Jeffrey Eugenides The Virgin Suicides

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Inhaltsangabe zu „The Virgin Suicides“ von Jeffrey Eugenides

The shocking thing about the girls was how nearly normal they seemed when their mother let them out for the one and only date of their lives. Twenty years on, their enigmatic personalities are embalmed in the memories of the boys who worshipped them and who recall their shared adolescence.

Das Debüt (1993) von Jeffrey Eugenides ist Thriller, Gesellschaftsstudie, Liebes- und Kriminalroman zusammengefasst in besonderer Erzählform

— MrsFraser

Warum haben fünf Schwestern sich das Leben genommen?

— Saralonde

einfach nur wunderschön

— Claudia-Marina

sehr geheimnisvoll und mysteriös

— Rehlein
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  • Ein Kleinstadt-Idyll zerbricht

    The Virgin Suicides

    MrsFraser

    29. July 2017 um 12:03

    Direkt im ersten Abschnitt wird klargestellt worum es geht: Fünf Schwestern haben sich selbst das Leben genommen. Begonnen hat es mit der jüngsten, 13-jährigen und ein Jahr später sind ihr auch ihre 4 älteren Schwestern gefolgt. Die Geschehnisse dieses tragischen Jahres werden rückblickend aus der Perspektive der gegenüber wohnenden Jungen erzählt, welche den Mädchen eine fast schon an Vergötterung grenzende Faszination entgegen brachten. Sie haben ‚Beweisstücke’ (Zeitungsauschnitte, Fotos) und Memorabilia (Seifenstücke, Haarbürsten) gesammelt und berichten von ihren Beobachtungen des Hauses auf der anderen Straßenseite, das nach und nach verfiel, wie offensichtlich auch das Leben der Bewohner.  Das Buch läuft darauf hinaus, dass der Leser  darauf wartet zu erfahren, wie sich nach der ersten auch die übrigen Schwestern das Leben nehmen. Zwischendurch gibt es reichlich Raum für Spekulationen und Fragen über Fragen, was wohl hinter geschlossenen Türen vorgehen mag und was die Gründe für das Verhalten der Familie sind. Die Perspektive und der Erzählstil sind ungewohnt und dürften für die 90er geradezu bahnbrechend neu gewesen sein.  Kein Wunder, dass Kritiker Eugenides Debüt hoch lobend empfingen und den Autor nicht als vielversprechend, sondern als bereits mit einem vollkommenen Stil ausgestattet beurteilten.  Das Buch gefällt mir eigentlich nicht, weil es viele Fragen offenlässt. Lediglich die Frage nach dem wie wird beantwortet, nicht aber die nach dem warum. Das ist eine Sache, die ich auch bei Filmen überhaupt nicht mag, aber es gibt ja viele, die diese Art der spannenden Erzählung mögen. Vielmehr als um das Auflösen eines ‚Falles’ geht es in ‚The Virgin Suicides’ aber wohlmöglich auch um die Gesellschaftsstudie und unterschwellige Kritik am Kleinbürgertum. Zwar erlebt eine ganze Stadt mit, wie nach dem Tode des einen Kindes den anderen Schwestern jeglicher Sozialkontakt untersagt wird und das Haus verfällt, aber anstatt die Familie in der Gemeinde zu stützen, wird auch noch dem Vater der Lehrerjob gekündigt.  Das ist schon grotesk, doch mit Kritik halten sich die Wir-Erzähler, auch gegenüber ihren Eltern, zurück. Sie selbst kiregen in meinen Augen zum Ende des Buches so gerade noch die Kurve, ihr damaliges Alter berücksichtigend sind sie fast die einzigen, deren Verhalten halbwegs normal scheint, auch wenn man sie getrost als ‚besessen’ beurteilen könnte. Aber das Motiv ‚Jugendlicher ist heimlich verliebt in das Mädchen von gegenüber’ scheint mir absolut typisch fürs amerikanische Kleinstadtleben der 90er gewesen zu sein, es ist mir auch in anderen Werken begegnet.  Die neutrale, objektive Berichterstattung, die den Roman trägt, ist fesselnd und verstörend zugleich. Der Roman macht den Leser zum Ermittler, doch endgültige Antworten gibt es nicht. Das ist unterhaltsam und kurzweilige, regt zum Diskutieren an und macht nachdenklich. Irgendwie ist es auch melancholisch romantisch. Wie die VOGUE urteilte: ‚A bewitching novel of love, pain and the end of childhood.’

