Jeff Zentner

 4.7 Sterne bei 33 Bewertungen
Autor von Zusammen sind wir Helden, The Serpent King und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Jeff Zentner

Zusammen sind wir Helden

Zusammen sind wir Helden

 (30)
Erschienen am 21.12.2017
The Serpent King

The Serpent King

 (3)
Erschienen am 08.03.2016
Goodbye Days

Goodbye Days

 (0)
Erschienen am 06.04.2017

Neue Rezensionen zu Jeff Zentner

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youBibianss avatar

Rezension zu "Zusammen sind wir Helden" von Jeff Zentner

Heldenhaft schön
youBibiansvor 3 Monaten

Dill wohnt mit seinen beiden Freunden Travis und Lydia in Forrestville. Das letzte Schuljahr ist für die drei gekommen und besonders Lydia freut sich darauf. Denn danach zieht sie nach New York und kann studieren. Doch Dill bleibt diese Chance nicht. Seine Familie kommt aus ärmlichen Verhältnissen. Sein Vater setzt im Knast, Seine Mutter hat Rückenprobleme und arbeitet sechs Tage die Woche und Dill muss die Schulden abbezahlen. Er sehnt sich nach einem guten Beruf und dass seine Freundschaft mit Lydia nicht kaputt geht. Denn da kommen immer mehr Gefühle ins Spiel.

Dieses Buch ist der Hammer. Es hat so ein tolle und gleichzeitig traurige Geschichte. Die Familienverhältnisse der drei sind unglaublich gut beschrieben. Dill, der die Schulden seines Vater abbezahlen soll, Travis, der zu Hause von seinem Säufervater geschlagen wird und Lydia, die quasi eine perfekte Familie mit einem perfekten Leben hat. Zusammen helfen sich die drei bei ihren Problemen, Sorgen und Wünschen und überstehen den Spott ihrer Mitschüler in der Highschool.

Auch der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Es ließ sich einfach und schnell lesen und die Hauptcharaktere waren verständlich beschrieben, sodass man sie beim Lesen vor sich sehen konnte. Ein unglaubliches Buch für alle Altersgruppen und Leute, die sich für realitätsnahe Geschichten interessieren.
Und ganz wichtig: Taschentücher bereithalten.

Marilena

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LillianMcCarthys avatar

Rezension zu "Zusammen sind wir Helden" von Jeff Zentner

Nach Startschwierigkeiten toll
LillianMcCarthyvor 5 Monaten

WARUM WOLLTE ICH ES LESEN? Das englische Original - The Scorpion King - hatte ich schon länger im Blick, da es auf Goodreads hoch gelobt wurde. Obwohl diese zeitgenössichen und tendentiell traurigen Geschichten sonst nicht das sind, was ich bevorzugt lese, haben mich die Anpreisungen neugierig gemacht.

HAT ES MEINE ERWARTUNGEN ERFÜLLT? Auch hier: Ja und nein. Meine Erwartungen waren unglaublich hoch und somit war es sehr schwer, mich zu überzeugen. Das hat das Buch auch nur zu großen Teilen, aber nicht komplett geschafft.

WAS HAT MIR GUT GEFALLEN? Das Buch ist brutal ehrlich. Nichts wird beschönigt und das tat manchmal sehr weh. Jeff Zentner spielt mit den Gefühlen des Lesers und konsturiert Charaktere, die tief unter die Haut gehen. Wow. Dazu finde ich den Schreibstil wahnsinnig gut. Man möchte gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören.

WAS HAT MICH GESTÖRT? Der Anfang. Mich hat das Buch in der zweiten Hälfte schwer beeindruckt und begeistert aber ebenso enttäuscht war ich vom Anfang. Ich kam nicht ins Buch hinein, kam nicht an die Charaktere heran und wusste erst einmal nicht, wohin die Story gehen sollte. Das ist auch der kleine Wehmutstropfen, der mit in die Bewertung einfließen musste.

