Die Selbstmord-Schwestern

von Jeffrey Eugenides 
3,9 Sterne bei378 Bewertungen
Die Selbstmord-Schwestern
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (248):
SentaRichters avatar

Interessant, aber etwas langatmig.

Kritisch (38):
V

größter Fehlkauf bisher... SChreibstil ist einfach so gar nicht meins... wem's gefällt soll es lesen, ich fand es schrecklich.

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Inhaltsangabe zu "Die Selbstmord-Schwestern"

Im Vorstadthaus der Familie Lisbon leben fünf schöne Töchter: die gescheite Therese, die pingelige Mary, die asketische Bonnie, die scharfe Lux und die blasse, lammfromme Cecilia. Als sich die jüngste von ihnen aus dem Fenster stürzt, beginnt das "Jahr der Selbstmorde", das alle Beteiligten und Beobachter für immer verändern wird. Schaurig-ironisch und zärtlich zugleich zeichnet der Pulitzer-Preisträger das Porträt einer Jugend, die ihre Unschuld verloren hat.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499243707
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:251 Seiten
Verlag:Rowohlt Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.10.2006
Das aktuelle Hörbuch ist am 08.10.2012 bei Random House Audio Editionen erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    katzenminzes avatar
    katzenminzevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Wundervoll, ruhig, melancholisch. Eins meiner neuen Lieblingsbücher.
    Mein neues Lieblingsbuch

    Das Vorstadthäuschen der Lisbons wird langsam zu eng für die fünf Töchter. Doch noch bevor sie sich eine größere Bleibe gesucht haben, stürzt sich Cecilia, die jüngste der Schwestern, aus dem Fenster. Die Nachbarn werden dieses „Jahr der Selbstmorde“, das scheinbar den langsamen Untergang der Siedlung einläutet nie vergessen. Und auch noch Jahre später treibt sie die Frage nach dem Warum um.

    Ich war begeistert von der Erzählperspektive. Wo viele andere Autoren sicher den Blick eines der Mädchen oder eines allwissenden Erzählers gewählt hätten, um diese Geschichte zu erzählen, tut Eugenides dies aus der Sicht der Nachbarsjungs. Richtig, der Jungs, nicht eines Jungen. Sie bilden eine Einheit aus der nur hin und wieder mal eine Individuum heraustritt. Ganz ähnlich, wie ihr Blick meist auch nicht auf eine bestimmte Schwester fällt, sondern auf die Schwestern als eine verführerische Einheit.

    Trotz aller Tragik hat der Roman auch eine dezent ironisch-lustige Seite: Wie der Sohn der örtlichen Mafiabosses durch die Kanalisation in anderer Leute Häuser kriecht, wie der Vater der fünf Töchter, übersättigt von „Weiberkram“, einfach mal einem Jungen seinen Werkzeugkasten erklären möchte oder Sätze wie: „Wir haben sie getauft, wie haben sie konfirmiert, und jetzt glaubt sie diesen Mist.“ Es ist allerdings keineswegs lustig! Die Geschehnisse, die sich an diese Situationen jeweils anschließen, lassen einem jedes Lachen im Halse stecken bleiben. Aber diese kluge Mischung von Alltag, Ironie und Tragik hat mich unglaublich begeistert.

    Was das Buch für mich zu einem absoluten Liebling gemacht hat, war die Sprache. Hübsche Metaphern, gemischt mir Teenagererinnerungen. Abgeklärtheit einerseits und andererseits diese absolut liebevollen Gedanken der Jungs gegenüber den Schwestern. Die Ruhe und die Zeit, die sich Eugenides nimmt um die Ereignisse zu schildern. Die Melancholie und der perfekt getroffene Ton:

    „Die Signale der Mädchen erreichten uns und sonst niemand, wie ein Rundfunksender, der nur über unsere Zahnspangen zu empfangen war. Nachts flimmerten Nachbilder auf der Innenseite unserer Lieder oder schwebten über unseren Betten wie ein Schwarm Glühwürmchen. Unsere Unfähigkeit zu antworten machte die Signale umso wichtiger.“

    Wer von diesem Buch Antworten erwartet, einen wie auch immer gearteten Kriminalfall oder ein Vorstadtdrama, der ist hier falsch. Man weiß eigentlich schon vom Titel her was passiert. Und viel mehr kommt da auch nicht. Das Beobachten, das sich-Gedanken-machen und das sich-Erinnern sind die Themen des Romans. Der zarte feinfühlige Rückblick auf die Schwestern und dieses „Jahr der Selbstmorde“. Und Eugenides schafft es, dass dieses wenige vollkommen reicht. Ein wundervolles Buch!

