Jeffrey Eugenides

 4.1 Sterne bei 1.256 Bewertungen
Autor von Middlesex, Die Selbstmord-Schwestern und weiteren Büchern.
Autorenbild von Jeffrey Eugenides (©CC BY-SA 3.0 by Rodrigo Fernandez)

Lebenslauf von Jeffrey Eugenides

Jeffrey Eugenides wurde 1960 in Detroit / Michigan geboren und lebt heute mit Frau und Tochter in Berlin, wohin ihn Stipendien des DAAD und der American Academy gelockt haben. Sein Debütroman "The Virgin Suicides" (dt. "Die Selbstmord-Schwestern") erregte weltweit Aufsehen und wurde im Jahr 2000 von Sofia Coppola verfilmt. Wie Jonathan Franzen rechneten ihn Kritiker in der Zeitschrift The New Yorker unter die "Twenty Writers for the 21st Century" und in der Zeitschrift Granta unter die "Best Young American Novelists". Eugenides und Franzen wurden von ihrem US-Verleger Jonathan Galassi miteinander bekannt gemacht; über Jahre diskutierten sie in einem griechischen Lokal in New York ihre jeweiligen Projekte. Die freundschaftliche Verbundenheit und der kreative Austausch zeitigten zwei sehr unterschiedliche, dennoch verwandte Romane: fulminante, große Epen über den Zerfall der amerikanischen Familie und das Schicksal des Landes im 20. Jahrhundert.

Alle Bücher von Jeffrey Eugenides

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Cover des Buches Middlesex (ISBN: 9783499238109)

Middlesex

 (490)
Erschienen am 01.11.2004
Cover des Buches Die Selbstmord-Schwestern (ISBN: 9783644011717)

Die Selbstmord-Schwestern

 (388)
Erschienen am 15.07.2011
Cover des Buches Die Liebeshandlung (ISBN: 9783499258503)

Die Liebeshandlung

 (108)
Erschienen am 01.12.2012
Cover des Buches Air Mail (ISBN: 9783499240799)

Air Mail

 (36)
Erschienen am 02.05.2005
Cover des Buches Der Spatz meiner Herrin ist tot (ISBN: 9783499252228)

Der Spatz meiner Herrin ist tot

 (10)
Erschienen am 02.05.2009
Cover des Buches Das große Experiment (ISBN: 9783499291791)

Das große Experiment

 (7)
Erschienen am 21.04.2020
Cover des Buches Die Selbstmord-Schwestern (ISBN: 9783837117516)

Die Selbstmord-Schwestern

 (3)
Erschienen am 08.10.2012

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Neue Rezensionen zu Jeffrey Eugenides

Neu

Rezension zu "Middlesex" von Jeffrey Eugenides

Amerikanischer Familienroman at its best
katzenminzevor 7 Monaten

Ein neues Leben in Amerika, ein Geheimnis, die Gene und viele viele Zufälle führen zu Cal, dem Erzähler dieser wunderbaren Geschichte, der weder ganz Junge noch ganz Mädchen sein kann.

Eugenides verknüpft in "Middlesex" den Türkisch-Griechischen Krieg, Einwanderung, das Amerika der 30er und 40er Jahre, die Krawalle in Detroit, Genetik, Comming of Age und eine umfangreiche Familiensaga in einer einzigen Geschichte miteinander. Über drei Generationen lernen wir die Familie Stephanides kennen und dafür geht Eugenides genau so weit in die Vergangenheit zurück, wie nötig. Ein perfektes Timing. Und mit Cal hat er dafür einen großartigen Erzähler gefunden, der alles mit einer Mischung aus Distanz, persönlichen Erlebnissen und einem sehr scharfen Blick zusammenfügt.

"Nie hatte ich die richtigen Worte, um mein Leben zu beschreiben, und nun, da ich in meine Geschichte eingetreten bin, brauche ich sie mehr denn je. Ich kann mich nicht mehr einfach zurücklehnen und das Ganze aus der Ferne betrachten. Von nun an ist alles, was ich Ihnen erzähle, von der subjektiven Erfahrung gefärbt, Teil der Ereignisse zu sein. Hier spaltet sich, teilt sich meine Geschichte, erfährt eine Meiose. Schon fühlt die Welt sich schwerer an, da ich ein Teil von ihr geworden bin."

Auch wenn Eugenides über Sexualität und Körperlichkeiten schreibt wird es nie plump oder vulgär. Sein Erzählton ist mal berührend, mal ernsthaft aber oft auch witzig. Durch lebendige Nebenfiguren, die ausschweifende Erzählweise und viele Informationen zum jeweiligen Zeitgeschehen wirkt alles sehr echt und ich fühlte mich immer "nah dran".

"Middlesex" ist ein großartig erzählter amerikanischer Familienroman mit einer ganz besonderen Hauptfigur. So reflektiert und offen erzählt, wie man es sich nur wünschen kann. Zu kritisieren habe ich eigentlich nur, dass "Middlesex" mich nicht so gefangen genommen hat wie Eugenides "Selbstmordschwestern", das ich ein Jahr zuvor las. Definitiv aber ein toller Autor, den ich nicht mehr missen möchte.

