Zusammen sind wir Helden

von Jeff Zentner 
4,6 Sterne bei27 Bewertungen
Zusammen sind wir Helden
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Doctor-Isa-Potters avatar

Ein gutes Buch, das wichtige Themen anspricht. Dennoch kann ich den Hype nicht ganz nachvollziehen..

L

Eine einfach wundervolle Geschichte über drei besondere Jugendliche, die ich euch nur ans Herz legen kann!

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Inhaltsangabe zu "Zusammen sind wir Helden"

Ohne seine Gitarre wäre Dills Leben wirklich trostlos: Sein Vater ist im Gefängnis, seine Mutter unglücklich, und nach der Schule soll er im örtlichen Supermarkt arbeiten, um die Schulden abzubezahlen. Aber Dill sehnt sich nach einem anderen Leben, irgendwo da draußen. Seine Träume teilt er mit seinen beiden besten Freunden: Lydia, selbstbewusst und mit dem festen Plan, als Modebloggerin nach New York zu gehen, und Travis, der halb in seiner geliebten Fantasy-Serie lebt. Zusammen, glauben sie, können sie alles schaffen …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783551556851
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:368 Seiten
Verlag:Carlsen
Erscheinungsdatum:21.12.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    LillianMcCarthys avatar
    LillianMcCarthyvor 3 Monaten
    Nach Startschwierigkeiten toll

    WARUM WOLLTE ICH ES LESEN? Das englische Original - The Scorpion King - hatte ich schon länger im Blick, da es auf Goodreads hoch gelobt wurde. Obwohl diese zeitgenössichen und tendentiell traurigen Geschichten sonst nicht das sind, was ich bevorzugt lese, haben mich die Anpreisungen neugierig gemacht.

    HAT ES MEINE ERWARTUNGEN ERFÜLLT? Auch hier: Ja und nein. Meine Erwartungen waren unglaublich hoch und somit war es sehr schwer, mich zu überzeugen. Das hat das Buch auch nur zu großen Teilen, aber nicht komplett geschafft.

    WAS HAT MIR GUT GEFALLEN? Das Buch ist brutal ehrlich. Nichts wird beschönigt und das tat manchmal sehr weh. Jeff Zentner spielt mit den Gefühlen des Lesers und konsturiert Charaktere, die tief unter die Haut gehen. Wow. Dazu finde ich den Schreibstil wahnsinnig gut. Man möchte gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören.

    WAS HAT MICH GESTÖRT? Der Anfang. Mich hat das Buch in der zweiten Hälfte schwer beeindruckt und begeistert aber ebenso enttäuscht war ich vom Anfang. Ich kam nicht ins Buch hinein, kam nicht an die Charaktere heran und wusste erst einmal nicht, wohin die Story gehen sollte. Das ist auch der kleine Wehmutstropfen, der mit in die Bewertung einfließen musste.

    FAZIT. Trotz eines wirklich schweren Anfangs mit dem Buch, konnte mich Zusammen sind wir Helden am Ende doch schwer begeistern. Die Thematik ist brutal ehrlich und traurig aber zugleich tief beeindruckend und wunderschön, die Charaktere gehen tief unter die Haut und man möchte seine Augen nicht mehr vom Geschriebenen lösen. | ★★★★☆

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    Doctor-Isa-Potters avatar
    Doctor-Isa-Pottervor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein gutes Buch, das wichtige Themen anspricht. Dennoch kann ich den Hype nicht ganz nachvollziehen..
    Zusammen sind wir Helden / The Serpent King.

    Meine Meinung.


    Ich glaube, Jeff Zentner und ich werden wohl keine allzu guten Freunde mehr. Ich weiß nicht, was es ist, aber irgendwie haben seine Bücher immer etwas, das mich am Anfang sehr anspricht und am Ende dann doch bitter enttäuscht. Bei Goodbye Days war es schon so, dass mir die Grundidee sehr gut gefallen hat, mich die Geschichte insgesamt aber einfach nicht überzeugen konnte und mir das Gefühl vermittelt hat, als hätte sich der Autor ein bisschen zu viel vorgenommen. Mit seinem Debüt-Roman Zusammen sind wir Helden ging es mir sehr ähnlich, obwohl ich es insgesamt im Vergleich besser fand als seinen Nachfolger. Aber first things first: Ich möchte mich erst einmal ganz herzlich beim Carlsen Verlag bedanken, die kleinen Anfänger-Bloggern wie mir die Möglichkeit geben, eins von drei kostenlosen Rezensionsexemplaren auf ihrer Website auszusuchen, zu lesen und ihren Senf dazuzugeben. Dieses Angebot ist wirklich großartig!

    Mann, dieses Buch ist echt eine harte Nuss. Irgendwie weiß ich gar nicht, wo ich dabei anfangen soll. Ehrlich gesagt ist mir der Einstieg in Zusammen sind wir Helden relativ schwer gefallen, weil ich schon so lange keine Deutschen Bücher mehr gelesen hatte und meiner Muttersprache erstmal wieder mächtig werden muss, wenn ich es doch versuche. Insgesamt hat mir der Schreibstil – besonders in den ersten Kapiteln, aber auch nach entsprechender Eingewöhnungszeit – nicht sonderlich gut gefallen. Er steckt voll von gestelzten Dialogen, die man von keiner Gruppe 17-jähriger Jugendlicher im echten Leben hören würde, unnötigen, ellenlangen Beschreibungen von Körperteilen und Gerüchen [es fiel ernsthaft mal der Satz „es roch nach sauberem Schimmel“ – WTF?], und viele Stellen ließen sich lesen wie meine alten Tagebucheinträge aus 2008. Gerade die klischee-belastete Darstellung von „den Bösen“ hat mich da sehr an Teenage!Isa erinnert, denn vor allem Dills Vater wird präsentiert wie ein Bösewicht aus uralten Filmen.