    Kommentare: 1
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    BeaSwissgirls avatar
    BeaSwissgirlvor 6 Monaten
    Die Selbstmord- Schwestern

    Mein Leseeindruck subjektiv aber spoilerfrei ;)

    Erst vor kurzem habe ich einen Roman gelesen in dem dieses Buch erwähnt wurde weshalb ich neugierig geworden bin....

    Da ich allerdings grösstenteils die leicht gekürzte Hörbuchvariante gehört habe möchte ich zuerst darauf eingehen.

    Leider hat mir der Sprecher Alexander Fehling überhaupt nicht gefallen, denn er hat diese Geschichte so monoton, langweilig ja fast schon einschläfernd vorgelesen, dass ich diese Variante nicht weiterempfehlen kann!
    Der Schreibstil selber ist extrem detailliert, ausschweifend, dicht, hat teilweise einen Hauch von Poesie, wirkte auf mich aber auch sehr kühl und distanziert. Allerdings hat dieses Buch sicher einen hohen literarischen Touch, weshalb ich es sogar als modernen Klassiker bezeichnen würde.
    Erzählt wird aus der Sicht mehrere Jungs in der Retroperspektive in einer " Wir- Form" was sich für mich doch recht ungewöhnlich anfühlte.

    Gerade durch die spezielle Erzählweise verspürte ich persönlich überhaupt keine Bindung zu den Charakteren. Zwar erhalten wir teilweise einen soliden Einblick in die Gedankenwelt der Jungs. Jedoch weiss ich nicht mal mehr wie sie heissen und könnte sie auch nicht beschreiben.
    Da die Mädchen durch dieses Stilmittel fast keine eigene Stimme erhalten muss ich mich als Leser auf Vermutungen, Spekulationen, Beobachtungen und sogenannte Beweismittel verlassen. All diese Dinge machten es mir unmöglich einen echten Bezug zu den Schwestern aufzubauen, sie blieben für mich ein Mysterium....
    Leider konnten mich deshalb die Ereignisse auch nicht berühren und ich verspürte kaum Empathie, egal für wen.

    Die ganze Atmosphäre des Buches ist sehr melancholisch, schwermütig, nebulös, ja teilweise fast ein bisschen surreal.
    In gewisser Weise herrscht auch eine unterschwellige Spannung, was bei mir natürlich vor allem an dem grossen WARUM lag. Dauernd rechnete ich mit DER Auslösung, welche aber eigentlich nie richtig kam, was mich persönlich schon enttäuschte, wahrscheinlich aber gewollt war.

    Aus all diesen Gründen vergebe ich hiermit 3 Sterne 



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    MonstersMagics avatar
    MonstersMagicvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Es war toll. Bedrückend, melancholisch.
    Ein stilles Buch mit gewaltiger Nachwirkung

    »In the end, it wasn't death that surprised her but the stubbornness of life.«

    Vorgestern habe ich "Die Selbstmord-Schwestern" von Jeffrey Eugenides beendet, das erste Buch seit ... keine Ahnung. Zwischen all den New-Adult-Jugendbuch-Heiterkeit-Dramen war dieses Buch wie eine kleine Insel im offenem Meer der Leseflaute. Es war toll. Bedrückend, melancholisch. Ich wollte unbedingt wissen, welche Umstände zum Selbstmord der Lisbon-Schwestern führten - nur um mir dann ähnlich vorzukommen wie die voyeuristischen Nachbarn und "Freunde" der Familie.

    Das Buch ist für sich sehr still. Es kommt ohne viel Action aus und erzählt von einem Jahr, in dem schreckliche Dinge im Schatten eines Hauses passieren, das zunehmend verfällt. Am Ende wird man nicht wissen, was genau zum Tod der Mädchen führte - und gleichzeitig hat man gefühlt hunderte Gründe, die einen danach nicht gehen lassen.

    Eine tolle Gesellschaftskritik, die mich für kurze Zeit sehr begeistert hat. 4,5 von 5 Sterne ⭐️

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    Gegen_den_Strom_lesens avatar
    Gegen_den_Strom_lesenvor einem Jahr
    Apokalypse in einer ruhigen Wohngegend

    Die Idee des Buches ist genial. Fünf unterschiedliche Schönheiten, Töchter der Familie Lisbon, begehen innerhalb eines Jahres Selbstmord.