FAZIT. Trotz eines wirklich schweren Anfangs mit dem Buch, konnte mich Zusammen sind wir Helden am Ende doch schwer begeistern. Die Thematik ist brutal ehrlich und traurig aber zugleich tief beeindruckend und wunderschön, die Charaktere gehen tief unter die Haut und man möchte seine Augen nicht mehr vom Geschriebenen lösen. | ★★★★☆

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Doctor-Isa-Potters avatar

Rezension zu "Zusammen sind wir Helden" von Jeff Zentner

Zusammen sind wir Helden / The Serpent King.
Doctor-Isa-Pottervor 7 Monaten

Meine Meinung.


Ich glaube, Jeff Zentner und ich werden wohl keine allzu guten Freunde mehr. Ich weiß nicht, was es ist, aber irgendwie haben seine Bücher immer etwas, das mich am Anfang sehr anspricht und am Ende dann doch bitter enttäuscht. Bei Goodbye Days war es schon so, dass mir die Grundidee sehr gut gefallen hat, mich die Geschichte insgesamt aber einfach nicht überzeugen konnte und mir das Gefühl vermittelt hat, als hätte sich der Autor ein bisschen zu viel vorgenommen. Mit seinem Debüt-Roman Zusammen sind wir Helden ging es mir sehr ähnlich, obwohl ich es insgesamt im Vergleich besser fand als seinen Nachfolger. Aber first things first: Ich möchte mich erst einmal ganz herzlich beim Carlsen Verlag bedanken, die kleinen Anfänger-Bloggern wie mir die Möglichkeit geben, eins von drei kostenlosen Rezensionsexemplaren auf ihrer Website auszusuchen, zu lesen und ihren Senf dazuzugeben. Dieses Angebot ist wirklich großartig!

Mann, dieses Buch ist echt eine harte Nuss. Irgendwie weiß ich gar nicht, wo ich dabei anfangen soll. Ehrlich gesagt ist mir der Einstieg in Zusammen sind wir Helden relativ schwer gefallen, weil ich schon so lange keine Deutschen Bücher mehr gelesen hatte und meiner Muttersprache erstmal wieder mächtig werden muss, wenn ich es doch versuche. Insgesamt hat mir der Schreibstil – besonders in den ersten Kapiteln, aber auch nach entsprechender Eingewöhnungszeit – nicht sonderlich gut gefallen. Er steckt voll von gestelzten Dialogen, die man von keiner Gruppe 17-jähriger Jugendlicher im echten Leben hören würde, unnötigen, ellenlangen Beschreibungen von Körperteilen und Gerüchen [es fiel ernsthaft mal der Satz „es roch nach sauberem Schimmel“ – WTF?], und viele Stellen ließen sich lesen wie meine alten Tagebucheinträge aus 2008. Gerade die klischee-belastete Darstellung von „den Bösen“ hat mich da sehr an Teenage!Isa erinnert, denn vor allem Dills Vater wird präsentiert wie ein Bösewicht aus uralten Filmen.