    Von bitterbösen Vätern mal abgesehen ist sonst aber zum Glück kaum ein Charakter in eine Klischee-Schublade zu stecken, denn sie gehören größtenteils eher der „grauen“ Kategorie an. Meine Gefühle für sie würde ich – passend dazu – auch dort ablegen, denn sie sind doch recht gemischt. Die meisten Schwierigkeiten hatte ich Anfangs mit unserem Hauptcharakter Dillard „Dill“ Early. Dill ist auf den allerersten Blick eigentlich einfach nur ein Creepy Guy, der auf seine beste Freundin steht, es ihr aber [natürlich] nie sagen würde und sie deshalb ständig heimlich aus den Augenwinkeln beobachtet und irgendwelche seltsamen Beschreibungen von ihren Händen oder ihrem Hals macht oder ganz ganz ganztief einatmet, wenn sie ihn umarmt, um an ihren Haaren zu schnüffeln. [Ich weiß, ich weiß, er ist ein Teenager und verknallt und da macht man auch manchmal komische Dinge, aber ich finde es einfach immer wieder unangenehm, wie sowas in Jugendbüchern ständig romantisiert wird.] Mit der Zeit lernt man, dass es Dill im Leben nicht leicht hat. Sein Vater [der Böse, ihr erinnert euch], der örtliche Priester, ist schon seit längerer Zeit wegen des Besitzes von Kinderpornographie im Gefängnis [ist das Klischee zu krass, oder geht’s?] und hat seine Familie mit einem Berg von Schulden zurückgelassen. Seine Mutter hatte einen schlimmen Autounfall und arbeitet seitdem unter Schmerzen in mehreren Jobs, um irgendwie über die Runden zu kommen, während sie nach Feierabend lange Reden über die Liebe Jesu hält und Dill einzureden versucht, dass er die Schule schmeißen und einfach Vollzeit arbeiten sollte. Was man eben so macht als loving mother. Das Objekt von Dills Verehrung ist übrigens Lydia, die einen [meiner Meinung nach ziemlich schlechten] Modeblog namens Dollywould schreibt und damit relativ erfolgreich ist. Sie weiß genau, was sie vom Leben will und lässt sich von nichts aufhalten – Vor allem nicht von ihrer Südstaaten-Einöde Forrestville. Und dann gibt es noch Travis [my actual son, who deserves the world], der der größte Fan einer Game of Thrones artigen Buchreihe namens Bloodfall ist. Er liest diese Bücher 24/7, zitiert gerne seine Lieblingsstellen, ist in Fan-Foren aktiv und grundsätzlich einfach der goldigste Typ, den es gibt. 

    Sehr positiv aufgefallen ist mir, dass dieses Buch nicht vor hässlichen Gefühlen zurückschreckt. Eifersucht, selbstsüchtiges Verhalten, Angst vor der Gegenwart und der Zukunft, vorm Verlassen werden und Alleinsein  – All das wird immer wieder schonungslos offen gezeigt und dabei nicht beschönigt oder heruntergespielt. Und so unsympathisch ich Dill zum Teil fand, so konnte ich mich doch sehr gut in manche seiner Gefühle hineinversetzen. Ich meine, wer ist tief im Inneren nicht traurig und vielleicht auch verletzt, wenn die beste Freundin oder der beste Freund wegzieht und einen in seinem Kaff zurücklassen will? Oder wenn alle um einen herum konkrete Zukunftspläne haben und man selber einfach völlig verloren ist?

    Auch die Thematisierung sehr realer Probleme fand ich sehr gut und wichtig. Die finanziellen Schwierigkeiten von Dills Familie und seine engstirnige Mutter, die ihm das Studium verweigert – und selbst einen Schulabschluss für unsinnig hält. Travis’ gewalttätiger, alkoholkranker, homophober Vater. Depressionen, Verlust, Suizid-Gedanken.. Vor nichts davon schreckt Zusammen sind wir Helden zurück und auch wenn so manches Thema nur angerissen wird [und ich mir grundsätzlich gewünscht hätte, dass sie intensiver besprochen worden wären], fand ich diese Art von Repräsentation wirklich wichtig. Vor allem, da sie in anderen Coming-of-Age-Jugendbüchern dieser Art viel zu selten vorkommt!

    Fazit.

    Zusammen sind wir Helden ist ein Jugendbuch, das thematisch in dieser Kategorie auf jeden Fall hervorsticht und dessen Geschichte tiefer ist, als man auf den ersten Blick denken mag. Und obwohl ich persönlich Abzüge für den Schreibstil und so einige Plot-Punkte gegen Ende des Buches machen muss, gibt es wiederum viele Pluspunkte für die Repräsentation der alltäglichen und besonderen Probleme im Leben von Dill, Lydia und Travis. Insgesamt in meinen Augen das stärkere der beiden Bücher von Jeff Zentner!

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    BeaSwissgirls avatar
    BeaSwissgirlvor 4 Monaten
    Zusammen sind wir Helden

    Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)

    Durch eine begeisterte Rezension einer lieben Bloggerin bin ich erst auf dieses Buch hier aufmerksam geworden und da wir buchtechnisch oft einer Meinung sind durfte es sofort bei mir einziehen.

