Jeffrey Eugenides

 4.1 Sterne bei 1,220 Bewertungen
Autor von Middlesex, Die Selbstmord-Schwestern und weiteren Büchern.
Jeffrey Eugenides

Lebenslauf von Jeffrey Eugenides

Jeffrey Eugenides wurde 1960 in Detroit / Michigan geboren und lebt heute mit Frau und Tochter in Berlin, wohin ihn Stipendien des DAAD und der American Academy gelockt haben. Sein Debütroman "The Virgin Suicides" (dt. "Die Selbstmord-Schwestern") erregte weltweit Aufsehen und wurde im Jahr 2000 von Sofia Coppola verfilmt. Wie Jonathan Franzen rechneten ihn Kritiker in der Zeitschrift The New Yorker unter die "Twenty Writers for the 21st Century" und in der Zeitschrift Granta unter die "Best Young American Novelists". Eugenides und Franzen wurden von ihrem US-Verleger Jonathan Galassi miteinander bekannt gemacht; über Jahre diskutierten sie in einem griechischen Lokal in New York ihre jeweiligen Projekte. Die freundschaftliche Verbundenheit und der kreative Austausch zeitigten zwei sehr unterschiedliche, dennoch verwandte Romane: fulminante, große Epen über den Zerfall der amerikanischen Familie und das Schicksal des Landes im 20. Jahrhundert.

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Das große Experiment

Neu erschienen am 20.11.2018 als Hardcover bei Rowohlt.

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Middlesex

Middlesex

 (476)
Erschienen am 01.11.2004
Die Selbstmord-Schwestern

Die Selbstmord-Schwestern

 (378)
Erschienen am 01.10.2006
Die Liebeshandlung

Die Liebeshandlung

 (105)
Erschienen am 01.12.2012
Air Mail

Air Mail

 (36)
Erschienen am 02.05.2005
Der Spatz meiner Herrin ist tot

Der Spatz meiner Herrin ist tot

 (10)
Erschienen am 02.05.2009
Das große Experiment

Das große Experiment

 (0)
Erschienen am 20.11.2018
Die Selbstmord-Schwestern

Die Selbstmord-Schwestern

 (3)
Erschienen am 08.10.2012

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Neue Rezensionen zu Jeffrey Eugenides

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Insider2199s avatar

Rezension zu "Middlesex" von Jeffrey Eugenides

Ein überaus interessantes Thema, aber die Umsetzung nicht klar genug.
Insider2199vor 2 Monaten

Ein überaus interessantes Thema, aber die Umsetzung nicht klar genug.

Der 1960 in Detroit, Michigan geborene Autor studierte Englisch und „Creative Writing“ und veröffentlichte 1993 sein Debüt "Die Selbstmord-Schwestern", das 1999 von Sofia Coppola verfilmt wurde. Der vorliegende, zweite Roman gewann 2003 den Pulitzer-Preis. Heute lebt er mit Frau und Tochter in Berlin.

Inhalt (Klappentext): In einem kleinasiatischen Bergdorf fängt alles an. Ein junger Mann und eine junge Frau, Bruder und Schwester, fliehen vor den Türken nach Smyrna und, als die Stadt brennt, nach Amerika. Es ist das Jahr 1922. Auf dem Schiff heiraten sie und lassen sich später in der Autostadt Detroit nieder. Niemand ahnt das Geheimnis dieses Paares, doch nach Jahrzehnten hat der Tabubruch der beiden ungeahnte Folgen.

Meine Meinung: Ich empfand den Roman insgesamt sehr unterhaltsam und handwerklich gut geschrieben; allerdings gibt es für mich zwei entscheidende Kritikpunkte: zum einen wurden meines Erachtens die Prioritäten falsch gesetzt, d.h. die Hälfte des über 700-seitigen Buches erzählt von den Großeltern und Eltern des Ich-Erzählers, erst dann widmet sich der Autor endlich dem eigentlichen Haupt- bzw. Geschlechter-Thema. Natürlich braucht man dieses Hintergrundwissen, da darin die Ursachen für die Identitätsprobleme des Helden verborgen liegen, aber das hätte man auch in weniger als 350 Seiten machen können, ja man hätte den Umfang sogar halbieren können, damit das Kernthema mehr im Vordergrund stehen kann. Denn leider bleiben einige wichtige Fragen offen (z.B. wie geht der Held mit seinem Handicap um, will er daran evtl. etwas ändern? usw.) und die Auflösung kommt viel zu abrupt: da werden z.B. einfach die letzten 21 Jahre des Erzählers weggelassen. Mich hätte schon interessiert wie und warum er an dem Ort landet, von wo aus er die Geschichte in Rückblicken erzählt.

Mein zweiter Kritikpunkt ist der, dass es sich eigentlich um zwei Romane handelt: zum einen macht der Autor daraus eine amerikanische Familiensage (Einwanderung der griechischen Großeltern) à la Jonathan Franzen „Korrekturen“ (die beiden Autoren sind ja sehr eng befreundet) und versucht dabei einen Abriss der Geschichte Amerikas bzw. Detroits abzuliefern und andererseits behandelt er das Geschlechterthema. Ich finde, dass der Autor da einfach zu viel wollte und sich für das eine oder andere Thema hätte entscheiden müssen. Am besten für Letzteres, da dies einfach mehr hergibt (Einwanderungsgeschichten gibt es einfach schon so viele), aber dieses dann bitte etwas ausführlicher beleuchten.