    Geschildert wird die Erzählung von den Nachbarjungs, die die Schwestern aus der Ferne anhimmeln und "Beweisstücke" für die Selbstmorde, wie Trophäen sammeln.

    Die makabre Geschichte empfand ich als ziemlich komplex - die Selbstmorde stehen symbolisch für den Untergang einer ganzen Wohngegend. Eugenides zeichnet das Bild einer Apokalypse, ins Rollen gebracht durch die jüngste der Lisbon-Schwestern. Rassenunruhen (70er Jahre) werden beiläufig gestreift, aber nicht näher beschrieben.

    Trotz dieser grandiosen Inszenierung  (oder vielleicht gerade deshalb) fand ich keinen Bezug zu den Charakteren. Das Lesen empfand ich als oberflächliches "über den Gartenzaun" schielen, wirklich nah ran kommt der Leser den Schwestern nicht. Diese Distanz ist wahrscheinlich vom Autor bewusst gewählt worden, für mich war das Lesen unbefriedigend. Mir haben die Spekulationen über die Beweggründe der Nachbarn nicht gereicht.

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    HelloBs avatar
    HelloBvor 2 Jahren
    It is a book about suicide by dull solitude and perfect indifference.

     The Book's main theme is suicide, which is something that makes people feel obviously uncomfortable. But the director makes it look like something who any of us might have thought about at least once during our teenage years, thus it's very touching and real even if very sad and scary.
    It is a book about suicide by dull solitude and perfect indifference.

    Eugenides is a very talented writer, whose main force is the mesmerizing storytelling technique, based in this novel on one hand on the subtle nuances of the “we” narrative voice, and on the other hand on the poignant descriptions, that parallel the human and the civilisation and even the nature decay, in a powerful apocalyptic vision of a corrupted universe, echoing with the devil’s laughter:

    "They had killed themselves over our dying forests, over manatees maimed by propellers as they surfaced to drink from garden hoses; they had killed themselves at the sight of the used tires stacked higher than the pyramids; they had killed themselves over the failure to find a love none of use could ever be. In the end, the tortures tearing the Lisbon girls pointed to a simple reasoned refusal to accept the world as it handed down to them, so full of flaws."



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    tinationvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Jahr der Selbstmorde – ein etwas anderes Buch.
    Ein Jahr der Selbstmorde – ein etwas anderes Buch.

    Das Buch: In einer Straße in einem kleinen Vorörtchen einer großen Stadt lebt die Familie Lisbon. Und diese Familie verändert innerhalb eines Jahres sich selbst und die ganze Straße. Woran das liegt? Nun, Herr und Frau Lisbon haben fünf Töchter. Und diese Fünf bringen sich innerhalb eines Jahres um. Ergründet wird dies nun von einem Nachbarn und gibt so einen ironischen Einblick in die Jugend der siebziger Jahre. 

    Fazit: Der unbekannte Nachbarsjunge erzählt von dem Jahr der Selbstmorde. Und das sehr trocken und mit einem Schuss Ironie. Er versetzt sich fortwährend in die Situation der Schwestern und was wohl in deren Köpfen vorgegangen sein sollte. Denn die Familie Lisbon lernt man nicht näher kennen. Man bleibt stets der stille Beobachter auf der anderen Straßenseite. Und dieses Gefühl beklemmt. Es ist anders, da die Nähe zu den vermeintlichen Hauptcharakteren fehlt. Und diese Beklommenheit zieht sich durch das ganze Buch hindurch. Dies ist nicht schlecht, doch trotz der ironischen Bemerkungen bleibt die Situation bis zum Schluss schwammig. Denn eigentlich geht es um den Nachbarsjungen. Und was ihm so alles auffällt, wie er seine Jugend erlebt und wie sich die Umwelt und das Viertel sich in dem Jahr der Selbstmorde verändern. Denn die Selbstmorde lassen eine sehr bedrückte Stimmung in der Straße zurück.

    Es ist ein Abbild der Jugend, den Schwierigkeiten der Pubertät und dem Erwachsen werden. Und eine Reflektion der Umwelt, wie diese auf ungewöhnliche Ereignisse reagiert. Empfehlenswert.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Die Selbstmord-Schwestern.