    Der Schreibstil ist flüssig, schnörkellos und unkompliziert dennoch gelingt es dem Autor mit nur wenigen Worten eine eindringliche Atmosphäre und Bilder Im Kopf entstehen zu lassen. Ebenfalls schreibt er sehr gefühlvoll und berührend ohne dabei aber dramatisch oder kitschig zu werden.  Dies hat mich für ein Debut wirklich positiv überrascht, vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass er Singer- und Songwriter ist?
    Erzählt wird aus drei Perspektiven im personalen Stil immer auch klar am Anfang des Kapitels mit dem jeweiligen Namen deklariert.

    Durch diese Darstellung erhalten wir einen gründlichen Einblick in das Leben aller drei " Protagonisten" und die Gefühle& Gedanken sind wirklich unheimlich transparent.
    Dill, Travis und Lydia sind total unterschiedliche Charaktere mit Ecken und Kanten, sehr greifbar, lebendig, nicht austauschbar und werden mir deshalb sicher auch im Gedächtnis haften bleiben.
    Ich mochte sie alle drei und ihre Freundschaft, ihre Handlungen und Reaktionen haben mich zum lachen gebracht und immer wieder mein Herz erwärmt.

    Die Geschichte ist so vielfältig behandelt mehrere Thematiken,trotzdem ist sie nicht überladen oder oberflächlich, im Gegenteil. Es wird sehr sensibel und tiefgründig auf die verschiedenen Aspekte eingegangen.
    Mich hat dieses Buch nachdenklich gestimmt, zum schmunzeln gebracht, wütend gemacht und wahnsinnig bewegt. Tatsächlich hatte ich manchmal sogar Tränen in den Augen und stand kurz davor los zu weinen . Zwar bin ich bei Musik oder Filmen eine richtige Heulsuse bei Büchern ist dies aber eigentlich nie der Fall.....

    Auf die Frage was ein gutes Buch ausmacht antwortete Jeff Zetner einmal mit diesen Worten " Herz. Ein grosses, schlagendes Herz"  und genau DAS hat diese Geschichte hier <3

    5 Sterne    

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    Damariss avatar
    Damarisvor 5 Monaten
    Ein wunderbares Herzensbuch!

    Was soll ich zu diesem Buch nur sagen? Außer, dass es sich sofort tief in mein Herz gegraben hat, wie es schon auf dem Schutzumschlag prophezeit wurde. Ja, da hatte das Zitat von The Globe and Mail vollkommen recht. Denn "Zusammen sind wir Helden" rührte sofort etwas in mir an, das mich während der kompletten Lektüre nicht los ließ, das mich begeisterte, aber auch wütend machte und erschütterte. Es ist eine Freude Dill, Travis und Lydia ein Stückchen auf ihrem Weg zu begleiten, gleichzeitig aber auch eine emotionale, fast etwas hilflos machende Achterbahnfahrt. Dieses Buch muss man lesen!

    Es geht um drei Jugendliche, die in der ländlichen Umgebung von Nashville/Tennessee wohnen - in einem sehr nationalistischen Teil der USA. Im Alltag sind sie alle mit Vorurteilen behaftet, kommen täglich in Kontakt mit Rassismus, Mobbing oder Sexismus und (verbaler) Gewalt. Jeff Zentners großes Überthema ist, dass sich jeder dieser drei Jugendlichen einen Ausbruch aus dieser Gesellschaft wünscht. Bei Lydia scheint dieser Ausbruch zum Greifen nah, bei Dill sehr weit entfernt bis unmöglich, und Travis wäre schon glücklich, ein eigenständiges Leben, weg von seinem gewalttätigen Zuhause, zu haben.

    Dills Leben ist geprägt von Kontroversen. Sein Elternhaus ist nicht nur sehr religiös, nein, sein Vater leitet eine der christlich-fundametalistischen Kirchen, deren Anhänger Gottes Beistand durch Zeichen herausfordern, indem sie Gift trinken oder mit gefährlichen Schlangen hantieren. Zur Zeit sitzt Dills Vater aber wegen dem Besitz von Kinderpornographie im Gefängnis. Eine Prüfung Gottes, wie er sagt. Schuld bei sich selbst sieht er nicht, Reue schon gar nicht. Dill und seine Mutter kommen mehr schlecht als recht über die Runden. Er möchte eine neues Leben beginnen, kämpft aber mit falschem Verantwortungsbewusstsein und der anerzogenen Lehre.
    Travis arbeitet im Holzlager seines Vaters. Dieser versäumt keine Gelegenheit, sich über seinen Sohn lustig zu machen, ihn zu demütigen, zu verachten, zu verprügeln. Darum lebt Travis auch in der Fantasywelt einer Romanreihe, in der er völlig aufgeht, die ihm mehr Zuhause ist als sein Elternhaus.
    Lydias Eltern sind recht wohlhabend und achten auf ihre Tochter. Außerdem hat Lydia einen sehr bekannten Mode- und Lifestyleblog. Bei ihren Fans und Followern genießt sich Wohlwollen und ein hohes Ansehen. In ihrer kleinen Heimatstadt, von Mitschülern, wird sie eher kritisch beäugt und ist eine Außenseiterin. Sie möchte unbedingt weg und erfüllt durch ihre Verbindungen zur Mode- und Beautyszene auch alle Voraussetzungen dafür.

