Zu Beginn haben wir vor allem eine Sammlung von veröffentlichten Texten, die vor allem zwischen 2021 und 2023 datiert sind. Zwei davon aber auch aus 2024. Darin geht es vor allem um den Ukraine-Krieg und wie man diesen möglichst gesichtswahrend für beide Seiten beenden könnte. Aber auch die Vorgeschichte wird hier aufgegriffen und da geht er mit seiner Kritik vor allen an seiner US-Regierung nicht zimperlich um. Dementsprechend wiederholen sich aber auch leider die Argumente an einigen Stellen, was ich schade finde. Da hätte man vllt bei der Auswahl der Texte etwas mehr Vielfalt walten lassen können.
Mir persönlich hat dabei aber das Kapitel über Kennedy und seine Friedensvorstellungen am meisten gefallen. Dabei wird aus dessen Reden vom Juni 1963 zitiert – und wie sich die (zum Zeitpunkt des Schreibens noch) aktuelle Regierung um Biden nicht daran hält. Sondern das glatte Gegenteil macht.
Ebenso interessant sind die Spitzen, die Sachs auch immer wieder gegen die Handlungen früherer Regierungen gibt.
Aber auch das Kapitel zu Kants „ewigen Frieden“ hat mich durchaus angesprochen. Auch wenn ich Kants Stil anstrengend finde. Aber das ist leider seiner Zeit geschuldet.
Was mich angeht, geht Sachs mir an 2-3 Stellen nicht tief genug, und manchmal fehlt da vllt. auch einfach die Erkenntnis neuerer Entwicklungen. Entsprechende Anmerkungen meinerseits stehen deswegen am Rand als Nachtrag.
Zum Schluss ist noch ein Interview des Verlages mit Prof. Sachs und Oskar Lafontaine abgedruckt, wo man durchaus das Gefühl hat, dass die beiden sich ziemlich einig sind.
Da ich schon vor dem Buch einige Interviews mit Prof. Sachs gesehen habe, kannte ich seine Meinung in der Hinsicht im Allgemeinen schon. Aber manchmal kommt es halt auf die Details an, die Stellen für mich hervorgehoben haben.