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  • Die Liebe, das Leben und der Tod

    The Virgin Suicides

    DaniW

    26. November 2015 um 02:42

    Die Familie Lisbon lebt mit ihren fünf wunderschönen Töchtern in einer Vorstadt von Michigan. Die Erziehung der Teenager-Töchter ist strikt, dennoch sehr liebevoll. Sie wachsen streng behütet und sehr religiös auf. Die Familie droht zu zerbrechen, als die jüngste Tochter sich umzubringen versucht. So beginnt das >>Jahr der Selbstmorde<<. In einer Rückblende erfährt der Leser von den Träumen dieser jungen Frauen, von ihren Sehnsüchten, von ihren Ansichten über die Liebe, das Leben und den Tod. Man ist von der ersten Seite an gefesselt von der mystischen Atmosphäre des Buchs, der Trauigkeit und der Hoffnung, die in jedem Kapitel mitschwingt. Dieser Roman ist die moderne Variante des "Der Fänger im Roggen": ergreifend, nachdenklich stimmend und einfach nur wunderbar.

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  • "The Virgin Suicides" von Jeffrey Eugenides

    The Virgin Suicides

    Jacynthe

    30. November 2014 um 13:21

    Inhalt Die 1970er. Der Selbstmord der 13-jährigen Cecilia ist ein Schock für alle Bewohner der Vorstadt mit ihren ordentlichen Häusern und Gärten und wohlerzogenen Kindern. Vor allem aber für die Familie Lisbon und die verbliebenen vier Töchter. Aus Angst und Sorge werden sie förmlich eingesperrt, dürfen nur noch unter strengsten Auflagen das Haus verlassen. Doch diese Maßnahmen schaden mehr, als dass sie nützen, und schließlich entschließen sich die Schwestern, Cecilia zu folgen... Meine Meinung Auf dieses Buch wurde ich durch meine Freundin aufmerksam, ihr hatten die besonderen sprachlichen Bilder und der Film zum Buch gefallen. Was die Bildhaftigkeit anbelangt, kann ich ihr vollkommen recht geben, ansonsten hat mich der Roman aber nicht sonderlich begeistert. Den Film habe ich mir bisher noch nicht angesehen. Ich war sehr überrascht von der unverblümten Grausamkeit, mit der manche Dinge dargestellt wurden, Bei der Art und Weise, wie Cecilia sich das Leben nahm, musste ich schwer schlucken. Auch an anderen Stellen stellte Eugenides sein Talent, was atmosphärische Beschreibungen betrifft, unter Beweis. Gleichzeitig fühlt man sich dadurch manchmal in Belanglosigkeiten gefangen. Im Nachhinein finde ich aber, dass dadurch die Mentalität dieses Jahrzehnts und die Spießbürgerlichkeit veranschaulicht werden sollten, dieses Festhalten an Banalitäten um überhaupt irgendeinen Fixpunkt zu haben. Bemerkenswert ist auf jeden Fall auch die Erzählweise, in die man sich erst einmal einfinden muss. Erzählt wird nämlich aus Sicht der Nachbarjungs. Einer Obsession gleich haben sie über die Jahre alles  über die Mädchen gesammelt, was sie in die Finger kriegen konnten, Fotos, Kleidungsstücke, Lippenstifte. Für den Leser versuchen sie, die Geschehnisse zu rekonstruieren, wobei man das Gefühl bekommt, sich in einem Museum mit privater Führung zu befinden. "We've tried to arrange the photographs chronologically, though the passage of so many years has made it difficult. [...] Exhibit #1 shows the Lisbon house shortly before Cecilia's suicide attempt." (S. 4 f) Trumpf des Romans ist es natürlich, dass jeder Leser wissen will, wie es zum Selbstmord der restlichen Schwestern kommt. Dass diese sich auch umbringen werden, stellt Eugenides schon im ersten Satz klar (s.o.), was recht untypisch ist, seine Wirkung aber nicht verfehlt. Um ehrlich zu sein war es nur noch das, was mich am Schluss weiterlesen ließ: Ich wollte wissen, wie es geschieht. Abgesehen von den Selbstmorden geht es in dem Buch aber auch um Selbstfindung, ums Erwachsenwerden und ums Abnabeln von den Eltern. Die Mädchen versuchen verzweifelt, ihren Weg im Leben zu finden. Vor allem die extrovertierte Lux (im Film verkörpert durch Kirsten Dunst) versucht das, indem sie sich heimlich mit Jungs und Männern trifft. Die Nachbarjungs hingegen, allesamt in eine der Lisbon-Schwestern verliebt, umschleichen das Haus, saugen jede noch so banale Kleinigkeit über die Mädchen in sich auf und bewahren sie noch Jahre später in ihrem Gedächtnis, während alle anderen den Vorfall schon vergessen und sich wieder ihren eigenen, kleinen Leben zugewandt haben. Ein tragisches Bild der Jugend und der Kleinbürgerlichkeit. Leider musste ich mich im Großen und Ganzen sehr durch das Buch quälen und kann daher nur 2 von 5 Wolken vergeben. Wer dieses Buch zur Hand nimmt sollte nicht sehr anfällig für depressive Verstimmungen sein.