    Diese drei Jugendlichen sind beste Freunde und hängen sehr aneinander. Sie sind grundverschieden, haben aber auch Gemeinsamkeiten, indem sie mit ihren jeweiligen Lebensumständen zu kämpfen haben. Das schweißt sie zusammen. Und so richtig kann sich keiner von ihnen vorstellen, dass sich ihre Lebenswege bald trennen sollen. Der Autor schildert die Vorfälle um Dill, Travis und Lydia so gefühlvoll und zu Herzen gehend, dass ich mir relativ sicher bin, dass beim Lesen kein Auge trocken bleiben wird. Es gibt Wendungen, die in ein tiefes Loch reißen und die mich schockiert und bestürzt haben. Manchmal fiel es mir fast schwer, aber ich wollte nicht wegsehen. Nach einem einfühlsamen Auf und Ab endet das Buch konsequent realistisch. Aber so, dass man die Geschichte mit einem guten, wenn auch wehmütigen Gefühl zurücklässt.

    Fazit
    Bis eben grade habe ich mir noch überlegt, ob ich "Zusammen sind wir Helden" den Lieblingsbuchstatus verleihen kann. Ja, ich kann und ich will! Das Buch ist ein wunderbares Herzensbuch. Es ist auf eine gefühlvolle Art mitreißend, steckt so voller Authentizität und dramatischer Brisanz, dass man sich als zuschauender Leser nur schwer lösen kann. Ein Highlight, das mich gleichzeitig schwer begeistert und tief emotional gepackt hat. Das hatte ich schon lange nicht mehr. Es sollte viel mehr davon geben. Lesen! Nicht weniger als 5 von 5 Sterne.

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    _dieliebezumbuchs avatar
    _dieliebezumbuchvor 5 Monaten
    Tolles Jugendbuch.

    Handlung:

    Ohne seine Gitarre wäre Dills Leben wirklich trostlos: Sein Vater ist im Gefängnis, seine Mutter unglücklich, und nach der Schule soll er im örtlichen Supermarkt arbeiten, um die Schulden abzubezahlen. Aber Dill sehnt sich nach einem anderen Leben, irgendwo da draußen. Seine Träume teilt er mit seinen beiden besten Freunden: Lydia, selbstbewusst und mit dem festen Plan, als Modebloggerin nach New York zu gehen, und Travis, der halb in seiner geliebten Fantasy-Serie lebt. Zusammen, glauben sie, können sie alles schaffen …


    Worum geht es? Kurze Zusammenfassung:

    In diesem schönen Jugendbuch geht es um die drei Freunde Dill, Travis & Lydia. Die drei könnten nicht unterschiedlicher sein. Dill ist ein Sohn des Pfarrers, jedoch sitzt dieser im Gefängnis da die Polizei Kinderpornografie bei ihm fand. Lydia ist eine erfolgreiche Modebloggerin aus sehr gutem Hause, da ihre beiden Eltern Ärzte sind. Travis hingegen ist ein dicker Junge, der liebe seine Bücher liest & online zockt, statt sich dem wahren Leben zu stellen. Sein älterer Bruder ist vor ein paar Jahren gestorben, seitdem ist der Vater ein Säufer & kommt mit seinem einzigen Sohn nicht mehr so ganz zurecht.


    Trotz allem sind die drei die besten Freunde & verbringen sehr viel Zeit miteinander. Dill ist ein sehr schlaues Köpfchen, aber da sein Vater im Gefängnis sitzt, fehlt der Familie natürlich Geld. Dills Mutter kommt auf die Idee, dass Dill die Schule doch schmeißen kann um richtig arbeiten gehen zu können. So hätten sie mehr Geld zur Verfügung & würden besser über die Runden kommen.


    Als dies Dill seiner Freundin Lydia erzählt denkt diese, dass sie nicht richtig hört. Lydia ist direkt dagegen, immerhin ist Dill einer der schlausten Menschen die sie kennt & sie würde sich für ihn wünschen, dass er die Schule gut abschließen soll um ein Stipendium für eine Universität zu bekommen.


    Travis gerät ja öfters mit seinem Vater aneinander, deswegen sitzt er meistens auch nur in seinem Zimmer & spielt seine Online Spiele oder er liest seine geliebten Fantasie Bücher. Ohne seinen Zauberstab den er besitzt, verlässt er auch nicht das Haus, was Lydia zum Beispiel auch ein wenig peinlich ist. Während seines spielens lernt er online auch ein Mädchen kennen. Die beiden tauschen ihre Nummern aus & schreiben sich nun Nachrichten hin- & her. So verliebt sich Travis auch.


    Obwohl die drei viel Zeit miteinander verbringen & Lydia ja erfolgreiche Bloggerin ist, hat sie bis jetzt trotzdem noch kein einziges Bild ihrer beiden beste Freunde veröffentlicht, denn das wäre ihr zu peinlich & nicht gut für ihr Image. Ihr Traum ist es, nach der Schule in New York zu Studieren & eine gute Modebloggerin zu werden. Anders als ihre beiden Freunde verfügt sie jedenfalls auch über das Geld dazu.


    Eines Tages passiert jedoch etwas sehr schlimmes, was die Freunde über ihr bisheriges Leben nachdenken lässt…


    Meine Meinung:

    Dies ist das erste Buch des Autoren Jeff Zentners, welches ich gelesen habe & es hat mir im großen & ganzen ganz gut gefallen. Es ist ein sehr schönes Jugendbuch. Der Schreibstil war flüssig gewählt & da die einzelnen Kapitel nicht besonders lang sind, hatte ich dieses Buch auch schnell ausgelesen.