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Rezension zu "Das große Experiment" von Jeffrey Eugenides

Warum fühlt es sich nur so falsch an
The iron butterflyvor 10 Monaten

Erzählungen von Jeffrey Eugenides unter dem Titel „Das große Experiment“.

Bereits im Band „Air Mail“ veröffentlichte Eugenides einige der Erzählungen, die im Band „Das große Experiment“ enthalten sind. Das hat meiner Lektüre keinen Abbruch angetan, ganz im Gegenteil, es war eher ein freudiges Wiedersehen mit seinen Protagonisten.

In „Air Mail“ erzählt Eugenides von Mitchell, der in einer Bambushütte auf einer Insel im indischen Ozean liegt und seine heftigen Durchfälle mit einer extremen Fastenkur zu behandeln versucht. In den wachen Momenten, die er nicht im spartanischen Klohäuschen der Wohnanlage verbringt, entflieht sein Verstand in erhabene Sphären, hypersensibillisiert schreibt er Briefe an seine Eltern und Freunde. Darin berichtet er über erleuchtende Wahrnehmungen, die ihn am Sinn seines bisherigen Daseins zweifeln lassen. Losgelöst von Zeit und Raum sendet Mitchell die Briefe allerdings nicht ab und driftet mehr und mehr ab.

In „Die Bratenspritze“ lässt Eugenides Wally Mars von seiner unerwiderten Liebe zu Tomasina Genovese erzählen. Der Schauplatz ist die Upper Class New Yorks. Den Protagonisten zeigt sich, dass ein gut gefülltes Portemonnaie samt Rentenkonto nicht zwangsläufig eine gute Beziehung ermöglicht. Vor Jahren ging die Beziehung von Wally und Tomasina an einer ungewollten Schwangerschaft kaputt, heute lädt Tomasina Freunde und Bekannte zu einer „Ich-werde-schwanger-Party“ ein. Der Samenspender ist jedoch nicht Wally, der diesen Dienst nur allzugerne ausführen würde.

„Timesharing“ erzählt die Geschichte eines Sohnes, der seine Eltern in Florida bei deren neuestem Erfolgsprojekt besucht. Eine heruntergekommene Wohnanlage soll zu einem schicken Wohnkomplex mit Swimmingpool und Penthouse-Wohnung für die Eltern umgebaut werden. Leider ist dies bereits eines von vielen Folgeprojekten mit großen Erfolgs- und Renditeaussichten, die sein Vater anstrebt.

In „Das große Experiment“ wird Kendalls Geschichte erzählt. Kendall arbeitet beim kleinen Verlag „Great Experiment“ als Lektor und empfindet sich eher als kleines Licht im Gegensatz zu seinem Chef Jimmy Boyko, der sich keinem Luxus im Leben verschließt, jedoch für seine Angestellten keine Krankenversicherung bezahlen will. Sein Kollege Piasecki aus der Buchhaltung verführt Kendall dann tatsächlich dazu eine Scheinfirma zu gründen, die für den Verlag die Lagerung von Druckexemplaren vor der Auslieferung an die Buchhandlungen übernimmt. Kendall fühlt sich unwohl mit dem Betrug, auch wenn er sich und seine Familie von Jimmy schlecht abgesichert empfindet.

Jeffrey Eugenides ist einer der großen Erzähler für mich, da es ihm, wie Carver oder Auster gelingt, Menschen und Situationen einzufangen, wie man sie überall tatsächlich erleben kann. Das sich Einfinden in die prekären Lebensphasen anderer hilft mir, meinen Alltag zu relativieren, blöde Begegnungen oder dumme Mitmenschen nicht zu verurteilen, sondern aus einer anderen Warte zu betrachten und abzuhaken. Love it, Jeffrey!

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Rezension zu "Middlesex" von Jeffrey Eugenides

Ein wahres Literaturjuwel!
subbivor einem Jahr

"In einem kleinasiatischen Bergdorf fängt alles an. Ein junger Mann und eine junge Frau, Bruder und Schwester, fliehen vor den Türken nach Smyrna und, als die Stadt brennt, nach Amerika. Es ist das Jahr 1922. Auf dem Schiff heiraten sie und lassen sich später in der Autostadt Detroit nieder. Niemand ahnt das Geheimnis dieses Paares, doch nach Jahrzehnten hat der Tabubruch der beiden ungeahnte Folgen." (Rowohlt Verlag)

Der Protagonist Cal erzählt nicht nur die Geschichte seiner Großeltern und Eltern, sondern auch die eigene von dem Aufwachsen und der Sozialisierung als Mädchen bis hin zur  Bewusstswerdung der eigenen Identität als Hermaphrodit.

Ich habe dieses Buch und seine mehr als 700 Seiten verschlungen. Der Schreibstil ist wunderbar und die Geschichte außergewöhnlich, vielschichtig  und alles andere als langweilig. 

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Zusätzliche Informationen

Jeffrey Eugenides wurde am 08. März 1960 in Detroit (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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