, denn die Proxys – eine Weiterentwicklung des Riesenbären Mord: kleiner aber viel aggressiver – haben Rachel und Wick aufgespürt und jagen sie quer durch die Stadt. Ein atemloser Albtraum beginnt und die Liebenden fliehen in die zerstörte Firmenzentrale, dem Ort des Schreckens an dem alles begann und auch alles enden wird.

    FORM: Jeff VanderMeer (*1968) schreibt seine postapokalyptische Geschichte in der Ich-Form aus der Perspektive Rachels, eine traurige und desillusionierte Stimme, die oft in Erinnerungen schwelgt und dabei eine fast poetische Melancholie an den Tag legt, aber trotz allen Widrigkeiten am Leben festhält und immer weiterkämpft. Doch wie der Titel schon verrät, ist die Hauptfigur das seltsame Geschöpf Borne, das VanderMeer Rachel zur Seite stellt. Rachel und Borne sind wie Mutter und Kind, und wie in einer echten Familie gibt es die Zeit des Lernens, die Zeit des Erkennens und die Zeit der Rebellion.

    Neben der bildgewaltigen dystopischen, ist es diese familiäre Ebene, die den Reiz des Romans ausmacht. Die Gespräche zwischen Rachel und dem heranwachsenden Borne sind philosophisch, handeln von Herkunft, Identität und Menschenwürde. Was macht einen Menschen aus? Und wie kann Borne eine Person, aber kein Mensch sein? Ist er unnatürlich, widernatürlich, übernatürlich? Wenn wir die beachten, dass Rachel (hebräisch etwa für Mutter) ohne Schwangerschaft zu einem Kind gekommen ist, der den Lauf der Geschichte ändern kann, sind wir schnell bei der Religion, einer dritten Ebene, die viel Platz zum Interpretieren lässt.

    Der Roman strotzt also vor Metaphern und die Bilderflut bettelt förmlich nach einer Kinoleinwand, doch wie ich gehört habe, hat sich Paramount schon die Filmrechte gesichert. Aktuell steht mit AUSLÖSCHUNG bereits ein Film nach Vorlage VanderMeers in den Startlöchern (ab März auf Netflix mit Natalie Portman in der Hauptrolle; hier der Trailer). Die Southern-Reach-Trilogie – AUSLÖSCHUNG | AUTORITÄT | AKZEPTANZ –, mit der VanderMeer beim deutschsprachigen Publikum vor ein paar Jahren der Durchbruch gelang, habe ich seinerzeit zwar bemerkt, aber bewusst abgewählt – nicht mein Jagdgebiet. Die Lektüre BORNEs und der Trailer haben mich jedoch neugierig gemacht – nachträglich sozusagen.

    FAZIT: Bildgewaltige Postapokalypse, herzerwärmende Familiengeschichte und Tier-Doku der ganz besonderen Art – ich freue mich auf die Verfilmung. Fünf Sterne.

    *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich auf Euren Besuch ***

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    JulesBarroiss avatar
    JulesBarroisvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Für mich ist dieses Buch eine der schönsten und glaubwürdigsten postapokalyptischen Erzählungen
    Dystopisch, lyrisch und erschütternd

    Borne – Jeff VanderMeer (Autor), Michael Kellner (Übersetzer) 367 Seiten, Verlag: Kunstmann, A; Auflage: 1 (20. September 2017), 22 €, ISBN-13: 978-3956141973

     

    Eine Welt verwüstet von einem Biotech-Unternehmen, bevölkert von Menschen, Mutanten, Tiere und Hybrid-Kreaturen, die sich als fehlgeschlagene oder abgebrochene Biotech-Experimente ergeben.

    Wir lernen drei Menschen kennen, die diese Welt bewohnen. Unser Protagonist, Rachel, ist ein Aasfresser in der gefährlichen Landschaft. Ihr Liebhaber, Wick, ist ein Ex-Mitarbeiter des Unternehmens, der Biotechnik in seinem Schwimmbad-Labor macht. Und "der Magier" ein zwielichtiges Geschöpf, das, wie es gemunkelt wird, Munition und Soldaten sammelt, um die Kontrolle über das Land von ihm zu beherrschen. Und da gibt es diesen Bären namens Mord von der Größe eines Kaufhauses.

    Das ist eine postapokalyptische Fiktion, eine Klage über den Verlust der Welt, in der wir jetzt leben. Mit dem Sturz der alten Ordnungsformen sind Rachel, Wick und die anderen Bewohner der Stadt in ein Ur-Reich von Mythos, Fabel und Märchen geworfen worden. Ihre Welt ist eine Version des verlorenen und sehnsüchtigen Territoriums von Phantasie und Romantik. Und dass wir wirklich nur dann wir selbst werden können, wenn wir aus den Zwängen einer komplexen, denaturierten Gesellschaft freigelassen werden, wenn wir leben dürfen, wie wir uns vorstellen können, dass es unsere Vorfahren einmal getan haben und wenn wir frei sind die zu sein, die wir unter unserer überzivilisierten Tünche wirklich sind. Er zeichnet eine Welt, die sowohl von Technologie als auch vom Übernatürlichen geprägt ist

    Jeff VanderMeer kann sich gut in nichtmenschliche Lebensformen hineinversetzen. Doch die meisten Sci-Fi-Nichtmenschen neigen dazu, eine menschliche Erscheinung zu sein, die uns in Größe, Anatomie und in grundsätzlichen Ähneln ähneln und von uns nur in ein oder zwei hervorgehobenen Merkmalen abweichen. Und hier liegt der Unterschied bei VanderMeer: Er schafft wirkliche Unterschiede und er nähert sich nicht so weit wie möglich den Nicht-Menschen an sondern macht eine solche Annäherung auch unmöglich. Komplex und schön, mit vielen Ebenen, mit einer Vision des Nichtmenschen nicht als eine feste Sache, ein festes Schicksal, sondern als friedlich oder katastrophal. Trotzdem ist „Borne“ In seinem Kern ein Roman über menschliche Beziehungen.

    Für mich ist dieses Buch eine der schönsten und glaubwürdigsten postapokalyptischen Erzählungen: Eine beträchtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass "Borne" nicht nur eine zukünftige, namenlose Stadt ist; ein enormer, fühlender, zerstörerischer biotechnischer Bär und der liebenswerte, intelligente Kopffüßler, der dem Buch seinen Titel gibt.

    Ein Buch, das insgesamt nicht ganz an die Kraft und Tiefe der Southern-Reach-Trilogie heranreicht, aber trotzdem ein ausgesprochenes Lesevergnügen bedeutet.

     

    Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Kunstmann Verlages

    http://www.kunstmann.de/titel-1-1/borne-1192/

    Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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    TanjaMaFis avatar
    TanjaMaFivor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Jeff VanderMeer kreiert unfassbar interessante Figuren. Die Geschichte selbst war leider etwas zu bizarr
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    Jupettas avatar
    Jupettavor 2 Monaten
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    Vernaissevor 2 Monaten
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    DrWarthropvor 5 Monaten
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    guybrushvor 6 Monaten
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    PrinceXLvor 6 Monaten
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    jedigirlvor einem Jahr

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