    Die einzelnen Kapitel sind immer jeweils aus dem Leben von Dill, Lydia oder Travis gewählt. So konnte man die drei noch besser verstehen.


    Die Hauptprotagonisten Dill & Travis mochte ich ganz gerne. Lydia hingegen fand ich sehr oberflächlich. Mag sein, dass die beiden ihre besten Freunde sind, jedoch verstehe ich nicht, wieso Dill & Travis ihr dann so peinlich sind. Das macht Lydia in meinen Augen einfach nur oberflächlich & deswegen kann ich sie nicht leiden.


    Das Ende des Buches finde ich sehr traurig. Man braucht schon noch eine gewisse Zeit um dieses Ende zu verdauen.


    Fazit:

    An dieser Stelle möchte ich mich beim Verlag für mein Rezensionsexemplar bedanken!


    Da ich fand, dass dies ein wirklich sehr schönes Jugendbuch ist, gebe ich diesem Buch 4/5 Sterne!!

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    kathrineverdeens avatar
    kathrineverdeenvor 5 Monaten
    Rezension zu "Zusammen sind wir Helden" von Jeff Zentner

    Manche Bücher machen es einem sehr schwer sie zu beschreiben und auch zu bewerten. Meine letzte Lektüre zählt eindeutig zu dieser Kategorie. „Zusammen sind wir Helden“ von Jeff Zentner ist mir vor allem wegen der sehr positiven Rezensionen aufgefallen und ich war irgendwann so neugierig, dass ich es lesen musste. Zu Beginn habe ich noch sehr interessiert gelesen, denn die drei literarischen Hauptfiguren, die uns an ihren Erlebnissen ihres gemeinsamen letzten Schuljahrs teilhaben lassen, sind sehr konträr und sie haben alle eine sehr komplexe und interessante Vergangenheit, die sie auf ungewöhnliche Weise miteinander verbindet und zu Freunden gemacht hat.

    Die Protagonisten Dill, Lydia und Travis berichten uns Lesern auf den ersten Seiten, wo sie aktuell in ihrem Leben stehen und welche Veränderungen für sie nach ihrem letzten Jahr an der Highschool anstehen. Nach und nach erfährt man jedoch auch vieles aus ihrer Vergangenheit und von ihren Ängsten vor den kommenden Ereignissen, jedoch geben die literarischen Figuren nur uns Lesern einen Einblick in ihre Gefühlswelt. Die drei Freunde haben einige Geheimnisse voreinander – was man anhand der schwerwiegenden Probleme gut nachvollziehen kann. Schließlich geht man mit Themen wie religiöser Fanatismus, häuslicher Gewalt und einem Vater, der im Gefängnis sitzt, nur ungern hausieren.

    Dill, der ohne seine Gitarre ein völlig trostloses Leben hätte, Lydia, die ambitionierte Modebloggerin, die sich auf ein aufregendes Leben in New York freut und Travis, der es vorzieht sich tief in seine Bücher zu vergraben, um der wahren Welt zu entfliehen: Dieser Roman lebt von seinen divergenten literarischen Figuren, ihren verschiedenen Zielen und ihren Hoffnungen. Las ich anfangs noch mit großer Begeisterung, kam irgendwann ein Wendepunkt. Die Handlung bekam eine sehr träge Note und eine hoffnungslose Stimmung aufgedrückt, von der man sich als Leser nur bedingt freimachen kann. Das Geschehen verliert seine Dynamik und ich hatte das Gefühl mit den literarischen Figuren in ihrem Kaff festzusitzen. Nach fast hundert Seiten war ich kurz davor das Buch abzubrechen, weil mein Lesefluss immer wieder ins Stocken geriet. Zum Glück habe ich mich durch diese Phase durchgekämpft und wurde mit vielen tiefgründigen und sehr gefühlvollen Momenten belohnt, die oft auch einen sehr traurigen Ursprung haben.

    Jeff Zentner beschreibt in seinem Roman „Zusammen sind wir Helden“ wie hoffnungslos das Leben manchmal erscheint, ohne dabei den Blick auf das Wesentliche zu verlieren. Er erzählt auf eindrucksvolle Weise, wie sehr wichtige Personen - Eltern und Freunde - unser Leben prägen und beeinflussen können. Zentner verdeutlicht aber auch, welche Möglichkeiten man im Leben ergreifen kann, wenn man den Mut hat seine Träume zu verwirklichen, und wie wichtig es ist dabei einen guten Freund an seiner Seite zu haben.

    www.kathrineverdeen.blogspot.de

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    Pastellherzs avatar
    Pastellherzvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: eine sehr bewegende Geschichte über Freundschaft, Familie, Zusammenhalt, Hoffnung und Träume
    Über Freundschaft, Familie, Zusammenhalt, Hoffnung und Träume

    „Wir müssen von jetzt an aufeinander aufpassen. Wir müssen für einander Familie sein, weil unsere eigenen so verkorkst sind. Wir müssen uns ein besseres Leben schaffen. Wir müssen endlich anfangen, die Dinge zu tun, vor denen wir uns fürchten…“

    Inhalt:
    Seitdem Dills Vater verhaftet wurde, führt Dill ein sehr schweres Leben. Er leidet unter dem schlechten Ruf seines Vaters und muss neben der Schule arbeiten, um seine Schulden abzubezahlen. Seine Mutter wird immer unglücklicher und er kann nichts dagegen tun. Die einzigen, die ihm Halt bieten, sind seine Freunde Lydia und Travis und seine Gitarre. Lydia ist erfolgreiche Modebloggerin und möchte in New York studieren. Travis ist ein Fantasyliebhaber und lebt in seiner eigenen Welt. Auch Lydia und Travis haben einige Probleme, aber zusammen, glauben sie, können sie alles schaffen..