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  • Warum haben fünf Schwestern sich das Leben genommen?

    The Virgin Suicides

    Saralonde

    22. October 2014 um 17:37

    Deutscher Titel: “Die Selbstmord-Schwestern” Es ist nicht ganz einfach, eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben. Wie beurteilt man einen Roman, in dem fünf junge Mädchen sich das Leben nehmen, die zudem auch noch Schwestern sind? Dass dies geschieht, sagt uns schon der Titel und es wird auch gleich zu Beginn des Buchs ausgesprochen. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der inzwischen erwachsenen Nachbarsjungen, auf die die fünf hübschen Schwestern stets eine enorme Faszination ausgeübt hatten und die im Erwachsenenalter immer noch versuchen, herauszufinden, warum die Mädchen sich umgebracht haben. Das Grundproblem scheint klar, wird jedoch vom Umfeld der Schwestern kurioserweise offenbar nicht als solches wahrgenommen: das Elternhaus der Mädchen. Die Eltern sind strenggläubig, erzkonservativ, lassen den Mädchen keinerlei Freiheiten. Es drängt sich im Verlauf der Geschehnisse der Eindruck auf, die Eltern, vor allem die Mutter, könnten es nicht ertragen, dass ihre Töchter erwachsen werden. Ein Hinweis darauf ist die Tatsache, dass die Jungen nach dem Tod aller Schwestern im inzwischen verwahrlosten Haus der Familie nur Familienfotos aus der Zeit finden, bevor die älteste Tochter 12 wurde. Die Öffentlichkeit versucht indessen, das Motiv der Schwestern aus gesellschaftlichen Gegebenheiten herzuleiten. “Immer mehr Jugendliche nehmen sich das Leben, haben keine Perspektive” usw. Doch das scheint mir im Falle der Familie ein Irrweg. Als erste nimmt sich ausgerechnet die jüngste Schwester das Leben. Daraufhin wird immer wieder versucht, sie als Freak abzustempeln, während die anderen vier Mädchen normal seien. Doch nachdem Lux, die sich am wenigstens in die Schranken weisen lässt, bei der einen Gelegenheit in ihrem Leben, als die Mädchen tatsächlich ausgehen dürfen, über die Stränge schlägt, eskaliert die Situation. Die Schwestern sind nun gänzlich in ihrem Elternhaus eingesperrt. Ich war mir eigentlich bis kurz vor Schluss des Buchs sicher, dass die Schuld für die Selbstmorde nur bei der fanatischen Mutter und dem Vater liegt, der zu schwach ist, sich ihr zu widersetzen. Doch dann tauchte die Frage auf: Warum haben die Mädchen keine Chance zur Flucht genutzt? Hatten sie unter dem Einfluss der Eltern selbst Angst vor einem selbstständigen Erwachsenenleben? Ich habe keine Antwort darauf gefunden. Das Buch ist definitiv interessant, gut geschrieben und trotz des bekannten Ausgangs spannend. Und auf irgendeine merkwürdige Weise ist es auch schön.