Von bitterbösen Vätern mal abgesehen ist sonst aber zum Glück kaum ein Charakter in eine Klischee-Schublade zu stecken, denn sie gehören größtenteils eher der „grauen“ Kategorie an. Meine Gefühle für sie würde ich – passend dazu – auch dort ablegen, denn sie sind doch recht gemischt. Die meisten Schwierigkeiten hatte ich Anfangs mit unserem Hauptcharakter Dillard „Dill“ Early. Dill ist auf den allerersten Blick eigentlich einfach nur ein Creepy Guy, der auf seine beste Freundin steht, es ihr aber [natürlich] nie sagen würde und sie deshalb ständig heimlich aus den Augenwinkeln beobachtet und irgendwelche seltsamen Beschreibungen von ihren Händen oder ihrem Hals macht oder ganz ganz ganztief einatmet, wenn sie ihn umarmt, um an ihren Haaren zu schnüffeln. [Ich weiß, ich weiß, er ist ein Teenager und verknallt und da macht man auch manchmal komische Dinge, aber ich finde es einfach immer wieder unangenehm, wie sowas in Jugendbüchern ständig romantisiert wird.] Mit der Zeit lernt man, dass es Dill im Leben nicht leicht hat. Sein Vater [der Böse, ihr erinnert euch], der örtliche Priester, ist schon seit längerer Zeit wegen des Besitzes von Kinderpornographie im Gefängnis [ist das Klischee zu krass, oder geht’s?] und hat seine Familie mit einem Berg von Schulden zurückgelassen. Seine Mutter hatte einen schlimmen Autounfall und arbeitet seitdem unter Schmerzen in mehreren Jobs, um irgendwie über die Runden zu kommen, während sie nach Feierabend lange Reden über die Liebe Jesu hält und Dill einzureden versucht, dass er die Schule schmeißen und einfach Vollzeit arbeiten sollte. Was man eben so macht als loving mother. Das Objekt von Dills Verehrung ist übrigens Lydia, die einen [meiner Meinung nach ziemlich schlechten] Modeblog namens Dollywould schreibt und damit relativ erfolgreich ist. Sie weiß genau, was sie vom Leben will und lässt sich von nichts aufhalten – Vor allem nicht von ihrer Südstaaten-Einöde Forrestville. Und dann gibt es noch Travis [my actual son, who deserves the world], der der größte Fan einer Game of Thrones artigen Buchreihe namens Bloodfall ist. Er liest diese Bücher 24/7, zitiert gerne seine Lieblingsstellen, ist in Fan-Foren aktiv und grundsätzlich einfach der goldigste Typ, den es gibt. 

Sehr positiv aufgefallen ist mir, dass dieses Buch nicht vor hässlichen Gefühlen zurückschreckt. Eifersucht, selbstsüchtiges Verhalten, Angst vor der Gegenwart und der Zukunft, vorm Verlassen werden und Alleinsein  – All das wird immer wieder schonungslos offen gezeigt und dabei nicht beschönigt oder heruntergespielt. Und so unsympathisch ich Dill zum Teil fand, so konnte ich mich doch sehr gut in manche seiner Gefühle hineinversetzen. Ich meine, wer ist tief im Inneren nicht traurig und vielleicht auch verletzt, wenn die beste Freundin oder der beste Freund wegzieht und einen in seinem Kaff zurücklassen will? Oder wenn alle um einen herum konkrete Zukunftspläne haben und man selber einfach völlig verloren ist?

Auch die Thematisierung sehr realer Probleme fand ich sehr gut und wichtig. Die finanziellen Schwierigkeiten von Dills Familie und seine engstirnige Mutter, die ihm das Studium verweigert – und selbst einen Schulabschluss für unsinnig hält. Travis’ gewalttätiger, alkoholkranker, homophober Vater. Depressionen, Verlust, Suizid-Gedanken.. Vor nichts davon schreckt Zusammen sind wir Helden zurück und auch wenn so manches Thema nur angerissen wird [und ich mir grundsätzlich gewünscht hätte, dass sie intensiver besprochen worden wären], fand ich diese Art von Repräsentation wirklich wichtig. Vor allem, da sie in anderen Coming-of-Age-Jugendbüchern dieser Art viel zu selten vorkommt!

Fazit.

Zusammen sind wir Helden ist ein Jugendbuch, das thematisch in dieser Kategorie auf jeden Fall hervorsticht und dessen Geschichte tiefer ist, als man auf den ersten Blick denken mag. Und obwohl ich persönlich Abzüge für den Schreibstil und so einige Plot-Punkte gegen Ende des Buches machen muss, gibt es wiederum viele Pluspunkte für die Repräsentation der alltäglichen und besonderen Probleme im Leben von Dill, Lydia und Travis. Insgesamt in meinen Augen das stärkere der beiden Bücher von Jeff Zentner!

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