    Cover:
    Das Cover ist wirklich schön geworden. Es wirkt so, als würden sich die Jugendlichen nach der Freiheit der großen Stadt sehnen, das passt sehr gut zum Inhalt.

    Meine Meinung:
    Das Buch ist viel ernster und tiefgründiger, als ich zunächst angenommen habe. Die Charaktere haben in ihren jungen Jahren einiges durchmachen müssen und ihre Geschichten haben mich sehr berührt.
    Die Geschichte wechselt zwischen den Perspektiven der drei Freunde hin und her. Jedes Kapitel wird aus einer anderen Sicht erzählt, sodass man die Gefühle und Gedanken der drei sehr gut kennen lernt. Die drei Charaktere sind sehr einzigartig, die alle ihre eigene, spezielle Geschichte haben. 

    "Die Leute haben Angst vor Kummer und Schmerz. Sie glauben, das ist ansteckend, wie eine Krankheit."

    Dill und Travis sind mir sehr ans Herz gewachsen, nur mit Lydia hatte ich anfangs etwas Schwierigkeiten. Sie wirkt oberflächlich und egoistisch. Im Laufe der Geschichte macht sie aber eine schöne Entwicklung durch, weshalb ich schließlich doch mit ihr warm wurde. Sie ist diejenige, die die Gruppe mit ihrer aufgeweckten Art motiviert, sich von niemanden unterkriegen zu lassen und dennoch das Beste aus ihrem Leben zu machen. Sie selbst hat auch große Träume. 

    Travis war für mich am interessantesten. Seine Interessen und sein Kleidungsstil sind recht speziell, weshalb er sich oft unverstanden fühlt. Dennoch fügt er sich perfekt in die kleine Gruppe ein und war der "Ruhepol". Er versucht stets die Harmonie zwischen seinen Freunden aufrecht zu erhalten, obwohl bei ihm Zuhause alles andere als Harmonie vorherrscht. 

    Dill fühlt sich auf vielerlei Art und Weise verlassen. Sein Vater sitzt im Gefängnis und hat ihm damit den Ruf versaut. Seine Mutter erwartet, dass er seine Pflichten erfüllt und Geld verdient, damit sie die Schulden seines Vaters abbezahlen können und hat dabei kein Verständnis für Dills Wünsche. Lydia möchte nach New York ziehen, während er in der Kleinstadt zurückbleiben "muss". 

    Doch es geht noch um viel mehr als um die Sorgen und Probleme der Freunde. Ich möchte an dieser Stelle allerdings nicht zu viel verraten, das sollte jeder selbst entdecken.

    „Wofür war das denn?“, fragte Dill.
    „Du hast ausgesehen, als sei dein Herz auf einen Legostein getreten.“

    Die Rolle der Musik war mir etwas zu gering. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass die Songtexte von Dills Songs beigefügt werden. So kann man sich das Ganze besser vorstellen und hätte noch tiefere Einblicke in Dills Gedanken und Gefühlswelt erhalten.

    Der Schreibstil von Jeff Zentner ist ergreifend und angenehm zu lesen. Ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen, so versunken war ich in die Geschichte. Das Buch hat mich wirklich berührt und auch zum Nachdenken gebracht. Es enthält viele sehr schöne, bewegende und auch traurige Szenen. Die Gefühle der Figuren werden sehr detailliert beschrieben, sodass sie einem recht nahe gehen. Man sollte aufpassen, dass man sich nicht zu sehr mitreißen lässt um nicht selbst runtergezogen zu werden - dies spricht aber nur für den Autor. Dennoch sollte man es vielleicht nicht in einer Phase lesen, wo es einem selbst nicht gut geht.

    "Wer die Welt verändern will, muss bei sich selbst anfangen."

    Fazit:
    "Zusammen sind wir Helden" ist eine sehr bewegende Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt, Hoffnung und Träume. Man fühlt mit den Figuren mit und erlebt eine Achterbahn der Gefühle. Es regt zum Nachdenken an und lässt einen nicht mehr los. Mir hat es sehr gut gefallen und ich kann es euch nur ans Herz legen.
    4,5/5 Sterne

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    B
    BunteWortevor 6 Monaten
    Absolut berührend

    Normalerweise würde ich jetzt etwas zum Schreibstil des Autors (der ungewöhnlich, aber wunderbar passend zum Inhalt ist) oder zu den Figuren der Geschichte (die zwar teilweise skurril, aber gleichzeitig glaubwürdig sind), aber all das ist für mich gar nicht das Wichtigste an diesem Buch.

    Ganz ehrlich? Am liebsten würde ich in Superlativen über das Buch reden, denn genau das hat es verdient.

    Im Bereich der realistischen Jugendliteratur ist es das Beste was ich seit langem gelesen habe.

    Leser meiner kleinen bunten Buchwelt kennen mein Lieblingsbuch. Ich habe "Die Mitte der Welt" zum ersten Mal vor 17 Jahren gelesen und seit dem suche ich nach einem Buch, das ähnlich ist. Jetzt habe ich es gefunden.