    Eine interessante Erzählweise. Während es eigentlich um die Lisbons und vor allem deren Mädchen geht, kennen die Erzähler sie eigentlich gar nicht. Das Buch besteht nicht aus Dialogen, sondern aus Erzählungen über die Mädchen oder Nachbarn von einem Haufen Schwarmdenkern, die nur von wir oder uns reden, wie in einem Chorus, nur, dass sie teilweise an der Geschichte teilnehmen und nicht nur Beobachter sind. Da sie, selbst wenn sie seltenerweise etwas mit den Mädchen unternehmen niemals wirklich mit ihnen interagieren und bald wieder in die Zuschauerposition verfallen wird man selber in diese Voyeristenposition geschoben die von den Jungs eingenommen wurde, mit all den unbefriedigenden Nebeneffekten, die dadurch entstehen, da die Schwestern nie von Nahem gesehen werden können.

    Eugenides hat eine schöne Art, komplexe Dinge wie Gefühle in wenigen Worten beschreiben zu können wodurch das ganze Buch ein einfacheres Leseerlebnis scheint als die Thematik an sich ist. Dennoch musste ich mich etwa die letzten 100 Seiten beinahe durchquälen, da es einfach langsam zu viel des Erzählens wurde und ich doch mal in der Handlung weiter kommen wollte. Nichts gegen Bücher, die sich Zeit nehmen, aber das wurde mir dann doch etwas zu viel.

    Dennoch war es ein schönes Buch, von dem ich froh bin, es gelesen zu haben.

    Für Fans von: Zusammen ist man weniger allein von Anna Gavalda, Veronica beschliesst zu sterben von Paulo Coelho, Einer flog über das Kuckucksnest von Ken Kesey, Die Sturmhöhe von Emily Brontë

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    MBuchlingvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Fünf Schattenwesen setzen ihrem leeren Dasein ein Ende - ein schauriges Gefühl, das einen nachdenklich macht.
    Der Titel ist Programm!

    Fünf Schwestern - Cecilia (13), Lux (14), Bonnie (15), Mary (16) und Therese Lisbon(17) - nehmen sich alle im Laufe eines Jahres das Leben. Der Kreislauf beginnt mit der Jüngsten, Cecilia. Nach einem ersten gescheiterten Selbstmordversuch, schafft sie es im zweiten Anlauf. Die gesamte Stadt ist davon geschockt. Die Leute reden sich ein, dass Cecilia nicht normal war. Ihre Schwestern werden ab diesem Zeitpunkt von allen wie Sonderfälle behandelt und von allen beobachtet. Die Jungs finden sie anziehend und attraktiv und würden sie gerne besser kennenlernen. Aber die Mädchen wirken unnahbar. Sie werden als Außenseiter dargestellt, die keine anderen Freundinnen haben und sich immer nur als Geschwister-Clique zeigen.

    Keiner weiß etwas über sie und keiner weiß, wie es ihnen nach dem Tod der jüngsten Schwester geht. Die Eltern sind mit der Situation völlig überfordert. Die Mutter denkt, dass sie nur mit einer strengen christlichen Erziehung ihre Töchter unter Kontrolle bringen kann. Nur einmal lässt sie die vier Mädchen zum Schulball gehen. Das ist so ziemlich das einzige Mal, dass die Mädchen Spaß haben. Als Lux jedoch zu spät und betrunken nach Hause kommt, greift die Mutter hart durch. Damit ihre Töchter nicht weiter "verderben", nimmt sie alle aus der Schule und sperrt sie quasi zu Hause ein. Monatelang verlassen sie ihr Haus kaum noch und haben keinen Kontakt zu Gleichaltrigen. Die Mädchen sind sich selbst und der Langeweile überlassen. Nach einigen Monaten endet es eben damit, dass sich alle gleichzeitig umbringen. Kein Erwachsener versucht, sie davon abzuhalten. Bei der Frage nach dem Warum, taucht immer wieder auf, ob die Mädchen einen Pakt geschlossen haben. Fest steht jedoch nur, dass sie nicht die Möglichkeit hatten, sich frei zu entfalten und sich aus diesem Käfig zu befreien und ihrem Leben einen Sinn zu geben.

    Leser und Beobachter tappen im Dunkeln

    Ziemlich interessant ist die Erzählperspektive. Noch zwanzig Jahre nach den Vorfällen, grübeln die inzwischen erwachsenen Männer, die ehemaligen Nachbarjungen, über sie nach. Nur durch Mutmaßungen, Beobachtungen und Bruchfetzen, wo jemand Kontakt mit der Familie Lisbon hatte, wird die Geschichte rekonstruiert. So erfährt der Leser auch nie die Innensicht der Mädchen oder der Eltern. Es ist alles sehr verschleiert und unklar.