Fazit: Unterhaltsam und handwerklich gut geschriebener Roman, bei dem aber leider die Prioritäten und der thematische Fokus nicht so klar sind. Dennoch vergebe ich 4 Sterne, weil mich das Buch sprachlich und inhaltlich fesseln konnte.

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histerikers avatar

Rezension zu "Middlesex" von Jeffrey Eugenides

Eine Saga
histerikervor 2 Monaten

Inhalt:
Cal erzählt aus dem Leben seiner Familie, die 1922 in die USA ausgewandert ist und dessen Schicksal seins weitreichend beeinflusst, da er genetisch anders ist.

Bewertung:
Ich fand das Buch sehr spannend und es war meistens ein Vergnügen es zu lesen. Der Autor weiß, wie er den Leser dazu "zwingt" weiter zu lesen und die ganze Geschichte kennen zu wollen. Andererseits kann es durch diese Methode dazu kommen, dass man manchmal beim Lesen frustriert ist, weil man wissen will, wie es an der Stelle weitergeht, aber der Autor wieder in die Vergangenheit geht und die Fragen manchmal erst Seiten später klärt. Auch können einige Ausführungen etwas langatmig sein, so dass man sich nach etwas mehr Aktion sehnt. Dies waren für mich aber wirklich nur einzelne Stellen, die mich etwas genervt gelassen hatten.
Sonst habe ich das Buch als eine große Sage der Einwanderung in die USA erfahren, die Familie steht für mich stellvetretend für viele andere Familien auch anderer Nationalitäten. Es ist faszinierend sie bei ihrem Aufstieg und ihrem Leben zu beobachten und es hilft auch Einwandererfamilien in allgemeinen zu verstehen (wieso sie Traditionen behalten, wie sie sich fühlen usw.).
Die Komponente der Sexualität spielt in der Geschichte natürlich auch eine wichtige Rolle, aber es war nicht übertrieben oder sensationssuchend. Das fand ich sehr angenehm, weil ich befürchtet habe, dass es so sein könnte. Es geht für mich mehr in die Richtung Coming-of-age, als um die Sexualität selbst.
Cal ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich würde gerne noch mehr aus seinem Leben erfahren.

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katzenminzes avatar

Rezension zu "Die Selbstmord-Schwestern" von Jeffrey Eugenides

Mein neues Lieblingsbuch
katzenminzevor 4 Monaten

Das Vorstadthäuschen der Lisbons wird langsam zu eng für die fünf Töchter. Doch noch bevor sie sich eine größere Bleibe gesucht haben, stürzt sich Cecilia, die jüngste der Schwestern, aus dem Fenster. Die Nachbarn werden dieses „Jahr der Selbstmorde“, das scheinbar den langsamen Untergang der Siedlung einläutet nie vergessen. Und auch noch Jahre später treibt sie die Frage nach dem Warum um.

Ich war begeistert von der Erzählperspektive. Wo viele andere Autoren sicher den Blick eines der Mädchen oder eines allwissenden Erzählers gewählt hätten, um diese Geschichte zu erzählen, tut Eugenides dies aus der Sicht der Nachbarsjungs. Richtig, der Jungs, nicht eines Jungen. Sie bilden eine Einheit aus der nur hin und wieder mal eine Individuum heraustritt. Ganz ähnlich, wie ihr Blick meist auch nicht auf eine bestimmte Schwester fällt, sondern auf die Schwestern als eine verführerische Einheit.

Trotz aller Tragik hat der Roman auch eine dezent ironisch-lustige Seite: Wie der Sohn der örtlichen Mafiabosses durch die Kanalisation in anderer Leute Häuser kriecht, wie der Vater der fünf Töchter, übersättigt von „Weiberkram“, einfach mal einem Jungen seinen Werkzeugkasten erklären möchte oder Sätze wie: „Wir haben sie getauft, wie haben sie konfirmiert, und jetzt glaubt sie diesen Mist.“ Es ist allerdings keineswegs lustig! Die Geschehnisse, die sich an diese Situationen jeweils anschließen, lassen einem jedes Lachen im Halse stecken bleiben. Aber diese kluge Mischung von Alltag, Ironie und Tragik hat mich unglaublich begeistert.

Was das Buch für mich zu einem absoluten Liebling gemacht hat, war die Sprache. Hübsche Metaphern, gemischt mir Teenagererinnerungen. Abgeklärtheit einerseits und andererseits diese absolut liebevollen Gedanken der Jungs gegenüber den Schwestern. Die Ruhe und die Zeit, die sich Eugenides nimmt um die Ereignisse zu schildern. Die Melancholie und der perfekt getroffene Ton:

„Die Signale der Mädchen erreichten uns und sonst niemand, wie ein Rundfunksender, der nur über unsere Zahnspangen zu empfangen war. Nachts flimmerten Nachbilder auf der Innenseite unserer Lieder oder schwebten über unseren Betten wie ein Schwarm Glühwürmchen. Unsere Unfähigkeit zu antworten machte die Signale umso wichtiger.“

Wer von diesem Buch Antworten erwartet, einen wie auch immer gearteten Kriminalfall oder ein Vorstadtdrama, der ist hier falsch. Man weiß eigentlich schon vom Titel her was passiert. Und viel mehr kommt da auch nicht. Das Beobachten, das sich-Gedanken-machen und das sich-Erinnern sind die Themen des Romans. Der zarte feinfühlige Rückblick auf die Schwestern und dieses „Jahr der Selbstmorde“. Und Eugenides schafft es, dass dieses wenige vollkommen reicht. Ein wundervolles Buch!

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Zusätzliche Informationen

Jeffrey Eugenides wurde am 08. März 1960 in Detroit (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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