    "Zusammen sind wir Helden" ist ein Jugendroman mit wunderbaren Figuren, in jeder von ihnen kann man ein Stück von sich selbst wiederfinden. Es ist ein Buch, dass ganz ehrlich von den absoluten Schattenseiten des Lebens berichtet und es dabei schafft, trotzdem Hoffnung aufkeimen zu lassen.

    Irgendwie fehlen mir die richtigen Worte, ich kann nur sagen:

    Leute, lest dieses Buch!

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    Skyline-Of-Bookss avatar
    Skyline-Of-Booksvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Poetisch, berührend und voller sympathischer Auenseiter, die Päckchen zu tragen haben
    Poetisch, berührend und voller sympathischer Auenseiter, die Päckchen zu tragen haben

    Klappentext

    „Ohne seine Gitarre wäre Dills Leben wirklich trostlos: Sein Vater ist im Gefängnis, seine Mutter unglücklich, und nach der Schule soll er im örtlichen Supermarkt arbeiten, um die Schulden abzubezahlen. Aber Dill sehnt sich nach einem anderen Leben, irgendwo da draußen. Seine Träume teilt er mit seinen beiden besten Freunden: Lydia, selbstbewusst und mit dem festen Plan, als Modebloggerin nach New York zu gehen, und Travis, der halb in seiner geliebten Fantasy-Serie lebt. Zusammen, glauben sie, können sie alles schaffen …“

     

    Gestaltung

    Das Covermotiv passt für mich ideal zur Geschichte, denn es visualisiert die Protagonisten des Buches, die zusammen auf einem Gerüst hocken und auf eine Stadt blicken. Diese Stadt im Hintergrund finde ich sehr gelungen, da sie mit den verschiedenen Farben super harmoniert und durch das Gerüst und die Jugendlichen auf dem Cover kommt zudem eine schöne Perspektive in das Bild rein. So wirkt es, als würde ich als Betrachter gemeinsam mit den Jugendlichen auf die Stadt blicken. Ich mag auch die weiße Schrift des Titels und das Symbol mit den Sternen sehr gerne, da sich dieses vor dem dunkleren Hintergrund sehr schön abhebt und ins Auge sticht.

     

    Meine Meinung

    Meine Erwartungen an dieses Buch waren tatsächlich sehr hoch. Ich kann gar nicht genau sagen, wieso das so war, aber nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, hatte ich eine sehr bedeutsame Geschichte über Außenseiter, Träume, Zusammenhalt und Freundschaft erwartet und genau das habe ich auch bekommen. Das Debüt von Jeff Zentner setzt sich in „Zusammen sind wir Helden“ mit der rauen Realität und der Suche nach der Zukunft auseinander und berührt so auf sehr vielen verschiedenen Ebenen.

     

    In dem Buch geht es um die drei Freunde Dill, Lydia und Travis, die alle ihr Päckchen zu tragen haben und deswegen zu den Außenseitern zählen. Dill wird von den Menschen gemieden und verurteilt, weil sein Vater, der Pfarrer der Kleinstadt, grausame Dinge getan hat. Travis leidet unter seinem gewalttätigen Vater und dem Verlust seines Bruders und Lydia hat zwar ein stabiles Elternhaus, wird aber in der Schule aufgrund des Erfolgs ihres Modeblogs von anderen gemieden. Diese drei Figuren halten dafür umso stärker zusammen und ihre Beziehung hat mich wirklich zutiefst bewegt. Sie ist im Buch so realistisch dargestellt, dass ich mir manchmal vorkam, als wäre ich ein Teil dieser Freundschaft. Es kommt auch mal zum Streit zwischen den Figuren, aber dennoch stehen sie einander immer bei.

     

    Zudem befinden sie sich mit dem nahenden Schulabschluss in einer Situation, die mir (und sicher auch vielen anderen) nicht unbekannt ist, wodurch der Identifikationsfaktor nochmal erhöht wurde. Aber nicht nur durch dieses Gefühl des Gefangenseins im Hier und Jetzt und des Vorwärts-bewegens in Richtung Zukunft, sondern auch durch die verschiedenen anderen Themen und Schicksale der Figuren schafft der Autor es, eine Ebene zu erschaffen, die den Leser mit den Figuren mitfühlen und  -leiden lässt. So war ich immer unmittelbar im Geschehen und fühlte mich den Erlebnissen verbunden und nahe.

     

    Aber nicht nur die Beziehung zwischen diesen Figuren konnte mich überzeugen, auch die Vielfalt dieser Protagonisten und vor allem ihre sympathischen Charakterzüge gingen mir unter die Haut. Mein persönlicher Liebling war dabei Travis, denn seine Geschichte hat mich zu Tränen gerührt, weil sie so traurig ist. Dass er dabei so liebenswert, verträumt und tapfer geblieben ist, fand ich super! Auch Dill hat mich immer wieder emotional mitleiden lassen, denn ich konnte mich super in ihn und seine Gefühlslage hineinversetzen. Der Abschluss steht bevor und damit gibt es so viele Unsicherheiten und Ungewissheiten. Gleichzeitig tat er mir auch immer so leid, wenn andere über ihn geurteilt haben, ohne ihn wirklich zu kennen. Nicht so ganz ins Bild passte für mich Lydia, bei der ich etwas länger gebraucht habe, um mit ihr warm zu werden. Sie ist eine Art Freigeist, der nicht so wirklich in das Kleinstadtleben passt und deswegen immer aneckt.