    Die Presse wird durch diese Taten auf des Thema aufmerksam und analysiert, ob Selbstmord unter Jugendlichen eine Modeerscheinung ist. Damit wird zwar im Amerika der 70er-Jahre ein Tabuthema gebrochen, aber ein richtiger Umgang mit dem Problem findet nicht statt. 

    Teilweise wusste ich wirklich nicht, wie ich den Text interpretieren sollte und deshalb nehme ich jetzt eine Passage aus der Zeit zu Hilfe:

    "Jeffrey Eugenides zeichnet in seinem Debütroman das Porträt einer Jugend, die ihre Unschuld verloren hat. Schaurig-lustig und zärtlich zugleich erzählt er von Liebe und Todessehnsucht, Erinnerung und Phantasie und entlarvt das Mittelklassen-Dasein als leeren, schönen Schein."

    Quelle: http://www.zeit.de/feuilleton/kulturbrief/2004/12/eugenides

    Besser kann man diesen Roman nicht in Worte fassen und deswegen versuche ich es auch gar nicht. Eines habe ich beim Lesen von allen Werken Jeffrey Eugenides gelernt: Man muss bei ihm jeden Satz sehr aufmerksam und konzentriert lesen und immer mitdenken. Denn hinter den einzelnen Sätzen verbirgt sich teilweise so viel, das einem wichtige Details sonst entgehen. Es ist definitv ein Buch über das man nachdenken und diskutieren kann, denn es wirft viele gesellschaftliche Fragen auf. Darin ist Eugenides ein echter Spezialist.

    Wenn ihr also mal etwas ganz anderes lesen wollt, und damit meine ich nicht nur diese krasse Geschichte, sondern auch die außergewöhnliche Erzählperspektive und Eugenides ganz eigenen Erzählton, dann lest "Die Selbstmord-Schwestern".

    Diese Rezension ist auch hier zu finden: http://buchlingreport.blogspot.de/2015/06/jeffrey-eugenides-die-selbstmord.html

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    dominonas avatar
    dominonavor 3 Jahren
    steigerungsfähig

    Die Idee an sich, dass nach und nach alle Mädchen einer Familie Selbstmord begehen, ist interessant, aber an der Umsetzung hapert es. Geschildert wird das Ganze nämlich aus der Sicht von eigentlich älteren Männern, die aber immer wieder in die pubertäre Sicht rutschen, was das Buch manchmal unfreiwillig komisch macht. Nochmal würde ich das Buch nicht lesen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Roman, der viele Fragen aufwirft - sehr bewegend!
    Ein Erstlingswerk zum Nachdenken!

    Anfang der siebziger Jahre gerät die Welt in einer amerikanischen Vorstadt aus den Fugen. Dort lebt die Familie Lisbon - bestehend aus Mr. und Mrs. Lisbon sowie ihren Töchtern Cecilia (13), Lux (14), Bonnie (15), Mary (16) und Therese (17). Als Cecilia schließlich "erfolgreich" in den Freitod stürzt, beginnt das "Jahr der Selbstmorde", das die Beobachter für immer verändern wird....

    "An dem Morgen, als die letzte Lisbon-Tochter Selbstmord beging - Mary diesmal, mit Schlaftabletten wie Therese -, wussten die Sanitäter schon genau, wo die Schublade mit den Messern war, wo der Gasherd und wo im Keller der Balken, an dem man das Seil festbinden konnte."

    Dieser erste Satz macht gleich deutlich, wie die Geschichte ausgehen wird. Bis zuletzt hofft man, dass es ja nur ein Irrtum sein kann. Als die Jüngste Selbstmord begeht, scheint es keinen Ausweg aus der Trauer für die Übrigen zu geben. Die Töchter verschließen sich, die Eltern verschärfen die strengen Regeln im Haus immer mehr. Und doch gibt es einen Hoffnungsschimmer - Lax verliebt sich und ermöglicht ihren Schwestern so ein unerwartetes Ausbrechen aus ihrer Lethargie. Es wird klar, wie unterschiedlich die Mädchen doch sind und was ihnen Antrieb im Leben gibt.

    Der Autor schreibt sehr ausdrucksstark - gefühlvoll und abschreckend zugleich. Als Erzähler dienen die in die Jahre gekommenen Nachbarjungen, die die Lisbon- Mädchen vergöttert haben und nie vergessen konnten.

    Das Buch hat mich sehr berührt und auch ich stelle mir die Frage: Was treibt einen wirklich zu dieser Tat - gibt es diesen einen großen Grund oder ist es doch facettenreicher?

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