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  • Kolumne: Belletristik ist tot, es lebe die Belletristik

    muchobooklove

    Roman-Kolumne August 2013 von Mareike: Genreliteratur, das sind die Hamburger unter den Büchern Liebe Leser, Was ist eigentlich Belletristik Le belle et le triste – das Schöne und das Traurige – hierin liegt der französische Ursprung des Wortes Belletristik, das heute nicht viel mehr als ein Mysterium zu sein scheint. Dabei umfasst es so viele Aspekte, ohne die Literatur gar nicht zu denken wäre. Werte, Emotionen und die Ästhetik der Sprache sind für mich die wichtigsten Parameter dessen. Natürlich kann man auch etwas unprätentiöser an die Sache herangehen und einfach von „Romanen“ im Allgemeinen sprechen, wie auch der Titel der Kategorie hier auf Lovelybooks lautet. Doch dann geraten wir gleich ein bisschen in die Bredouille, denn Krimis sind ja auch Romane sowie Fantasy-Bücher und Chick-Lit ebenfalls. Von Kriminalromanen, Thrillern, Fantasy, Young Adult Fiction, Chick-Lit und Romantasy Naja, das sind ja eigentlich alles eher Genres, werdet ihr jetzt im Stillen und ganz zu Recht denken. Aber was sind denn überhaupt Genres? Der Versuch, Bücher in Kategorien zu pressen einerseits, eine Strategie des Buchmarktes andererseits, so scheint es mir. Denn was ist das Schreiben für ein bestimmtes Genre eigentlich anderes als der Versuch, seine Zielgruppe besonders im Blick zu haben. Mit bösen Zungen gesprochen ist das die Garantie dafür, beim Veröffentlichungsprozess bereits einschätzen zu können, wer das Buch am Ende kaufen wird. Darum wird auch immer schnell ein neues Genre entworfen, wenn gerade eine innovative Art des Schreibens mit Erfolg belohnt wurde. Eine kleine Geschichte: Ich sitze mit zwei Freunden von mir, nennen wir sie Justus und Gabi, an einem sonnigen Tag wie diesem in einer Eisdiele. Justus ist gerade dabei, sich eine Karriere im Verlagswesen aufzubauen, Gabi hat Journalismus studiert und steht kurz vor dem Mutterschutz. Justus erzählt uns von einem neuen Projekt, von dem er gehört hat und das sich im Bereich „Romantasy“ bewegt. Darauf Gabi: „Romantasy, nie gehört“ Justus: „Das ist ein neues Genre, das sich irgendwo zwischen Romantic Fiction und Fantasy bewegt, so Vampire und so“ wir nicken einstimmig, denn nun ist uns allen klar, dass hier die Nachfolgen von Stephenie Meyers „Twilight“-Saga spürbar werden. Wieder einmal wird ein Markt bedient. Man möchte so schnell wie möglich dabei sein, bevor er übersättigt ist und ein neues Genre gefunden werden muss. Ich seh' den Wald vor lauter Bäumen nicht Damit wird nicht nur die gesamte Belletristik oder alle Romane in logische Kategorien unterteilt, sondern diese werden wieder unterteilt, bis die gesamte Kriminalliteratur in Detektivromane à la Sherlock Holmes, Polizeiromane wie Mankels Wallander, Thriller der Dan Browns dieser Erde und Splatter im Stile von Karin Slaughter zerfällt, und die Fantasy-Literatur in High Fantasy à la Tolkien, Romantasy wie "Twilight", Dark Fantasy der