Jeffrey S Rosenthal Vom Blitz getroffen

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Inhaltsangabe zu „Vom Blitz getroffen“ von Jeffrey S Rosenthal

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  • Rezension zu "Vom Blitz getroffen" von Jeffrey S Rosenthal

    Vom Blitz getroffen
    FlorianM

    FlorianM

    31. August 2007 um 21:28

    Der Zufall - Freund und Feind Der Zufall schlägt offensichtlich täglich zu: Warum knackt beim Lottospiel gerade unser Nachbar den Jackpot, obwohl wir doch schon seit mehr als zwei Jahrzenten Lotto spielen und er selbst erst seit ein paar Monaten? Wie kann es sein, dass sich auf einer Party zwei Personen mit demselben Geburtstag befinden? Kann es vorkommen, auf einer Weltreise alte Freunde aus der Heimat zu treffen? Wieso erkranken gerade gute Bekannte an einer schlimmen Krankheit. Es scheint so, als sei der Zufall wirklich zufällig, sodass wir nichts dagegen unternehmen könnten und unser Schicksal hinnehmen müssten. Jeffrey Rosenthal, Mathematiker im Fachbereich Statistik an der University von Toronto, versucht, mit seinem Buch "Vom Blitz getroffen. Die seltsame Welt des Zufalls" in eindrucksvollen und sehr facettenreichen Beispielen das Gegenteil aufzuzeigen: Alles ist eine Frage der Wahrscheinlichkeit! Deshalb kann man getrost seinen Flug antreten, wenn sich eine Woche zuvor genau auf demselben Flughafen ein großes Unglück ereignet hatte, bei dem alle Passagiere ums Leben kamen. Rosenthals Begründung stützt sich darauf, wie hoch die Wahrscheinlichkeit doch ist, dass sich eine Woche später an genau diesem Ort eine erneute Katastrophe ereignen könnte: Sie beträgt bei circa 5000 landenden Flugzeugen pro Woche nur 0,0002 Prozent. Wir können daher entweder willkürliches Opfer des Zufalls werden oder wir müssen lernen, mit ihm gezielt umzugehen - er ist also unser Feind, kann aber auch unser Freund werden. Dabei helfen uns die Statistik und die Wahrscheinlichkeitstheorie, wie die beiden folgenden Beispiele zeigen. Fast jeder kennt wohl das Spiel "Stein-Schere-Papier". Darin finden jährlich so genannte "Rock Paper Scissors International World Championships" statt. Würde man gegen einen Profi antreten, würde er wahrscheinlich aufgrund seiner Erfahrung die Psychologie wie die Techniken bestens beherrschen und wir würden gnadenlos verlieren. Aber wenn wir unseren nächsten Schritt dem Zufall überließen, könnte der Gegner rein gar nichts an unserem Gesichtsausdruck ablesen, und wir würden auf lange Sicht gewinnen. Der gleiche Effekt ergäbe sich auch beim 11-Meter-Schießen, wenn wir vor dem Antreten eine Münze werfen würden. Der gegnerische Torwart versuchte dann vergeblich, unsere psychische Belastung und Entscheidung aus unserer Mimik abzulesen, da ja nur der Zufall wüsste, in welche Torecke wir nun schössen. Doch abgesehen von diesen Spielereien sind Statistik und die Wahrscheinlichkeitstheorie auch in der Evolution, Chaostheorie oder Quantenpyhsik von hoher Bedeutung, wie Rosenthal trefflich beschreibt. Die Beispiele, die der Autor dabei findet, werden sehr schön in alltägliche Lebenssituationen verpackt und sind somit sehr amüsant, unterhaltsam und vor allem sehr leicht zu verstehen wie zu durchschauen. Ob aber die angeführten Techniken gegen den Zufall dem Leser tatsächlich immer den Alltag erleichtern, sei in Frage gestellt. Des Weiteren fehlen in einigen Passagen Erläuterungen, wie der Autor auf die genannten Wahrscheinlichkeiten kommt. Dies stellt vielleicht für fortgeschrittene Leser kein allzu großes Problem dar. Für Jene aber, die sich wenig oder gar nicht mit den Grundlagen der Statistik oder der Wahrscheinlichkeitstheorie auskennen, mag dies womöglich von Nachteil sein. Dennoch ist das Buch eine wahre Goldgrube von Alltagssituationen, die vom Zufall geprägt sind - etwa das Ziegenproblem oder die Genanalyse von O. J. Simpson bleiben dem Leser nicht vorbehalten, sondern werden sehr ausführlich dargestellt. Am Ende des Buches gibt es sogar ein "Abschlussexamen", mit dem man überprüfen kann, ob man wirklich verstanden hat, mit dem Zufall umzugehen. Rosenthal fordert uns auf, daraus Nutzen zu ziehen und so Ängste zu überwinden, einen Blick für Chancen und Risiken zu entwickeln und die Welt besser zu verstehen. Am Ende ist man dann womöglich in der Lage, rational und selbstbewusst Fragen zu beantworten wie "Ihr Ehemann sagte, er würde um sechs Uhr nach Hause kommen - und nun ist es halb sieben. Wo könnte er sein?" Ersterscheinung auf spektrumdirekt.de: http://www.spektrumdirekt.de/artikel/896308&z=859070&template=dsdwv_rezension

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