     

    Das Buch hat bei mir Emotionen wie am Fließband ausgelöst. Von zutiefst bewegt über ein zufriedenes Gefühl des Sanftmuts über Trauer bis hin zu einem dicken Klos im Hals und Tränen in den Augen war wirklich alles dabei. „Zusammen sind wir Helden“ ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle, die selbst mit dem Lesen der letzten Seite nicht endet, denn dieses Buch nimmt man mit in seinen Alltag. Viele der Sprüche in der Geschichte sind wunderschöne Zitate, die man im Herzen behält und die einem Licht im Alltag spenden. Es gab so viele schöne Passagen in diesem Buch, die mich wie Pfeile mitten ins Herz trafen und mich sehr berührt haben.

     

    In engem Zusammenhang dazu steht der grandiose Schreibstil von Jeff Zentner, der mir Gänsehaut über die Arme gejagt hat. Poetisch, lebendig und gefühlvoll. Dadurch, dass er die Geschichte abwechselnd aus den drei Perspektiven von Dill, Lydia und Travis schildert, konnte ich sehr gut Einblicke in all ihre Gedanken erhalten und mich so noch besser mit ihnen auseinandersetzen und identifizieren. Zudem empfand ich Zentners Schreibstil als sehr atmosphärisch, denn der Autor fängt die Stimmung der Jugendlichen und der amerikanischen Kleinstadt passgenau ein und überträgt sie auf den Leser.

     

    Fazit

    „Zusammen sind wir Helden“ ist ein bewegendes Buch über Träume, Zukunft, Ängste und Zusammenhalt. Jeff Zentners Debütroman war für mich eine sprichwörtliche Achterbahnfahrt der Gefühle, bei der Tränen, Freude und vor allem Mitgefühl im ständigen Wechsel standen. Vor allem diese Emotionen sind es, die den Leser in eine Spirale aus Lesesucht und unfassbarer Berührung hineinziehen und nicht mehr loslassen. Der poetische, atmosphärische Schreibstil des Autors und der Wechsel der Erzählperspektiven der drei Protagonisten sorgt dabei für ein hohes Identifikationspotenzial und das Gefühl, mitten in der Geschichte zu stehen. Ein wirklich bewegendes Debüt, das mir direkt unter die Haut gegangen ist!

    5 von 5 Sternen!

     

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    Eslinvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Bewegendes Jugendbuch mit leichten Startschwierigkeiten.
    Bewegendes Jugendbuch mit leichten Startschwierigkeiten.

    “Zusammen sind wir Helden” ist ein ganz besonderes Buch, das sich nur schwer in Worte fassen lässt. Die drei ungleichen Freunde Dill, Lydia und Travis erleben gemeinsam ihr letztes Jahr vor dem Schulabschluss, das von Träumen, aber auch Ängsten geprägt ist.

    Bereits das Cover besticht mit schönen Farben und atmosphärischem Design, springt aber erst bei genauerer Beachtung ins Auge; ein Umstand, der auch sehr gut zum Inhalt des Romans passt. Außerdem gibt es Ähnlichkeiten zum englischen Original, die mir sehr gefallen, und ausnahmsweise gefällt mir der deutsche Titel sogar etwas besser, da er meiner Meinung nach besser zur Stimmung der Geschichte passt.

    Auf die Handlung des Romans lässt man sich am besten unvorbereitet ein. Als realistischer Jugendroman, der die Leben dreier Freunde verfolgt, ist die Handlung sowieso schwer zusammen zu fassen und lebt vor allem durch die Details. Das dann aber so richtig: Die Figuren wirken durch ihre Stärken und Schwächen, Eigenarten und ganz persönlichen Gedanken derart lebensnah, dass man fast glaubt, man würde sie auch in der Realität kennen. Und ein bisschen tut man das auch, sind ihre Ängste und Hoffnungen doch sehr real, besonders für Leser, die sich selbst gerade im Erwachsenwerden befinden.
    Durch die auf drei Perspektiven aufgeteilten Kapitel kommt dabei auch keiner der drei liebenswürdigen Charaktere zu kurz.

    Zugegeben, der Anfang der Geschichte ist noch nichts Besonderes. Man braucht eine Weile, um in der Welt anzukommen. Sobald man jedoch drin ist, fliegen die Seiten nur so dahin. Der simple, aber mit Bedacht gewählte Schreibstil trägt sein Übriges zum Lesevergnügen bei. Und sobald man die Charaktere ins Herz geschlossen hat – und das wird man bei diesen schrägen Typen bestimmt – kann man sich vor einer beeindruckenden Achterbahn der Gefühle kaum noch retten.
    Die verschiedenen Handlungsstränge, die sich zu einem dichten, stimmigen Ganzen verweben, lassen dabei keine Emotion aus. Zu der Geschichte ihrer Freundschaft kommt für jeden der drei, Dill, Travis und Lydia, auch noch eine persönliche Geschichte hinzu, über ihre Familien und ihre Lebensziele, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und die vor großen, komplizierten Themen, bei denen nicht immer eine einfache Lösung möglich ist, nicht zurückschrecken.

    Insgesamt ist “Zusammen sind wir Helden” eine Geschichte, die ich jedem ans Herz legen würde, der eine Geschichte über ganz besondere Freundschaften und das Erwachsenwerden lesen möchte. Zwar braucht die Geschichte ein bisschen, um in Gang zu kommen, sobald sie aber erstmal Fahrt aufgenommen hat, ist ein emotionsgeladenes Leseerlebnis garantiert.

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