Stephen Kings und Konsorten, Dark Romance im Stile von Edgar Allen Poe und historisch anmutende Fantasy, z.B. von George R.R. Martin. Und bei all diesen spezifischen Genres frag' ich mich wieder, wo denn nun die Belletristik abgeblieben ist? Denn wenn ich ehrlich bin, dann möchte ich gar nicht immer Genreliteratur lesen. Manchmal erscheint sie mir zu sehr auf ihr Publikum zugeschrieben. Manchmal sehe ich die Zutatenliste, die Autoren und Verlagen im Kopf herumgeschwirrt haben mag, zu deutlich vor mir. Aha, denke ich, hier ist ein bisschen Detektivroman mit den Zutaten verschrobener Ermittler aus zerrütteten Familienverhältnissen, hochintelligenter Täter, der eigentlich nur mit dem Ermittler spielen will, Frau oder wahlweise Kinder oder beides des Detektivs, die plötzlich in den Fall hineingezogen werden, gemischt worden, das Ganze wurde mit einem Hauch arktischer Kälte und einem leichten Hang zur Alkoholabhängigkeit garniert und schon war der skandinavische Kriminalroman in Anlehnung an Henning Mankell, Jo Nesbø oder Arnaldur Indridason fertig. Ich weiß ja, dass die meisten Schriftsteller mit viel Herzblut an ihr Werk herangehen, aber ich frage mich dennoch, woher dieser Hang zum an Fast-Food erinnerndem Literatur-Rezept kommen mag. Möchte denn niemand heute mehr eigene Gourmet-Kreationen entwerfen? Ist die Angst vor dem Scheitern so groß? Mehr Belletristik braucht das Land Ich sag es ganz offen – Ich mag Fastfood. Ein schöner Burger ab und zu ist ein herrliches Vergnügen, ebenso wie ein Krimi mit den oben von mir erwähnten Zutaten wunderbar sein kann. Aber irgendwie wünsche ich mir trotzdem öfter, mit Gourmet-Kreationen verwöhnt zu werden. Ich möchte Schriftsteller haben, die schreiben, weil sie damit das Schöne und das Traurige ausdrücken wollen, weil sie das Gute und das Böse im Menschen zeigen wollen und zwar ohne sich vorher zu überlegen, ob es dafür ein Publikum geben mag. Autoren, die der Wahrheit auf den Grund gehen mögen und mich damit überraschen, wie zum Beispiel Column McCann dies vor einigen Jahren mit „Der Tänzer“ getan hat oder Romane, die einen mit ernsten Themen zum Lachen bringen können wie Matt Ruff mit „Ich und die anderen“, Bücher, die unvergessen bleiben, weil sie anders sind, so wie auch Aravind Adigas „weißer Tiger“ oder Hermann Kochs „angerichtet“, um mal zwei jüngere Beispiele der Literatur zu nennen. Und wenn ihr es euch doch lieber überlegen und kein Risiko eingehen wollt, so rufe ich euch hiermit zu, liebe Autoren, liebe Verleger: Es gibt uns noch, uns Leser, die gerne einmal bis zum Äußersten getrieben werden möchten, die lachen und weinen wollen, die beim Lesen nicht mit Genrestrategien überrascht werden wollen, sondern mit richtig guten Geschichten, mit richtigen 5 Sterne Menüs, wie sie eben nur die immer weniger zu findende Belletristik für uns bereithält! Ja, das rufe ich laut und hinter vorgehaltener Hand wende ich mich fast gleichzeitig zu euch Lesern da draußen und frage euch leiser: Es gibt uns doch noch, die Belletristik-Leser, oder?

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  • Rezension zu "The Virgin Suicides" von Jeffrey Eugenides

    The Virgin Suicides

    Marcus_Krug

    18. May 2012 um 11:02

    Ein ruhiges, teilweise poetisches Buch mit subtilem Humor eingedenk des Themas. Zwar war der Anfang etwas zäh, aber dann habe ich es richtigehend genossen. In Rückblenden und teilweise Buchstücke von Zeugeninterviews wird die Geschichte der fünf Lisbon-Schwestern erzählt. Sie begehen Sebstmord. Eine gruppe von Nachbarjungen versucht die Geschehnisse nachzuvollziehen und eventuell Gründe zu finden, warum passierte, was mit den Lisbons geschah. Erst nimmt sich Cecilia (13) mit Rasierklingen das Leben und nach zwölf bzw. dreizehn Monaten folgen ihre älteren Schwestern (Lux (14), Bonnie (15), Mary (16) und Therese (17)). In dieser Zeit sammeln die Jungen aus der Nachbarschaft Beweismittel und Hinweise und befragen Nachbarn, wie es zu dieser Tragödie kommen konnte. Obwohl der Einstieg ins Buch und Thema recht vielversprechend im ersten Kapitel bereitet wird, war es doch etwas mühselig sich an den Stil zu gewöhnen. Die Rückblenden führen dazu, dass man das Gefühl hat es passiere nicht wirklich etwas, einzig die Fragmente von erinnerten Gesprächen mit und über die Lisbons verleihen der Geschichte Leben. Aber hat man sich an die Art des Erzählens - ohne "Handlung" - erstmal gewöhnt, kann man eintauchen in die siebziger Jahre in der Nähe von Detroit. Man kann sich sehr gut in die Lage der Jungen versetzen, die immer in der ersten Person Plural ("wir") über die mysteriösen Mädchen berichten. Wer trotz des Themas ein ruhiges und langsames Buch erwartet, was nicht zwingen auf jede gestellte Frage eine Antwort geben möchte, dem sei dieses Buch hiermit sehr empfohlen.

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  • Rezension zu "The Virgin Suicides" von Jeffrey Eugenides

    The Virgin Suicides

    FrauMaerz

    26. May 2011 um 19:59

    "On the morning the last Lisbon daughter took her turn at suicide- it was Mary this time, and sleeping pills, like Therese- the two paramedics arrived at the house knowing exactly where the knife drawer was, and the gas oven, and the beam in the basement from which it was possible to tie a rope." Das ist der erste Satz. Wir wissen das Ende der Geschichte also schon zu Beginn: Die fünf Töchter des Lisbon-Ehepaars nehmen sich im Laufe des Buches das Leben. Die Geschichte wird aus der Sicht einiger Jungs aus der Nachbarschaft erzählt. Der Autor schreibt dabei in der Wir-Perspektive - was, meiner Meinung nach, unglaublich gut gelungen ist und einen großen Teil der Faszination des Buches ausmacht. Als Leser fühlt man sich hinein versetzt in eine Gruppe aus Beobachtern, welche verschiedene "Beweisstücke" und Beobachtungen zusammen tragen; man fühlt intensiv mit und bleibt doch immer irgendwie distanziert. Als erinnere man sich an etwas, was vor langer Zeit geschehen ist. Etwas, das das eigene Leben stark geprägt hat. Man selbst erfährt nie mehr, als diese Jungs und kann deren Verzweiflung, dass man die Mädchen nicht mehr wird fragen können, warum sie dies taten, verstehen. Ja, man selbst IST verzweifelt. Und genau das ist ein wichtiger Bestandteil dieser Geschichte: Dass man eben kein außenstehender Beobachter ist, der alles weiß und alles erfährt und alles durchschauen kann. Das Gegenteil ist der Fall: Man wird mit dem Gefühl zurückgelassen, dass man immer noch nicht genau weiß, warum all das geschah. Und das ist großartig. Sehr gut gefallen hat mir auch, wie der Autor die Umgebung der Jungs und der Mädchen zum Leben erweckt; besonders die typische Kleinstadtatmosphäre in einem heißen, amerikanischen Sommer konnte ich richtig spüren. So mag man das Buch eigentlich gar nicht mehr aus der Hand legen, auch wenn es ein eigentlich so schlimmes Thema behandelt.

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  • Rezension zu "The Virgin Suicides" von Jeffrey Eugenides

    The Virgin Suicides

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    18. April 2011 um 19:05

    Ehemalige Schulkameraden der Lisbon Mädchen erzählen die Geschichte ihrer Selbstmorde. Teilweise schwierig, sich in die Story einzufinden, weil es starke Umbrüche in der Handlung gibt, es wird immer eine Geschichte abgearbeitet, dann erfolgt ein bisschen Reflektion, und danach wieder eine Geschichte. An sich aber gut gemacht, nachdenklich, irgendwie auch komisch an ein paar Stellen. Ein durchaus interessantes Buch.

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  • Rezension zu "The Virgin Suicides" von Jeffrey Eugenides

    The Virgin Suicides

    Tequila

    07. April 2008 um 21:02

    Ein ungewöhnliches, fast poetisches Buch.

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